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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr interessantes Buch über ein ausgefallenes Thema, 16. Juli 2010
Von 
Charly (Altdorf bei Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Autos aus dem Ostblock: Alle Modelle seit 1945 (Gebundene Ausgabe)
Über westliche Autos gibt es ja eine Unzahl von Bildbänden und Büchern. Der Autor dieses Buches hat sich mit dem fast schon exotischen Thema "Ost-Autos" befasst. Der Band bezieht sich ausschließlich auf Pkws, sodass der Titel eigentlich lauten müsste "PKws aus dem Ostblock". Herausgekommen ist kein reiner Bildband, sondern ein sehr gut recherchiertes Buch über die Pkws des Ostblocks. Schwerpunkt bilden dabei die in der DDR, UdSSR und der Tschechoslowakei hergestellten Fahrzeuge. Aber auch die Produktionen aus Bulgarien, Ungarn, Polen, Rumänien und Jugoslawien werden beschrieben. Der sehr fundierte Text ist illustriert durch sehr, sehr viele unbekannte Fotos, von dene ich mir einige jedoch etwas größer dargestellt gewünscht hätte. Ein lohnendes Buch für Liebhaber exotischer Automodelle aus dem Ostblock, welches auch einen Einblick in die damalige Wirtschaftspolitik dieser Länder. gibt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein überraschendes Buch, 7. November 2012
Von 
Dr. Priesnitz - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Autos aus dem Ostblock: Alle Modelle seit 1945 (Gebundene Ausgabe)
Autos aus dem ehemaligen Ostblock lösen auf jeden Fall Emotionen aus. Manche sind der Meinung, dass der Ostblock nur unsinnigen und langweiligen Schrott gebaut hätte und andere wiederum sind begeistert vom Erfindungsreichtum der Ostländer, die unter härtesten Bedingungen Fahrzeuge bauen mussten. Der Trabant begeistert immer noch viele Menschen aufgrund seines netten Gesichts, so dass man mittlerweile schon darüber nachdachte, ihn wiederzubeleben und eine gewisse Robustheit und Reparaturfreundlichkeit benötigt man bis heute in vielen Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts, schon allein wegen der oftmals schlechten Straßen.

Natürlich begegnen Sie in diesem Buch auch vielen bekannten Fahrzeugen, wie dem geklonten Fiat 124 "Lada Shiguli (VAZ 2101)" oder dem geländetauglichen Lada Niva. Auch der Lada Nova, der immer noch auf dem Shiguli basierte, orientierte sich am Fiat Design, wie z.B. dem 125 und 131. Auf rund 288 Seiten gibt uns der Autor Bernard Vermeylen eine gut illustrierte Übersicht zu den bekannten Marken des Ostblocks, zu denen Namen zählen, wie z.B. Trabant; Wartburg; Melkus; Polski - Fiat; Polonez; Dacia; Oltcit; Skoda; Tatra; Pobeda; Wolga (GAZ, auch als Mercedes des Ostens bekannt); Moskwitsch (in der Klassiker Presse oft als Opel des Ostens bezeichnet bzw. bekannt); UAZ (Geländewagen des Militärs); ZIL; Tschaika, Saporoschez oder Zastava, ganz abgesehen von einzelnen unbekannten Produkten aus Ungarn und Rumänien.

Eindrucksvoll sind vor allem die Repräsentationslimousinen aus dem Osten. Dazu zählen z.B. die Modelle GAZ 13 Tschaika (das Design orientierte sich am Packard - Patrician) und GAZ-14 Tschaika, der lange Zeit als russische S - Klasse galt. Er war vielleicht nicht so wie ein Mercedes ausgestattet (Materialanmutung, Verarbeitung, Designqualitäten der einzelnen Komponenten, etc.), aber optisch in Anlehnung an amerikanisches Design ganz gut gelungen. Die Vorgänger dieses Fahrzeugs entstanden in Kooperation mit Ford USA. Der GAZ 13 diente als Dienstfahrzeug für Politiker und Funktionäre. Herausragend waren auch die Chauffeurlimousinen ZIS 101 (Packard - Design) und der 8 - Zylinder ZIS 110, der sich am Design des Packard 180 orientierte. Abgelöst wurden diese Fahrzeuge vom ZIL 111, der sich ebenfalls formal an amerikanischen Vorbildern orientierte und nur hochrangigen Politikern vorbehalten war. Im Weiteren entstanden noch die Typen ZIL 114, ZIL 117 und die Stretch - Limousinen ZIL, die man im Kontext zum ehemaligen Präsidenten Gorbatschow immer wieder auch im Fernsehen sieht: ZIL-4104 (V8 Motor mit 7,7 Liter Hubraum) und ZIL-41047.

ZIL ist ansonsten mehr für die LKW - Produktion in Russland bekannt. Angesichts dieser Fahrzeuge kann man nun wirklich nicht von östlicher Langeweile sprechen, auch wenn die Model - Evolutionsphasen Jahrzehnte dauerten. Dennoch ist zu beachten, dass zumindest die russische Autoindustrie nie eine wirkliche Markenidentität im Sinne eines Corporate Designs entwickelte. Man suchte stets nach Vorbildern und übernahm vielfach auch technische Details westeuropäischer Autos, die man dann entsprechend den schlechten Straßenverhältnissen, der notwendigen Reparaturfreundlichkeit und den Witterungsbedingungen gemäß abwandelte bzw. modifizierte. Fahrzeuge, wie der hierzulande präsentierte Lada Nova, vermochten die Kundschaft aufgrund von Qualitätsmängeln nicht zu überzeugen und blieben mehr ein Billigauto im Nischensegment. Der Lada Niva wurde wegen seiner Geländequalitäten häufiger im Forstbetrieb genutzt, aber aufgrund des schlechten Federungskomforts ebenso schnell wieder verbannt.

Interessant waren vor allem Fahrzeuge aus der Tschechoslowakei. Hier entstanden vor allem bei Tatra interessante Oberklassefahrzeuge, wie z.B. der Tatra Typ 87 oder Typ 603 (Vgl. Titelbild). Der Tatra 613 wurde sogar vom italienischen Designbüro Vignale entworfen. Der 603 soll laut Expertenmeinung aber das letzte Tatramobil gewesen sein, dass mit westeuropäischen Modellen im Vergleich Stand halten konnte.

Darüber hinaus präsentiert Ihnen der Autor auch einige sehr unbekannte Modelle, wie z.B. den Pobeda Rennwagen aus dem Jahr 1951 oder den ungarischen Pente Kleinwagen. Zahllose Einzelstücke, Renn- und Sportwagen sowie Prototypen lassen dieses Buch zu einem brauchbaren Nachschlagewerk und Fundgrube werden. Das Buch ist sicher nicht nur etwas für Ostalgiker, die in Erinnerungen schwelgen möchten. Ein Museum, welches viele Ostlimousinen beherbergt, ist z.B. das vielleicht auf Bundesebene weniger bekannte Auto & Technik Museum bei Bad Oeynhausen. Dort findet man z.B. ZIS oder Tschaika, ganz abgesehen von Rüstungsgütern, dem gepanzerten Peugeot 604 von Erich Honnecker oder dem Diensthubschrauber Erich Mielkes.

Nun lautet der Titel des Buchs zwar Fahrzeuge des Ostblocks und damit hat sich der Autor auf den Zeitraum ab 1945 festgelegt. Ich denke, dass für den Leser vor allem eine Betrachtung der Fahrzeuge der Tschechoslowakei vor dem zweiten Weltkrieg interessant gewesen wäre, denn dort war man recht innovativ. Ohne die Firma Tatra hätte es den berühmten VW Käfer -so wie wir ihn kennen- vermutlich nie gegeben (Vgl. auch Buch: Tatra Cars Road Test Portfolio), denn Ferdinand Porsche hatte bezüglich des Designs und der Konstruktion der Käfer - Typen beim befreundeten Tatra - Ingenieur Ledwinka so intensiv über die Schultern geblickt, dass VW später dafür eine Entschädigung zahlen musste. Tatra ist bekannt für seine Fahrzeuge rund um die Stromlinie. Inspiriert wurden die Tschechen vor allem aus Frankreich von Marken, wie Delahaye, Talbot Lago oder Delage. Die Autos der tschechischen Firma Aero, wie z.B. der Aero 30 Cabriolet oder der Aero 50 Dynamik mit seinen rundum geschlossenen Radkästen wirkten wie abgespeckte Nachbauten der großen Franzosen. Geschneidert wurden diese Fahrzeuge vor allem beim Karossier Josef Sodomka, der sogar schon Mercedes beliefert hatte. Zu Josef Sodomka gibt es auch ein Buch in tschechischer Sprache von Jan Tulis (ISBN 978 - 80 - 251 - 2597 -7). Es wäre von daher schön, wenn die Autoren bei einer 2. Auflage hier noch etwas mehr an interessanten Informationen nachliefern würden. Ansonsten schließt das Buch aber eine wichtige historische Lücke in der deutschsprachigen Literatur zum Automobil.

Nach Aussage des Autors handelt es sich bei diesem Buch um eine vollständige Enzyklopädie der Fahrzeuge des Ostblocks. So gibt es beispielsweise einen kurzen historischen Abriss über jedes Ostland, welches Autos produzierte und dennoch sind einige Kapitel sehr knapp angelegt, wie z.B. Bulgarien mit einer halben Seite, auch Fotos sind hier ausnahmsweise nicht vorhanden. Das Buch enthält rund 225 Farbfotos und 295 S/W Fotos, ganz abgesehen von 118 Abbildungen. Die Luxusfahrzeuge z.B. von ZIL sind vorwiegend nur Schwarz/Weiß, klein und haben nur wenig Schärfe. Zu den Fotos zählen z.B. auch Werbeplakate in Deutschland von Lada Modellen, die hierzulande angeboten wurden. Übrigens ist zumindest noch der Tatra Typ 87 von den tschechischen Stromlinienfahrzeugen im Buch zu finden, die schon vor 1945 gebaut wurden. Vielleicht hätte man auch hier auf aktuelles Material zurückgreifen können, denn die Münchener Pinakothek der Moderne besitzt z.B. ein ausgesprochen gutes Fahrzeug, welches sich auch gut in Farbe hätte ablichten lassen. Das Buch ist gebunden, hat einen Schutzumschlag und ist 21,5 x 26,5 cm groß.

Sie sollten das Buch als ein Nachschlagewerk mit Basisinformationen verstehen. Das Buch verliert sich nicht in technischen Spezifikationen (kein Tabellenwerk im Anhang) oder Details, so dass es einem praktizierenden Schrauber, der zudem noch Mitglied in einem einschlägigen Automobilclub sein könnte, nicht viele neue Informationen liefert. Wer speziellere Informationen zu den einzelnen Typen sucht, muss zwangsläufig zu typenorientierter Literatur greifen, die aber derzeit in deutscher Sprache kaum erhältlich ist. Es mag sein, dass man ggf. beim Besuch der Retro Klassik in Stuttgart oder der Techno Classica in Essen im Hinblick auf spezifische Literatur findig werden könnte. Adressaten dieses Buchs sind meines Erachtens in erster Linie am Ostblockauto interessierte Laien oder Personen, die sich über die Modellvielfalt des Ostens informieren und am umfangreichen Bildmaterial erfreuen möchten. Für diese Kundschaft bietet das Buch gute Informationen, die man ansonsten nicht in deutscher Sprache erhalten kann. Für Experten mag das Buch eher "Alles und Nichts" sein.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr interessant, 13. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Autos aus dem Ostblock: Alle Modelle seit 1945 (Gebundene Ausgabe)
Ich habe die Autoproduktion im Ostblock bisher immer unterschätzt! Neben tollen Aufnahmen, und technischen Daten beschreibt dieses Buch auch all die Probleme, die die Produzenten damals hatten und die negativen Auswirkungen der Planwirtschaft. Schade, in einer freien Welt hätten Firmen, wie z. B. Skoda oder Tatra (und viele andere mehr) bestimmt ganz außergewöhnliche Autos bauen können. Wer sich für 'das Auto' rundum interessiert sollte hier mal mehr als nur einen Blick hineinwerfen!
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Autos aus dem Ostblock: Alle Modelle seit 1945
Autos aus dem Ostblock: Alle Modelle seit 1945 von Bernard Vermeylen (Gebundene Ausgabe - 1. April 2010)
Gebraucht & neu ab: EUR 49,99
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