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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellente Essays zur Evolutionsbiologie und Anthropologie, 28. Dezember 2008
Von 
Ruediger Vaas - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Darwinisch denken: Horizonte in der Evolutionsbiologie (Broschiert)
"Nichts in der Biologie macht Sinn, außer man betrachtet es im Licht der Evolution", wird der Naturforscher und Genetiker Theodosius Dobzhansky gern zitiert. Diese gleichermaßen provokante wie pointierte Formulierung mag begründen, warum "Darwinisch denken" so wichtig ist. Volker Sommer, Professor für Evolutionäre Anthropologie am University College London, beschreibt darin die faszinierenden Horizonte der Evolutionsbiologie - zum Beispiel Traditionspflege bei Tieren, das Töten von Artgenossen, Altruismus und Egoismus bei Affen sowie biologische und philosophische Aspekte zum Rassismus und Artbegriff und zu Leiden und Sterblichkeit. Es geht um die Fragen, ob Tiere eine rudimentäre Form von Kultur haben (ja, das ist bei manchen Arten der Fall!), ob und wie sie das Geschlecht ihrer Nachkommen beeinflussen können und wie sie auf soziale und ökologische Herausforderungen flexibel reagieren. Sommer fällt nicht auf naturalistische Fehlschlüsse herein (aus dem "Sein" folgt kein "Sollen"!), aber er zeigt durchaus, inwiefern naturwissenschaftliche Erkenntnisse für ethische Fragestellungen relevant sind. Und das gilt nicht nur für unser eigenes zwischen- und unmenschliches Verhalten, sondern auch das gegenüber unseren planetaren Mitbewohnern. Sommer: "In dem Maße, wie wir hinzulernen über das evolutions-historische Gewordensein der Spezis Mensch, werden wir unsere nähere oder fernere Verwandtschaft mit anderen Lebewesen nicht nur besser begreifen lernen. Vielleicht, hoffentlich, werden wir sie auch so zu schätzen lernen, dass wir den täglichen Verlust biologischer und kultureller Vielfalt nicht klaglos hinnehmen wollen."
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen nichts auszusetzen, 19. Februar 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Darwinisch denken: Horizonte in der Evolutionsbiologie (Broschiert)
Volker Sommer gehört für mich zu den interessantesten Forschern unserer Zeit. Seine knallharten Aussagen: "Die Affenpopulationen sind nicht mehr zu retten" und "In 50 Jahren kennen wir die Menschenaffen nur noch aus dem Zoo" oder "Solange die Europäer Interessen an Bodenschätzen haben, die in den Lebensräumen der Menschenaffen vorkommen, werden die Tiere - und der Urwald - keine Chance haben" finde ich klasse. Sicher nicht von der Aussage, aber von der Offenheit. Heuchelei und Schönrederei hilft uns nicht. Sein Buch ist wie eine Anklageschrift, ohne eine zu sein. Es zeigt auf, was die Affen wirklich sind, nämlich keine uns fern stehenden Abstrakta, sondern Teile unseres eigenen Wesens. Das lässt mich diese Arbeit immer wieder lesen und genießen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Problematisches Denken, 14. Januar 2010
Von 
Lulu "Lena" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Darwinisch denken: Horizonte in der Evolutionsbiologie (Broschiert)
Keine Frage: das Buch ist gut geschrieben und enthält einige sehr interessante Essays zur Evolutionsbiologie. Besonders gelungen fand dich die Ausführungen über den Altruismus bzw. Egoismus bei Primaten, zur Kultur im Tierreich und zum Artbegriff. Insoweit lohnt sich die Lektüre also allemal.

Als problematisch empfand ich das dem Buch entspringende Bestreben, darwinistisches Denken über sein eigentliches Anwendungsgebiet hinaus in menschliche Gesellschaften zu tragen bzw. gar für ethische Fragestellungen zu verwenden.

Ein Grunddogma des Darwinismus ist, dass der individuelle Reproduktionserfolg (teilweise) auf genetisch bedingten Merkmalen beruht. Für Sozialstaaten gilt dies jedoch nicht. Man könnte sogar sagen: Deren Organisation dient geradewegs dazu, die genannte Beziehung aufzuheben. Ferner: In der wilden Natur erfolgt die Verteilung knapper Ressourcen üblicherweise aus der Sicht derer, die an der Ressource interessiert sind, d.h. es gilt das "Recht des Stärkeren". In menschlichen Zivilisationen wurden - in Anlehnung an die sexuelle Selektion - die Verhältnisse jedoch umgekehrt: Hier bestimmt der aktuelle Ressourcenbesitzer, wer die Ressource bekommt, d.h. es gilt das Recht des Besitzenden.

Der Darwinismus kennt solche grundsätzlichen Unterschiede in der Wettbewerbskommunikation nicht, weswegen es für Sozialdarwinisten auch kein großes Problem darstellte, wenn sich europäische Siedler irgendwo in der Ferne niederließen und die native Bevölkerung verdrängten, unterwarfen oder versklavten: Das war dann eben das Recht des Stärkeren und Ausdruck einer überlegenen Kultur. Im Grunde behandelte man die Eingeborenen wie Tiere, denen Menschen bekanntlich auch kein Recht des Besitzenden zugestehen.

Und neben den Hinweisen auf die Ähnlichkeit des Menschen mit seinen nahen Verwandten, fehlte mir auch eine überzeugende Darstellung der menschlichen Alleinstellungsmerkmale: Nur dem Menschen ist es bislang gelungen, seine kulturellen Errungenschaften bzw. seine erworbenen Kompetenzen außerhalb des eigenen Körpers in symbolischer Form zu konservieren, um sie auf diese Weise beliebigen anderen Individuen zur Verfügung zu stellen. Dieser Unterschied mag sich unbedeutend anhören. Er entspricht aber in etwa der qualitativen Differenz zwischen einem lokal vernetzten PC und einem Computer, der zusätzlich noch einen Zugang zum Internet besitzt.

Meiner Meinung nach benötigen wir zunächst eine Evolutionstheorie, die sich problemlos auch auf menschliche Gesellschaften anwenden lässt. Die Darwinsche Theorie ist dazu nicht in der Lage. Dann sollte man sich aber auch davor hüten, darwinistisch zu denken, wenn es um Menschen und menschliche Gesellschaften geht.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gutes Buch, aber nicht die grosse überraschung, 2. Dezember 2010
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Darwinisch denken: Horizonte in der Evolutionsbiologie (Broschiert)
Im grossen und ganzen ein gelungenes werk, lässt einen über die weitreichende Aussage der Evolutionstherie noch einmal nachdenken. Ausser einigen interresanten Beispielen aus dem Tierreich sagt Sommer aber nicht viel, worauf man nicht selber kommen könnte: Der Mensch ist ein Tier, nicht weniger, aber auch nicht mehr, und so kann man ihm auch verzeihen dass er sich ein übermächtiges Wesen oder einen höheren Sinn [Gott] herbeiwünscht (gegen dessen Existenz Sommer einige plausible Gründe schildert).
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Darwinisch denken: Horizonte in der Evolutionsbiologie
Darwinisch denken: Horizonte in der Evolutionsbiologie von Volker Sommer (Broschiert - September 2007)
EUR 19,80
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