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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Glaube als Ruhepol und festes Fundament., 22. März 2011
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Zehn Gebote: Anspruch und Herausforderung (Gebundene Ausgabe)
"Nur wer bereit ist, sich selbst kritisch zu hinterfragen, kann weiterkommen und wirklich verantwortungsvoll handeln - für sich selbst ebenso wie für andere." S. 183

Günther Beckstein, Jahrgang 1943. Seit 1974 gehörte der promovierte Jurist dem Bayerischen Landtag an, von 1993 bis 2007 war er bayerischer Staatsminister des Innern, von 2007 bis 2008 bayerischer Ministerpräsident. Parallel zu seiner politischen Tätigkeit wird er 1996 als Mitglied der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern berufen. Ein Amt, das übrigens seine Frau ein paar Jahre vor ihm auch schon innegehabt hat. Seine Berufung war innerhalb der Kirche umstritten, so schreibt Günther Beckstein, und Edmund Stoiber hätte ihm regelrecht davon abgeraten, diese Aufgabe wahrzunehmen. Wie kann man politische Tätigkeit und religiösen Glauben miteinander vereinbaren?

Gleich zu Beginn beschreibt Günther Beckstein ganz konkret die Konflikte zwischen dem Handeln eines Pfarrers und dem eines Politikers anhand des Themas Asyl. Er erklärt das Selbstverständnis, dem sein Handeln als Politiker zugrunde lag, und mit dem er hin und wieder auch bei Kirchenvertretern aneckte. Nachdem er dieses Spannungsfeld, in dem er sich bewegte, erläutert hat, folgt noch eine Einführung in Luthers Unterscheidung der Zwei Reiche und das Verständnis der Zehn Gebote, bevor er ein Gebot nach dem anderen thematisiert.

Bei der Analyse der einzelnen Gebote spricht er einerseits aktuelle Entwicklungen und Themen an. Zum anderen berichtet er von seinen eigenen Erfahrungen, Entscheidungen. Und natürlich wird dabei seine persönliche Meinung deutlich geäussert. Günther Beckstein hat keine Scheu davor zu sagen, was er meint. Manches dabei ist durchaus überraschend und widersprüchlich.

Ein paar Beispiele für den Inhalt:

1. Gebot: Günther Beckstein beginnt damit, was passiert, wenn Geld, Macht und Sex zum Götzen werden, bevor er sich dem Religionspluralismus und Wahrheitsanspruch zuwendet. Sehr ausführlich betrachtet er das Verhältnis zum Islam. Erläutert zum Beispiel den Unterschied zwischen Kopftuch und Ordenstracht. Sieht die Gefahren und analysiert die Konsequenzen für die Politik. Er hält es für richtig, den Dialog mit unseren muslimischen Mitbürgern zu verstärken, allerdings plädiert er für ein gesundes Selbstbewusstsein, das Bewusstsein der eigenen christlichen Identität, der eigenen Wurzeln während dieses Dialoges. Vor allem sollen in solch einem Dialog auch kritische Fragen gestellt werden. Im Übrigen sagt Günther Beckstein provozierend: Wir glauben nicht an denselben Gott! Die Unterschiede zwischen Christentum und Islam sind wesentlich und er erläutert wieso er dieser Meinung ist. Weiter vorne hat er übrigens erzählt, dass er es für fatal hält, wenn das Land Berlin ein weltanschaulich "neutrales" Fach namens "Werteunterricht" einführt, und der Religionsunterricht nur noch auf freiwilliger Basis weitergeführt wird. Auf der anderen Seite unterstützt Günther Beckstein einen eigenständigen islamischen Religionsunterricht. Der überraschte Leser erfährt, dass dieser in Bayern in den Achtzigerjahren in der Volksschule eingeführt wurde. Zuletzt wird beim 1. Gebot auch noch der fehlende Gottesbezug im EU-Reformvertrag thematisiert. Ein Versäumnis, das der Autor bedauert. Der Leser erfährt, dass es der damalige französische Staatspräsident Chirac und dessen Premier Lionel Jospin waren, die selbst eine abgeschwächte Formulierung, die sich auf das religiöse Erbe Europas bezog, abgelehnt hatten.

2. Gebot: Hier geht es unter anderem um das hohe "C" (Wie der Name in der Nachkriegszeit entstand, die Werte für die er steht) und natürlich wird hier dargestellt, was "christliche Politik" bedeuten kann - und was nicht. Der frühere bayerische Ministerpräsident Hanns Seidel (1901 - 1961) wird zitiert: Die Glaubwürdigkeit und die Rechtfertigung einer solchen Partei hängen davon ab, ob in ihr ein unerschütterlicher Kern von Menschen tätig ist, der in der Politik nicht nur eine Gelegenheit zur Ausübung von Macht sieht, sondern der von der Überzeugung durchdrungen ist, dass es keine Diskrepanzen zwischen Weltanschauung und praktischem Handeln geben darf, dass vielmehr Politik ein Auftrag ist, dessen Vollzug am Ende der Tage verantwortet werden muss. (S. 64) Dem ist nichts hinzuzufügen.

3. Gebot: Hier geht zum Beispiel um die Lockerung des Autowaschverbots an Sonntagen, dem Günther Beckstein auch zustimmt hat, und die Wiedereinführung des Buß- und Bettages.

4. Gebot: Die Eltern ehren: von Pflegediensten über Erziehung bis hin zur "Herdprämie" und der Generationengerechtigkeit.

5. Gebot: Ein klares Bekenntnis zur Zwei-Reiche-Lehre von Luther als Antwort auf die Aussage der früheren EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann, dass in Afghanistan nichts gut ist. "Es wäre schlimm, wenn die Bischöfin so reden würde wie der Verteidigungsminister; es wäre aber ebenso schlimm, wenn der Verteidigungsminister so handeln würde, wie die Bischöfin redet. Völlig unangebracht wäre es zu glauben, dass ein Verteidigungsminister(egal von welcher Partei) das Leben der eigenen Soldaten und auch das der Zivilbevölkerung in Afghanistan fahrlässig aufs Spiel setzen würde." (S. 96) Günther Beckstein begrüßt den Mut des früheren Verteidigungsministern zu Guttenberg, die Probleme in Afghanistan klar zu benennen, und erklärt, warum es keinen gerechten Pazifismus geben kann. Des Weiteren werden bei diesem 5. Gebot Amokläufe an Schulen, Abtreibungen und Sterbehilfe angesprochen.

6. Gebot: Scheidungen, Lebenspartnerschaften und mehr.

7. Gebot: Unter anderem geht es hier um Steuerhinterziehung, Die Sache mit den CDs , die einzelnen Ländern zum Kauf angeboten wurden. Eine Situation, in der es keine moralisch einwandfreie Lösung gibt, wie Günther Beckstein meint.

8. Gebot: Die Bedeutung der Medien, der Missbrauch der Meinungsfreiheit.

9. und 10. Gebot: Über den Traum vom Ministerpräsidenten-Amt, über die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft, und mehr.

Selbstverständlich sind auch mehrere Seiten mit fotografischem Material vorhanden. Günther Beckstein hat seine privaten Archive geöffnet und so findet der Leser auch weniger bekannte Bilder, zum Beispiel aus der Kindheit oder mit der Familie, neben Aufnahmen aus seiner beruflichen Tätigkeit.

Anstelle eines Nachworts hat Günther Beckstein seine Gedanken zum Psalm 90 festgehalten.

Der Schreibstil des Buches ist überraschend lebendig und unterhaltsam. Keine verschwurbelten Bandwurmsätze. Keine theoretischen Konstrukte. Günther Beckstein erklärt klar und deutlich sein Anliegen, seine Überzeugung. Dabei arbeitet er mit praktischen Beispielen aus seinem Leben. Es ist ein sehr handfester Text, kein theoretischer Überbau. Ein Text mit Realitätsbezug. Natürlich werden an der einen oder anderen Stelle auch Studien genannt, mit Zahlen argumentiert. Viel häufiger ist jedoch der autobiografische Bezug.

Mein Fazit:

Günther Beckstein ist sicher mehr als der "Law-and-Order"-Mann, als der er in manchen Medien nur allzu gerne präsentiert wurde. Nachdenklich und bodenständig. Seiner Verantwortung bewusst und zielorientiert. Bereit auch anzuecken. Vor allem ist er auch bereit Fehler und Zweifel einzugestehen. Nicht alles würde er heute genauso machen wie damals. Eine wichtige und nicht zu unterschätzende Eigenschaft. Des Weiteren wird die Bedeutung eines Wertefundamentes mehr als deutlich. Ich hoffe, dass dieses Buch von vielen Menschen gelesen wird. Empfehlenswert.

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Wem dieses Buch von Günther Beckstein gefallen hat, der wird möglicherweise auch Interesse an dem folgenden Hörbuch von Kristian Furch, Sprecher Martin Falk haben:
Demut macht stark: Zehn ungewöhnliche Denkanstöße - Führungserfolg ohne Angst und Selbstüberschätzung.
Insbesondere der Lebensweg des Paulus sowie der 2. Korintherbrief werden bei der Analyse angesprochen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr empfehlenswert, 3. Juli 2014
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Rezension bezieht sich auf: Die Zehn Gebote: Anspruch und Herausforderung (Gebundene Ausgabe)
mir hat das Buch sehr gut gefallen. Beckstein erzählt aus seinem Alltag als Familienvater, Ehemann und Politiker. Vieles hat mich sehr bewegt. Ein wirklich anschauliches und empfehlenswertes Buch. Schon der Satz "Leitplanken fürs Leben" drückt viel aus. Er spricht Dinge an, wovon man im Alltag nicht soviel hört, manches ging mir ganz schön unter die Haut, er schreibt aber auch humorvoll. Ich finde das Buch für jung und älter geeignet.Ich kann es nur empfehlen
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Die Zehn Gebote: Anspruch und Herausforderung
Die Zehn Gebote: Anspruch und Herausforderung von Günther Beckstein (Gebundene Ausgabe - 21. Februar 2012)
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