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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein schöner Band 2 des Orient-Zyklus
INHALT
Kara Ben Nemsi und sein Diener Hadschi Halef Omar reisen durch Kurdistan (Nord-Irak) im Jahre 1882, unter anderem mit dem Ziel, den entführten Sohn eines befreundeten arabischen Scheichs dort zu befreien. Und ich muss sagen, es wird wirklich wild. Gleich am Anfang steht der Überfall der Türken auf die Kurden an, die der erste Band vorbereitet...
Veröffentlicht am 9. August 2008 von Christian von Montfort

versus
45 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unvollständig durch Datensatzfehler
In dieser Ausgabe - die identisch mit der Ausgabe auf "Projekt Gutenberg" ist - fehlt ab Kapitel 3 jeweils der erste Absatz im Kapitel, teilweise auch der Schlußsatz im Kapitel. Hier muß irgendein Datensatzfehler vorliegen. Sehr Schade, denn so wird der Text teilweise sinnentstellt und es kommt keine rechte Lesefreude auf.

Für diejenigen, die...
Veröffentlicht am 28. November 2011 von Running Monk


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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein schöner Band 2 des Orient-Zyklus, 9. August 2008
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
INHALT
Kara Ben Nemsi und sein Diener Hadschi Halef Omar reisen durch Kurdistan (Nord-Irak) im Jahre 1882, unter anderem mit dem Ziel, den entführten Sohn eines befreundeten arabischen Scheichs dort zu befreien. Und ich muss sagen, es wird wirklich wild. Gleich am Anfang steht der Überfall der Türken auf die Kurden an, die der erste Band vorbereitet hatte. Kara Ben Nemsi hilft den Jedidis, einer friedlichen christlichen Sekte, die von den Moslems "Teufelsanbeter" genannt werden. Doch auch unter der nahezu unübersehbaren Zahl kurdischer Stämme gibt es Feindschaften und vor allen Dingen viel Blutrache. Kara Ben Nemsi, der "Sohn der Deutschen", versucht mit Geschick und gelegentlichen Heldentaten das Schlimmste zu verhindern und Frieden zu stiften. Und am Ende ist da noch ein geheimnisvoller, mächtiger Geist...

KRITIK
Der Band ist eine schöne Fortsetzung mit allem, was Karl May-Bücher ausmacht - die schöne Sprache, die menschlichen Werte, die Achtung von Kultur, Frieden, Freundschaft und Gott. Die Handlung wirkt an einigen Stellen konstruiert, etwa wenn der Protagonist allzu offensichtlich in eine Falle tappt, doch insgesamt ist alles sehr gut ausgearbeitet - bei May steht das Zwischenmenschliche klar über der Action. Hier wird noch gelebt, hier sind Menschen noch Menschen mit ehrlichen Launen und Gefühlen. Im Vergleich zu modernen Hollywood-Helden zeichnet Kara Ben Nemsi sich dadurch aus, dass er nicht den maximalen Schaden anrichten will, sondern im Gegensatz diesen zu minimieren sucht. Im Chaos Moral und Mitmenschlichkeit zu bewahren, das ist eine anspruchsvolle Kunst. Karl May vermittelt geschickt eine Art 'Charma', eine positive Energie, durch die ein selbstloser Gefallen oder eine gute Tat Kara Ben Nemsi später in oft überraschender Weise gedankt wird. Umgekehrt führt das Gesetz der Blutrache zu einer Eskalation von Leid und Krieg.

Allerdings muss ich sagen, dass die Handlung im Vergleich zu heutigen Romanen sehr vielschichtig und komplex ist, allein bei den vielen Namen wird es stellenweise verwirrend, wer mit wem warum noch eine Rechnung offen hat. Das kann auch ermüden! Der gesamte Zyklus hat über 2000 eng bedruckte Seiten, die sich manchmal doch in die Länge ziehen - man muss sich schon auf die Geschichte einlassen.

WICHTIGE ZITATE
* "Wie viele Bücher hatte ich über fremde Länder und ihre Völker gelesen und wie viele Vorurteile daher in mich aufgenommen? Ich hatte manches Land, manches Volk ganz anders und besser gefunden, als sie mir geschildert worden waren." (Kara Ben Nemsi ...der Satz entbehrt nicht einer gewissen Ironie, weil Karl May sich sein Wissen zu diesem Zeitpunkt ja auschliesslich aus Büchern angeeignet hatte)
* "Sieh dir dieses Land ein. Die Sonne hat Tausende hier gewaltsam sterben sehen. Und warum? Weil die Mächtigen nie auf das Wohl ihrer Völker bedacht waren." (eine weise alte Frau)
* "Ich habe dich lieb." - "Auch ich habe dich gern." (deutsch-türkische Männerfreundschaft Kara Ben Nemsis mit Selim Aga)

ZYKLUS
1 - Durch die Wüste (1881)
2 - Durchs wilde Kurdistan (1882)
3 - Von Bagdad nach Stambul (1882)
4 - In den Schluchten des Balkan (1885)
5 - Durch das Land der Skipetaren (1887)
6 - Der Schut (1892)
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45 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unvollständig durch Datensatzfehler, 28. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Durch die Wüste (Kindle Edition)
In dieser Ausgabe - die identisch mit der Ausgabe auf "Projekt Gutenberg" ist - fehlt ab Kapitel 3 jeweils der erste Absatz im Kapitel, teilweise auch der Schlußsatz im Kapitel. Hier muß irgendein Datensatzfehler vorliegen. Sehr Schade, denn so wird der Text teilweise sinnentstellt und es kommt keine rechte Lesefreude auf.

Für diejenigen, die einen Blick darauf werfen möchten: Dieser Fehler ist übrigens bereits auf der Gutenberg-Seite vorhanden.
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48 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Grundlagen der Kara-Ben-Nemsi - Geschichten, 6. November 2000
Von Ein Kunde
Auch wenn der erste Band der Gesammelten Werke nicht den absoluten Beginn der Abenteuer im Orient darstellt (vgl. die Gum-Erzählung in "Sand des Verderbens", Bd. 10), führt Karl May in diesem Band in die Grundlagen aller weiteren Kara-Ben-Nemsi - Geschichten ein. Man erfährt, wie Karl May seinen orientalischen Namen bekommt, wie Halef Omar seine herzallerliebste Hanneh kennen- und lieben lernt und zum Hadschi wird. Die Sitten und Gebräuche im Orient, die Verwicklungen zwischen Arabern, Türken und Engländern im 19. Jahrhundert, die wunderbare Geschichte, wie der West-Araber Halef Omar zu den Haddedihn im heutigen Irak/Iran-Gebiet kommt - all das fügt sich zu einer typischen, phantasievollen Karl-May-Geschichte, in der der Konflikt zwischen Islam und Christentum noch deutlicher wird als in späten Werken Mays. Und, ebenfalls typisch für Karl May: Im Laufe der Geschichte werden einige Schurken vorgestellt, die für die folgenden Bände wichtig sind. Übrigens: Wer die Karl-May-Bände in halbwegs chronologischer Reihenfolge der Handlung lesen will, muß mit dem Band "Winnetou I" anfangen, wo Old Shatterhand alias Kara Ben Nemsi alias Karl May seine Gewehre und seine Ausbildung erhält...
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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker der Abenteuerliteratur, 6. Mai 2007
Von 
Jürgen Capito "jcapito" (Osterode, Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Es gibt Bücher, die einen genialen Einstieg haben. '"Nennt mich Ismael'" beginnt Melvilles 'Moby Dick' und welch ein Zauber liegt in diesen Worten. '"Und ist es wirklich wahr, Sihdi, dass du ein Giaur bleiben willst, ein Ungläubiger, der verächtlicher ist als ein Hund und widerlicher als eine Ratte, die nur Verfaultes frißt?"' Das fragt Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah seinen Kara Ben Nemsi und der sagt nur '"Ja"' am Beginn haarsträubender Abenteuer in einem islamisch-christlichen Disput über mehrere Seiten und nimmt damit etwas vorweg, was im Jahr 2007 wieder viele Abenteurer bewegt. Man glaubt gar nicht, wie gewinnend es sein kann, wieder mal seine alte Karl May-Bibliothek aufzusuchen. Ich nehme mir jetzt auch noch mal 'Durchs wilde Kurdistan'" vor. Habe ich schon als Schüler gelesen '
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Karl Mays beste Bücher schlecht gelesen, 10. Juli 2010
Von 
Eins voraus, die 6 Bände des Orientzyklus sind meine Lieblings-Karl-May-Bücher, ich habe sie schon oft gelesen und auch schon einmal komplett vorgelesen. Karl May breitet seine verblüffende Detailkenntnis des Orients aus, nimmt seinen Leser tatsächlich mit in eine andere Welt und verbindet dies mit einer spannenden Handlung, die selbst den Über-Helden Kara Ben Nemsi verzeihbar und sympatisch macht, nicht zuletzt weil er in der genialen Figur des Hadschi Halef Omar einen Begleiter hat, an dem sich die Diskussionen über Geografie, Kultur und Religion entfalten können. Erschreckend ist die Aktualität des Buches, wenn man sich die Verhältnisse zwischen Irakern, Türken, Kurden und Yesiden in der heutigen Zeit anschaut - die Konflikte sind vergleichbar geblieben. Also alles in allem ein Superbuch und ein zeitloser Abenteuerklassiker und meiner Ansicht nach der beste Teil der 6 Orientbände. Aber was hat der Karl-May-Verlag daraus gemacht ... als Tatortkommissar war Peter Sodann ja klasse, aber wer zum Teufel ist auf die Idee gekommen, ihn ein Buch vorlesen zu lassen? Er liest völlig unmoduliert vor, kennt kein laut und kein leise und macht Pausen, die den Sinnzusammenhang auflösen. Er ist weit davon entfernt, verschiedenen Figuren unterschiedliche Stimmen zu leihen, obwohl ja mindestens die Figur des Sir David Lindsay mit seinem englischen Kauderwelsch dafür eine Steilvorlage böte. Technisch gesehen stören, wie bei allen bisherigen Hörbüchern des Karl-May-Verlages, die langen Tracks mit im Mittel ca. 45 Minuten. Das Sounddesign ist dagegen ganz gut mit orientalischen Klängen und passenden Geräuschen für die Kapitelüberleitungen. Hätte ich nur das Buch beurteilt, wären es 5 Sterne geworden, durch Peter Sodann werden es leider nur 3.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Mittlere Osten, wie er früher war, 13. Juli 2008
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Mit diesem Band startet der große Orient-Zyklus (siehe unten). Der Protagonist und Schriftsteller Kara Ben Nemsi, übersetzt etwa "Karl, der Sohn der Deutschen", in Amerika als Old Shatterhand bekannt, reist mit seinem Diener Hadschi Halef Omar vom Nil aus durch Arabien bis in die südliche Türkei. Es beginnt mit dem Fund einer Leiche, und es reiht sich in den folgenden Wochen und Monaten ein Abenteuer an das nächste.

Die Abenteuergeschichte ist schön zu lesen, wenngleich nach heutigen Maßstäben mit zum Teil sehr ausführlichen Dialogen, und Kara Ben Nemsi ist auch gegen seine ärgsten Widersacher so edelmütig und aufrichtig, dass man sich zuweilen an den Kopf fasst. Aber er schafft es stets, auch aus den kniffligsten Situationen trickreich herauszukommen. Moral, Mut und Charakter haben bei May einen hohen Stellenwert, und der Ruf "des Deutschen" ist in kurzer Zeit so groß, dass er überall als Freund geschätzt und als Feind gefürchtet wird. Der eigentliche Grund zu diesem Buch zu greifen waren für mich jedoch die Beschreibungen der Menschen und Völker jener Zeit (geschrieben 1881). Sunniten, Schiiten, Wahabiter, Beduinen, Araber, Türken, Kurden - sie alle kommen in dieser Geschichte vor. Der Leser lernt den Mittleren Osten kennen zu einer Zeit, als die Gier nach dem Öl noch nicht erwacht war und die Kolonialisierung noch bevorstand. Die Wiege der Menschheit ist voller Altertümer, stolzer Männer, einsamen Wüsten und gefährlichen Räubern, und es gelingt May wunderbar, das tief verankerte Stammesdenken, die Mentalität und die blumige Sprache der Menschen darzustellen. Das Buch endet übrigens kurz bevor die Türken einen Kriegszug gegen Kurden im Nordirak beginnen...

Das Wissen in seinen Büchern bezog May aus Reiseberichten, bekannterweise ist er erst Jahrzehnte später nach Amerika und in den Orient gereist. Die Eindrücke sind also indirekt. May hatte ein phänomenales Gedächtnis und eine beeindruckende Phantasie, weshalb er so detailliert und real erzählt, als wäre er persönlich dabei gewesen. Sprachlich ist er immer noch ein Genuss zu lesen, man wünscht sich, viele der modernen Autoren würden sich bei ihm ein Beispiel nehmen - hier wird noch vorzügliches Deutsch gesprochen!

ZYKLUS
1 - Durch die Wüste (1881)
2 - Durchs wilde Kurdistan (1882)
3 - Von Bagdad nach Stambul (1882)
4 - In den Schluchten des Balkan (1885)
5 - Durch das Land der Skipetaren (1887)
6 - Der Schut (1892)
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen lückenhaft, 27. Dezember 2011
Von 
Dina Kea Dechmann (Annandale, VA United States) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Durch die Wüste (Kindle Edition)
Dass Kindle Bücher voll von Formatierungs- und Tippfehlern sind ist man ja schon gewohnt, aber bei diesem fehlen tatsächlich auch grosse Textteile komplett. Ich würde lieber für etwas bessere Qualität bezahlen als mich mitten im Kapitel ärgern weil ich das Buch löschen muss!
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32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassiker der Abenteuerromane, 8. Mai 2006
In den sechs ersten Bänden umreist unser Held Kara Ben Nemsi mit seinem getreuen Freund und Diener das Mittelmeer von der Sahara bis nach Albanien. Erst im Verlauf der Bücher gelingt es dem Autor, aus einzelnen, zum Teil köstlich beschriebenen Szenen eine Geschichte zu weben.

Im ersten Band steht noch das Lokalkolorit der einzelnen Begebenheiten im Vordergrund. Das ist allerdings hervorragend getroffen und versetzt den Leser ins Schmunzeln.

Wir erfahren so manche abenteuerliche Begebenheit, durch die Kara Ben Nemsi sich näher und näher mit Hadschi Halef Omar anfreundet.

Das Buch gehört einfach ins Repertoire der Abenteuerromane.

Die weltanschaulichen Bekenntnisse des Erzählers geraten zwar zuweilen viel zu lang für die Spannung, auch sind sie deutlich geprägt von überkommenen Vorstellungen.

Dennoch ist die ständige Auseinandersetzung zwischen Islam und Christentum sehr interessant. Um ehrlich zu sein: wie Kara Ben Nemsi immer wieder der Versuchung widersteht, seine Angreifer zu töten, sondern möglichst gewaltlose Auswege findet, das ist vorbildlich. Und wie er sich für Christen schämt, die nur für ihre eigenen Interessen wegen ihres überlegenen Wissens den Orient ausbeuten, das ist trotz aller "Gefühlsduselei" sehr lesenswert und aktuell. Man würde sich wünschen, daß Karl Mays Grundhaltung auch in der modernen Welt mehr Anhänger finden würde.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandiose Fortsetzung des legendären Romans "Durch die Wüste", 28. August 2012
"Durchs Wilde Kurdistan" ist der zweite Band der insgesamt 6-teiligen Abenteuererzählung (sogenannter Orientzyklus), in welcher der Leser die beiden Hauptprotagonisten Kara Ben Nemsi und Halef Omar auf Ihren Reisen quer durch den vorderen Orient begleitet.

Die Bände sind wie folgt:

1. Durch die Wüste
2. Durchs wilde Kurdistan
3. Von Bagdad nach Stambul
4. In den Schluchten des Balkan
5. Durch das Land der Skipetaren
6. Der Schut

DIE GESCHICHTE

Nach zahlreichen Abenteuern in der nordafrikanischen Wüste, dem siegreichen Streich gegen die Feinde der Haddedin und weiteren aufregenden Erlebnissen bei den Teufelsanbetern reisen die Gefährten mit David Lindsay nach Amadije um den Sohn Mohammed Emins aus türkischer gefangenschaft zu befreien. Hier wird erstmalig die geheimnisvolle Marah Durimeh eingeführt, welche auch in späteren Erzählungen eine zunehmend wichtige Rolle in der seelischen Entwicklung Kara Ben Nemsis einnehmen wird. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Schilderung der Gegensätze von Nestorianischen Christen und Kurden in den rauhen Berglanden. In gewohnt pfiffiger Manier können die Gefährten jedoch auch hier selbst die grössten Feinde zu Freunden machen und alle Herausforderungen siegreich bestehen.

INTERESSANTES

Zwischen den Erzählungen der Abenteuer in der nordafrikanischen Wüste und denen in Ägypten existiert eine grosse zeitliche Lücke. Interessanterweise hat May die Erlebnisse der Reise in das Land am Nil in einem sehr schönen späteren Band (vgl. Gesammelte Werke, Bd.60, Allah il Allah) zusammengefasst. Diese stehen nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Erlebnissen des eigentlichen Orientzyklus.

KOMMENTAR

May versteht es in seiner kaum nachzuahmenden Weise dem Leser jene damals in Deutschland noch weitgehend unbekannte Welt in prächtigen Farben, spannend und detailiert zu erschliessen. Das er grosszügig übertrieben oder fabuliert hat, mag man verzeihen.

Auch nach beinahe 25 Jahren habe ich den Orientzyklus gern ein weiteres Mal gelesen. Das interessante dabei ist, das man immer wieder neue Facetten im kleinen einzelner Romane, wie auch im Zusammenhang des Mayschen Gesamtwerkes finden kann, wenn man diese Werke heute nicht mehr mit den Augen eines Jungendlichen liest.

Sympatisch ist vor allen Dingen, daß anders als in heutigen Romanen, die meisten Herausforderungen auch ohne die Anwendung von Brachialgewalt gelöst werden können. Menchlichkeit und Achtung vor den Mitmenschen sind immer oberstes Gebot.

WISSENSWERTES

Die gesamte Erzählung erschien erstmals in acht Abschnitten zwischen 1881 und 1888 in der Zeitschrift "Deutscher Hausschatz in Wort undBild". Erst nach 1891 wurden die Reiseerlebnisse in Buchform publiziert. Diese "Gesammelten Reiseromane" begannen 1892 mit dem Orientzyklus. Hierfür überarbeitete May die Erzählung. Einige kleine Textpassagen, Fremdwörter sowie die Anreden an die "Hausschatz"-Leser wurden gestrichen und die Kapiteleinteilung aufgelöst; die Erzählung wurde mit neuer Kapiteleinteilung auf sechs Bände verteilt.

Die Vorliegenden Ausgaben sind also durchweg stark überarbeitete Fassungen. Der Karl-May-Verlag brachte allerdings in den Jahren 1982-1984 zumindest die Erstauflagen der 33 Fehsenfeld-Bände in der Reprintreihe "Freiburger Erstausgaben" erneut heraus; der Orientzyklus bildet darin die Bände 1-6.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine phantastische Reise, 10. März 2012
Karl May (1842-1912) erzählt seine große (Phantasie-)Abenteuerreise als "Kara Ben Nemsi" (= "Karl, Sohn der Deutschen") durch das Osmanische Reich der siebziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts.
Beginnend in einem Wadi (also in einem Tal) im Gebiete des heutigen Tunesiens, wo ein gerade erst ermordeter Franke (= Europäer) gefunden wird, kommen Kara Ben Nemsi und sein Diener Halef Omar an einen Salzsee, den Schott el Dscherid, wo ein zweiter Mord geschieht, nämlich an dem Führer namens Sadek, der Reisende beruflich über die trügerisch verkrusteten Wege des Schotts führt. Dessen Ermordung geschieht vor den Augen Kara Ben Nemsis und Halef Omars. Die Verfolgung des zweifachen Mörders, an die sich der Bluträcher Omar Ben Sadek, des Führers Sohn, anschließt, wird später auch auf des Verfolgten Bruder ausgedehnt und wird durch sechs Bücher (2. Durchs wilde Kurdistan, 3. Von Bagdad nach Stambul, 4. In den Schluchten des Balkan, 5. Durch das Land der Skipetaren, 6. Der Schut) hindurch erzählt, ohne an Spannung zu verlieren. Die am Nil spielenden drei Kapitel "In Abrahim Mamurs Gewalt" bis "Eine Entführung" sind eine ältere, ursprünglich eigenständige Erzählung Mays ("Leilet"; 1876), die in den Handlungsverlauf später (1881) eingefügt wurde.
Durchwoben ist das in Bann ziehende Abenteuer mit dem Faden der Glaubensfrage. Halef Omar schwört seinem Sihdi (= Herrn) immer wieder, er werde ihn zum rechten Glauben, sprich: dem Islam bekehren, ob er wolle oder nicht (!). Dieser also unsinnige Bekehrungsversuch besteht aus endlosen Zitaten und Wiederholungen auswendig gelernter Koransprüche und islamischer Katechismussplitter, wie sie jemand vorbringt, der sein auswendiges Halbwissen mit der großen Wahrheit verwechselt, wie dies die meisten Menschen aller Religionen tun. Kara Ben Nemsi kontert mit wenn auch nicht vollkommener, doch in sich konsequenterer oder pfiffigerer Logik, gewinnender Menschenfreundlichkeit und gelebtem Großmut an den Feinden.
Für ältere Jugendliche und jüngere (oder zumindest minder belesene) Erwachsene ein echter Gewinn!
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Durch die Wüste: mp3-Hörbuch, Band 1 der Gesammelten Werke
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