Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren calendarGirl Cloud Drive Photos Sony Learn More sommer2016 fissler Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

2,3 von 5 Sternen3
2,3 von 5 Sternen
5 Sterne
1
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
2

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 26. Juli 2005
Gegenspieler ist die Beschreibung der beiden mächtigsten Männer des 12. Jahrhunderts - Friedrich I. von Hohenstaufen, genannt Barbarossa, und Heinrich aus dem Hause der Welfen, genannt der Löwe. Ihr Mit- und ihr Gegeneinander - ein großer Stoff. Herausgekommen ist ein höchst interessantes Buch, schon weil es schwer fällt, es den gängigen Bücherstapeln in unseren Buchhandlungen zuzuordnen. Auf keinen Fall gehört es zu den ach so beliebten historischen Romanen und genauso wenig zu den staubtrockenen, vor lauter Abgewogenheit aussagelosen Konvoluten aus der Zunft der Mittelalterwissenschaftler. Es ist ein Sprung in ein fernes Jahrhundert, das die Phantasie anregt und zum Erzählen anstiftet. Und das versteht der Autor. Vor dem Auge des Lesers platschen die Kontrahenten in den Waschzuber, parlieren, fluchen, geben Befehle und ihr Wort, um es wieder zu brechen. Sie heiraten, gehen fremd und lassen sich scheiden. Man besäuft sich, huldigt der Völlerei, friert in schlecht geheizten Gemäuern, schlägt um sich und intrigiert. Einer kratzt sich am Sack, und der Drallen dort am Herd wird an den Busen gegrapscht. Das etwa ist die Tonlage. Keine Lektüre für den Klosterschüler (oder vielleicht doch?). Das Buch hat einen breit angelegten Spannungsbogen, der seine Kraft aus der Gegensätzlichkeit seiner Helden schöpft - zwei kompliziert angelegte Charaktere, die eines gemeinsam haben, den unbedingten Willen zur Macht. Doch die Handelnden tragen ein Korsett: Das sind die historischen Fakten, in denen das Buch passgenau sitzt. Jedes der 18 Kapitel endet mit einer sehr kurz gefasste Ereignis-Tabelle, die der Autor Zeitraffer genannt hat. Das ist ein wunderbares Repetitorium, das es kolossal vereinfacht, die bunte Pracht noch einmal in ein Schwarz-Weiß zurück zu übersetzten. Zum Schluss legt man das 570 Seiten dicke Buch aus der Hand, gut gelaunt, weil gut unterhalten und fragt sich, warum der eigene Geschichtsunterricht vor jenen Jahren so langweilig gewesen ist.
Helmut Roewer
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 3. Februar 2013
In "Die Gegenspieler" beschreibt der Autor Paul Barz die Geschichte der beiden Cousins, pardon Vettern, Heinrich der Löwe und Friedrich Barbarossa von den 1140er Jahren bis 1195. Um diese enorme Zeitspanne einem Buch zu behandeln, kann der Autor natürlich nicht allzu detailliert auf die einzelnen Ereignisse eingehen. Das ihm das gelingt, ohne dass das Buch unverständlich wird, ist aber auch schon das beste Kompliment, das ich ihm machen kann.

Ein farbenprächtiges Gemälde einer glanzvollen Zeit verspricht der Text auf der Rückseite des Buches, doch so sehr die Juwelen auch funkeln, der stärkste Eindruck, den das Buch hinterlässt, ist dass das zwölfte Jahrhundert eine finstere Epoche war, bevölkert von rohen, ungebildeten und selbstsüchtigen Männern und Frauen. Charaktere strotzen vor Grausamkeit, andere sind naiv bis zur Albernheit oder so von der Richtigkeit ihrer eigenen, überdimensionierten Ziele erfüllt, dass sie größenwahnsinnig zu sein scheinen. Brutalität und Gedankenlosigkeit gegenüber anderen waren sicher ein Teil des Mittelalters. Hier ist es aber die einzige Seite der Zeit, die zu sehen ist. Die "Ungestüme Kraft", von der auf der Rückseite die Rede ist, besteht nur aus Zerstörung, die "derbe Sinnlichkeit" darin, Sex so grobschlächtig wie irgend möglich zu schildern.

Die Einseitigkeit der Darstellung der Zeit und ihrer Bewohner haben mich in der Tat so geärgert, dass ich mich - nicht zum ersten Mal - gefragt habe, was der Autor hier eigentlich erreichen will. Dass der Leser totfroh ist, heute zu leben? Die historischen Ungenauigkeiten und schlichten Fehlaussagen, die auch reichlich vorkommen, konnte ich daneben fast ignorieren. Eine reine Geschmacksfrage ist, ob altertümelde Sprache mit ihren 'Eidams' und 'Oheimen', ein Gefühl der Authentizität vermittelt oder den Leser (wie mich) stört. Mich hat letztendlich nur meine Faszination für diese Zeit (und mein Unvermögen Bücher auf halber Strecke wegzulegen) dazu gebracht, das Buch bis zum Ende zu lesen.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Januar 2007
Nachdem ich mich mit dem 12. Jahrhundert und v.a. Friedrich Barbarossa gründlich beschäftigt hatte und zu diesem Thema wissenschaftliche Bücher älteren und neueren Forschungsstandarts studiert hatte, dachte ich, dass es ganz nett sein könnte, nun einen Roman über Friedrich Barbarossa zu lesen, um zu sehen, wie die historische Figuren bellestristisch verarbeitet werden.

Um es knapp zu sagen war ich erst einmal derb empört und danach nur schlichtweg enttäuscht und schließlich so absolut genervt, dass ich das Buch nach etwa der Hälfte weggelegt habe; aus u.a. folgenden Gründen:

1. Der Autor hat sicherlich ein gutes Thema herausgesucht, der Titel klingt verheißungsvoll, aber umso enttäuschender ist sein Inhalt: Gleich am Anfang bekommt man Friedrich und Heinrich, die Gegenspieler vorgestellt, aber man mag es kaum glauben, dass diese beiden Männer da schon erwachsen, der eine sogar Herzog!, sein sollen - viel eher werden sie, diese Porträtierung wird leider auch im weiteren Verlaufe keineswegs radiert, wie kleine sich balgende Buben dargestellt, nicht wie die Fürsten eines Landes - die sie ja aber nun einmal, aller Phantasie zum Trotze, waren. Der nötige Ernst fehlt hier, das Bild der beiden Protagonisten wird völlig verzerrt.

2. Auch andere Figuren des Buches leiden unter einseitigen Darstellungen, man bekommt das Gefühl, dass der Autor sich keinerlei Mühe gegeben hat, irgendwie auch nur ansatzweise tiefer in die Psyche seiner Akteure einzutauchen; dadurch kommen sie fad herüber, wirken wie Pappschablonen, die, wenn man sie umdreht, hinten nur ihre kartongraue, leere Seite zeigen.

3. Ständig und überall sind kleine historische Fehler zu finden, die vielleicht nicht störend sind für den, der sie als Laie eh nicht bemerkt, aber zumindest in manchem Punkt die Handlung durchaus beeinflussen:

Zum einen unterlaufen dem Autoren Fehler, wie etwa, dass Friedrich noch mit 16 Jahren mit seiner Mutter spräche - diese ist aber gestorben, als er selbst gerade 8 Jahre alt war. Kommunikation mit Toten also?

Oder: Friedrich vergleicht Byzanz mit Rom; der Autor vergisst hier völlig, dass Friedrich in seinem Leben bis dahin noch keinen Fuß in die italienische Stadt gesetzt hatte!

Oder, und dieser Fehler ist wirklich am schwerwiegendsten, zumindest in meinen Augen: Der Autor übergeht mal schlichtweg, dass Friedrich und Welf, sein Onkel mütterlicherseits, zu Jugendzeiten sehr gute Freunde waren. So ist Welf nicht nur ein durch die Gegend brüllende Bulle, vor dem Friedrich sich abgestoßen fühlt, sondern vielmehr ist Friedrich mit diesem Mann einst zusammen auf Fehden gezogen, sie haben die Zelte nebeneinander aufgestellt auf dem Kreuzzug; Friedrich stand für den Welfen ein, als der eine schwere Niederlage gegen den König Konrad erlitt und Welf war, nach der Königswahl von Friedrich, fast die gesamte Zeit im königlichen Tross zu finden; um diese Informationen zu bekommen hätte der Autor lediglich die Standartbiographie von Ferdinand Opll benützen müssen und dazu die Regesta Imperii, die einem solche Informationen keineswegs vorenthalten.

Ich jedenfalls nenne das mangelnde Recherchearbeit, und vom "engen Kostüm" der historischen Tatsachen, in denen der Autor hier seine Akteure agieren lassen hatte müssen, kann hier keine Rede sein.

Das alles aber hätte mich nicht zu einer solchen Abneigung bewegt, sondern vielmehr die Agressivität und Skrupellosigkeit, mit der der Autor den Kaiser Friedrich in seinem Roman bloßstellt, die so derb unter die Gürtellinie geht, dass ich das hier gar nicht weiter ausführen möchte; ich zumindest empfinde es als eine Unverschämtheit und einen mangelnden Respekt gegenüber historischen Persönlichkeiten. Ganz und gar zu schweigen davon, dass Romane, die sich nur um "das Eine" drehen, sich so oder so leider seltendst qualitativ rühmen können.

Wer über Friedrich Barbarossa und Heinrich den Löwen etwas erfahren will, sollte lieber zu profundierten Biografien greifen; derjenige, dem der historische Gehalt nicht primär wichtig ist, sollte trotzdem nicht allzu leichtfertig der Darstellung glauben, die in diesem Buche vorgenommen wird.
11 Kommentar|9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden