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am 8. Dezember 2013
Ich fange meine Besprechung mit einem Beispiel an, das deutlich macht, was mich an den Beiträgen in diesem Sammelband als „alten Hasen“ immer wieder fasziniert. Es ist die Irritation des scheinbar Selbstverständlichen. So gehört zu diesem Selbstverständlichen etwa, dass ein Klient zu Beginn einer Beratung nach seinen Zielen gefragt wird. Und kann man in der Gruppensupervision diese nicht klar benennen: „Was will der Klient denn und welche Ziele haben Sie denn ver-einbart?“, erntet man Kopfschütteln und kommt sich vor wie ein Blut junger An-fänger.
In dem Beitrag Integrative Orientierung von Gahleitner & Reichel komme ich aus dem Staunen bzw. einer inneren Freude – so dumm hast du dich anscheinend bisher nicht angestellt, du konntest es nur noch nicht so auf den Punkt bringen , nicht heraus. Was heißt es denn, dass ein Mensch zu mir kommt und einfach da ist? So wie er ist und geworden ist! Deshalb gilt es, die viel beschworene Frage nach der Freiwilligkeit und Selbstbestimmtheit intensiv zu hinterfragen. Denn sie basiert in den meisten Fällen auf einem Konstrukt, das einer genauen Betrach-tung nicht standhält. Gerade in den Feldern der Ehe-, Familien- und Lebensbera-tung geht es bis auf wenige Ausnahmen um die Gestaltung von Beziehungen. So wird deutlich, was mit dem Ausdruck sozialtherapeutisches Profil, gemeint ist. Denn wir haben es überwiegend mit Menschen zu tun, in deren Sozialisation Au-tonomie, Selbstbestimmtheit und Freiwilligkeit eine geringere Rolle gespielt hat. Das Leben vieler dieser Menschen besteht vorwiegend aus dem, „was zu tun ist“, eventuell noch aus dem konsequenten Widerstand dagegen. Da gibt es dann wenig Spielraum für die Frage: „Will ich das wirklich? Und was will ich über-haupt?“ Oft haben diese Menschen wenig aufrichtige Begegnung, wenig echten Dialog erfahren. So gilt es, sie in ihrem ganzen Menschsein, so wie sie geworden sind, anzunehmen. Unsere Aufgabe ist es, den Klienten zu erreichen, ihn „lieb“ zu gewinnen. Aus dieser intersubjektiven Begegnung kann dann vielleicht ein Ar-beitsbündnis werden. Gemeint ist damit, dass ich als Person eine andere Person in einem wertschätzenden Rahmen willkommen heiße.
In dem vorliegenden Sammelband entfalten die unterschiedlichen Autoren das noch relativ neue Profil der sozialtherapeutischen Beratung. Sie basiert, wie in dem oben genannten Beispiel deutlich wird, auf dem biopsychosozialen Modell. Hier wird Sozialtherapie in den Kontext komplexer Wechselwirkungen gestellt, die je spezifische Anforderungen an das Kompetenzprofil der Fachkraft stellen. Es trägt dem Rechnung, dass körperliche Prozesse eingebunden sind in soziale Beziehungen und psychische Prozesse nicht ohne Auswirkungen auf den Körper ablaufen und Rechtsnormen ihrerseits soziale Wirklichkeit schaffen.
Ausgehend von gesellschaftlichen Entwicklungen wird aufgezeigt, wie in dem biopsychosozialen Modell eine Orientierung an Emotionen, am Erleben, an Ressourcen, am Verhalten oder am eingebunden Sein in Systemen und Kontexten aussehen kann. Dieses wird dann übersetzt an konkreten Beispielen etwa im Rahmen der sozialen Diagnostik als Teil der Beratung in der Psychiatrie, im Rahmen der Suchtberatung im Jugendalter oder als Beratung von Paaren und Familien.
Das Buch greift die Tatsache auf, dass wir in zunehmendem Maße herausgefordert sind, auf schwerwiegende, sozial (mit) bedingte und sozial relevanten Erkrankungen, Beeinträchtigungen und Störungen in Multiproblemsituationen zu reagieren. Denke ich an meinen Arbeitsbereich, der Ehe – und Familienberatung, so erlebe ich in zunehmendem Maße, wie Menschen durch frühe Interaktionserfahrungen maladaptive Schemata für das Zusammenleben in einer nahen Bezie-hung entwickelt haben. Dass diese sich im Heute des nahen Miteinanders einer Ehe und Familie dysfunktional auswirken, liegt auf der Hand. Welche Wege der Heilung auf der Grundlage des biopsychosozialen Modells schematherapeutisch und emotionsfokussierend möglich sind, zeigen Kröger & Sanders in dem entsprechenden Kapitel auf.
Dr.Rudolf Sanders, partnerschule.de
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