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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verheißungsvoller Wald
Eine ganze Weile ist seit meinem letzten Thriller vergangen. Saeculum klingt schon total verheißungsvoll und spannend, daher konnte ich nicht vorbeigehen. Außerdem mag ich Ursula Poznanskis Schreibstil wahnsinnig gern und die positiven Stimmen haben ihr übriges getan. Für mich war es der erste Jugendthriller und ich bin begeistert.

Der...
Vor 23 Monaten von BecciBookaholic veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wo war der Thrill?
Ein Thriller muss nicht blutig sein, und auf seinem Weg zum Ende müssen auch nicht Millionen von Leichen den Weg pflastern, doch zumindest muss er spannend sein; bestenfalls von Anfang bis zum Ende. Doch in diesem Buch habe sogar diese vermisst.

Gekonnt wird der Leser in die Mittelaltermärkte eingeführt und in die Szene der Rollenspieler, die...
Vor 29 Tagen von monerl veröffentlicht


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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verheißungsvoller Wald, 9. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Saeculum (Broschiert)
Eine ganze Weile ist seit meinem letzten Thriller vergangen. Saeculum klingt schon total verheißungsvoll und spannend, daher konnte ich nicht vorbeigehen. Außerdem mag ich Ursula Poznanskis Schreibstil wahnsinnig gern und die positiven Stimmen haben ihr übriges getan. Für mich war es der erste Jugendthriller und ich bin begeistert.

Der Schreibstil ist einfach klasse. Sie schreibt in einer stimmungsvollen Authentizität, sodass man sich ganz und gar in den Schauplätzen verliert und die Emotionen fließen so natürlich, wie das Blut in den Adern. Gerade bei einem Thriller, jagt einem diese schriftstellerische Gabe eine Gänsehaut nach der anderen über die Haut. Auch hier hatte ich Mühe die Realität im Auge zu behalten, ich war ganz und gar Teil der Gruppe und habe mich schlussendlich selbst gefragt, auf welcher Seite ich stehe. Schon allein die Tatsache, dass die Autorin die Geschwindigkeit der Geschichte über den Schreibstil steuert ist wunderbar. Geht es schnell und wild zu, sind es eher kürzere Sätze, wird es ruhiger und emotional, sind sie länger und ausschmückender. Die Beschreibungen von Personen und Landschaft hätten realer nicht sein können. Schon ganz zu Anfang habe ich diese unheilvolle Stimmung verspürt und konnte mir nach und nach jeden Zweig, jeden Stein und jeden Grashalm vorstellen, ohne dass es aufdringlich beschrieben wurde. Eine echte Meisterleistung.

Die Geschichte ist klasse und außergewöhnlich. Zugegeben, am Anfang war es für mich leicht befremdlich, wie die Protagonisten eine unumstößliche Ernsthaftigkeit in diese mittelalterliche Convention legen können. Ich musste das ein oder andere Mal wirklich schmunzeln und habe somit die Gefühle des Protagonisten Bastian ganz und gar geteilt.
Es beginnt alles scheinbar harmlos und soll hauptsächlich Spaß und die Auszeit aus der Realität bringen. Doch schon sehr zeitig wird klar, dass dies kein Vergnügen werden kann. Das erdrückende Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, hat mich schon sehr bald beschlichen und ich habe die bösen Omen gesehen. Die ganze Story ist so wahnsinnig gut durchdacht und strukturiert, dass man zu keinem Zeitpunkt ahnen konnte, was als nächstes kommt und beinahe an den Rande des Wahnsinns gelangt ist, weil man auch als Leser nicht mal annähernd durchschauen konnte, was noch Fakt und was Fiktion ist. Ich wurde mit jeder Seite neugieriger und wollte sogleich eine Aufklärung, um diesen schrecklichen Zwiespalt, den man mit den Protagonisten gemeinsam erleben musste, aufzulösen. Glaubt man an das Übernatürliche oder gibt es doch eine harmlose Erklärung? Ich bin doch eher der rationale Typ, aber auch bei mir kamen früher oder später Zweifel auf und ich habe tief in mich hineingehorcht. Will ich den Pfad des Unerklärlichen beschreiten oder doch weiterhin an meine Vernunft appelliere? Die Authentizität und die dauerhafte Spannung, die einer Starkstromleitung glich, haben ihr übriges getan und ich wurde voll und ganz von der Geschichte verschlungen, bis mich die Dunkelheit umhüllt hatte und nur noch das leiste Knistern eines entfernten Feuers in meinen Ohren nachhallte. Genial fand ich ebenso die vielen kleineren Geschehnisse, die man eigentlich nur am Rande mitbekam und die dennoch eine klare Linie hin zum großen Ganzen bildeten. Der Ausgang der Geschichte beruhte schlussendlich auf so vielen Kleinigkeiten und Details, die einem erst „vor Ort“ wie Schuppen von den Augen fallen. Es ist als glaubt man den Weg zu kennen und plötzlich verändert sich der Blickwinkel um wenige Millimeter und schon entsteht ein völliges anderes Bild. Ich bin einfach nur begeistert über einen derartigen Einfallsreichtum und eine ebenso grandiose Umsetzung.

Die Personen sind absolute Diamanten. Jeder einzelne Protagonist trägt die Geschichte auf seine ganz eigene Weise und jeder noch so kleine Charakterzug hat eine essentielle Bedeutung für das Gesamtwerk. Allen voran Bastian und Iris, aus deren Sicht die Handlung abwechselnd betrachtet wird.
Bastian ist der „Musterschüler“, ein Strebertyp mit Brille, wie er im Buche steht. Um etwas Ablenkung von seinen Büchern und Abstand von seinem tyrannischen Vater zu bekommen, entschließt er sich das Abenteuer seiner Lebens einzugehen und begibt sich mit einer Gruppe junger Leute auf eine mittelalterliche Convention irgendwo im Nirgendwo. Er wirkt anfangs etwas zimperlich und verweichlicht, außer es geht um seine Leidenschaft, die Medizin, routiniert und rational trifft er Entscheidungen und versucht in jeder Situation seine Hilfe anzubieten. Er geht völlig unvoreingenommen, wenn auch etwas blauäugig, an die Sache heran. Ich mochte ihn sofort, schon allein, weil er der Medizin verfallen ist und seine Gründe für das Studium äußerst liebenswert sind. Er entwickelt nach und nach ein sehr gutes Gespür für die neuen Leute in seinem Umfeld und ist stets auf die Sicherheit Anderer bedacht. Er traut sich bald schon sehr viel mehr zu, entwickelt ein wahnsinnig hartnäckiges Durchhaltevermögen und sein Beschützerinstinkt nimmt starke Ausmaße an. Geradlinig versucht er jeden Zwist mit Verständnis und Beständigkeit in das richtige Licht zu rücken. Er lässt sich nicht von seinen Anschauungen abbringen und lernt sich endlich durchzusetzen und Widerwillen zu leisten. Er bricht in gewisser Weise aus seinem goldenen Käfig aus. Dennoch sieht er in jedem das Gute und bestärkt sich selbst in diesen Dingen, indem er wirklich jedem eine Chance gibt, egal wie merkwürdig der erste Eindruck auch erscheint.
Iris ist ein verrücktes Mädchen mit einer merkwürdigen Frisur, spielt am liebsten Gedankenverloren auf ihrer Harfe, doch diese Zeit der Freiheit scheint bei ihr sehr begrenzt zu sein. Was ängstigt sie? Was beschäftigt sie? Welche dunklen Schatten der Vergangenheit liegen ihr schwer auf der Seele? So viele Fragen rund um eine mehr oder weniger seltsame Erscheinung. Meine Neugierde war augenblicklich geweckt und sie wirkte tausendmal interessanter als die unglaublich schöne Lisbeth oder die kühle Sandra. Ich wollte sie direkt kennen lernen und aus ihrer Situation holen. Was immer es ist, ich wollte helfen. Die Düsternis und die kleinen Momente der Vorahnung, die sie umgeben und gleichzeitig die witzige und dennoch direkte Art, wie sie den Leuten entgegentritt, haben mich sofort überzeugt. Sie ist auch sehr rational und geradlinig in ihren Ansichten, vertritt fest und vehement ihre Meinung, spaltet sich eher von der Gruppe ab, um ihren ganz privaten Frieden zu finden und öffnet sich schließlich ganz zaghaft nach und nach. Eine wunderbare und sehr gelungene Person, die einen Weg aus der Dunkelheit sucht und ihre Freiheit in Körper und Geist zurückerobern möchte. In so mancher Situation hatte ich das Gefühl, ich könnte die lieblichen Klänge ihres Harfenspiels hören und war zum ersten Mal verzaubert, von etwas, was nicht übernatürlichen Ursprungs ist.

FAZIT
Ein genial durchdachter und unglaublich spannender Thriller, der mich bis in meine Träume verfolgt hat. Wunderbare Protagonisten führen einen auf den Spuren des Mittelalters durch einen Wald, der seinen ganz besonderen Zauber versprüht. Eine derartige Fülle an Emotionen erlebt man in dieser Form nur selten und selbst ich, war mir meiner Empfindungen irgendwann nicht mehr sicher. Ein absolutes Mustread!!!
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41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Streber im Abenteuerland, 6. April 2012
Von 
Rob Fleming - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Saeculum (Audio CD)
Bastian ist Anfang 20, Sohn eines extrem erfolgreichen und wohlhabenden Arztes, strebsamer Medizinstudent und Brillenträger. Kurz gesagt: Solide aber langweilig. Seit ein paar Wochen interessiert sich jedoch die hübsche Sandra für ihn und Bastian ist über beide Ohren in sie verschossen. So verschossen, dass er ihr zu Liebe beginnt an ihrem ausgefallenen Hobby teil zu haben. Sie besuchen gemeinsam Mittelaltermärkte und er lässt sich sogar dazu überreden, sie zu einem einwöchigem Live-Rollenspiel in ein entlegenes Waldgebiet zu begleiten. Diese Convention wird von Paul organisiert, dem charismatischen Anführer der ca. ein Dutzend Köpfe zählenden Gruppe, die solche Treffen regelmäßig veranstalten, um ein bisschen Abenteuer zu erleben. Die Spieler schlüpfen in typische Rollen und Berufe für Menschen des 14. Jahrhunderts, von Edelmann, über Wirt, Hexe, Dieb oder Bauer ist alles vertreten. Sie müssen ohne technische Hilfsmittel eine Woche im Wald leben und damit vorlieb nehmen, was sie in der Zeit selbst jagen/sammeln/bauen. Zudem sorgen Paul und noch zwei weitere Organisatoren dafür, dass die Gruppe ein paar Aufgaben bekommt und vermeintliche Gefahren erlebt.
Bastian ist das alles nicht ganz geheuer. Einerseits kommt es ihm albern vor und nicht alle Regeln gefallen ihm, aber der Nervenkitzel des Neuen reizt ihn, die meisten Mitspieler sind ihm sympathisch und dann ist da natürlich auch noch Sandra.
Allerdings mehren sich schon bald die Anzeichen, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Kameraden verschwinden, Vorräte verderben, Mitstreiter verhalten sich ungewöhnlich und unentwegt ist von einem Fluch die Rede, der auf diesem Gebiet liegen soll. Ist das alles noch geplant oder läuft das Spiel unkontrolliert aus dem Ruder?

"Saeculum" ist eine ausgesprochen spannende und unterhaltsame Mischung aus Mystery, Jugendabenteuer und Krimi, die gut beginnt, von Seite zu Seite fesselnder wird und einige überraschende Wendungen auf Lager hat. Die Geschichte im Umfeld von Live-Rollenspielen anzusiedeln und überwiegend aus der Sicht eines Außenstehenden zu beschreiben, ist ein cleverer Schachzug. Sie hat dadurch ein vergleichsweise frisches, unverbrauchtes Szenario, dass gleichzeitig für Fans als auch für Neulinge dieser Thematik reizvoll ist. Sehr gelungen fand ich auch, dass die Erzählperspektive zwischen der Hauptperson Bastian und einem Mädchen aus der Rollenspielgruppe wechselt. Dadurch bekommt der Leser einen weiteren Blickwinkel auf die Ereignisse und Personen.

Bei so viel Lob gibt es allerdings auch ein paar wenige Kritikpunkte: So sind die meisten Charaktere doch recht klischeehaft und bleiben oberflächlich. Zudem fand ich - gerade gegen Ende wenn sich die Ereignisse überschlagen - die Handlungen der Personen nicht immer realistisch und nachvollziehbar. So dumm sollten sich normale Mensch eigentlich nicht verhalten. Da wurde manchmal zu Gunsten einer spannenden Handlung auf Realismus verzichtet.

Das Hörbuch ist ordentlich geworden. Vorleser (und Schauspieler) Aleksandar Radenkovic macht seine Sache außergewöhnlich gut. Bereits durch leichte Nuancen gelingt es ihm den wichtigsten Personen charakteristische und für den Hörer sofort wieder erkennbare Stimmen zu geben. Bei der Vielzahl an Akteuren eine bemerkenswerte Leistung. Die gekürzte Hörbuchfassung hat hingegen die bekannten Schwächen. Mitunter fällt es doch recht deutlich auf, dass Abschnitte weggelassen wurden. Zwar vermisst man inhaltlich keine wesentlichen Informationen, aber mitunter gerät der Erzählfluss ein klein bisschen in straucheln. Das verdirbt zwar nicht grundsätzlich das Hörvergnügen und in anderen Produktionen ist es mir schon negativer aufgefallen, aber manche Schnitte hätte man unauffälliger setzen können.

Alles in allem ist "Saeculum" trotz ein paar kleiner Schwächen ein sehr gelungener Roman und ein gutes Hörbuch, das ich regelrecht verschlungen habe. "Young Adult"-Literatur muss nicht immer in einer finsteren apokalyptischen Zukunftsversion spielen, von phantastischen Geschöpfen bevölkert oder eine mehrteilige Buchserie sein, um gute Unterhaltungsliteratur zu sein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wo war der Thrill?, 29. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Saeculum (Broschiert)
Ein Thriller muss nicht blutig sein, und auf seinem Weg zum Ende müssen auch nicht Millionen von Leichen den Weg pflastern, doch zumindest muss er spannend sein; bestenfalls von Anfang bis zum Ende. Doch in diesem Buch habe sogar diese vermisst.

Gekonnt wird der Leser in die Mittelaltermärkte eingeführt und in die Szene der Rollenspieler, die sich durch Verkleiden optisch in die jeweilige damalige Zeit versetzen und sogar nach Möglichkeit, sich der alten Sprache und Ausdrucksweise bedienen.
Wie kommt ein bodenständiger, nüchterner, reicher Medizinstudent in diese Kreise? Kann sich so jemand dahin verlaufen? Natürlich ist da ein weibliches Wesen im Spiel, dem er imponieren möchte und so versucht er, ihre Leidenschaft zu verstehen und begleitet sie sogar auf eine besondere Convention an einen geheimen Ort, der quasi fast bei Ankunft erst verraten wird.
Knapp eine Woche werden die Teilnehmer "in die Vergangenheit" reisen, sich vom 21. Jhdt. komplett verabschieden und sich ganz ins Rollenspiel vertiefen.
Doch dann verschwinden plötzlich Mitspieler und keiner weiß warum und wohin... Klingt spannend!

Doch leider ist der Autorin die Umsetzung der spannenden Idee nicht richtig gelungen. Es gab nur vereinzelnde Momente, die mich zu fesseln vermochten. Ich wurde nicht von den Geschehnissen der Geschichte zum Ende getrieben sondern von dem Wunsch, endlich erlöst zu werden.

Die Charaktere überzeugten mich nicht. Für mich gab es keine Sympathieträger oder mindestens richtige Hassobjekte. Sie alle waren einfach da, waren Teil einer Geschichte, in die ich nicht hineinfinden konnte. Die überzogene Darstellung eines Fluches, der die meisten Mitglieder der Gruppe zu verschreckten Hasen machte, die psychisch durchdrehten und zu bestialischen Taten bereit waren, rief bei mir leider nur ein Gähnen hervor. Ich kann nicht mal sagen, ob es an der sprachlichen Ausarbeitung lag oder woran genau, dass dem Buch der Esprit fehlt.

Das Ende kam sehr plötzlich und ich empfand es tatsächlich als lachhaft und so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass es mich nicht versöhnlich stimmen konnte. Mit einem fulminanten Abgang, einem richtigen Show-Down, hätte ich die fehlende Spannung verzeihen können, so aber war das Buch insgesamt eine große Enttäuschung. MIt Mühe und Not vergebe ich, aufgerundet, 3 Sterne.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Fluch erwacht zum Leben, 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Saeculum (Broschiert)
Ich habe in meinem Leben noch nicht sehr viele Thriller gelesen. Das sage ich, weil ich nicht viele Vergleiche hatte und hoffe, dass ich keine Genre-untypische Anforderungen an das Buch stelle.

Der Schreibstil von Ursula Poznanski hat mich von der ersten Seite an überzeugt. In der dritten Person wird aus der Sicht von Bastian, einem zurückgezogenen, aber auch sympathischen Medizin-Studenten erzählt. Obwohl die ersten Seiten in einem Buch oft nur einleitend und somit nicht unbedingt spannend sein müssen, erzeugt die Autorin durch eine zweite Perspektive (aus Sicht der jungen Iris) schon auf den ersten Seiten Spannung. Denn Iris gehört auch zu der Rollenspiel-Gruppe, aber sie wird verfolgt und hütet ein dunkles Geheimnis.
Bastian und Iris sind sogenannte "Kopfmenschen" und allein deswegen sind diese beiden Perspektiven gut gewählt. Denn ganz ehrlich, wer glaubt schon an Flüche? Ihr etwa?
Doro auf jeden Fall! Die junge Hexe ist unheimlich abergläubisch und einer der unsympathischsten Charaktere in diesem Buch.

Von so einem Thriller erwartet sicher jeder Leser, dass es für die ganzen Vorkommnisse am Ende eine logische Erklärung gibt. Es wäre ja billig zu sagen "Oh nein, der Wald it wirklich verflucht!"
Die meisten Leser werden auch selber gerne miträtseln. Der Stil der Autorin erlaubt das auch, denn sie macht viele Andeutungen, aus denen man einige Schlüsse ziehen kann. Der Leser darf von der ersten bis zur letzten Seite auf einzelne, sorgfältig eingeflochtene Kleinigkeiten achten, seien es Blicke oder kleine Bemerkungen, die einzelne Puzzlestücke in der Lösung des Rätsels sind.
Die Hauptcharaktere und auch viele Nebencharaktere wirken sympathisch und trotzdem lebensnah und realistisch. Das heißt, sie machen auch Fehler und jeder hat seine eigenen Stärken und Schwächen.

Ich habe leider noch keins von Frau Poznanskis Büchern gelesen, aber anhand des Klappentextes von "Erebos" kann ich mir vorstellen, dass die Autorin Thematiken wie "Verhalten in Extremsituation", "Grenzen der Menschlichkeit/ Menschliche Abgründe" und "Was würdest du alles tun, um dein Leben zu retten?" gerne mag und in ihre Bücher einbindet. Bei einem Thriller bietet sich das ja auch an und macht die Ganze Sache noch einen Tick gruseliger. Ist ein Mensch dazu fähig?, fragt sich der Leser oft. Normalerweise finde ich solche Gedankenspiele auch ganz interessant und natürlich auch erschreckend, aber die Charaktere aus dem Buch verhalten sich meines Erachtens zu schwarz-seherisch. Was will ich damit sagen? Nennt mich einen Optimisten, aber ich glaube an das Gute im Menschen und wenn wir eine Durchschnittgruppe von jungen Leuten nehmen, die sich schon länger kennen und am Mittelalter begeistert sind, dann halte ich es für realitätsfern, dass sich die meisten an solch menschliche Abgründe begeben. Manche, ein paar, vielleicht. Aber doch nicht die meisten.
Dieses Konzept ist schließlich schon aus vielen Büchern, Filmen und nicht zuletzt TV-Serien wie "Breaking Bad" bekannt. Der Durchschnittsbürger mit normalen Moralsvorstellung kommt in eine Extremsituation und macht sich wie Breaking Bads Walter White vielleicht sogar des Mordes schuldig. Natürlich ist diese Vorstellung gruselig und grausig, aber auch realistisch? Auf mich wirkte es etwas zu bedrückend und pessimistisch. Dadurch wirken die Charaktere durch die Bank unsympathisch beziehungsweise blass, weil man ihr Handeln nicht unbedingt nachvollziehen kann.
Doch darüber lässt sich vielleicht hinwegsehen.

Über das Ende allerdings nicht!
Viele Rezensenten prangerten es bereits an und ich muss mich da leider anschließen. Es ist schwer in einer Rezension das Ende eines Buches begründet zu kritisieren, denn ich möchte nicht unnötig spoilern.
Doch schließlich habe ich mir am Ende noch einmal die Beweggründe des Antagonisten vor Augen geführt, diese damit verglichen, zu welchen Mitteln er gegriffen hat und kam schließlich zu dem Schluss, dass es absolut nicht zu verantworten ist, dass er deswegen am Ende nicht zu Rechenschaft gezogen wurde.
Das Ende ist einfach lasch!
In diesem Buch gibt es so viele Menschen, die unfair und unmoralisch handeln, aber keiner von ihnen wird am Ende zur Rechenschaft gezogen oder gar bestraft. Das finde ich höchst bedenklich.

Wenn man einmal von diesen Punkten absieht ist Saeculum ein schöner Thriller, der den Leser miträtseln lässt. Ein wenig stört vielleicht, dass Bastian und Iris, auch wenn sie sonst so helle sind, nie über ein mögliches Motiv hinter den ganzen Vorkommnissen nachdenken. Nach drei-viertel des Buches müsste ihnen beim näheren Betrachten der Geschehnisse klarwerden, wer da hinter steckt.

Zum Cover:
Sieht echt klasse aus! Die Kanten der Seiten sind schwarz, dadurch wirkt es richtig schon gruselig. Und auch das Innendesign ist wunderbar schaurig. Und dass manche Seiten schwarz sind und die Schrift weiß lässt es noch mehr wie ein verfluchtes Buch wirken ;-)

Altersempfehlung:
Ich würde den Thriller ab 16 Jahren empfehlen, da es einige unheimliche Stellen und menschliche Abgründe zu sehen gibt und die mangelnde Richtigstellung, was richitg und was falsch oder gerechtfertig ist am Ende fehlt.

Fazit:
Alles in allem ist Saeculum ein spannender Vetreter seines Genres, bei dem sich der Leser selbst manchmal ertappt, wie er beginnt an den Fluch zu glauben. Die Schauplätze waren gut gewählt und das Genre "Mittelalter-Rollenspiel" ist einfach extrem spannend und mitreißen, auch für die, die damit wenig am Hut haben.
Allerdings ist das Ende zu versöhnlich, klare Grenzen zwischen dem, was richtig und was falsch ist gibt es nicht und die bösen Taten des Antagonisten werden unter Begründung äußerer Umstände relativiert und abgeschwächt. Der Schluss "Wenn ich in ***'s Situation gewesen wäre, hätte ich vielleicht auch so gehandelt!" ist falsch und bedenklich.
Wenn man das für sich erkennt und darüber hinwegsehen kann, stehen ein paar spannenden und gruseligen Lesestunden allerdings nichts mehr im Weg.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Dieses Buch läßt mich ratlos zurück, 20. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Saeculum (Broschiert)
Leider ein eher schwaches Buch mit extrem langatmigem Anfang, ordentlichem Mittelteil und zugegebenermaßen spannendem Ende. Leider nervt es immer wieder durch flache und eindimensionale Beschreibung der Protagonisten, teilweise einfallslose und hölzerne Dialoge. Bei der Auflösung des recht komplizierten Plots am Ende stellen sich einige gravierende logische Fehler ein - irgendwie hat sich die Autorin das Ende nicht durchdacht sonders munter zusammengereimt.
(Vorsicht Spoiler : wie sollte Lars nachdem er mitgeholfen hat den Zugang mit dem Stein zu versperren wieder in den Kerker kommen - wo doch die ganze Gruppe immer mit Feuer in der Gruft gesessen hat. Wie können sich ein oder zwei Personen selbst im Kerker einsperren obwohl zum Bewegen der schweren Gitter und Steinplatten - wie ausführlich beschrieben.- doch immer mindesten 3-4 Personen notwendig waren, könnte hier noch lange so weitermachen... .)

Zudem werden in der Auflösung schwerwiegende Straftaten wie Freiheitsberaubung, Erpressung, schwere Körperverletzung als "verzeihliche" und notwendige Kleinigkeiten abgetan - nein das ist für Jugendliche ungeeignet und stößt jedem Erwachsenen bitter auf.

Daher insgesamt leider keine Empfehlung - ein gutes Buch kann mann durchlesen und muß es nicht zwischendurch genervt aus der Hand legen. Wer hier 4 oder 5 Sterne vergibt ist anscheinend noch nicht bei wirklich guten Thrillern angekommen und weiß es daher nicht besser.
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65 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut fesselnd!, 19. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Saeculum (Broschiert)
Gerade habe ich Saeculum beendet, da juckt es mich in den Fingern, eine Rezension über dieses Buch zu verfassen. Für einen guten Überblick, fasse ich die wichtigsten Fakten kurz zusammen:

Worum geht es?
Die Hauptfigur ist Bastian, ein Medizinstudent, der sich von seiner neuen Bekanntschaft Sandra zu einer Convention mitnehmen lässt. Bei dieser Convention fährt eine Gruppe ausgesuchter Mitspieler zu einem ihnen unbekannten Ort (ein Organisationsteam übernimmt das Aussuchen des Platzes)und versucht, zehn Tage lang zu leben wie im Mittelalter. Dabei übernimmt jeder Spieler eine Rolle, die er sich selbst aussucht. Kleidung, Essen und Habseligkeiten müssen aus dem Mittelalter stammen. Handys, Taschenlampen, Brillen oder ähnliches sind demnach verboten.
Bastian lässt sich auf dieses Abenteuer ein. Am Ort des Geschehens, einem mit einem Fluch belegtem Wald, passieren aber schnell Dinge, die nicht geplant waren.
Mitspieler verschwinden, Gräber und Nachrichten erscheinen und schnell läuft das geplante Spiel aus dem Ruder und die Mitspieler und Bastian fürchten um ihr Leben...

Das Buch:
Zum Aussehen des Buches muss ich einfach was sagen, denn ich gehöre zu den Lesern, die es schätzen, wenn sich ein Buch von anderen abhebt. Das Buch hat am Rand geschwärzte Seiten, auch innerhaöb des Buches sind ein paar Seiten schwarz. Es fühlt sich toll an, da die Schrift auf dem Cover erhoben ist. Das ganze Aussehen des Buches spiegelt die düstere Stimmung wider.

Schreibstil:
Das Buch ist einfach wunderbar geschrieben. Obwohl ich mit diesem Thema der Rollenspiele zuvor absolut nichts zu tun hatte, schafft es Ursula Poznanski, dass der Leser sich trotzdem fasziniert von dieser Welt fühlt. Ich hatte während des Lesens das Gefühl, mit im Wald zu sein und habe bis zum Ende spekuliert, wie es ausgehen könnte. Es ist wirklich so, dass ich jede Szene direkt vor meinen Augen hatte, die einzelnen Charaktere werden so gut dargestellt, dass ich schon überlegt habe, welche Schauspieler sie spielen könnten.

Fazit:
Mich hat das Buch von Anfang bis Ende gefesselt. Ich hätte zuvor nicht gedacht, dass ich mittelalterliche Rollenspiele so interessant finden könnte. Es ist bedrückend, fesselnd und spannend und lässt den Leser nicht mehr los, bis man die letzten Worte gelesen hat. Bis zum Ende war mir nicht klar, was die Lösung sein würde, wer dahinter steckt und was es mit all dem auf sich hat.
Ein wirklich fantastisches Buch für Jugendliche ab 16 und Erwachsene, die sich gerne für ein paar Tage in einem düsteren Ort aufhalten möchten....
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Geschichte!, 20. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Saeculum (Broschiert)
Für Bastian stehen aufregende Tage bevor. Der scheue Medizinstudent, der sich hauptsächlich hinter Lernbücher verkriecht, lernt Sandra kennen und geht für sie sogar auf ein Rollenspiel, dass ihn normalerweise nie interessiert hätte. Im Wald trifft er auf eine Gruppe von Rollenspielern, die für fünf Tage das Leben im 14. Jahrhundert nachstellen wollen.
Doch das Rollenspiel steht von Anfang an unter keinem guten Stern, denn Sandra ignoriert Bastian nahezu und auch der Standort ist der Gruppe zum Teil nicht ganz geheuer, denn der Wald, indem sich die Studenten treffen, soll verflucht sein. Als dann auch noch Mitspieler verschwinden, beginnt ein Wettlauf zwischen Leben und Tod…

Da ich “Erebos” zu meiner Schande immer noch nicht gelesen habe, war ich auf “Saeculum” gleich doppelt gespannt – und ich wurde nicht enttäuscht.
Ursula Poznanski hat einen so spannenden und mitreissenden Schreibstil, das es eine Freude war, dieses Buch zu lesen und mit den Protagonisten mitzufiebern. Das Buch liest sich flüssig und leicht und die Autorin hat es geschafft, die Spannung von Anfang bis Ende aufrecht zu erhalten.

Obwohl Rollenspiele und auch das Mittelalter nicht so ganz mein Ding sind, konnte ich mich von Anfang an auf das Buch einlassen und habe mich in keiner eizigen Minute gelangweilt – ganz im Gegenteil. Das Leben im 14. Jahrhundert wird authentisch dargestellt und es war interessant mitanzusehen, wie die Charaktere sich auf das Abenteuer Mittelalter eingelassen haben. Einige kamen mit der Umstellung wunderbar zurecht und haben sich auf ein Leben ohne Handy und weitere Medien eingelassen und andere konnten mit den Extremsituationen, die das 14. Jahrhundert geboten hat, nicht umgehen. Allgemein ist es interessant, wie die Gruppe miteinander umgeht.
So unterschiedlich die Gruppe miteinander umgeht, so unterschiedlich sind auch ihre eigenen Mitglieder. Die Gruppe ist bunt gemischt und vor allem Bastian hat seine Problem, sich daran zu gewöhnen. Allerdings steckt mehr in ihm, als man evtl. am Anfang erwarten könnte. Seine Entwicklung ist gut und er erkennt schnell, das etwas nicht stimmt und handelt auf realistische Art und Weise, ohne als Held zu wirken.

Von den anderen Charakteren wirkt man besonders am Anfang wie erschlagen, da es zu viele sind und ich meine Probleme hatte, jeden einzelnen Charakter zu unterscheiden. Es war wahnsinnig schwer, sich auf die charaktere einzulassen und sie zu mögen. Allerdings ist ihre Entwicklung gut und ich konnte manche von ihnen im Verlauf der Geschichte ins Herz schließen.

Die Covergestaltung ist genial. Obwohl sie so schlicht erscheint, sagt sie doch eine ganze Menge über dieses Buch aus, dass ebenfalls eine gewisse Schlichtheit ausstrahlt und dennoch so viel mehr zu bieten hat. Auch die Kurzbeschreibung ist gut geschrieben und macht neugierig auf mehr, ohne zu viel zu verraten.

Insgesamt konnte mich “Saeculum” von sich überzeugen und ich hatte großen Spaß, die Charaktere bei ihrem Abenteuer zu begleiten. Vor allem Fans vom Mittelalter und Rollenspielen werden hier ihren Spaß haben. “Erebos” wird auch sehr bald gelesen, denn diese Autorin sollte man sich nicht entgehen lassen. Sehr empfehlenswert.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn der Fluch um sich greift..., 21. Juni 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Saeculum (Broschiert)
Nachdem ich "Erebos" mit großer Begeisterung gelesen und es mit einem "Wow" weggelegt hatte, wollte ich noch mehr von dieser Sorte und entschied mich für "Saeculum". Meine Erwartungen an das Buch waren daher sehr groß.

Besonders hervorheben möchte ich zunächst die unheimlich gelungene Buchgestaltung, eine echte Augenweide. Der Buchschnitt ist komplett schwarz, auch im Inneren des Buches befinden sich schwarze Seiten. Das Cover mit den schwarzen Baumkronen passt perfekt zur enthaltenen Geschichte.

Das Thema mit dem Rollenspiel ist gut gewählt, habe ich davon doch bisher noch nicht wirklich etwas gehört oder gelesen und die Vorstellung fünf Tage im Wald ohne Zivilisation zu verbringen verspricht Spannung.

Im Buch selbst geht es um Bastian, der Anfang 20 ist und Medizin studiert. Sein Vater ist erfolgreicher Arzt und sehr wohlhabend. Bastian ist eigentlich ein eher langweiliger Typ, da er gern lernt und sich nicht auf Abenteuer einlässt. Doch da gibt es Sandra, die ihm den Kopf verdreht hat und darum bittet sie auf eine Convention (Mittelalterrollenspiel) zu begleiten. Was tut man(n) nicht alles für eine hübsche Frau. Der Spielort ist ein Waldstück, weit entfernt von jedweder Ortschaft und angeblich verflucht. Die Gruppe aus einem Duzend Teilnehmern macht sich dennoch auf den Weg ins Mittelalter. Alle neuzeitigen Dinge dürfen nicht mit, so auch Bastians Brille. Angekommen läuft erst einmal alles rund, alle sind zufrieden. Doch plötzlich passieren merkwürdige Dinge, die sich keiner erklären kann und die Mitspieler geraten immer mehr in Gefahr. Ob doch etwas an dem Fluch dran ist?

Mit dem Hauptprotagonisten konnte ich mich sehr gut identifizieren, sitze ich doch auch lieber vor einem guten Buch als mich in Abenteuer zu stürzen und ich weiß auch wie schlecht man zurechtkommt ohne Brille auf der Nase. Bei den anderen Charakteren bin ich eher zwiegespalten, aber diese Wirkung ist glaube ich gewollt. Während ich außer Bastian auch Steinchen, Iris und Warze sehr sympathisch fand, kamen Lisbeth, Sandra, Georg und ganz besonders Doro gar nicht gut bei mir an. Speziell Doro mit ihrem Aberglauben hat mich persönlich sehr genervt. Die Figur Paul wird mir wohl ein Rätsel bleiben, denn seinen Wandel konnte ich als Leser einfach nicht nachvollziehen. Ansonsten blieben viele einfach nur sehr oberflächlich beschrieben und jeder Charakter deckte irgendwie ein Klischee ab.

Die Idee mit dem Mittelalterrollenspiel hat mir sehr gut gefallen, die anfänglich beschriebenen Szenen machten mich auch neugierig und gut fand ich auch, dass mittelalterliche Namen und die Sprache zum Einsatz kamen. Leider wird dies nicht konstant durchgehalten. Des Weiteren hatte ich doch sehr große Schwierigkeiten ins Buch zu finden, die erste Hälfte zog sich für mich ganz schön in die Länge und ich fragte mich: "Wann passiert denn nun endlich mal etwas Spannendes?" Erst ab der Mitte des Buches zieht das Tempo dann sehr stark an und es wird endlich interessant. Nun konnte man sich auch ein wenig gruseln.

Nicht gut fand ich die ständigen Einblendungen der Gedanken der Protagonisten, da ich mich so im Lesefluss gestört fühlte und diese nicht wirklich zur Handlung beigetragen haben.

Schade fand ich, dass die Story um Iris und Simon nur am Rande erwähnt wird. Hier hätte die Autorin viel mehr Möglichkeiten gehabt Spannung aufzubauen und für mein Empfinden hätte das Teil der Haupthandlung sein müssen. Auch die Entwicklungen zwischen Iris und Bastian und Simon als deren Gegenspieler hätte man ausführlicher schildern können.

Das Ende ist zwar durchaus spannend, wirkte für mich aber zu sehr konstruiert und an den Haaren herbei gezogen. Die Handlungen der Akteure kann man einfach nicht nachvollziehen, ich fühlte mich eher an Lemminge erinnert und nicht an denkende Menschen. Vieles war auch leicht zu durchschauen und beim Lesen hat man öfter gedacht, das und das muss jetzt passieren und genau das kam auch. Es fehlte für solch ein Buch einfach ein konstant gehaltener Spannungsbogen.

Fazit: Abschließend betrachtet hat mir das Buch zwar ganz gut gefallen, konnte mich aber nicht so sehr überzeugen wie "Erebos". Daher kann ich es nur bedingt weiterempfehlen. Vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu hoch.

Bewertung: 3,5/ 5 Sternen
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5.0 von 5 Sternen Verflucht spannend, 26. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Saeculum (Broschiert)
Ich gehe selbst gern auf Mittelaltermärkte, mag die Musik, die Leute, die Atmosphäre. Aber so etwas wie dieses Rollenspiel - im Wald, ohne Technik, beschwerlich - wäre mir wohl zuviel, auch wenn ein gewisser Reiz darin liegt.

Eigentlich mag ich Plots à la 'und die Charaktere verschwanden einer nach dem Anderen, wuuuuh, gruselig' nicht so gern. Aber hier ist das ja auch nur der Anfang des Horrors. Später erinnerte die Geschichte stark an einen Found-Footage-Horrorfilm, was auch einer der Charaktere im Buch selbst andeutet. Dabei kommt gegen Ende auch recht starker Tobak, wenn etwa eine Gruppe von jungen Menschen versucht, sich mit dem nahenden qualvollen Tod zu arrangieren. Der Horror ist dabei sehr lebensnah - Dunkelheit, Alleinsein, Hunger, Durst, unheimliche Geräusche, alleine sterben.. - und hat mich daher auch eher gepackt als z.B. Monster in anderen Horrorwerken. Stephen King lese ich ohne mit der Wimper zu zucken. Bei diesem Buch hingegen wurde mir wirklich mulmig, je mehr sich die Situation zuschärfte. Im Gegensatz zu 'Erebos', das mir gegen Ende zu seicht wurde, werden hier die Dinge wirklich auf die Spitze getrieben, bis der Leser selbst sich fragt, ob es überhaupt noch einen Ausweg gibt. Das Ende ist auch nicht so überzogen 'happy'.

Einige Rezensenten haben kritisiert, dass die Reaktionen der Charaktere übertrieben oder unglaubwürdig sind, ich finde im Gegenteil, dass die Reaktionen absolut realistisch sind und dass viele von uns genauso handeln würden, und dass darin ein Teil des Horrors liegt. Am Anfang des Buches ist natürlich jedem abgeklärten Leser/Charakter klar, dass es sich auf keinen Fall um einen 'Fluch' handeln kann. Aber zweihundert Seiten und diverse Schrecken später konnte ich völlig verstehen, dass die Charaktere alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen bereit waren, um zu überleben.

Wenn ich nun doch ein wenig Kritik ausüben sollte, dann würde ich folgendes erwähnen: Während die meisten Charaktere glaubhaft und entweder sehr sympathisch oder stark unsympathisch sind, gibt es auch ein paar Leute, die eher 'Beiwerk' sind und nur dafür da sind, damit ihnen schlimme Dinge zustoßen können. Gegen Ende gibt es eine Stelle, in der es sich etwas zieht, da die Gruppe hin- und herdiskutiert, was zu tun ist. Die Auflösung ist zwar befriedigend, aber doch eeetwas konstruiert. Ich fände es glaubwürdiger, wenn herausgekommen wäre, dass sich die Situation schon seit längerer Zeit außer Kontrolle befand, anstatt dass alles einem Masterplan unterlag, der noch dazu sehr störungsanfällig und auf Glück basierend war. Der Charakter von Bastian's Vater war überzogen, ich habe nur auf ein böses 'Muhahaha'-Lachen gewartet.

Aber insgesamt finde ich, dass Saeculum ein stimmungsvoller, hochspannender Horror-Thriller mit guten Charakteren ist. Ich kann es nur empfehlen und es ist in die Liga meiner Top-20-Lieblingsbücher eingestiegen.
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5.0 von 5 Sternen Mitten im Wald, ein Fluch über allem und um dich herum Menschen, die du gar nicht kennst, 4. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Saeculum (Broschiert)
Inhalt:

Sandra und Bastian sind noch nicht lange ein Paar, als Sandra ihren Freund fragt, ob er sie nicht auf ein Liverollenspiel begleiten möchte. Warum nicht? Ein wenig abschalten vom Medizinstudium und ein wenig Zeit mit Sandra verbringen erscheint Bastian als willkommene Abwechslung. Die ersten Stunden beginnen als wahre Erholung, auch wenn Doro ständig von einem Fluch spricht, der über dem verlassenen Waldstück liegt. Als jedoch erst mysteriöse Botschaften auf verwitterten Rindenstücken auftauchen, die ersten Mitspieler Verletzungen erleiden, Gräber gefunden werden, die erst noch geschlossen und später wie von Geisterhand geöffnet darliegen, bröckelt auch die Fassade der einzelnen Mitspieler. Langsam aber sicher spitzt sich die Situation in einer Gegend zu, wo Handy, Taschenlampe und neuzeitliche Gegenstände in weite Ferne gerückt sind.

Charaktere:

Bastian ist gerade dabei sein Medizinstudium zu absolvieren. Als Sohn eines namhaften Arztes steht er in dessen Schatten. Bastians Vater ist kein guter Mensch. Die Menschen in seiner Nähe sind ihm nur insoweit wichtig, als dass sie seinem Ruf und seinem Konto förderlich sind. Bastian selbst versucht seinem Elternteil entgegenzusteuern, indem er einen Kontrast bildet. Er ist gutmütig, versucht Menschen zu helfen, die in Not sind. Er möchte ein guter rechtschaffender Arzt werden.

Iris ist eines der Mitglieder der Saeculum-Gruppe. Sie spielt leidenschaftlich gerne auf ihrer Harfe. Mit ihrem recht chaotischen Aussehen und ihrer eigenwilligen Art wirkt sie sehr sonderbar. Vor irgendetwas oder irgendwem hat sie starke Angst.

Schreibstil:

Ursula Poznanski schreibt anschaulich. Von der ersten Seite an, ist man als Leser mitten im Geschehen und den Personen sehr nah.
Ihre Charaktere sind vielschichtig und bleiben über das ganze Buch hin interessant. Sie verleiht ihnen eine individuelle Geschichte, die sie nicht gleich am Anfang des Romans aufdeckt.
Überhaupt scheint das das Geheimrezept der Autorin zu sein. Langsam aber sicher spannt sie ihre Fäden durch die Geschichte und verknüpft sie nur zaghaft zu einem Ganzen. Dabei bleiben dauerhaft Geheimnisse und Rätsel offen, über die der Leser nachdenken muss.

Der Roman ist aus der Sichtweise von Bastian, einem Medizinstudenten, geschrieben, der wenig mit Mittelalter und Rollenspiel anfangen kann. Er gerät durch seine Freundin in die Gruppe hinein.
Einige Kapitel weiter darf der Leser die Sicht aus Iris Perspektive verfolgen. Warum die Autorin gerade diese Erzählperspektive ausgewählt hat, erscheint auf den ersten Seiten als undurchsichtig, lichtet sich aber im Laufe der Geschichte.
Ab und an werden zwischen diese Kapitel Dialoge eingestreut. Sie sollen vermutlich zum Nachdenken anregen und Spannung erzeugen. Für mich wirkten sie undurchsichtig.

Liverollenspiel was ist das?

Buchzitat: „Jemanden, der es selbst noch nicht erlebt hat, kann man es nur schwer beschreiben, es ist wie eine Reise in eine andere Welt. Das muss man mögen. Du bist weitab der nächsten Stadt, mitten in einem Wald.“

Die Liverollenspielgruppe Saeculum hat sich auf die Zeit des 14. Jahrhunderts festgelegt. Alles, was nach dieser Zeit erfunden wurde, darf auf dem Gelände nicht angewandt werden. So sind weder Handys, noch neuzeitliche Brillengestelle oder Lebensmittel aus dieser Zeit erlaubt.
Mit einem Minimum an Ausrüstung und in mittelalterliche Kleidung gehüllt, müssen die Mitglieder fünf Tage in einem Waldstück, weit ab von jeglicher Zivilisation, überleben und Aufgaben lösen, die sich das Organisationsteam für sie ausgedacht hat. So zum Beispiel auf einer Lichtung, auf der angeblich ein Brand stattgefunden hat, die Verursacher für eben diesen finden und zur Rechenschaft ziehen.
Hierbei wird von vornherein ein kurzgefasstes Regelwerk festgelegt. Es ist zum Beispiel verboten mitten in der Nacht ein Feuer anzumachen. Viel zu schnell kann man dabei einschlafen und ein abgelegenes Waldstück mit keiner Menschenseele weit und breit, kann sehr schnell in Brand geraten.

Spannung:

Ursula Poznanski baut sehr früh im Roman die Spannung auf, indem sie nicht sagt, was genau passiert. Stattdessen spielt sie mit Andeutungen und den Ängsten der Charakteren. Später spitzt sie die Situationen soweit zu, dass alles ausweglos erscheint, aber selbst dann verschafft sie keine Lösung sondern leitet die Geschehnisse in eine neue, spannungsgeladene Richtung.
Als Leser will und kann man das Buch einfach nicht zur Seite legen.

Fazit:

Saeculum war für mich durchweg unterhaltsam und spannend. Die Charaktere blieben vielschichtig und gerieten durch Eifersüchteleien und Unstimmigkeiten aneinander. Der Mittelaltermarkt war sehr authentisch dargestellt und ich habe mich beim Lesen auf jeder Seite mittendrin gefühlt. Durch den Mangel an neuzeitlicher Ausrüstung und das abgelegene Szenario war ein gewisser Spannungsverlauf schon auf den ersten Seiten gegeben, der sich über das Buch hin immer stärker zuspitzte. Auch die Tatsache, dass manche Charaktere stark im Rollenspiel gefangen waren, während Bastian als Realist teilweise als einziger den ernst der Lage ausmachte, stachelte die Erzählung nur noch mehr an. Teilweise stand ich neben Bastian und dachte: Seit ihr denn alle wahnsinnig? Für mich war Saeculum ein sehr gutes, spannungsgeladenes Buch, welches ich kaum aus der Hand legen konnte.

Zitate:

Sein schlechtes Gewissen saß zwischen ihnen wie eine dritte Person.

Leichter Wind setzte ein. Er fuhr ihr durchs Haar, kühlte ihre Stirn und sang die zweite Stimme zu ihrer Melodie.

„Es gibt keine merkwürdigen Gegenden“, sagte sie. „Es gibt nur merkwürdige Menschen.“

Der Raum atmet Geschichte, spürt ihr das auch?
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Saeculum
Saeculum von Ursula Poznanski (Broschiert - 2. November 2011)
EUR 14,95
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