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5.0 von 5 Sternen Die Straße der Kulturen, 29. Dezember 2013
Von 
Volker M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: DuMont Reiseabenteuer Im Schatten der Seidenstraße (Taschenbuch)
Die Engländer nennen es "Armchair Travelling": Die Kunst, mit einem Buch auf den Knien und einem Glas Rotwein in der Hand die Reisen anderer ohne Risiko nachzuvollziehen. Der Engländer an sich verlässt nicht gerne seine Insel. Es ist also kein Wunder, dass die besten Reiseschriftsteller zuerst aus England kamen.

Colin Thubron ist einer der Meister dieses Fachs. Im Jahr SARS (also 2003) reiste er auf der Seidenstraße von Xian in Zentralchina bis nach Antakya an der Mittelmeerküste. 11.000 Kilometer über Land. Da war er schon Mitte Sechzig und die Reise, das muss ihm von Anfang an bewusst gewesen sein, diese Reise war gefährlich. Sie führte durch den Norden Afghanistans, quer durch den Iran und nur Thubrons bemerkenswerte Vielsprachigkeit und Reiseerfahrung hat diese Expedition überhaupt möglich gemacht. Er reist auf einfachstem Niveau, sein Geld versteckt in einer ausgeleerten Flasche Mückenschutzmittel, ohne Fotoapparat (der weckt Misstrauen bei Behörden), nur bewaffnet mit einem Rucksack, Stift und Notizbuch - sowie einer robusten Gesundheit und viel Gottvertrauen.

Er begegnet fast überall hilfsbereiten Menschen, die ihr Weniges mit ihm teilen, aber auch religiösen Fanatikern, an denen dieser Teil der Welt leider reich gesegnet ist. Wie sich herausstellt, sind aber bei Weitem nicht alle Fanatiker, die von ihren Regierungen zu Terroristen gestempelt werden. In Xinjiang, der westlichsten Provinz Chinas, früher mehrheitlich von liberal-muslimischen Uiguren bewohnt, heute von in den letzten 20 Jahren eingewanderten Han-Chinesen zur Minderheit gemacht, erlebt Thubron wie erst die Unterdrückung radikale Tendenzen unter den Uiguren gefördert hat. Xinjiang ist reicher an Bodenschätzen als der gesamte Rest Chinas, aber die Urbevölkerung hat keinen Anteil daran.

Doch was heißt schon Urbevölkerung auf der Seidenstraße. Überall auf seinem Weg findet Thubron Beweise für einen jahrtausendelangen Austausch der Kulturen. 5000 Jahre alte Mumien von Europäern im Wüstensand der Taklamakan. Griechische Kunst in Afghanistan. Christliche Kirchen im Iran. In keltischen Gräbern in Deutschland findet man chinesische Seide, in chinesischen Gräbern der Han-Dynastie baltischen Bernstein. Wo gehandelt wird, da wandern auch Menschen. In Chang An, der ehemaligen Hauptstadt Chinas, die heute Xian heißt, dort gab es jüdische Synagogen, christliche, manichäische und nestorianische Kirchen, buddhistische und taoistische Tempel. Es muss damals auf der Seidenstraße zugegangen sein, wie auf einer Autobahn.

Dadurch, dass Thubron mit einfachsten Mitteln reist, ist er auf die Menschen auf seinem Weg angewiesen. Er nähert sich mit Respekt und Neugier, und meistens wird er nicht enttäuscht. Oft genug öffnen ihm seine Gesprächspartner ihr Herz und er erfährt Dinge, die nicht einmal deren Familien wissen. Thubron beschreibt diese Begegnungen so unmittelbar und direkt, dass man hautnah mitreist. Man spürt sein Unbehagen, wenn ihm Personen nicht geheuer sind, man leidet mit, wenn die Strapazen zu groß werden. Thubron weicht oft von den ausgetretenen Touristenpfaden ab, besucht einsame Ruinenstädte auf dem Rücken eines Kamels oder sammelt Jade in abgelegenen Gebirgsflüssen. Immer würzt er seine Erlebnisse mit hervorragend recherchierten und dezent vermittelten Fakten, viele davon waren für mich neu. Es ist eben nicht nur ein spannender Reisebericht, sondern gleichzeitig eine Dokumentation über die Geschichte und Kultur der Seidenstraße, nie mit belehrendem oder erhobenem Zeigefinger, immer unterhaltsam und niemals trivial.

Das ist Armchair Travelling vom Allerfeinsten.
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5.0 von 5 Sternen Auf dem Kamel quer über die Seidenstrasse, 14. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: DuMont Reiseabenteuer Im Schatten der Seidenstraße (Taschenbuch)
Der britische Bestseller-Autor Colin Thubron beschreibt packend und zugleich poetisch seine 11.000 Kilometer-Reise per Bus, Jeep und auf Kamel über die Seidenstrasse. Der Dumont-Verlag eröffnet mit dieser Reihe die neue Richtung des "Travel-Writing", der subjektiv geschriebenen Reiseliteratur.
Ulrike Keding
Journalistin
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DuMont Reiseabenteuer Im Schatten der Seidenstraße
DuMont Reiseabenteuer Im Schatten der Seidenstraße von Colin Thubron (Taschenbuch - 30. September 2013)
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