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am 9. Februar 2013
Eine ganze Weile ist seit meinem letzten Thriller vergangen. Saeculum klingt schon total verheißungsvoll und spannend, daher konnte ich nicht vorbeigehen. Außerdem mag ich Ursula Poznanskis Schreibstil wahnsinnig gern und die positiven Stimmen haben ihr übriges getan. Für mich war es der erste Jugendthriller und ich bin begeistert.

Der Schreibstil ist einfach klasse. Sie schreibt in einer stimmungsvollen Authentizität, sodass man sich ganz und gar in den Schauplätzen verliert und die Emotionen fließen so natürlich, wie das Blut in den Adern. Gerade bei einem Thriller, jagt einem diese schriftstellerische Gabe eine Gänsehaut nach der anderen über die Haut. Auch hier hatte ich Mühe die Realität im Auge zu behalten, ich war ganz und gar Teil der Gruppe und habe mich schlussendlich selbst gefragt, auf welcher Seite ich stehe. Schon allein die Tatsache, dass die Autorin die Geschwindigkeit der Geschichte über den Schreibstil steuert ist wunderbar. Geht es schnell und wild zu, sind es eher kürzere Sätze, wird es ruhiger und emotional, sind sie länger und ausschmückender. Die Beschreibungen von Personen und Landschaft hätten realer nicht sein können. Schon ganz zu Anfang habe ich diese unheilvolle Stimmung verspürt und konnte mir nach und nach jeden Zweig, jeden Stein und jeden Grashalm vorstellen, ohne dass es aufdringlich beschrieben wurde. Eine echte Meisterleistung.

Die Geschichte ist klasse und außergewöhnlich. Zugegeben, am Anfang war es für mich leicht befremdlich, wie die Protagonisten eine unumstößliche Ernsthaftigkeit in diese mittelalterliche Convention legen können. Ich musste das ein oder andere Mal wirklich schmunzeln und habe somit die Gefühle des Protagonisten Bastian ganz und gar geteilt.
Es beginnt alles scheinbar harmlos und soll hauptsächlich Spaß und die Auszeit aus der Realität bringen. Doch schon sehr zeitig wird klar, dass dies kein Vergnügen werden kann. Das erdrückende Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, hat mich schon sehr bald beschlichen und ich habe die bösen Omen gesehen. Die ganze Story ist so wahnsinnig gut durchdacht und strukturiert, dass man zu keinem Zeitpunkt ahnen konnte, was als nächstes kommt und beinahe an den Rande des Wahnsinns gelangt ist, weil man auch als Leser nicht mal annähernd durchschauen konnte, was noch Fakt und was Fiktion ist. Ich wurde mit jeder Seite neugieriger und wollte sogleich eine Aufklärung, um diesen schrecklichen Zwiespalt, den man mit den Protagonisten gemeinsam erleben musste, aufzulösen. Glaubt man an das Übernatürliche oder gibt es doch eine harmlose Erklärung? Ich bin doch eher der rationale Typ, aber auch bei mir kamen früher oder später Zweifel auf und ich habe tief in mich hineingehorcht. Will ich den Pfad des Unerklärlichen beschreiten oder doch weiterhin an meine Vernunft appelliere? Die Authentizität und die dauerhafte Spannung, die einer Starkstromleitung glich, haben ihr übriges getan und ich wurde voll und ganz von der Geschichte verschlungen, bis mich die Dunkelheit umhüllt hatte und nur noch das leiste Knistern eines entfernten Feuers in meinen Ohren nachhallte. Genial fand ich ebenso die vielen kleineren Geschehnisse, die man eigentlich nur am Rande mitbekam und die dennoch eine klare Linie hin zum großen Ganzen bildeten. Der Ausgang der Geschichte beruhte schlussendlich auf so vielen Kleinigkeiten und Details, die einem erst „vor Ort“ wie Schuppen von den Augen fallen. Es ist als glaubt man den Weg zu kennen und plötzlich verändert sich der Blickwinkel um wenige Millimeter und schon entsteht ein völliges anderes Bild. Ich bin einfach nur begeistert über einen derartigen Einfallsreichtum und eine ebenso grandiose Umsetzung.

Die Personen sind absolute Diamanten. Jeder einzelne Protagonist trägt die Geschichte auf seine ganz eigene Weise und jeder noch so kleine Charakterzug hat eine essentielle Bedeutung für das Gesamtwerk. Allen voran Bastian und Iris, aus deren Sicht die Handlung abwechselnd betrachtet wird.
Bastian ist der „Musterschüler“, ein Strebertyp mit Brille, wie er im Buche steht. Um etwas Ablenkung von seinen Büchern und Abstand von seinem tyrannischen Vater zu bekommen, entschließt er sich das Abenteuer seiner Lebens einzugehen und begibt sich mit einer Gruppe junger Leute auf eine mittelalterliche Convention irgendwo im Nirgendwo. Er wirkt anfangs etwas zimperlich und verweichlicht, außer es geht um seine Leidenschaft, die Medizin, routiniert und rational trifft er Entscheidungen und versucht in jeder Situation seine Hilfe anzubieten. Er geht völlig unvoreingenommen, wenn auch etwas blauäugig, an die Sache heran. Ich mochte ihn sofort, schon allein, weil er der Medizin verfallen ist und seine Gründe für das Studium äußerst liebenswert sind. Er entwickelt nach und nach ein sehr gutes Gespür für die neuen Leute in seinem Umfeld und ist stets auf die Sicherheit Anderer bedacht. Er traut sich bald schon sehr viel mehr zu, entwickelt ein wahnsinnig hartnäckiges Durchhaltevermögen und sein Beschützerinstinkt nimmt starke Ausmaße an. Geradlinig versucht er jeden Zwist mit Verständnis und Beständigkeit in das richtige Licht zu rücken. Er lässt sich nicht von seinen Anschauungen abbringen und lernt sich endlich durchzusetzen und Widerwillen zu leisten. Er bricht in gewisser Weise aus seinem goldenen Käfig aus. Dennoch sieht er in jedem das Gute und bestärkt sich selbst in diesen Dingen, indem er wirklich jedem eine Chance gibt, egal wie merkwürdig der erste Eindruck auch erscheint.
Iris ist ein verrücktes Mädchen mit einer merkwürdigen Frisur, spielt am liebsten Gedankenverloren auf ihrer Harfe, doch diese Zeit der Freiheit scheint bei ihr sehr begrenzt zu sein. Was ängstigt sie? Was beschäftigt sie? Welche dunklen Schatten der Vergangenheit liegen ihr schwer auf der Seele? So viele Fragen rund um eine mehr oder weniger seltsame Erscheinung. Meine Neugierde war augenblicklich geweckt und sie wirkte tausendmal interessanter als die unglaublich schöne Lisbeth oder die kühle Sandra. Ich wollte sie direkt kennen lernen und aus ihrer Situation holen. Was immer es ist, ich wollte helfen. Die Düsternis und die kleinen Momente der Vorahnung, die sie umgeben und gleichzeitig die witzige und dennoch direkte Art, wie sie den Leuten entgegentritt, haben mich sofort überzeugt. Sie ist auch sehr rational und geradlinig in ihren Ansichten, vertritt fest und vehement ihre Meinung, spaltet sich eher von der Gruppe ab, um ihren ganz privaten Frieden zu finden und öffnet sich schließlich ganz zaghaft nach und nach. Eine wunderbare und sehr gelungene Person, die einen Weg aus der Dunkelheit sucht und ihre Freiheit in Körper und Geist zurückerobern möchte. In so mancher Situation hatte ich das Gefühl, ich könnte die lieblichen Klänge ihres Harfenspiels hören und war zum ersten Mal verzaubert, von etwas, was nicht übernatürlichen Ursprungs ist.

FAZIT
Ein genial durchdachter und unglaublich spannender Thriller, der mich bis in meine Träume verfolgt hat. Wunderbare Protagonisten führen einen auf den Spuren des Mittelalters durch einen Wald, der seinen ganz besonderen Zauber versprüht. Eine derartige Fülle an Emotionen erlebt man in dieser Form nur selten und selbst ich, war mir meiner Empfindungen irgendwann nicht mehr sicher. Ein absolutes Mustread!!!
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am 6. April 2012
Bastian ist Anfang 20, Sohn eines extrem erfolgreichen und wohlhabenden Arztes, strebsamer Medizinstudent und Brillenträger. Kurz gesagt: Solide aber langweilig. Seit ein paar Wochen interessiert sich jedoch die hübsche Sandra für ihn und Bastian ist über beide Ohren in sie verschossen. So verschossen, dass er ihr zu Liebe beginnt an ihrem ausgefallenen Hobby teil zu haben. Sie besuchen gemeinsam Mittelaltermärkte und er lässt sich sogar dazu überreden, sie zu einem einwöchigem Live-Rollenspiel in ein entlegenes Waldgebiet zu begleiten. Diese Convention wird von Paul organisiert, dem charismatischen Anführer der ca. ein Dutzend Köpfe zählenden Gruppe, die solche Treffen regelmäßig veranstalten, um ein bisschen Abenteuer zu erleben. Die Spieler schlüpfen in typische Rollen und Berufe für Menschen des 14. Jahrhunderts, von Edelmann, über Wirt, Hexe, Dieb oder Bauer ist alles vertreten. Sie müssen ohne technische Hilfsmittel eine Woche im Wald leben und damit vorlieb nehmen, was sie in der Zeit selbst jagen/sammeln/bauen. Zudem sorgen Paul und noch zwei weitere Organisatoren dafür, dass die Gruppe ein paar Aufgaben bekommt und vermeintliche Gefahren erlebt.
Bastian ist das alles nicht ganz geheuer. Einerseits kommt es ihm albern vor und nicht alle Regeln gefallen ihm, aber der Nervenkitzel des Neuen reizt ihn, die meisten Mitspieler sind ihm sympathisch und dann ist da natürlich auch noch Sandra.
Allerdings mehren sich schon bald die Anzeichen, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Kameraden verschwinden, Vorräte verderben, Mitstreiter verhalten sich ungewöhnlich und unentwegt ist von einem Fluch die Rede, der auf diesem Gebiet liegen soll. Ist das alles noch geplant oder läuft das Spiel unkontrolliert aus dem Ruder?

"Saeculum" ist eine ausgesprochen spannende und unterhaltsame Mischung aus Mystery, Jugendabenteuer und Krimi, die gut beginnt, von Seite zu Seite fesselnder wird und einige überraschende Wendungen auf Lager hat. Die Geschichte im Umfeld von Live-Rollenspielen anzusiedeln und überwiegend aus der Sicht eines Außenstehenden zu beschreiben, ist ein cleverer Schachzug. Sie hat dadurch ein vergleichsweise frisches, unverbrauchtes Szenario, dass gleichzeitig für Fans als auch für Neulinge dieser Thematik reizvoll ist. Sehr gelungen fand ich auch, dass die Erzählperspektive zwischen der Hauptperson Bastian und einem Mädchen aus der Rollenspielgruppe wechselt. Dadurch bekommt der Leser einen weiteren Blickwinkel auf die Ereignisse und Personen.

Bei so viel Lob gibt es allerdings auch ein paar wenige Kritikpunkte: So sind die meisten Charaktere doch recht klischeehaft und bleiben oberflächlich. Zudem fand ich - gerade gegen Ende wenn sich die Ereignisse überschlagen - die Handlungen der Personen nicht immer realistisch und nachvollziehbar. So dumm sollten sich normale Mensch eigentlich nicht verhalten. Da wurde manchmal zu Gunsten einer spannenden Handlung auf Realismus verzichtet.

Das Hörbuch ist ordentlich geworden. Vorleser (und Schauspieler) Aleksandar Radenkovic macht seine Sache außergewöhnlich gut. Bereits durch leichte Nuancen gelingt es ihm den wichtigsten Personen charakteristische und für den Hörer sofort wieder erkennbare Stimmen zu geben. Bei der Vielzahl an Akteuren eine bemerkenswerte Leistung. Die gekürzte Hörbuchfassung hat hingegen die bekannten Schwächen. Mitunter fällt es doch recht deutlich auf, dass Abschnitte weggelassen wurden. Zwar vermisst man inhaltlich keine wesentlichen Informationen, aber mitunter gerät der Erzählfluss ein klein bisschen in straucheln. Das verdirbt zwar nicht grundsätzlich das Hörvergnügen und in anderen Produktionen ist es mir schon negativer aufgefallen, aber manche Schnitte hätte man unauffälliger setzen können.

Alles in allem ist "Saeculum" trotz ein paar kleiner Schwächen ein sehr gelungener Roman und ein gutes Hörbuch, das ich regelrecht verschlungen habe. "Young Adult"-Literatur muss nicht immer in einer finsteren apokalyptischen Zukunftsversion spielen, von phantastischen Geschöpfen bevölkert oder eine mehrteilige Buchserie sein, um gute Unterhaltungsliteratur zu sein.
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am 29. Dezember 2014
Ich muss erst einmal durchatmen.
Was für ein Buch!
Teilweise habe ich es vor Spannung und - ich muss ehrlich sein - auch Angst kaum ausgehalten und musste es erst einmal weglegen.
Solch einen Roman habe ich wirklich lange nicht mehr gelesen. Schweißnasse Hände, beschleunigte Atmung - alles war dabei.

Bastian, 20, Sohn eines reichen, berühmten Chirurgen und Medizinstudent, verknallt sich in Sandra, die ihn überredet, gemeinsam mit ihr und ihren Freunden zu einem Live-Rollenspiel aufzubrechen. Man begibt sich ins 14.Jahrhundert und verbleibt ohne Ausnahme in seiner sich selbst ausgedachten Rolle. Die Gruppe nennt sich Saeculum und richtet sich nach Paul, den augenscheinlichen Anführer und Cheforganisator. Obwohl Bastian keine Lust hat, verspricht er sich von seiner Teilnahme Sandra näher zu kommen. Als alle in den Tiefen eines Waldes ankommen, dessen Zutritt untersagt ist, und Paul die 700 Jahre Sage um zwei unterschiedliche Brüder zum Besten gegeben hat, beginnt das Spiel. Ohne Brille, Handy und Co begibt sich Bastian in dieses Abenteuer und empfindet die Natur zunächst als pur und erfrischend. Das ändert sich schlagartig, als nach und nach diverse Mitspieler spurlos vom Spielfeld verschwinden und geheimnissvolle Botschaften auftauchen.

Die Autorin versteht es ausnehmend gut, die Spannung permanent auf einem solchen Level zu halten, das man eingesogen wird und mit eigenen Urängsten konfrontiert wird. Sehr gruselig, die ganze Geschichte. Auch wenn ich früh einen Verdacht hatte, konnte ich doch lange kein Motiv erkennen und hatte zwischenzeitlich wirklich Sorge, dass es U. Poznanski nicht gelingen könnte, das ganze vernünftig zu beenden. Doch diese Sorge war unbegründet und ich bin zufrieden.
Ich habe mich gefürchtet und das passiert mir wirklich sehr selten.
Sehr gut gemacht, auch wenn ich solche Nervenanspannung so schnell nicht wieder brauche.
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am 18. April 2015
Der Schreibstil ist einfach und angenehm zu lesen, ohne mit Füllwörtern aufzuhalten. Bis auf einen kleinen Grammatikfehler kann man auch nicht über die Rechtschreibung o. Ä. meckern.

Die Gefühle der Personen werden meiner Meinung nach leider nicht so gut rübergebracht, wodurch einiges an Potenzial verschenkt wird. Schließlich hätte die Autorin die Möglichkeit gehabt, die Gefühle mehrerer Personen zu beschreiben und nicht nur die des Protagonisten.
Aber leider passiert da nicht allzu viel.

Die Story an sich ist nett, weil man anfangs denkt, man weiß, wo das ganze hinführt. Eben das denken auch die Charaktere und die Unsicherheit, wie es weitergeht wird gut gezeigt. Allerdings kam zumindest mir das alles so gestellt und, ja, fast schon lächerlich vor, dass sich nicht zu viel Spannung oder Ähnliches aufbauen konnte. Das Ende ist super gelungen, denn selbst wenn man denkt, man kennt alle und weiß, wer es ist, wird man doch überrascht ein. Mir sind auch keine großartigen Logiklücken aufgefallen. Die Idee und Umsetzung sind sehr gelungen.

Die Idee das ganze in einem Rpg anzusiedeln gefällt mir sehr gut und wirkt von den Beschreibungen her sehr realistisch. Die Umgebung, also der Wald werden jedoch nur dann beschrieben, wenn gerade etwas wichtiges dort passiert. So kann man sich nicht wirklich ein Bild davon machen, wie Lager und Umgebung aussehen.

Teilweise zieht sich das Prozedere etwas hin und ein paar Mal habe ich mir wegen der extrem naiven Art des Hauptcharakters die Haare gerauft. Die Charaktere haben alle ihre Geschichte, die man nur nach und nach erfährt. Allerdings scheinen sie kaum eine andere Seite als jene zu haben, auch wenn diese dafür ein wenig genauer ausgearbeitet ist, und allesamt irgendwie ein wenig skrupellos zu sein. Bastian, also der Prota, wurde mir aber besonders gegen Ende sympathisch, andere überhaupt nicht, obwohl die Autorin versucht, sie nett zu beschreiben.

Alles in allem gut, mit einer tollen Hintergrundidee, leider mangelte es doch ein kleines bisschen an Spannung.
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am 23. August 2015
Ein Live-Rollenspiel fernab der Zivilisation führt eine Gruppe junger Erwachsener in die Wildnis. Die eingefleischten Mittelalter-Fans verzichten auf jeglichen Komfort oder Hilfsmittel, welche jünger als 600 Jahre sind. Sogar Bastian, der zum ersten Mal an einer Mittelalter-Convention teilnimmt, muss ohne sein Brille auskommen.
Eigentlich ist Bastian weder Mittelalter-Fan noch Rollenspieler, aber er steht auf Sandra, und die steht auf Live-Rollenspiele, also ist er auch mit dabei.
Das Organisationsteam muss eine Region finden, welche so gut wie unberührt von menschlicher Hand ist und fernab der Zivilisation liegt. Sie entscheiden sich für ein Gebiet, welches bereits im Jahr zuvor die Wahl gewesen ist.
Das löst in der Spielergruppe äußerst gemischte Gefühle aus. Dort geht eine unheimliche und gruselige Legende um. Ein verstoßener Bastard, ein hinterhältiger Brudermord, ein mächtiger Fluch – alles Zutaten für eine typische Lagerfeuer-Geschichte.
Ein Mitglied der Gruppe allerdings nimmt den Fluch ernst; Doro behauptet, im vergangenen Jahr die klagenden Schreie gehört zu haben. Sie seien alle nur knapp mit dem Leben davon gekommen, was einzig ihren Schutzkreisen zu verdanken sei.
Bereits kurz nach ihrer Ankunft bereitet die Gruppe alles im Lager vor. Man sucht sich Schlafplätze, hebt Latrinen aus und richtet eine Feuerstelle her. Auch Doro zieht ihre Schutzkreise und murmelt Beschwörungsformeln. Bastian beginnt, sich wohl zu fühlen und wirft seine Sorgen mit seinem strengen Vater und seinem Studium über Bord.
Nur warum Sandra auf einmal so abweisend zu ihm ist, versteht er nicht. Auch andere in der Gruppe scheinen ihre Geheimnisse zu haben. Aber er beschließt, das Abenteuer Live-Rollenspiel zu geniessen.
Doch dann verschwindet der erste Mitspieler spurlos und eines der Gräber am Rand des Lagers ist offen. Schon bald wird aus dem Spiel offenbar blutiger Ernst.
Ein ungewöhnliches Setting, aber ein Live-Rollenspiel im Styling des 14. Jahrhunderts (lat. »Saeculum«) ist topaktuell. Zugleich schafft Ursula Poznanski damit einen konfliktreichen, engen Raum und verstärkt die Spannung noch zusätzlich durch die Legende.
Aber vor allem die Figuren mit ihren diversen, sehr individuellen Problemen sind faszinierend und treiben die Geschichte von einem Höhepunkt zum nächsten.
Andererseits agieren die Figuren als Gruppe auch so, dass deutlich wird, wie jedes Individuum einen wertvollen Beitrag zum Gelingen einer Mission leistet.
Diese Botschaft ist neben dem spannenden Thriller ein wichtiger Bestandteil des Romans, den ich nicht nur Jugendlichen ans Herz legen möchte.
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am 12. Juni 2015
der "Zivilitation" teil, er will seine neue Freundin besser kennen lernen und mal nicht nur zu Hause sitzen und lernen, er wird zwar noch gewarnt, fährt aber dennoch mit den Anderen in die Wildnis, und bald zeigt sich, dass er die Warnung lieber hätte ernst nehmen sollen ...

wir lernen eine Gruppe von Rollenspielern kennen, jeder hat seine eigenen Gründe, in die Wildnis zu fahren und Mittelalter zu spielen - schnell wird das Spiel lebensgefährlich, ich fand das Buch unglaublich spannend und auch für Erwachsene geeignet, die Geschichte ist originell und schlüssig, sehr lesenswert, wenn man mal etwas abseits des Krimi-Mainstreams sucht
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am 9. April 2014
Ich habe in meinem Leben noch nicht sehr viele Thriller gelesen. Das sage ich, weil ich nicht viele Vergleiche hatte und hoffe, dass ich keine Genre-untypische Anforderungen an das Buch stelle.

Der Schreibstil von Ursula Poznanski hat mich von der ersten Seite an überzeugt. In der dritten Person wird aus der Sicht von Bastian, einem zurückgezogenen, aber auch sympathischen Medizin-Studenten erzählt. Obwohl die ersten Seiten in einem Buch oft nur einleitend und somit nicht unbedingt spannend sein müssen, erzeugt die Autorin durch eine zweite Perspektive (aus Sicht der jungen Iris) schon auf den ersten Seiten Spannung. Denn Iris gehört auch zu der Rollenspiel-Gruppe, aber sie wird verfolgt und hütet ein dunkles Geheimnis.
Bastian und Iris sind sogenannte "Kopfmenschen" und allein deswegen sind diese beiden Perspektiven gut gewählt. Denn ganz ehrlich, wer glaubt schon an Flüche? Ihr etwa?
Doro auf jeden Fall! Die junge Hexe ist unheimlich abergläubisch und einer der unsympathischsten Charaktere in diesem Buch.

Von so einem Thriller erwartet sicher jeder Leser, dass es für die ganzen Vorkommnisse am Ende eine logische Erklärung gibt. Es wäre ja billig zu sagen "Oh nein, der Wald it wirklich verflucht!"
Die meisten Leser werden auch selber gerne miträtseln. Der Stil der Autorin erlaubt das auch, denn sie macht viele Andeutungen, aus denen man einige Schlüsse ziehen kann. Der Leser darf von der ersten bis zur letzten Seite auf einzelne, sorgfältig eingeflochtene Kleinigkeiten achten, seien es Blicke oder kleine Bemerkungen, die einzelne Puzzlestücke in der Lösung des Rätsels sind.
Die Hauptcharaktere und auch viele Nebencharaktere wirken sympathisch und trotzdem lebensnah und realistisch. Das heißt, sie machen auch Fehler und jeder hat seine eigenen Stärken und Schwächen.

Ich habe leider noch keins von Frau Poznanskis Büchern gelesen, aber anhand des Klappentextes von "Erebos" kann ich mir vorstellen, dass die Autorin Thematiken wie "Verhalten in Extremsituation", "Grenzen der Menschlichkeit/ Menschliche Abgründe" und "Was würdest du alles tun, um dein Leben zu retten?" gerne mag und in ihre Bücher einbindet. Bei einem Thriller bietet sich das ja auch an und macht die Ganze Sache noch einen Tick gruseliger. Ist ein Mensch dazu fähig?, fragt sich der Leser oft. Normalerweise finde ich solche Gedankenspiele auch ganz interessant und natürlich auch erschreckend, aber die Charaktere aus dem Buch verhalten sich meines Erachtens zu schwarz-seherisch. Was will ich damit sagen? Nennt mich einen Optimisten, aber ich glaube an das Gute im Menschen und wenn wir eine Durchschnittgruppe von jungen Leuten nehmen, die sich schon länger kennen und am Mittelalter begeistert sind, dann halte ich es für realitätsfern, dass sich die meisten an solch menschliche Abgründe begeben. Manche, ein paar, vielleicht. Aber doch nicht die meisten.
Dieses Konzept ist schließlich schon aus vielen Büchern, Filmen und nicht zuletzt TV-Serien wie "Breaking Bad" bekannt. Der Durchschnittsbürger mit normalen Moralsvorstellung kommt in eine Extremsituation und macht sich wie Breaking Bads Walter White vielleicht sogar des Mordes schuldig. Natürlich ist diese Vorstellung gruselig und grausig, aber auch realistisch? Auf mich wirkte es etwas zu bedrückend und pessimistisch. Dadurch wirken die Charaktere durch die Bank unsympathisch beziehungsweise blass, weil man ihr Handeln nicht unbedingt nachvollziehen kann.
Doch darüber lässt sich vielleicht hinwegsehen.

Über das Ende allerdings nicht!
Viele Rezensenten prangerten es bereits an und ich muss mich da leider anschließen. Es ist schwer in einer Rezension das Ende eines Buches begründet zu kritisieren, denn ich möchte nicht unnötig spoilern.
Doch schließlich habe ich mir am Ende noch einmal die Beweggründe des Antagonisten vor Augen geführt, diese damit verglichen, zu welchen Mitteln er gegriffen hat und kam schließlich zu dem Schluss, dass es absolut nicht zu verantworten ist, dass er deswegen am Ende nicht zu Rechenschaft gezogen wurde.
Das Ende ist einfach lasch!
In diesem Buch gibt es so viele Menschen, die unfair und unmoralisch handeln, aber keiner von ihnen wird am Ende zur Rechenschaft gezogen oder gar bestraft. Das finde ich höchst bedenklich.

Wenn man einmal von diesen Punkten absieht ist Saeculum ein schöner Thriller, der den Leser miträtseln lässt. Ein wenig stört vielleicht, dass Bastian und Iris, auch wenn sie sonst so helle sind, nie über ein mögliches Motiv hinter den ganzen Vorkommnissen nachdenken. Nach drei-viertel des Buches müsste ihnen beim näheren Betrachten der Geschehnisse klarwerden, wer da hinter steckt.

Zum Cover:
Sieht echt klasse aus! Die Kanten der Seiten sind schwarz, dadurch wirkt es richtig schon gruselig. Und auch das Innendesign ist wunderbar schaurig. Und dass manche Seiten schwarz sind und die Schrift weiß lässt es noch mehr wie ein verfluchtes Buch wirken ;-)

Altersempfehlung:
Ich würde den Thriller ab 16 Jahren empfehlen, da es einige unheimliche Stellen und menschliche Abgründe zu sehen gibt und die mangelnde Richtigstellung, was richitg und was falsch oder gerechtfertig ist am Ende fehlt.

Fazit:
Alles in allem ist Saeculum ein spannender Vetreter seines Genres, bei dem sich der Leser selbst manchmal ertappt, wie er beginnt an den Fluch zu glauben. Die Schauplätze waren gut gewählt und das Genre "Mittelalter-Rollenspiel" ist einfach extrem spannend und mitreißen, auch für die, die damit wenig am Hut haben.
Allerdings ist das Ende zu versöhnlich, klare Grenzen zwischen dem, was richtig und was falsch ist gibt es nicht und die bösen Taten des Antagonisten werden unter Begründung äußerer Umstände relativiert und abgeschwächt. Der Schluss "Wenn ich in ***'s Situation gewesen wäre, hätte ich vielleicht auch so gehandelt!" ist falsch und bedenklich.
Wenn man das für sich erkennt und darüber hinwegsehen kann, stehen ein paar spannenden und gruseligen Lesestunden allerdings nichts mehr im Weg.
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am 27. Mai 2015
Gut erzählte Story, spannend verpackt und immer für eine Überraschung gut. Hatte das Buch sehr schnell durch, da ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte auch wenn Mittelalter nicht wirklich meine Welt ist, doch zeigt das Buch schön, wie sehr wir uns an die Technik gewöhnt haben und darauf verlassen. Und wie weit manche Menschen gehen um ihre Ziele zu erreichen.....
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am 10. Juli 2015
Wieder ein gelungenes Buch von Ursula Poznanski.

Von Anfang an spannend. Der Leser wird immer wieder in die Irre geleitet. Bis man nach der
Mitte des Buches feststellt alle vermeindliche Wissen passt nicht mehr. Immer wieder geniale
Wendungen bis zum furiosen Ende.
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am 19. November 2011
Gerade habe ich Saeculum beendet, da juckt es mich in den Fingern, eine Rezension über dieses Buch zu verfassen. Für einen guten Überblick, fasse ich die wichtigsten Fakten kurz zusammen:

Worum geht es?
Die Hauptfigur ist Bastian, ein Medizinstudent, der sich von seiner neuen Bekanntschaft Sandra zu einer Convention mitnehmen lässt. Bei dieser Convention fährt eine Gruppe ausgesuchter Mitspieler zu einem ihnen unbekannten Ort (ein Organisationsteam übernimmt das Aussuchen des Platzes)und versucht, zehn Tage lang zu leben wie im Mittelalter. Dabei übernimmt jeder Spieler eine Rolle, die er sich selbst aussucht. Kleidung, Essen und Habseligkeiten müssen aus dem Mittelalter stammen. Handys, Taschenlampen, Brillen oder ähnliches sind demnach verboten.
Bastian lässt sich auf dieses Abenteuer ein. Am Ort des Geschehens, einem mit einem Fluch belegtem Wald, passieren aber schnell Dinge, die nicht geplant waren.
Mitspieler verschwinden, Gräber und Nachrichten erscheinen und schnell läuft das geplante Spiel aus dem Ruder und die Mitspieler und Bastian fürchten um ihr Leben...

Das Buch:
Zum Aussehen des Buches muss ich einfach was sagen, denn ich gehöre zu den Lesern, die es schätzen, wenn sich ein Buch von anderen abhebt. Das Buch hat am Rand geschwärzte Seiten, auch innerhaöb des Buches sind ein paar Seiten schwarz. Es fühlt sich toll an, da die Schrift auf dem Cover erhoben ist. Das ganze Aussehen des Buches spiegelt die düstere Stimmung wider.

Schreibstil:
Das Buch ist einfach wunderbar geschrieben. Obwohl ich mit diesem Thema der Rollenspiele zuvor absolut nichts zu tun hatte, schafft es Ursula Poznanski, dass der Leser sich trotzdem fasziniert von dieser Welt fühlt. Ich hatte während des Lesens das Gefühl, mit im Wald zu sein und habe bis zum Ende spekuliert, wie es ausgehen könnte. Es ist wirklich so, dass ich jede Szene direkt vor meinen Augen hatte, die einzelnen Charaktere werden so gut dargestellt, dass ich schon überlegt habe, welche Schauspieler sie spielen könnten.

Fazit:
Mich hat das Buch von Anfang bis Ende gefesselt. Ich hätte zuvor nicht gedacht, dass ich mittelalterliche Rollenspiele so interessant finden könnte. Es ist bedrückend, fesselnd und spannend und lässt den Leser nicht mehr los, bis man die letzten Worte gelesen hat. Bis zum Ende war mir nicht klar, was die Lösung sein würde, wer dahinter steckt und was es mit all dem auf sich hat.
Ein wirklich fantastisches Buch für Jugendliche ab 16 und Erwachsene, die sich gerne für ein paar Tage in einem düsteren Ort aufhalten möchten....
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