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Design by Mercedes-Benz
Format: Gebundene AusgabeÄndern
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Dezember 2008
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Dieses Buch setzt Schlaglichter auf besonders gelungene Serienautos, Prototypen und Showcars von Mercedes-Benz. Alle je auf die Räder gestellten Modelle werden dabei nicht gezeigt; von Vollständigkeit ist man weit entfernt, doch das kann gar nicht Gegenstand der Darstellung sein. 50% der Fotos entfallen auf Modelle bis ca. 1990, die andere Hälfte auf Jüngeres. Es sind hier kaum bekannte Studien im hochwertigen Abdruck dabei, wie ein Vorläufer des C111, ein heute vermutlich Lifestyle-Kombi zu bezeichnendes Auto auf Basis der Baureihe 107 und weitere Sportcoupes.

Geschriebenes beschränkt sich auf 40 halbe Seiten, von 255 insgesamt. Möchte ein Leser sein Informationsbedürfnis dahingehend stillen, wer denn nun was in der reichen Mercedes-Historie gestaltet hat, wird dieser nur mit nebulöser Unschärfe bedient. Design sei halt ein Gruppenprozess, heißt es einerseits. Andererseits gibt es Widersprüche: Im Klappentext ist Friedrich Geiger Schöpfer der Pagode, im Buch Paul Bracq. Man verweist auf Meisterwerke von Bruno Sacco, betont aber gleichzeitig, daß er seit 1974 die Chefrolle belegt und ab dann keinen Stift mehr anrührte (S. 191). Der C111 wird gleichzeitig Sacco, Geiger und Pfeiffer zugeordnet; 'wurde verantwortet von', 'hat maßgeblich mitgewirkt an' und ähnliches schreiben die Texter - Leser sind mit solch nichtssagenden Floskeln doch unzufrieden.

Etwas enttäuschend ist auch, daß Selbstkritik so gar keinen Platz findet, Zitat: 'Mercedes-Design war nie langweilig' (S.7). Porsche- und BMW-Fans vertreten sicherlich andere Meinungen. Der W140 (S-Klasse 1991) wäre übrigens einer der unverstandenensten Mercedes' überhaupt (S. 49). Sätze wie diese erinnern an Politiker, die nach verlorenen Wahlen beklagen, es wäre nicht gelungen, dem Wähler die Inhalte des Programms deutlich zu machen ... Sollen Designer nicht Blechkleider entwerfen, die gefallen, damit das Unternehmen erfolgreich ist? Was in den 1990ern bei Daimler-Benz vorging, zeigt Butterfield mit 'Ikone einer Leidenschaft' glaubwürdiger auf.

Fazit: Mercedes-Benz brachte ohne Zweifel viele hervorragend gestaltete Modelle auf die Straße, und neben den Höhen mal zwei, drei Sätze über die Tiefen zu verlieren würde nur die eigene Größe unterstreichen. Hinter dem Buch steht ein gutes Konzept, mit anziehenden Bildern. Inhaltlich ist es einseitig schöngeschrieben, zu ungenau und mit 74 Euro, trotz der hochwertigen Verarbeitung, viel zu teuer.

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