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3,8 von 5 Sternen
Filippas Engel: Aus den Tagebüchern von Filippa Sayn-Wittgenstein
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. September 2012
So schlimm, wie einige Rezensentinnen - interessanterweise sind es nur Frauen - das Buch bewerten, fand ich es jetzt nicht. Sicher, man könnte darüber spekulieren, wie anständig es ist, intimste Tagebuchaufzeichnungen einer Toten, die sich nicht dagegen wehren kann, zu publizieren. Für mich hat es ein Geschmäckle. Zudem weiß man nicht, wieviel an den Aufzeichnungen redigiert wurde und wieviel vielleicht noch pikanteres Material dezent weggelassen wurde. Pikant bleibt es auch so und es erstaunt schon, dass die Eltern Filippas Ergüsse über Eskapaden mit Alkohol und Männern schon im frühen Teenie-Alter an die Öffentlichkeit gelangen ließen. In seltsamem Kontrast dazu steht eine nahezu verquere devote Haltung gegenüber Priestern und der kaholischen Kirche, die wohl auf ihre verklemmte Erziehung zurückzuführen ist. Oberflächlichkeiten und Gedankenlosigkeiten, etwa über die Jagd (meine erste Sau, Frischling, 8 Monate) und über andere Menschen wechseln sich ab mit erstaunlich tiefsinnigen Gedanken über Tod und Leben, Wissenschaft und Kunst. Immer wenn es abstrakt wird, findet die junge Schreiberin die richtigen Worte, geht es um Menschen und ihre Beziehung zu ihnen, wird sie banal, kitschig und teilweise peinlich. Fast könnte man Filippa für eine multiple Persönlichkeit halten, so voller Widersprüche, die irgendwie nicht zusammenpassen wollen, steckte diese junge Frau, zumindest, was ihre Tagebucheinträge betrifft. Immerhin reflektiert sie das auch und sie ist sich dieser Widersprüche durchaus bewusst. Das macht sie, obwohl ich sie in ihrer Flatterhaftigkei, oft naiven Sentimentalität und Sprunghafigkeit nicht unbedingt sympathisch finde, irgendwie authenisch.

Filippas Vorstellungen von Liebe gleichen eher kleinmädchenhaften Poesiealbumsprüchen, gleichzeitig geht sie ohne Bedenken betrunken mit fremden Männern aufs Zimmer. Glücklich kommt sie mir nicht vor, eher irgendwie verloren und wie nicht von dieser Welt, trotz aller familiär bedingter Kontakte mit Gott und der Welt. Vermutlich kam sie als das in der Psychologie berühmte mittlere Kind in der großen Kinderschar irgendwie nicht so recht zum Zuge. Nicht ohne Grund drängte es Filippa nach Amerika, nach Harvard, vielleicht auch um den Kopf frei zu bekommen von Europa und seinem alten Adel mit all seinen seltsamen Verklemmtheiten im Geiste. Es hätte ihr vielleicht wirklich gut getan und sie auf einen auch geistig freieren Weg gebracht. Die Familie hat dieses für eine junge Adlige aus dem Rheinland sehr ungewöhnliche Ansinnen konsequent torpediert und unterbunden. Vermutlich auch, weil sich Filippa, wie durch die Blume durchscheint, ein wenig unglücklich in einen jungen Amerikaner verliebt hatte. Man fürchete wohl, die ohnehin schwer steuerbare Tochter würde in Amerika endgültig ihrer ganz eigenen Wege gehen. Nach Harvard führen zwei Wege: Stipendium oder Papa zahlt die horrenden Gebühren. Dazu war die Familie wohl nicht bereit und eigenes Geld hatte sie nicht. Also gab es statt Harvard ein von den Eltern ausgesuchtes Schmalspurstudium für höhere Töchter in Italien und den sicher von langer Hand in Position gebrachten Märchenprinzen als Ehemann gleich mit dazu. Und statt Selbstbestimmung und ein Leben in Freiheit in einem sinnvollen Beruf die Aussicht, zwischen Weinbergen in Italien zu versauern und als kleine Flucht ein bisschen Fotografieren wie einst die Oma. Die Tatsache, dass Filippa das hat mit sich machen lassen und dass sie in ihrem kurzen Leben eigentlich keine Sekunde selbstbestimmt war, das stimmt schon nachdenklich. Und zeigt, wie überlebt und dekadent doch das Bild der Frau beim alten Adel ist. Oder kennt irgendjemand eine bekannte Wissenschaftlerin, Politikerin, Managerin oder bedeutende Künstlerin mit Adelstitel? Alleine für diese Erkenntnisse lohnt die Lektüre. Ganz furchtbar und sehr bezeichnend finde ich die letzte Bemerkung des Vaters zum Tagebuch seiner Tochter: Nach ihrer Verlobung verstummte ihr Tagebuch, sie hatte ja jetzt ihren Vittorio, dem sie alles anvertrauen konnte. Mit diesem Argument verstummten früher nach der Eheschließung oft hoffnungsvolle Schriftstellerinnen und Poetinnen für immer - allerdings im 18. und 19. Jahrhundert.......
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Selten so ein belangloses Buch gelesen. Es ist unglaublich, dass so was gedruckt wurde, und noch unglaublicher, dass es sich so gut verkauft hat.

Das Ganze besteht hauptsächlich aus Tagebuchaufzeichnungen der vor einigen Jahren verunglückten Filippa Sayn-Wittgenstein, daneben gibt es ein Vorwort und zwei Nachworte, in denen sich die Eltern und der Ehemann zu Filippa äußern, sowie von Filippa stammende Zeichnungen und Fotos, die sie zeigen. Die Tagebuchtexte sind in Kapitel gegliedert, denen jeweils einleitende Zeilen der Mutter vorangestellt sind.

Doch trotz dieser Bemühungen wird Filippa im Laufe der Lektüre ihrer Tagebuchaufzeichnungen einfach nicht fassbar. Das liegt zum Teil an der umständlichen Diktion der Autorin, die gerade aufgeschnappte Fremdwörter häufig und nicht selten ohne Rücksicht auf den Kontext oder die Situation verwendet. Kennen wir, glaube ich, alle aus unserer eigenen Gymnasialzeit, wo wir in Schulaufsätzen die Lehrer mit unserem Wortschatz zu beeindrucken versucht haben.

Zum andern Teil liegt das an dem schlichtweg belanglosen Inhalt. Und auch Spannenderes erzählt Filippa garantiert so umständlich und schwammig wie möglich. Sie denkt, wie die Mutter im Vorwort schon vage angekündigt hat, "über Gott und die Welt" nach, solche "philosophischen" Passagen stellen sich dann als Aneinanderreihung von Phrasen heraus oder allenfalls als Plattitüden, über die Filippa zu keinem Zeitpunkt hinauskommt. Viel schreibt sie über Jungs, in die sie sich verknallt hat, aber von denen werden höchstens die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen genannt, so dass sie banale Teenyangelegenheiten ohne jeden individuellen Stempel bleiben.

Fazit: Es ist völlig unerheblich, ob Filippa aus einer mehr oder weniger bedeutenden Familie stammt, ob sie lebt oder tot ist - das Buch, das die Fürstenfamilie veröffentlicht hat, ist und bleibt ein belangloses Buch. Wenn es hier moralische Einwände zu äußern gäbe, dann sicher nicht gegenüber Lesern (und Käufern!), die von dem Buch enttäuscht worden waren, sondern eher gegenüber den Angehörigen, die Filippas Tagebücher naturgemäß ohne Zustimmung von Filippa der Öffentlichkeit vorgelegt haben. So, wie Filippa geschrieben hat, war nicht anzunehmen, dass sie mit ihren Tagebüchern als Schriftstellerin groß rauskommen wollte wie etwa Anne Frank, die ihre Tagebücher extra zu diesem Zweck umgearbeitet hat.
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52 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Filippas Engel ist ein Mutmacher Buch. Nicht nur wegen des lachenden Fotos auf der Titelseite, sondern auch wegen den vielen Passagen, die immer wieder ergreifen und zum nachdenken anregen. Filippas kleiner Engel "Phi Psi" startet durch, genau so, wie es Filippa getan hätte. Ihre Zeilen und Eintragungen sind das Vermächtnis an die Leserschaft. Eine Lebensbotschaft! Positiv denken, das Gespräch mit den Mitmenschen suchen, neue Eindrücke sammeln, auf Gott vertrauen. Die (fast) immer lebenslustige und fröhliche Prinzessin Filippa Sayn-Wittgenstein, Gräfin Mazetti d'Albertis ist den Menschen nach wie vor sehr nah in ihren Texten. Ein Buch, das man lesen sollte.
Ein Buch, das Mut machen sollte und macht.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. November 2013
Ich habe volles Verständnis dafür, dass dieses Tagebuch für die Familie wichtig für den Verarbeitungsprozess war.

Nicht nachvollziehen kann ich den Hype, der darum entstanden ist.

Verglichen mit z.B. dem Tagebuch der (z.T. viel jüngeren Anne Frank) liest man die Aufzeichnungen eines einerseits sehr frühreifen (mit 13 Zigaretten und Whiskey), andererseits sehr beschützt und priviligiert aufgewachsenen Filippa. Der Stil ist z.T unerträglich, der Inhalt zum großen Teil sehr belanglos.

Interessant waren lediglich die Unterschiede zu "Otto Normalverbraucher" - Privataudienzen beim Papst, elitäre Privatschulen.

Ein sehr normales, eher oberflächliches Mädchen ....
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Juni 2011
Nachdem das Buch in den Medien so angepriesen wurde, bekam ich es von Bekannten geschenkt.

Das frühe Ende der Filippa Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn ist ohne Zweifel traurig. Dennoch hätte ihr Tagebuch lieber in der Privatsphäre ihres Elternhauses bleiben sollen. Dieses Buch hat mir nichts gegeben. Ich halte es für absolut überschätzt.
Es sind für mich die belanglosen Aufzeichnungen eines jungen Mädchens. Wie bei jedem jungen Mädchen geht es in dem Tagebuch viel um Probleme mit der Schule und Prüfungen, erste Schwärmereien für Jungs und Anekdoten aus der Familie. Sie springt zwischen Deutsch und Englisch, verwendet mal Schriftdeutsch, mal Umgangssprache oder Dialekt. Sie verwendet eine Vielzahl aus Ausrufezeichen und mitunter Kraftausdrücke. Alles in allem tut sich das Buch weder durch die Sprache noch durch den Inhalt hervor. Die Tagebücher meiner Schulfreundinnen und mir, aus unseren Jugendjahren, würden doch auch niemand lesen wollen.
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30 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. November 2003
Dieses Buch ist ein schönes Vermächnis an das junge Mädchen Filippa welches traurigerweise im jungen Alter sterben musste. Es sind Auzüge aus ihren amüsanten Tagebüchern angereichert mit Kommentaren von ihren Eltern und ihrem Mann. Das Buch ist lustig auf der einen Seite, traurig auf der anderen. Es beschreibt das Gefühlschaos von Jugendlichen in der Pubertät, wohin soll ich gehen, was will ich tun, was brauche ich zum Leben...
Ich finde es schön, dass ihre Eltern dieses Vermächtnis auch an andere Menschen weitergeben.
Vielen Dank!
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Februar 2010
Dieses Buch wurde bei Kerner vorgestellt, zu Gast waren die Eltern von Filippa und haben davon ausführlich berichtet warum sie dieses Buch drucken lassen wollten, darauf hin bin ich neugierig geworden und hab es mir gekauft....

Filippa hatte schon einen komische eigene Spache... Mal sind die Texte in Deutsch vermischt in Englisch und in Kreation ihrer eigenen Sprache... Das war zum Teil schwer zu verstehen... Man musste schon zwei mal drüber lesen was sie damit meinte..... Wiederrum denke ich, wer sie gekannt hat weiss, was sie meinte....

Filippa ist ja genau in meinem Alter und manchmal hat es mich sehr nachdenklich gemacht... Habe bis jetzt noch nie so wirklich über den Tod nachgedacht.... Filippa hat sich da öfter Gedanken darum gemacht.... Was wäre wenn.....? Sie hat auch viele menschliche Verluste als Kind erleben müssen....

Im ganzen war sie ein lebenslustiger Mensch..... Traurig und Schade das so eine hübsche Frau bei einem sinnlosen Autounfall so früh sterben musste....
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Juli 2014
Es war ein Spontankauf. Im Fernsehen wurde über den tragischen Tod von Filippa berichtet. Das Buch erzählt, neben den persönlichen Tagebucheinträgen von Filippa, kurz zusammengefasst ihre Lebensgeschichte. Ihre Mutter, ihr Vater und ihr Ehemann berichten über ihr Leben mit Filippa. Zahlreiche Fotos und selbstgemalte Aquarelle von Filippa sind im Buch enthalten. Mich haben die Tagebucheinträge von Filippa beeindruckt! Obwohl noch jung, ist sie gesegnet mit Schreibtalent, und sie überrascht mit Humor und Herzensbildung. Fast hat man den Eindruck, der frühe tragische Tod ist in ihren Aufzeichnungen schon präsent. Zentrale Themen sind bei Filippa: Liebe (verliebt sein), Glaube, Leben und Sterben und die Gefühlswelt. Traurig und schön zugleich!
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. November 2012
Ich bin auf dem Schoss sayn Wittgenstein auf dieses Buch aufmerksam geworden und wollte es unbedingt lesen. Sehr liebevoll geschrieben. Habe es schon ein paar mal verschenkt
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