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19
4,7 von 5 Sternen
Rosen für Apoll 1. 4 CDs
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Juli 1999
"Rosen für Apoll" von Joachim Fernau ist sicherlich sein Meisterwerk. In einem elanvollen und respektlosen Tonfall erzählt er die Geschichte der Griechen. Erzählen ist dabei sehr wörtlich zu nehmen: obgleich er alle wesentlichen Punkte der griechischen Geschichte aufgreift - von den Zeiten der Illias bis zum Tode Alexanders des Großen - hat der Leser niemals den Eindruck gelangweilt zu werden. Denn bei Joachim Fernau lebt Geschichte, er versucht die Menschen von damals als lebendige Personen neu entstehen zu lassen. Das er dabei manchmal die eine oder andere historisch inkorrekte oder zumindest fragwürdige These aufstellt trübt den guten Gesamteindruck kein bißchen. Herauszuheben aus dem Buch ist seine Darstellung der spartanischen Lebensphilosopie: kein anderer Autor hat die Motivation dieses Volkes bisher so treffend beschrieben. Auch sein Umgehen mit der Illias läßt einen ein bisher ungekanntes Lebensgefühl der damaligen erahnen. Doch an einer Stelle versagt auch Fernaus Wortgewalt: bei der griechischen Paiderastie; man muß ihm allerdings zugestehen, daß selbige zur Entstehungszeit des Buches ein vollkommen unbearbeitetes und tabuisiertes Thema war. Dennoch: Unbedingt lesen!!!! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Juli 2006
Ich liebe den ollen Fernau! Wie er mit geschliffenem Deutsch in "Rosen für Apoll" die griechische Geschichte vom Trojanischen Krieg bis zu Alexander dem Großen abhandelt, das macht ihm so schnell keiner nach. Und er liebt die alten Griechen, das merkt man in jeder Zeile. Er liebt sie so, wie man einen charmanten Lausbuben ins Herz schließt oder einen renitenten Rauhhaardackel -- wenn der vielleicht etwas despektierlich klingende Vergleich gestattet ist. Er ist nämlich nicht despektierlich gemeint, sondern bewundernd. Und Fernau selber nennt die Griechen die "bösen Buben, die himmlischen Sünder, [...] die vor 3000 Jahren auf dem Meer der irdischen Freuden die Piratenflagge hißten" und macht dem Leser klar, wie er seine Geschichte der Griechen verstanden wissen will: nicht als akribische Faktensammlung, sondern als Liebeserklärung. Schließlich ist Fernau ja auch kein gelernter Historiker, sondern ein gelernter Journalist.
Fernau findet den verloren geglaubten Schlüssel zum Verständnis des antiken Hellas und seiner Mentalität: Man lege Apoll nicht "das Abiturientenzeugnis als Eintrittskarte zu Füßen", denn dieser Gott will Rosen: "Vergeßt die Rosen nicht, wenn ihr den Fuß in eine Zeit setzt, in der die Götter noch verliebt waren und lächeln durften!"
Dieser Parforce-Ritt durch die griechische Geschichte ist geistreich geschrieben, in geschliffenem, allerbesten Feuilleton-Stil. Mehr als einmal muss man laut auflachen, oder doch wenigstens kichern. Fernau nähert sich den großen Namen nicht ehrerbietig, sondern in Augenhöhe. Respektlos hat ihn jemand genannt -- nun, respektlos ist Fernau durchaus, und zwar gegenüber den Wahrnehmungs-Klischees der allzu Bildungsbeflissenen. Seinem Thema hingegen, vor allem den Protagonisten, erweist er durchaus Respekt -- liebevollen Respekt.
Fernau fragt nach: Wie war das mit der Demokratie in Athen? War der Diktator Peisistratos wirklich abgrundtief böse? Wie war das mit den als amusisch verschrienen Spartanern? Und Perikles -- war der wirklich so makellos, wie es überliefert wird? Irgendwann konstatiert er auch, wieso die Nachwelt Sparta bewundert, Athen aber liebt: Die Spartaner waren zeit ihrer Existenz damit beschäftigt, den Augias-Stall auszumisten. Doch das Leben liebt den Mist.
Mehr als eine Schulbuch-Weisheit bürstet Fernau augenzwinkernd gegen den Strich, und seine eigene Meinung verhehlt er nie.

À propos Meinung: Fernaus Ansichten zu manchen Themen sind mitunter wenig schwer verdaulich, und nicht immer spricht ein "temperamentvoller Konservativer", wie man ihn früher bezeichnete, sondern... Nunja. Die Leser sind erwachsen und werden das selber beurteilen können. Man kann Fernau durchaus seine NS-Vergangenheit als Scharfmacher übelster Sorte vorwerfen. Andererseits sollte man einem Werk, zumal einem dermaßen gelungenen, nicht die Vergangenheit seines Autors vorwerfen. Also zurück zu Apoll und den Rosen:

Bei aller feuilletonistischen Versiertheit behält Fernau doch auch die wichtigen Fakten im Auge; man merkt das nicht nur bei seiner Schilderung des Peloponnesischen Krieges, den er kurz und prägnant genug zusammenfasst, dass man in diesem Wust endlich mal ein wenig die Übersicht gewinnt.
Wie gesagt, Fernau verkündet hier kein Evangelium, sondern er erzählt die Geschichte aus seiner Sicht nach. Und das tut er geistreich wie wenige andere (neuerdings schreibt Luciano de Crescenzo Vergleichbares).
Freilich, wer "Rosen für Apoll" als Geschichtsbuch liest, muss sich darüber im klaren sein, dass dieses Buch dazu nur bedingt taugt, denn es ist, ich wiederhole mich, eine Liebeserklärung an eine Kultur, in Form eines langen aber kurzweiligen, amüsanten, witzigen Essays zu deren Geschichte.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Fernau gibt in diesem Buch einen grandiosen Überblick über 500 Jahre griechische Geschichte, etwa 800-300 a.c. Demokratie, die Philosophie, die Olympischen Spiele, Homer und Troja, Odysseus, die Spartaner, die Perserkriege - und als Skandal die Knabenliebe - die altgriechische Welt ist voller Highlights. Fernau startet mit den ersten europäischen Hochkulturen, den Kretern und Mykenen ca. 2000 a.c. und erzählt die Geschichte bis zum Tode Alexanders des Großen im Jahr 323, dem Zeitpunkt der größten Ausdehnung.
Da die Mazedonier Philipp und Alexander keine Griechen im engeren Sinn waren, sind die beiden relativ stark zusammengefasst. Schwerpunkte sind der Aufstieg Athens, der stete Wettbewerb mit Sparta, die 3 Perserkriege 490-479 und die Peloponnesischen Kriege (431-404). Es geht durchgehend um historische Realitäten, d.h. die Welten der Sagen, der Philosophie und des Schauspiels werden (leider) kaum betrachtet.
"Rosen für Apoll" stammt aus dem Jahr 1961, was aber den Griechen gar nichts ausmacht. Im Gegenteil: Fernau hat einen sehr persönlichen Stil und bezieht den Leser mit ein, da fragt er durchaus mal mittendrin: "Sie fragen sich bestimmt schon, wann kommen denn endlich die Perser? Geduld, denn vorher muss ich Ihnen unbedingt noch dieses Kapitel erzählen..." Er beschäftigt sich mit der Seele der Griechen, die der unseren anscheinend sehr ähnlich war: "Die Griechen suchten Schönheit, nicht die Wahrheit". Mit einem verschmitzten Lächeln seziert Fernau den launischen Klüngel der Städte, die fast kindlichen Machtspiele, die grandiosen Heldentaten und die Zufälle der Geschichte. Fazit: ein kurzweiliger Lesegenuss auf hohem Niveau!
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. August 2002
Schon mal ein langweiliges Geschichtsbuch gelesen? Ich schon zur Genüge! Dann kam "Rosen für Apoll" wie der Retter des Wissensbegierigen, dessen Motivation durch übliche Sachbücher schon tiefer gefallen ist, als man in den Hades fallen könnte. Fernau's Genie ist befähigt mit einer humorvollen Sprache seinen Leser in einen Bann zu ziehen, dem man so schnell nicht entsagt. Dennoch fehlen keine wichtigen geschichtlichen Ereignisse und man weiß nach dem Buch eindeutig mehr über Griechenland, jedoch bekommt man kein sinnloses Detailwissen präsentiert, sondern alle wichtigen Begebenheiten in einer interessanten Sichtweise, die den zum gähnen ausgelegten Geschichtsbüchern fehlt. Auch bietet der Autor einen Spaziergang durch Athen an und bewegt so den Geist des Lesers in diese Zeit, der befähigt wird, die enorme Schönheit und das Leben der Antike kennenzulernen. Das Buch endet mit dem Tod Alexander des Großens und dem Zerfall des griechischen Reiches und lädt ein, auch weitere Geschichten von Völkern dieser Zeit zu studieren. Dennoch muss hier gesagt werden, dass sich das Buch nur dafür eignet, einen genügenden Überblick zu gewinnen. Für Geschichtstudenten ist es leider ungeeignet, da man aus diesem Buch schlecht für eine Klausur lernen kann. Schade eigentlich!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. September 2012
Wenn man auf langen Fahrten zu Seminarhotels nicht nur einschlägige Hörbücher zu den Themen Therapie, Training und Coaching hören will, ist man bei Fernau goldrichtig.
Genial, welch modernen und vor allem lebendigen Blick dieser Mann auf längst vergangene Zeiten richtet. Beeindruckend, in welch lockerem Plauderton man nicht nur griechische Geschichte vermittelt bekommt, sondern auch noch bestens unterhalten wird. So manche Anekdote habe ich auch schon bei meinen Seminaren verwendet und die TeilnehmerInnen hatten viel Spaß daran.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Juni 2007
Bravo !!!!

Joachim Fernau gelingt es hervorragend den Spagat zwischen geschichtlichem Anspruch und teilweise etwas flapsiger Umgangssprache zu finden.

Da wird ein recht trockenes Thema (sorry, liebe Hellas-Fanatiker)auch für Laien anschaulich dargestellt ohne dabei oberflächlich zu wirken.

Auch heikle Kapitel (z.B. Knabenliebe) meistert Fernau mit der gehörigen Prise Humor und seinem ausgezeichneten Verständnis für die Denkweise der damaligen Zeit.

Fazit: Absolut zu empfehlen und ich mache mich gleich dran die anderen Bücher von Joachim Fernau auch zu lesen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. März 2009
Glücklicherweise bin ich einmal auf Joachim Fernaus "Caesar läßt grüßen" gestoßen, habe es gelesen und fühle mich seitdem um einige Gefühle für die Antike reicher. Das war mir Empfehlung genug mich an weiteren Fernau Texten zu bereichern.
"Rosen für Apoll" habe ich nun nicht gelesen, sondern auf einigen längeren Autofahrten gehört. Und obwohl ich eher ein Freund des Lesens, als des Hörens von Literatur bin, bin ich schier überwältigt gewesen. Mit jedem (vortrefflich(st)) gelesenen Wort wird einem die Liebe des Autors zur griechischen Geschichte ins Herz gebrannt. Nicht blind ist diese Liebe. Fehler, Schwächen, Macken der vergangenen Griechen werden erkannt und auch als solche deutlich herausgestellt. Geschichte wird dabei nicht doziert, sondern erzählt. Eben wie EINE Geschichte und nicht wie DIE Geschichte. Dies geschieht mit einer Wonne am Schreiben, mit einem leisen Witz, teilweise mit einer stillen Ironie, wie sie - für den, der dies alles verstehen kann und will - nur köstlich ist. Vielmehr wird einem geboten, als nur Daten und Fakten. Es wird gefragt, beantwortet, in den Raum gestellt, zum Denken angeregt. Leider gelingt dies nicht vielen Autoren.
Dieter Mann, als die Stimme, die uns in das alte Griechenland begleitet, gelingt die sprachliche Umsetzung einfach wunderbar. Man fühlt sich in die Kinderrolle versetzt. Auf einem Läufer vor einem Kamin kauernd, lauscht man dem Erzähler einer Geschichte, versinkt in sie und will immer noch mehr hören. Schade, dass solche Momente nicht länger bleiben dürfen.
Als die acht CDŽs gehört waren, stellte sich dieses merkwürdige Gefühl ein: irgendetwas zwischen freude und wehmut. Schön, dass man das alles hören durfte, schade, dass es schon zu Ende war.
Vielen Dank, Herr Fernau, für dieses Buch. Ich habe vieles mitgenommen.
Vielen Dank, Herr Mann, für diese tolle Umsetzung ins gesprochene Wort.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Januar 2014
Griechische Geschichte kann wirklich unterhaltend sein. Wer dies nicht glaubt, sollte dieses Buch gelesen haben, um sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Joachim Fernau fässt die Geschichte der Griehen in einem einmaligen Stil zusammen, der witzig, amüsamt sowie informativ zugleich ist.
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am 20. September 2013
Ja, es ist ein Geschichtsbuch, voller belegter historisch-korrekter Fakten. Aber im Gegensatz zur allgemein üblichen Schulliteratur ist dieses Buch geschrieben wie ein Roman, locker und flüssig, ohne den Leser mit Jahreszahlen, Tabellen oder Ahnenreihen zu erschlagen.
Klingt nach dem perfekten Buch für Geschichtsinteressierte? Fast.
Der Schreibstil des Autors ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, manchmal ist er mir persönlich etwas zu subjektiv, er verfällt etwas zu sehr in die Umgangssprache, mancher Vergleich wirkt einfach übertrieben, auch wenn er anschaulich sein mag. Aber das ist bekanntlich Geschmackssache.
Was auf jeden Fall fehlt, sind Karten. So gut der Autor auch beschreibt, wo sich die Orte/Herrschaftsgebiete befinden und von wo die verschiedenen Völker eingewandert/eingefallen sind - es ist einfach schwer, sich die Gegebenheiten vorzustellen. Eine Griechenlandkarte vorne oder hinten im Buch wäre mehr als hilfreich gewesen, die eine oder andere Übersichtskarte im Buch sicherlich auch.
Insgesamt ein interessantes Buch mit kleinen Abstrichen, aber auf jeden Fall lesenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Dezember 2013
Schlachtenbummler kommen auf ihre Rechnung, Kultur- und Philosophie-Interessierte weniger. Daher war ich zunächst enttäuscht, fand das Buch aber doch als lesenswerte Urlaubslektüre.

G. Schröckenfuchs
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