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Dieses Buch ist eine Ehrung des Journalisten und Autors André Müller- der wie wohl kein anderer in Interviews Dinge an die Oberfläche geholt hat die wohl ansonsten stillschweigend beerdigt worden wären. Sein Buch SIE SIND JA WIRKLICH EINE VERDAMMTE KRÄHE zeichnet die letzten Interviews und Gespräche nach die der Journalist führte, darunter mit so schillernden Persönlichkeiten wie Karl Lagerfeld, Leni Riefenstahl und Marcel Reich - Ranicki.

Ein echtes Bonbon erwartet den Leser, doch leider ist dieses Ausnahmetalent kürzlich verstorben - einige werden dafür Gott danken, andere betrübt den Tag verbringen. André Müller war ein Gerichtsjournalist am Anfang seiner Karriere und ich kann mit Fug und Recht behaupten seine inquisitorischen Fragestellungen hat er niemals abgelegt. Er verführte regelrecht die Interviewpartner zu offenbaren was sie wohl besser nicht gesagt hätten und die Folgen waren oftmals kopfschütteln und staunen.

Ein brüllender und am Ende nachdenklicher Marcel Reich - Ranicki.

Ein Gespräch mit Alice Schwarzer - ein Desaster.

Die Aussagen von Dolly Buster, man ringt die Hände was Menschen so von sich geben

Karl Lagerfeld - klagte und versuchte den Abdruck zu verbieten und verlor doch - Modeschöpfer scheinen in einer anderen Welt zu leben...

Leni Riefenstahl fühlte sich unverstanden und der Außenminister Genscher nahm den Interviewtermin erst gar nicht wahr.

Ein wirklich gutes Buch, wenn man nicht Gefahr läuft selbst von jemandem eines Kalibers wie André Müller interviewt zu werden - doch dieser fast schon investigative Stil - alle Achtung.

Ein wenig Verführung war alles und bei vielen spielt Eitelkeit, Größenwahn oder ihr schlichtes Gemüt den Ball gekonnt zurück zum Interviewer - gesagt ist gesagt und Tonbandprotokolle gibt es dann auch. Ein Meister der Befragung, seine Zunge so scharf wie jedes Schwert und ein Lesegenuss der besonderen Art.

Sehr empfehlenswert!
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am 26. März 2012
Der vor einem Jahr verstorbene André Müller war wohl einer der gefürchtetsten Interviewer im Bereich der Printmedien. Im vorliegenden Band findet sich eine Sammlung seiner letzten Gespräche, die bereits in renommierten deutschsprachigen Zeitungen erschienen sind.
Müller bereitete seine Interviews akribisch vor. Er beschäftigte sich ausführlich mit den Menschen, versetzte aber durch seine unerbittlichen Fragen so manchen Gesprächspartner in Aggression. Unter den 22 Interviewten finden sich auch Peter Handke, Elfriede Jelinek, Salman Rushdie, Günter Grass und Michael Houellebecq. Es sind jedoch nicht nur Schriftsteller, die sich den oft unerbittlichen Fragen stellten. Der Modeschöpfer Karl Lagerfeld und die Porno-Queen Dolly Buster sind keine Literaten, aber André Müller macht aus den Gesprächen mit ihnen ein Stück Literatur.
Genial ist ein Interview mit Hans Dietrich Genscher, das nie stattgefunden hat. Der damalige deutsche Außenminister hatte den Termin einen Tag vorher abgesagt. André Müller, der sich exzellent vorbereitet hatte, verfasste ein ausführliches Interview, das in der ZEIT vom 19. Oktober 1990 in voller Länge erschien. Für die Antworten des Ministers benutzte Müller frühere Reden und politische Stellungnahmen Genschers aus den Archiven, seine Fragen als Interviewer konstruierte er allesamt aus Texten von Laotse, Heraklit, Thomas Bernhard, Jean-Jacques Rousseau, Albert Camus und Johann Wolfgang von Goethe.
Die Interviews von André Müller sind eine beglückende Lektüre, die jede Bibliothek bereichern.

Johannes Preßl
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am 27. Juli 2011
Er war ein wirklich begnadeter Journalist , der kürzlich in München verstorbene Andre Müller, der als freiberuflicher Autor für den Stern, die Weltwoche, den Spiegel und den Playboy über viele Jahre aufsehenerregende und oft lange wirkende Interviews mit mehr oder weniger berühmten Zeitgenossen führte.

Kaum ein anderer war in der Lage, so Gespräche zu führen, so zielgerichtet und direkt seine Gesprächspartner zu fragen wie er. Eine Mischung aus seiner unverwechselbaren, offenen und ehrlichen Persönlichkeit und einer für den Partner angenehmen Gesprächsatmosphäre war es wohl, die unzählige Menschen sich öffnen ließ. Fragen nach Liebe und Tod, in der Regel hoch tabuisiert, stellte er mit großer Regelmäßigkeit und brachte seine Gegenüber sehr oft dazu, dass sie sich um Kopf und Kragen redeten.

Viele seiner Gesprächspartner versuchten in nachhinein, als sie merkten, was sie da von sich gegeben hatten, die Veröffentlichung der Texte zu verhindern, denn sie waren über ihre eigenen Wahrheiten entsetzt, die sich da offenbart hatten. Andere Gesprächspartner hingegen waren Andre Müller für wichtige Geburtshilfen lange Zeit dankbar und erachteten das Gespräch mit Müller und seine Veröffentlichung als eine wichtige Etappe in ihrem eigenen Leben.

In dem hier vorliegenden mit einem Vorwort von Elfriede Jelinek versehenen Band kann man die wichtigsten seiner Interviews nachlesen. In ihrer Dichte und menschlichen Tiefe sind sie beeindruckende literarische Dokumente.
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am 30. Oktober 2013
Ich habe nach dem Tod von M. Reich-Ranicki Müllers Interview mit ihm im Internet gelsen. Das war so spannend und vor allem aufschlussreich, so dass ich mir die Anthologie besorgte. Und sie erfüllte meine Erwartung voll und ganz. Müller schafft es, Einblicke in bekannte Persönlichkeiten zu geben, die man sonst wohl nie bekommen würde. Bei zwei oder drei Interviewten fehlten mir die Bezüge zu den Personen, so dass ich diese ausliess.
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am 10. April 2013
Ein tiefer Blick in die Gedanken- und Seelenwelt von einflussreichen Menschen ( meist Denkern) unserer Zeit wird uns durch die klugen, intuitiv zielführenden Fragen André Müllers gewährt
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