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Der exotische Weisheitslehrer Georg I. Gurdjieff (1866 - 1949) hat am Anfang des 20. Jahrhunderts mit seinem Enneagramm (einem unregelmäßigen Neunstern) ein goldenes Ei in die Welt gesetzt. Seine Schüler (Ouspensky, Nicoll, Bennett, Collin und andere) haben das rätselhafte Symbol für die Nachwelt überliefert - ganz und gar verstanden hat es noch keiner. Bennett und seine Schüler etwa versuchen, im Enneagramm ein Modell für zeitliche Abläufe und Entwicklungen zu sehen, sie sind die "Prozeß-Enneagrammatiker".
Vermutlich durch den Briten Rodney Collin (1909 - 1956), der in Peru von einem Turm fiel und starb, haben der Bolivianer Oscar Ichazo und der Chilene Claudio Naranjo Gurdjieffs Enneagramm kennengelernt und daraus eine psychologische Typologie von neun Persönlichkeitstypen entwickelt. Allerdings haben sie es dabei versäumt, auf Gurdjieff als Quelle des Enneagramms hinzuweisen. Das ist also die psychologische Lehre vom "Enneagramm der Persönlichkeit", welche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine erstaunlich große Verbreitung mit vielen Veröffentlichungen gefunden hat.
Diese Spaltung in der Lehre vom Enneagramm ist somit eine Spaltung zwischen Psychologie und Okkultismus (Esoterik). Während die "Enneagramm-der-Persönlichkeit"-Vertreter Psychologen (Typologen) sind, wären die "Gurdjieff-Enneagrammatiker" eher als Okkultisten (Esoteriker) anzusprechen.

Wilfried Reifarth, der Autor des vorliegenden Buches, ist ein erfahrener Lehrer des "Enneagramms der Persönlichkeit". In seinem Buch versucht er, eine Brücke zwischen den zwei geschilderten Richtungen zu schlagen. Das ist ihm ganz gut gelungen. Beim Entstehen des Werkes hat er sich am "Prozeß-Enneagramm" orientiert - das kann der Leser (jede Leserin ist auch ein Leser ;-) bei der Lektüre erahnen.
Der Titel des Buches, "Bejahen, Verneinen, Versöhnen. Gurdjieff und das Enneagramm", verweist einerseits auf Gurdjieffs "Gesetz der Drei", nach dem alles in der Welt durch drei Kräfte (positive, negative, neutrale Kraft) bestimmt wird. Das Wort "Enneagramm" im Untertitel weist andererseits auf Gurdjieffs "Gesetz der Sieben" hin, denn jenes wird maßgeblich durch dieses definiert.
Der erste Teil des Buches beschreibt ausführlich und gründlich Gurdjieffs Lehre von den drei Zentren des "dreihirnigen Wesens" Mensch und deren Funktionen:
Kopf: Denken (mental)
Herz: Fühlen (emotional)
Leib: Empfinden (körperlich)
Wenn diese drei Zentren harmonisch zusammenarbeiten, was selten der Fall ist, entsteht im Menschen das "vierte Hirn", das eigentliche Bewußtsein (Ich, Wille) oder auch die unsterbliche Seele. Das ist Gurdjieffs "Vierter Weg".
Der zweite Teil des Buches befaßt sich mit Gurdjieffs Enneagramm, hier erfolgt auch der Brückenschlag zwischen den zwei mehr oder weniger befeindeten Enneagramm-Richtungen. Der Autor findet eine ganze Menge Gemeinsamkeiten und Verbindungen, so daß die "Brücke" zum Schluß einigermaßen fest und vertrauenserweckend erscheint.
Das neue Buch von Wilfried Reifarth stellt in diesem Sinne auch eine Pioniertat dar und ist für Gudjieff-, Enneagramm- und Typologie-Fans zweifellos eine bereichernde Lektüre.
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am 8. August 2013
Der Titel "Bejahen, Verneinen, Versöhnen" des neuesten Enneagramm-Buchs von Wilfried Reifarth nimmt Bezug auf das Gesetz der Drei, das in der Zahlensymbolik des armenischen Weisheitslehrers Georg Iwanowitsch Gurdjieff (1866-1949) eine wichtige Rolle spielt. Besonders das Versöhnen scheint dem Autor am Herzen zu liegen - Brücken zu bauen, zwischen der zerstrittenen Verwandtschaft (Kap. 2) und Nachkommenschaft des historischen Enneagramm-Überlieferers. Auf dem Hintergrund eines detaillierten Quellenstudiums (viel Original-Text), kann er deutliche Gemeinsamkeiten aufzeigen, in denen die heute gelehrten Auslegungen dieses neunzackigen Symbols mit den Gurdjieff'schen Ur-Lehren in Verbindung stehen. Für Anwender des Enneagramms als Persönlichkeitsmodell besonders interessant sind dabei die Nachweise, dass dort auch schon ein typologischer Ansatz enthalten war.

Bevor im zweiten Teil auf die spezifischen Enneagramm-Lehren eingegangen wird, widmet sich der Autor ausführlich dem Menschenbild Gurdjieffs: Er sieht uns als drei-hirnige Wesen (Denken, Fühlen und körperliche Empfindung), die zunächst blind dem Chaos ihrer widersprüchlichen Motivationskräfte ausgeliefert sind. Erst durch eine Bewusstseinstransformation, die er die "Arbeit am Vierten Weg" nennt, können die niederen Zentren in höhere verwandelt werden. Dabei entwickelt sich eine vierte Instanz, das wahre Ich, unsere eigentliche Seelenkraft, die in der Lage ist, als "Herr" in der "Kutsche" des Lebens auch wirklich die Zügel zu halten und die rohen Kräfte zu bündeln.
Ein wichtiger Begriff in dieser Verwandlungs-Arbeit ist die "Seelen-Erinnerung": Im Gurdjeff'schen Persönlichkeitsmodell wird davon ausgegangen, dass wir alle durch die Widrigkeiten des Lebens aus einer ursprünglichen Verbindung mit unseren Seelenkräften herausgefallen sind und daher die Möglichkeit eines erinnernden Anknüpfens daran unmittelbar gegeben ist.

Im zweiten Teil des Buches wird sowohl auf die Zahlensymbolik des Enneagramms eingegangen, als auch seine Anwendung als Prozessmodell dargestellt. Mit besonderem Interesse zeigt der Autor hier darüber hinaus auch Quellen auf, die als Einflüsse auf die Vertreter des "Vierten Wegs" (Ouspensky, Nicoll, Bennett, u.a.), die sich in der Nachfolge Gurdjieffs sahen, beschrieben werden. Eine besondere Rolle wird dabei dem Engländer Rodney Collin eingeräumt, über den vermutlich das ursprüngliche Material an die Ur-väter/mütter des Enneagramms der Persönlichkeit (Ichazo, Naranjo, Palmer) gelangt ist.
Den Abschluss des Buches bildet eine unterhaltsame "Typisierung" des Menschen Gregor I. Gurdjieff, die ihn in seiner eindrücklichen historischen Gestalt würdigt.

Es ist unschwer zu erkennen, dass ein psychologisch geschulter Enneagramm-Lehrer dieses Buch verfasst hat, für den das Aufzeigen von Entwicklungs- und Transformations-Wegen in besonderer Weise Bedeutung hat. Als Leserin mit ähnlichen Interessen, war mir die Lektüre daher auch ein besonderer Genuss und ich begegnete darin vielen zeitlosen Erkenntnissen über die Wandlungsmöglichkeiten durch bewusste Des-Identifikation - heute würde man das vielleicht den Weg der "Achtsamkeit" nennen. Allein bei den detaillierten Beschreibungen der so genannten höheren Zentren und auch weiteren ausgefeilten Konzepten, deren Verstehen größere "Hirnakrobatik" erforderte, ließ meine Aufmerksamkeit nach und eine gewisse Ermüdung machte sich bemerkbar.
Als Psychotherapeutin finde ich die Betonung der "Ich-Stärke" wohltuend - gerade in einer Zeit, wo spirituelle Entwicklung oft als Überwindung jeglichen Ich-Bezugs missverstanden wird. Dass diesem gereiften "Ich" als "Herr" in einem Prozess des Persönlichkeits-Wandels eine besondere Rolle zukommt, kann ich aus meiner eigenen Erfahrungswelt nur bestätigen.

Kann man die Gesetze, die im Universum wirksam sind, wirklich in einer Wahrheitslehre abbilden? Hier komme ich als Kind meiner Zeit - erkenntnistheoretisch stark vom (postmodernen) Konstruktivismus geprägt - zu einem klaren Ver-Neinen. An dieser Stelle scheint mir eine gewisse Antiquiertheit in den Ansichten Gurdjieffs am stärksten greifbar zu werden. Allerdings würde ich immer unterschreiben, dass es wirkmächtige Landkarten gibt, mit deren Orientierungs-Hilfe neue und auch befreiende Erkenntnisse gefunden werden können. Das Enneagramm ist sicher eine davon.

Das Buch hat mich nachhaltig davon überzeugt, dass der Person Georg I. Gurdjieff in der Entwicklung und Weitergabe dieses alten Modells eine zentrale Schlüsselfunktion zukommt. Seine transformatorischen Ideen reichen weit in unsere heutige Zeit. Wilfried Reifarth möchte ich an dieser Stelle meine Hochachtung dafür aussprechen, in welch umfangreicher Recherchen-Arbeit er diesen Verdienst hier gewürdigt hat. Für jeden Enneagramm-Kenner, der an tieferen Zusammenhängen interessiert ist, absolut empfehlenswert!
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am 16. Dezember 2014
Wie immer ein gutes Buch von Herr Reifarth. Etwas kompliziert geschrieben, also keine leichte Kost, aber sehr spannend und mit etwas erfahrung nachvollziehbar. Kann ich nur empfehlen.
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