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4.0 von 5 Sternen Lyonel Feiningers künstlerische Visionen einmal anders, 28. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Lyonel Feininger: Fotografien 1928-1939 (Gebundene Ausgabe)
Der Band enthält - auf hochwertigem 150-Gramm-Papier und wie immer bei Hatje Cantz in exzellenter Druckqualität - Abdrucke aller 76 Originalabzüge von Lyonel Feininger, die auch in der Ausstellung zu sehen sind. Die Auswahl legt ihren Schwerpunkt auf die Anfangszeit seiner Entdeckung der Fotografie, die Zeit von 1928 bis 1939, in der Feininger als Fotograf besonders produktiv war, zumal ihm in diesen Jahren auch meist eine Dunkelkammer zur Verfügung stand.

Die ausgewählten Fotografien lassen unschwer den Bezug zu Feiningers Arbeiten als Maler erkennen: Hier wie da scheint ihn zum Beispiel die Visualität von Transparenz, von Bildüberlagerungen sowie Licht-und-Schatten-Spielen zu faszinieren. Dieser Faszination spürt er über eine Vielzahl von Motiven und Fototechniken nach. Insbesondere Nachtbilder haben es ihm angetan, schwach beleuchtete Straßen und Häuser, Motive im Gegenlicht, Bilder bewegter Menschen, die das Vergehen von Zeit durch Bewegungsunschärfe und Doppelbelichtungen festzuhalten suchen, Schaufensterpuppen, denen die Kamera durch die Spiegelreflexe der Glasscheiben eine ungewöhnliche Atmosphäre abtrotzt.

Neben dem unfangreichen Abbildungsteil bietet der Ausstellungskatalog einige informative Texte zum Leben und Werk des Künstlers. Herzstück des Textteils ist der Essay "Lyonel Feiningers Neues Sehen". Reich bebildert und angereichert durch Zitate aus Feiningers Korrespondenz wird hier das sich im Laufe seines Lebens wandelnde Verhältnis zur Fotografie nachgezeichnet, das sowohl durch die Arbeiten seiner Söhne als auch die von Bauhaus-Kollegen wie László Moholy-Nagy geprägt wird. Mit Hilfe dieses gut 30-seitigen Aufsatzes, der immer wieder auf die konkreten Beispielfotografien im Hauptteil des Buches verweist, lässt sich so das Wechselverhältnis sowohl zwischen Feiningers Fotografie und seiner Malerei als auch zwischen seinem Gesamtwerk und den sich wandelnden Kunstströmungen seiner Zeit verstehen.

Nachdem die Ausstellung im Frühjahr 2011 in Berlin zu sehen war, reist sie weiter in die Pinakothek der Moderne, München 2.6.-17.7.2011, das J. Paul Getty Museum, Los Angeles 25.10.2011-11.3.2012 und schließlich in das Harvard Art Museums, Cambridge, Massachusetts 30.3.-2.6.2012.
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5.0 von 5 Sternen Feiningers fotografische Versuche, 8. März 2011
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lyonel Feininger: Fotografien 1928-1939 (Gebundene Ausgabe)
Der gebürtige Amerikaner Lyonel Feininger (1871-1956) zählt zu den populärsten und vielseitigsten Künstlern der klassischen Moderne in Deutschland. Dabei hatte sich der spätere Bauhaus-Meister erst spät vom erfolgreichen Illustrator und Karikaturisten zu einem gefeierten Künstler der figurativen Malerei und einer besonderen Ausrichtung des Kubismus entwickelt.

1928, während seiner Zeit am Dessauer Bauhaus (also erst im Alter von 58 Jahren), machte Feininger erste fotografische Versuche. Vermutlich angeregt von seinen Söhnen Lux und Andreas und den Fotoexperimenten seines Nachbars László Moholy-Nagy, griff der Künstler selbst zur Kamera. Mit Kamera und Stativ ausgerüstet, fotografierte er zunächst die Bauhaus-Meisterhäuser in seiner Nachbarschaft.

Feininger war schnell von den technischen Finessen begeistert, doch er schuf seine Fotografien im Alleingang, ohne sich mit Kollegen auszutauschen. Das moderne Medium bot ihm vielmehr die Gelegenheit, seinem künstlerischen Programm neue Impulse zu verleihen. So sind Feiningers Fotografien zwar verblüffend modern aber andererseits äußerst privat.

Obwohl Feininger seine Fotoleidenschaft als Privatsache ansah, legte er sich doch ein fotografisches Archiv an, dass schließlich fast 500 Abzüge und rund 18.000 Negative und Dias umfasste.

Die Ausstellung "Lyonel Feininger - Fotografien 1928-1939", die 2011 im Kupfer-stichkabinett Berlin und in der Münchner Pinakothek (2012 im Paul Getty Museum Los Angeles und im Harvard Art Museums Cambridge) präsentiert wird, ist die erste Ausstellung, die sich Feiningers fotografischem Schaffen widmet. Schwerpunkt der Ausstellung ist Feiningers rege fotografische Tätigkeit zwischen 1928 und den späten 30er Jahren, als ihm meist eine Dunkelkammer zur Verfügung stand.

Im Hatje Cantz Verlag ist der ausführliche Katalog zu dieser repräsentativen Ausstellung erschienen. Er stellt alle 76 ausgewählten Fotografien in Bild und Begleittext vor. Sie zeigen die Bandbreite der Motive sowie die unterschiedlichen Methoden, mit denen Feininger in diesen Jahren experimentierte: Tageszeiten, Witterungsverhältnisse, Doppelbelichtungen und ungewöhnlichen Blickwinkeln. Als Motive dienten ihm u.a. Straßenlaternen, Hausfassaden, Modellsegelboote, Schaufensterpuppen oder Eisenbahngleise.

Die ausführliche Einleitung "Lyonel Feiningers Neues Sehen" beschreibt die ersten fotografischen Versuche des Künstlers während seiner Bauhaus-Zeit. Das Nachwort "Lyonel Feininger in Harvard" schildert dagegen, wie die Verbindung zwischen Harvard und den Feiningers zustande kam.

Der vorliegende Katalog besticht nicht nur durch die ausgezeichnete Druckqualität der Fotoabbildungen sondern durch die ausführlichen und gut lesbaren Interpretationen der einzelnen Fotobeispiele.

Manfred Orlick
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Lyonel Feininger: Fotografien 1928-1939
Lyonel Feininger: Fotografien 1928-1939 von Laura Muir (Gebundene Ausgabe - 2. März 2011)
EUR 29,80
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