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TOP 1000 REZENSENTam 29. August 2006
Mit diesem Satz ist Antigones Charakter auf die kürzeste Formel gebracht. Sie ist die Hüterin der Humanität und die nonkonformistische Kämpferin gegen Créon, der den Staatstotalitarismus vertritt und um der Staatsraison Willen auf die sittlichen Werte verzichtet. Die kleine Antigone, die sich gegen den Staat aufbäumt, ist folglich 'nur' da, um ihm 'nein' zu sagen und um zu sterben.

Schon hier wird der Stil Jean Anouilhs deutlich, der an vielen Stellen surreal direkt oder besser gesagt 'abstrakt' ist. In dieser französischen Ausgabe Anouilhs "Antigone" wird genau diese Eigenart des Autors besonders deutlich. Diese Ausgabe erscheint mir frischer, ehrlicher unverfälschter und vor allem liebenswerter als die deutsche Übersetzung. Sie sprüht nur so vor Vitalität und Mortalität und eigentlich vor allem vor Liebe und der Frage nach dem Glück. Und Eigensinn, nämlich dem Eigensinn Antigones, Oedipus' Tochter. Oder sollte man heute von einer Depression reden, die Antigone heimgesucht hat? Wir werden es nie erfahren: «C'est fini. Antigone est calmée maintenant, nous ne saurons jamais de quelle fièvre. » Jeder der Hauptdarsteller dieser ursprünglich antiken Tragödie lebt für eine Sache, an die er oder sie glaubt; aber wer lebt für die 'richtige' Sache? Folgender Satz des Chors, einer der letzten dieser Tragödie, lässt sowohl diesen Missstand als auch allgemein die (surreale) Schreibkunst Anouilhs deutlich werden: «Tous ceux qui avaient à mourir sont morts. Ceux qui croyaient une chose, et puis ceux qui croyaient le contraire - même ceux qui ne croyaient rient et qui se sont trouvés pris dans l'histoire sans y rien comprendre. »

Wie bereits erwähnt, ist diese Originalausgabe liebenwerter - und weniger sachlich - als die deutsche Ausgabe. Hunde heißen hier nicht nur "Hund", sondern haben einen Namen (Antigones Hund heißt "Douce", was so viel wie "sanft" heißt und ja bereits vom Klang her liebenswert ist), die Amme wird im Französischen nicht einfach Amme (Nourrice) genannt, sondern mit dem Kosewort Nounou. Wieso man im Deutschen solche Dinge wegließ ist mir nicht erklärlich, denn ich finde nicht, dass es sich hier um Kleinigkeiten handelt, sondern um Dinge, die einem Werk eine ganz andere Atmosphäre geben, einen lieblichen Schutzmantel, eine surreale (und damit belächelnde, aber nicht belachende) Hülle. So behält sich der Übersetzer im Übrigen auch Kürzungen des Textes vor, weshalb die deutsche Übersetzung weniger Seiten umfasst als das Original.

Sehr gut geeignet ist dieses Werk Anouilhs für den Französisch-Unterricht! Meine Ausgabe, die inzwischen exakt 60 Jahre alt ist, enthält ein Extrabüchlein "Annotations". Sehr amüsant ist der Wandel im Sprachgebrauch, der sich innerhalb der letzten sechs Jahrzehnte vollzogen haben muss, denn vieles, was hier als "populärer" Ausdruck bezeichnet wird, ist heute alltäglich. Besonders schmunzeln musste ich bei folgender Anmerkung: "Die ungebildete Amme spricht ein ungepflegtes Französisch." Zugrunde lag folgende Aussage der Amme: « (Tu sais ce que je devrais faire?) Te battre comme lorsque tu étais petite. » Empfohlen wird hier ein « comme aux temps où », was heute aber wohl kaum noch jemand sagt.

Wer mehr über den Inhalt dieses Werkes und Sophokles' Originalwerkes lesen möchte oder mehr über den Vergleich der deutschen und der französischen Anouilh-Ausgabe, kann gerne auf meine Rezensionen eben dieser Werke zurück greifen! Mir selbst werden hoffentlich in den nächsten Jahren noch weitere Werke dieses Autors in die Hände fallen ... (Anmerkung: diese Rezension bezieht sich auf die französische Ausgabe!)
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Die Adaption der griechischen Tragödie "Antigone" bei Jean Anouilh führt trotz der bekannten Rahmenhandlung zu einigen bemerkenswerten Einsichten.

Das Tragische am ganzen Geschehen wird heruntergespielt als handele es sich um einen alten Hut. Der Sprecher verrät schon zu Beginn den Gang des Geschehens. Es heißt im Stück, dass die Tragödie von selbst abschnurrt, wenn die Handlung mit einem kleinen Stups mit dem Finger in Gang gesetzt wird. Zu allen Zeiten kann man sich darauf verlassen, dass die Menschen der Tragödie gemäß funktionieren. Sie entkommen ihrem Schicksal nicht, und sie wissen es.

Während bei Sophokles mit Antigone und Kreon noch zwei Gegner aufeinandertreffen, die mit guten Argumenten für ihre Sache kämpfen, ist das Gleichgewicht in Anouilhs Theaterstück empfindlich gestört. Antigone wird als verschlossenes, eigensinniges und stures Mädchen gezeigt, dem es an einem moralischen Anspruch für ihr Handeln fehlt. Sie ist "zu klein für alles".

Im zentralen Dialog Kreons mit Antigone erweist sich der lebenserfahrene Kreon als überlegen: Kreon beschreibt Polyneikes, den Bruder Antigones glaubwürdig als Rohling und schlechten Menschen, der böse und aufrührerisch gewesen sei. Das Recht ist auf Seiten des Königs Kreons. Antigone hat kein Argument, warum sie den Bruder, den Verbrecher, bestatten muss. Es fehlt ihrem Handeln moralische oder religiöse Impulse.

Das Tragische wird allein durch Antigone ausgelöst, die stur an ihrem Verhalten festhält. Ohne sie hätten alle ihre Ruhe und Frieden. Anouilh zeigt uns damit, dass es immer einzelne Menschen sind, die das Schicksal anderer, vielleicht ganzer Völker, in ihren Händen halten. Was passiert nicht alles an Schrecklichem, nur weil ein einziger Mensch stur an sich festhält, und geht die Welt darüber auch unter. Und was geschieht nicht alles, weil die Menschen selbstsüchtig und empfindungslos sind und die meisten Menschen wegschauen und ihr kleines Glück retten wollen. Von den Wächtern heißt es bei Anouilh bezeichnend, dass ihnen alles gleichgültig ist, sie spielen lieber Karten.

Die Macht Einzelner und die Gleichgültigkeit der Vielen, die vergangenen hundert Jahre bis in unsere Zeit sind jedenfalls reich an Beispielen hierfür.
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VINE-PRODUKTTESTERam 6. Januar 2012
Dass Anouilhs Antigone in Frankreich während des 2. Weltkrieges eines der erfolgreichsten Stücke auf der Bühne war ist nach dem Lesen dieses Werkes ganz einfach zu verstehen, denn wer nur das Werk von Sophokles kennt und dementsprechend Probleme mit der Sprache haben könnte, wird diese Probleme hier nicht antreffen.
Das Werk ist sehr gut und einfach zu lesen, gefällt mir von der Geschichte und der zeitgemäßeren Schreibweise und des moderneren Inhalts auch besser als das Original, was ich jedoch zugeben muss ist die Tatsache, dass man das originale Antigone von Sophokles vorher schon lesen sollte. Denn während bei Sophokles die Geschichte während des Lesens direkt und einfach klar wird, hat man hier teilweise tatsächlich das Gefühl, es würde gar nicht um die Tatsache der Brüder gehen.
Ebenfalls schade ist die Tatsache, dass einige Personen aus Sophokles' Werk ganz ausgelassen wurden und nur sehr kurz angesprochen oder beim Namen benannt werden.
Gut ist das Werk trotzdem, auch wenn durch diese kleinen Makel ein perfektes Bild des Werkes leider nicht so ganz zu beurteilen ist.
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am 1. August 2006
Zeitlose Gültigkeit hat diese Tragödie. Und Sophokles hat mit seinem Stoff auch Jean Anouilh berühmt gemacht, ja, zum Weltrum verholfen. Zurecht! In Anlehnung an die Zeit in Griechenland verfasste er seine brillante Version von der kleinen Antigone. Nichts von der Spannung geht verloren,wenn man die Sprache in eine aktuell gültige verwandelt. Die Schwere der Dialoge wird allerdings weniger deutlich, die Argumentation hier mit bissiger Ironie garniert.

Hochmut kommt vor dem Fall, und Antigone sagt sehr wohl, dass sie den Tod erwartet, wenn sie gegen Kreons Gesetze verstösst. Und Kreon sagt nichts anderes, wenn er sie vergleicht mit der Art ihres Vater Ödipus, dem er gleiches unterstellt. Vielleicht weil er sein Spiegel war.

Kurze Übersicht:
Zahlreiche Götter standen den Menschen im alten Griechland zur Verfügung. Die Menschen fanden ihr Heil und ihren Zuspruch bei ihnen. Kreon, König von Theben jedoch, leitete sein Eigen- und Starrsinn. Daher wagte niemand ihm zu widersprechen, sein Leben galt der Tyrannei. Kreons Nichte, Antigone, gleichzeitig Tochter des Ödipus und zukünftige Braut Kreons Sohns, konnte jedoch aus dem Ehrgefühl und Glauben gegenüber den Göttern nicht anders, als ihren Bruder ordentlich zu bestatten. Dieses hatte Kreon jedoch unter Todesstrafe verboten, da dieser Bruder nach Verbannung gegen Theben kämpfte. Der weitere Bruder, beide im Kampf der Geschwister getötet, wurde die Würde eines ordentlichen Begräbnisses innerhalb der Stadtmauern Thebens zuerkannt. Folglich musste Kreon, seiner eigenen Diktatur verpflichtet, Antigone opfern. Die Tragödie nimmt ihren Lauf. Die nun folgenden Dispute innerhalb Thebens, der Vater-Sohn Konflikt und deren unterschiedliche Argumentation in den feurigen Reden sind eine Meisterleistung der Rhetorik in der Ursprungsfassung, hier ein wenig nachstehend und fad.
Dennoch kommt Hämon deutlich der Sache auf der Spur, in dem er sein junges Leben an der Seite des Vaters Revue passieren lässt. Er glaubt, er träumt, weil sein Vater nie so war, wie er ihn nun sieht. Er wird erwachsen, weil er sich löst, und der Vater Kreon will es so, weil sein Sohn sich ihm beugen soll. Diese Lösung im doppelten Sinn ist der Tod.

Letzten Endes fällt auf den alles zurück, der die Tat begann. Ein Seher vorhersagt die Zukunft, der vermeintlich starke Kreon ignoriert und bleibt bei seinem Weg. Sein Handeln erinnert an Buridans Esel, der zwischen zwei Heuhaufen sterben musste. Übertragen auf zwei gleichwertige Rechtsansprüche, dem Anspruch des Staates und dem Anspruch der Familie im Sinne der Götter, blockiert offensichtlich der Verstand und verliert gegenüber dem Starrsinn.
Es sterben Antigone, ebenso Kreons Sohn; beide durch Selbsttötung in der Straf-Höhle, ebenfalls seine Frau Eurydike durch eigene Hand im Palast. Die Handelnden gegen falsches Recht ergeben sich nicht nur. Sie entziehen sich durch Tod, der weniger grausam ist, als ein falsches Leben. Zurück bleibt ein gebrochener Mann, der zu spät die Überspitzung seines Eigen- und Starrsinns anerkennen muss.

Und am Ende resümmiert Kreon, das es das beste sei, nichts zu wissen. Solange dieses vorherrscht, ist man nicht erwachsen. "Man sollte immer ein Kind bleiben können", sagt er. Erst im Erwachsenenalter werden die Fehler gemacht, die ihn nun in die Einsamkeit versetzen.

Und der Sprecher (als Alternative zum Chor) beendet die Tragödie mit dem Satz: "Die, die sterben mussten sind tot. Die einen, die an etwas glaubten, die anderen, die das Gegenteil glaubten selbst jene, die zufällig in die Geschichte hineingezogen wurden, ..."

Der Tod ist demokratisch.
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am 17. Januar 2014
Ich bin froh, dass ich das Buch nur für die Schule brauchte. Privat würde ich es mir niemals holen. Für mich eindeutig zu kompliziert geschrieben. Man muss mehr oder minder um drei Ecken denken, wenn man den tieferen Sinn verstehen will.
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am 31. März 2016
Qualitativ gute Aufnahme (ursprünglich ein Hörspiel), bestens geeignet für längere Autofahrten; für mich eine wichtige Auffrischung von in der Schule gelerntem und eine wichtige Aktualisierung unserer Einstellung zu den Obrigkeiten
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am 15. August 2014
leider waren keinerlei Kritzeleien und Randnotizen in dem Buch, wie man es von einer gebrauchten Schullektüre erwartet. Der Inhalt ist noch genauso, wie zu meiner Schulzeit vor über Jahren. Deshalb ein "voll gut"!
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am 2. August 2015
Produkt ist einfach gut
keine Probleme damit
Werde ich an bekannte und Verwandte weiter empfehlen
finde Amazon sowieso gut , qualität zahlt sich aus
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am 20. Dezember 2013
Wunderbar übersetztes Stück über Familie, Schicksal, Mut und Liebe. Lässt sich trotz der Theaterform gut lesen, am besten in einem Rutsch und mehrmals!
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am 18. März 2001
In diesem Drama arbeitet Jean Anouilh den antiken Stoff der Antigone auf indem er ihn ins zwanzigste Jahrhundert überträgt, was ihn für den Leser leichter verständlich macht. Seriös und doch humorvoll gestaltet er die dramatische Geschichte um Antigone. Leider kann auch sein Schreibstil nicht über die zeitweise langatmige Handlung hinwegtäuschen. Trotzdem ein recht empfehlenswertes Buch.
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