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34 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Historisch "revolutionär", jedoch heute zu einseitig, 21. Februar 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Griff nach der Weltmacht: Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18 (Taschenbuch)
"Griff nach der Weltmacht" - das vorliegende Buch von Fritz Fischer, revolutionierte die deutsche Geschichtswissenschaft und löste bei seinem Erscheinen im Jahre 1961 die sogenannte "Fischer-Kontroverse" aus. Es behauptet, Deutschland habe die Hauptschuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Allerdings stellt Fischer klar, dass er - ähnlich wie Sebastian Haffner in seinem Werk: "Die sieben Todsünden des Deutschen Reiches" sich lediglich mit der Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschlands zwischen 1914 und 1918 beschäftigt und die Schuldfrage der anderen beteiligten Mächte nicht erörtert. Das Buch kann auch nicht ohne seinen "Nachfolger": "Krieg der Illusionen" verstanden werden, welches 1969 erstmals erschien und die deutsche Politik zwischen 1911 und 1914 herausarbeitete. Aus heutiger Sicht ist die einseitige Schuldzuweisung an Deutschland, vor allem was die zivile Reichsleitung angeht, eindeutig überholt. Hierauf hat zuletzt wohltuend Volker Ullrich in seniem Buch: "Die nervöse Großmacht 1871 bis 1918" in seinen außenpolitischen Kapiteln hingewiesen.
Dennoch ist das Buch auch heute noch interessant zu lesen und zwar aus vier Gründen. Erstens belegt Fischer, dass es eindeutige deutsche "Kriegsziele" gab und Deutschland nicht unschuldig in den Krieg "hineingeschlittert" war. Diese - aus heutiger Sicht banale - Feststellung wirkte zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches im Jahre 1961 fast revolutionär. Zum zweiten gibt es heute verstärkt die Tendenz, die deutsche Mitschuld am Entstehen des Krieges zu leugnen. Dies wird besonders deutlich in dem im November 2003 im Olzog-Verlag erschienenen Buch von Gerd Schultze-Rhonhof: "1939: Der Krieg, der keine Väter hatte" in dem die Schuld am Kriegsausbruch allen anderen beteiligten Mächten, nur nicht dem "unschuldigen" Deutschland, zugewiesen wird. Insofern ist die Aufklärung Fischers heute noch notwendig und wichtig. Drittens jährt sich in diesem Jahr der 90. Jahrestag des Ersten Weltkrieges. Zahlreiche Neuerscheinungen, Bücher und Filme, werden erwartet. Insofern dürfte auch Fischers Buch erneut auf Interesse stoßen. Auf die "Fischer-Kontroverse" machte auch der "Spiegel" vom 16.02.2004 in seiner Titelgeschichte: 1914-1945: Der (zweite) Dreißigjährige Krieg aufmerksam. Heinrich August Winkler sprach - zu recht - von der "Urkatastrophe" des Ersten Weltkrieges. Viertens weisen Politikwissenschaftler wie Richard Ned Lebow immer wieder auf die "Juli-Krise" von 1914 hin. Sie dient als Beispiel, wie eine Krise eskalieren und zum Krieg führen kann. Der Juli 1914 zeigt beispielhaft, unter welchen Umständen eine Krise eskaliert und zum Krieg führt und ist deshalb heute noch für die historische und politische Forschung ungemein wichtig. Ein Grund mehr, sich die Thesen Fischers zu Gemüte zu führen, auch wenn sie nicht mehr den neuesten Forschungsstand wiederspiegeln.
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30 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichte einmal subjektiv - aber trotzdem informativ, 15. November 2000
Rezension bezieht sich auf: Griff nach der Weltmacht: Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18 (Taschenbuch)
Einseitige Betrachtungsweise der Schuldfrage am 1.WK, wobei der Autor nahezu ohne jegliche Einschränkungen dem Deutschen Reich die Alleinschuld aufbürdet. Die meißten anderen Nationen werden nicht betrachtet, so daß der (falsche) Eindruck entsteht, das Deutsche Reich habe zielstrebig auf diesen Krieg hingearbeitet und ihn provoziert. Allerdings muß man dem Autor zugutehalten, daß er (wie einleitend ausdrücklich erwähnt) nur die deutsche Schuldfrage erörtert und die anderen beteiligten Nationen bewußt außen vor läßt. Trotzdem argumentiert Fischer überzeugend und stellt im weiteren die deutschen Ziele und Aktionen während des 1.WK detailliert und gekonnt dar. Das Buch ist sehr gut strukturiert und liest sich flüssig. Fazit: Insgesamt ein gelungenes Werk, wenn auch einseitig. Bei Neulingen im Bereich der Kriegsschuldfrage besteht die Gefahr, daß die eindeutige Kriegsschuld der anderen beteiligten Staaten in Vergessenheit gerät. Zum Einstieg nicht geeignet, man sollte sich erst mit objektiveren Darstellungen beschäftigen. Für den Fortgeschrittenen ein MUSS. Kein Wunder, daß dieses Buch die Frage um die Kriegsschuld neu belebt und neue Akzente gesetzt hat.
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14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wegweisend, aber nicht gänzlich schlüssig, 13. April 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Griff nach der Weltmacht: Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18 (Taschenbuch)
Fischer hat mit diesem Buch die deutsche Sicht des Ersten Weltkrieges und insbesondere seiner Schuldfrage revolutioniert. Anhand neuen Quellenmaterials hatte er 1961 die Schlüsselrolle des Deutschen Reichs in der Julikrise herausgearbeitet. Nach langer vehementer Diskussion setzten sich seine Hauptthesen durch, trotz z.T. erheblicher Korrekturen durch Gerhard Ritter (Staatskunst und Kriegshandwerk).
Obwohl sich das Buch mitunter etwas tendenziös liest, da es die Beteiligung Frankreichs und Rußlands unterbewertet, muß man den wegweisenden Charakter von "Griff nach der Weltmacht" anerkennen. Eine unangenehme Wahrheit!
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Schlüsselwerk zum Verständnis des 20. Jahrhunderts, 25. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Griff nach der Weltmacht: Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18 (Taschenbuch)
Ein MUSS für jeden, der die Tragödien des 20. Jahrhunderts verstehen und daraus Lehren für das 21. Jahrhundert ziehen will. Fischer belegt nicht nur mit einer Fülle von Dokumenten die imperialistischen Kriegsziele der deutschen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Elite des deutschen Kaiserreichs im Ersten Weltkrieg, sondern auch die Identität dieser Ziele mit jenen des Hitler-Faschismus im Zweiten Weltkrieg. Würde Fritz Fischer heute noch leben, würde es ihm nicht schwer fallen, diese Kontinuität des deutschen Imperialismus bis in die Gegenwart hinein nachzuweisen.
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4 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein deutscher Geschichtschreibung!, 31. Dezember 2012
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Rezension bezieht sich auf: Griff nach der Weltmacht: Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18 (Taschenbuch)
Mit diesem Buch hat Fritz Fischer damals eine kleine Revolution im Betrieb der alten bundesdeutschen Geschichtswissenschaft angezettelt, gegen eine scheinbare Übermacht an konserativen Historikern.
Auch wenn seine Erbe mehr und mehr mit Füßen getretten wird, so hat er zu seiner Zeit frischen Wind in die verkalkten Gelehrtenstubben gebracht und damals künftige Generationen von Historikern zur Suche nach der historischen Wahrheit annimiert.

Gewiss ist er teils zu fixiert auf die Machenschaften der Eliten des Reiches, doch zur Zeit seiner Veröffentlichung war diese Spitze gegen die Rolle Deutschlands im 1.WK mE dem Zeitgeist angemessen. Er hat damit den Blick auf die ökonomische Stellung Deutschlands im Geflecht der europäischen Volkswirtschaften nach dessen Aufstieg zur dominierenden, imperialistischen Großmacht gelenkt und damit verbunden auch die Frage der Kontinuitäten zwischen den Kriegszielen des Kaiser- und des Dritten Reiches, und der Ursachen dafür aufgeworfen.
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Griff nach der Weltmacht: Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18
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