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am 25. Juli 2002
„Pardon, ich bin Christ" - muss man sich für sein Christsein entschuldigen? Nein. „Pardon, ich bin Christ" ist zu verstehen als die Nachdrücklichkeit, mit der Lewis die Grundlagen christlichen Glaubens darlegt.
In vier Hauptteilen spannt er den Bogen von der Frage nach dem Schöpfer und der Schöpfung, über die Grundaussagen christlichen Glaubens, die „Gebrauchsanweisungen für den Menschen" - die Ethik - bis hinein in das Sein Gottes und unser eigenes Werden. Denn: Geht es nur um „nette Leute", oder um „neue Menschen"? Pardon, die Frage muss gestellt werden.
Spannend, wie stark er Vernunft und Erkenntnis und auch schwierige Sachverhalte mit nachvollziehbarer Logik untersucht. Verständlich: Gott will keine Maschinen, sondern freie, selbständig denkende Menschen. Als Autor folgt Lewis diesem Leitbild.
„Pardon ich bin Christ" geht auf Radiovorträge von Lewis zurück. Es wendet sich an Suchende, an Skeptiker & Kritiker des christlichen Glaubens, aber auch an Christen und Menschen, die selbst immer wieder Fragen an die Grundaussagen ihres Glaubens stellen. Hier spricht der Atheist, der Christ wurde und der Glaube mit Vernunft verbindet. Was besonders auffällt, ist, wie wenig „Christsein" nach Lewis Konfessionsgrenzen kennt. Im Gegenteil, er skizziert mit dem großen Blick die Landkarte, ohne Grenzen vorzusehen.
C.S. Lewis war Professor für englische Literatur des Mittelalters und der Renaissance in Cambridge. Erst im Alter von 31 Jahren bekehrte er sich vom überzeugten Atheisten zum Christen. Zu diesem Zeitpunkt beschrieb er sich selbst als den „widerwilligsten Bekehrten von ganz England." Diese bewusste Entscheidung durchzieht sein ganzes Werk. Er war u.a. freundschaftlich verbunden mit J.R. Tolkien, dem Autor von „Herr der Ringe", und ist selbst Autor bekannter Kinderbücher, Erzählungen und Bücher zum christlichen Glauben. Lewis-Bücher sind nichts für eilige Leser.
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am 2. November 2002
Vielleicht läßt sich Gott nie beweisen. Wenn aber jemand dem sehr nahe gekommen ist, dann wohl C.S.Lewis. Fürt mich war das eines der wesentlichen Bücher, das mir als gestandenem Atheisten die Augen für eine Realität geöffnet hat, von der ich meinte, Sie ist nicht existent.
Wenn Sie jemandem den christlichen Glauben näher bringen wollen, dann ist dieses Buch erste Wahl.
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am 19. August 2010
Das gute Buch hätte einen anderen Titel verdient. Seit wann müssen sich Christen dafür entschuldigen, dass sie Christen sind?
Das sind also die Argumente des Autors für seinen Glauben. Ich gebe eine klare Leseempfehlung. Es finden sich hier in diesem Buch jedenfalls auch für überzeugte Christen neue Aspekte zu ihrem Glauben, neben dem Altbekannten und dem Gemeingut. Bei Lewis geht es einem oft so, wenn man es liest, weiß man sofort, er hat Recht. Er formuliert was sonst in der Theologensprache zu abstrakt und abgegriffen klingt mithilfe von anschaulichen Beispielen um. Aber auch für Lewis gilt: "bei einer Sache, von der ich keine Ahnung habe, ist es manchmal besser zu schweigen". Auch Lewis ist nicht irrtumsfrei und auch er neigt zuweilen zu übertriebenen Vereinfachungen, ganz gegen seine richtige Behauptung, dass der christliche Glaube mit all seinen wesentlichen Facetten nichts Einfaches sei. Z.B. im Kapitel über christliche Ehe.
Aber Lewis schreibt vieles, was man sich merken sollte, wenn man Christ sein will, und vieles was Nicht-Christen zur Kenntnis nehmen sollten. Denn das Buch steckt voller Weisheiten, die für alle Menschen Gültigkeit haben, aber - zu ihrem Unglück - meist nicht von ihnen beachtet wird.
Im Buch gibt der Autor einen Wegweiser zum Sinn des Universums. Er philosophiert über Recht und Unrecht, über das Gute und Böse und was Gott und wir damit zu tun haben müssen, notwendigerweise. Er erklärt Sozialethik, die Kardinaltugenden, äußert sich über Psychoanalyse, Sexualität, er versucht sich an der Trinitätslehre und outet die größte aller Sünden: der Hochmut. Der Mensch ist bei Lewis vergleichsweise wie ein Zinnsoldat, dem Gott göttliches Leben einhauchen will. Wie das geschieht, das wird eindringlich beschrieben. Und anscheinend wird Gott sein Ziel mit den Menschen, wenn nicht in diesem Leben, dann danach erreichen.
Lewis selbst ist zum Christentum gekommen wie so viele vor ihm. Er wollte Argumente finden, um es zu widerlegen und fand sich dann selber widerlegt. Mit schlauen Antworten und Fragen will er das anderen auch nahelegen. Er fordert zum Nachdenken auf:
"Mein Argument gegen die Existenz Gottes lautete, die Welt sei grausam und ungerecht. Woher aber hatte ich meine Vorstellung von gerecht und ungerecht? Mann kann eine Linie erst dann als krumm bezeichnen, wenn man weiß, was gerade Linien sind....Damit aber erweist sich der Atheismus als zu einfach. Denn wenn die ganze Welt tatsächlich ohne Sinn wäre, dann hätten wir selbst gar keine Möglichkeit, dies zu begreifen."
Die Welt müsste ganz anders sein, wenn das Christentum unrecht hätte, sagt Lewis. "Die Wirklichkeit ist meistens ganz anders, als wir vermutet hätten. Das ist einer der Gründe, weshalb ich dem Christentum glaube." Er dreht also Argumente der Atheisten ins Gegenteil um und versucht durch Logik dahin zu kommen, wo er mit dem Glauben schon ist.
Immer wieder überrascht er mit seinen Gedanken: "Man kann allein um der Güte willen gut sein, aber beim Bösen geht das nicht....niemand hat je eine Grausamkeit begangen, einfach weil Grausamkeit schlecht ist, sondern vielmehr weil sie Vergnügen bereitet oder Nutzen bringt.....Das Gute ist sozusagen es selbst". Das Böse ist nur das verdorbene Gute."
Und somit muss sich der Dualismus, der behauptet, dass das alles schon immer so war, wenn man ihn konsequent zu Ende denkt, selbst ad absurdum führen. Und warum gab Gott dem Menschen einen freien Willen? "Weil der freie Wille - obschon er das Böse ermöglicht - auch das einzige ist, was Liebe und Güte und Freude überhaupt möglich werden lässt."
Was Lewis zu beweisen bemüht ist: die Welt ist so wie sie ist, genau so wie sie sein muss, wenn das Christentum recht hat.
Zum Zustand der Menschheit schreibt Lewis: "Das Wesen der Trunkenheit begreift man in nüchternem Zustand, nicht wenn man betrunken ist. Gute Menschen wissen um Gut und Böse, schlechte Menschen wissen von beidem nichts."
Lewis hat für Dummschwätzer nichts übrig. Es lohnt sich nicht, sich mit ihnen abzugeben. Denen, die nur Witze über die Bibel machen, sagt er: "Solchen Leuten muss man antworten: Wer unfähig ist, ernste Bücher ernst zu nehmen, soll wenigstens den Mund halten." Aber Lewis hat auch für fade Scheinchristen warnende Worte: "Erst seitdem die Christen weithin aufgehört haben, an das Jenseits zu denken, sind sie in dieser Welt ohne Wirkung...Auch unsere abendländische Kultur werden wir nur retten können, wenn wir etwas anderes, Unvergängliches im Auge haben." Das schrieb er in den Vierziger Jahren!
Das wichtigste Kapitel für Christen ist das über den Werdegang eines Christen. Wenn wir versuchen, uns ernsthaft in den christlichen Tugenden zu üben, lernen wir vor allem eines, nämlich dass wir versagen." Warum ist das so? Vielleicht deshalb: "Niemand weiß wie schlecht er ist, bevor er nicht ernsthaft versucht hat, gut zu sein." Was ist also zu tun? Erst wenn der Mensch seinen eigenen Bankrott erkannt hat, kann er die rechte Beziehung zu Gott finden.
Nach Lewis sieht Gott im Menschen bereits das, was er einmal sein wird. Und dahin gelangt der Mensch dann, wenn er alles, was er von Gott bekommen hat, als das seinige erkennt du bereit ist in seinen Dienst zu stellen. Erst dann wird er frei, seine eigentliche Bestimmung, die er bei Gott schon immer hatte, zu finden. Er muss sein Leben verlieren, um göttliches Leben zu gewinnen. "Das einzige, was wir behalten können, sind die Dinge, die wir Gott aus freien Stücken geben. Was wir für uns selbst behalten wollen, werden wir mit Sicherheit verlieren." Es geht also nicht so sehr darum, immer alles richtig zu machen, als sich ganz seinem Willen zu unterstellen. "Es ist leicht Gott zu gefallen, aber schwer, ihn zufriedenzustellen." Wie schon Mc Donald sagte.
Wie sollte also das Verhältnis eines Christen zu Christus aussehen? "Je mehr wir das, was wir unser "Selbst" nennen, aus dem Weg räumen und Christus von uns Besitz ergreifen lassen, desto mehr werden wir wirklich wir selbst... Erst wenn ich mich zu Christus hinwende, wenn ich mich selbst aufgebe, fange ich an, eine eigene Persönlichkeit zu besitzen."
Und was ist mit denen, die es nicht tun? Sie bleiben das, was sie aus ihren Erbanlagen gemacht und was die Umwelteinflüsse aus ihnen gemacht haben - ausschließlich vergängliches! Und so vergehen auch diese "Persönlichkeiten".
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am 19. Februar 2010
Diese Buch beantwortet auf nur 200 Seiten alle wesentlichen Fragen, die den modernen Menschen am Glauben zweifeln lassen, z.B.:

* Warum passieren frommen, gottgefälligen Menschen manchmal schlimme Dinge?

* Warum verhungern täglich so viele Menschen auf unserer Welt? Warum gibt es soviel scheinbar unverschuldetes Leid? Haben diese Menschen es in Gottes Augen vielleicht doch verdient? Dieses sogenannte Theodizee-Problem wurde schon vielfach und umfangreich, bisher aber nur wenig ergiebig diskutiert.

* Warum hat Gott einen so unglaublichen Aufwand betrieben, um uns zu erschaffen? Unser Universum enthält etwa 100 Milliarden Galaxien und jede davon etliche Billionen Sonnen, ähnlich der unseren und von diesen Sonnen haben viele auch Planetensysteme. Nach dem Schöpfungszeitpunkt (Urknall) dauerte es mehr als 13 Milliarden Jahre, bis der Mensch auf die Erdoberfläche kam. Wäre es nicht auch eine Nummer kleiner und dafür etwas schneller gegangen? Schließlich sind wir das Ziel seiner Schöpfung oder Gott hat zumindest einen Plan mit uns.

* Warum heilt Gott keine Amputationen? Gott kann auch medizinische Wunder bewirken. Es gibt zahlreiche Aussagen:"Ich betete und der Tumor verschwand ohne einen anderen erkennbaren Grund!" Warum gibt es keine vergleichbaren Berichte zu Heilungen von Amputierten? Hat Gott einen besonderen Plan mit Amputierten?

* Warum hinterließ nicht ein einziges Wunder aus der Bibel irgendwelche Beweise/Spuren/Überreste? Für Gott wäre es doch ein Leichtes, seine Existenz oder sein Wirken zu beweisen?

* Warum fordert Gott in der Bibel den Tod so vieler unschuldiger Menschen? Er ist schließlich ein uns liebender Gott.

* Warum befürwortet Gott in der Bibel die Sklaverei? Es ist weltweit allgemeiner ethischer Konsens, dass Sklaverei nicht akzeptabel ist.

* Warum enthält die Bibel viele Aussagen, die für uns heute so unglaublich klingen? Zum Beispiel: Die Welt wurde in 6 Tagen erschaffen. Vor 6000 Jahren. Es gab eine Flut, die alles Land bedeckte. Jonas lebte 3 Tage im Bauch eines Wales. Adam wurde aus einem Haufen Lehm erschaffen.

* Warum wünscht Jesus, dass wir sein Fleisch essen und sein Blut trinken? Warum wünscht sich der allmächtige Gott etwas, das in anderen Zusammenhängen widerwärtig und kanibalistisch wirken würde?

* Warum ist die Scheidungsquote von Christen nicht kleiner als die von nicht-Christen? Bei kirchlichen Trauungen beten in der Regel alle Anwesenden für das Brautpaar. Selbst wenn die Gebete nicht erhört werden, müssen doch die christlichen Werte und der Glauben der Eheleute eine niedrigere Scheidungsquote gewährleisten.

Natürlich gäbe es auf alle diese Fragen eine sehr kurze und einfache Antwort:
Gott ist nur imaginär und die Bibel ist nur eine Sammlung sehr alter, erfundener Geschichten.
Alle, die es sich nicht so leicht machen wollen, erhalten die wahren Antworten auf 200 Seiten bei C.S. Lewis.
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am 23. Januar 2006
C.S. Lewis ist einer der wenigen christlichen Buchautoren von denen man sagen kann das er mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben ist. Auf einer sachliche und einleuchtende Weise schildert er in "Pardon ich bin Christ" seine Argumente für den Glauben und wieso man "seinen Verstand nicht über Board werfen muss", um überzeugt ans Christentum glauben zu können. Er schildert auch in Bezug auf andere Religionen sachlich, warum er sich nach langem überlegen entschieden hat, Christ zu werden.
In einem charmanten Schreibstil erklärt er wichtige Charaktereigenschaften die nach seiner Ansicht einen Christen ausmachen. "Pardon ich bin Christ" ist hierbei eines der wenigen Bücher, bei denen der Autor sympathisch argumentiert und man nicht den Eindruck bekommt, dass er wie viele seine Kollegen mit dem Glauben den Bezug zur Realität verloren hat. Ein Buch das ich auf jedenfall empfehlen kann, wenn man sich sachlich mit Argumenten für den christlichen Glaube auseinandersetzen möchte.
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am 20. November 2013
"Pardon, ich bin Christ" von C. S. Lewis ist eine hervorragende, anschaulich geschriebene theologisch-philosophische Einführung in das christliche Glaubenssystem. Hier soll besonders auf die grundlegenden Kapitel (I. Recht und Unrecht, Wegweiser zum Sinn des Universums" und "II. Vom Glauben des Christen") eingegangen werden - in der Hoffnung nicht nur zum intensiven Studium dieser Kapitel anzuregen sondern auch zur Lektüre der weiteren Kapitel ("III. Gebrauchsanweisung für den Menschen" und "IV. Jenseits der Persönlichkeit oder Deutungsversuche der Trinitätslehre").

Mit überzeugenden Argumenten verteidigt Lewis die Lehre des Christentums, dass es ein in der menschlichen Natur begründetes universales Sittengesetz (Naturrecht) gibt, das sich dem gesunden Menschenverstand durch die Lebenserfahrung (empirisch) erschließt. (S. 27f) Lewis: "Das Gesetz der menschlichen Natur dagegen sagt, was die Menschen tun sollten und nicht tun. ... Das Gesetz der menschlichen Natur oder von Recht und Unrecht muß etwas sein, das jenseits der Tatsachen der menschlichen Verhaltens steckt." (S. 29, 32) Wir haben also Grund zu der Annahme, dass hinter diesem Gesetz eine geheimnisvolle geistige Kraft steckt, die uns zum rechten Handeln anhält. (S. 36f) Und Lewis weiter: "Durch das sittliche Gesetz erfahen wir mehr über Gott als durch die äußere Welt, genauso wie wir mehr über einen Menschen erfahren, wenn wir uns mit ihm unterhalten, als wenn wir uns ein Haus ansehen, das er gebaut hat." (S. 39)

C. S. Lewis geht also vom traditionellen Christentum aus, welches das Sittengesetz als eine der Vernunft zugängliche absolute Wahrheit über die Welt betrachtet. Oder philosophisch-theologisch ausgedrückt: "Das Gute" ist ein abstrakter Begriff (Universalie) mit einen objektiven inhärenten Sinn, den jeder Mensch beim Nachdenken erkennen kann. Gegen diese Position des "Inhärentismus" wendet sich seit über sechs Jahrhunderten der "Konstruktivismus", der behauptet, dass abstrakte Begriffen wie "das Gute" von jedem Menschen mit Sinn gefüllt werden könnten - wobei heute allerdings kaum noch jemand auf heiligen Geist vertraut. (Universalienproblem: Inhärentismus, Essentialismus oder Realismus contra Konstruktivismus mit Subjektivismus, Anti-Essentialismus, Relativismus, Voluntarismus, Dezisionismus, Utilitarismus, Konsequentialismus usw.)

In Kapitel "II. Vom Glauben der Christen: Rivalisierende Vorstellungen von Gott, Gutes und Böses in der Welt" warnt Lewis seine Leser vor den irreführenden und falschen Weltbildern, denn die Wirklichkeit sei ganz anders, als wir uns einbilden. (S. 48f) So gibt es etwa Philosophen, die sich gedanklich über "Gott" emporschwingen, um ihn von oben herab als Weltenschöpfer und Weltregenten zu definieren. Nach einem solchen Weltbild wäre die Welt ein göttliches Machwerk mit guten und schlechten Eigenschaften, ein Weltenherrscher würde entweder autoritär unter Androhung von Strafe ein strenges Sittengesetz erlassen (Dezisionismus) oder aber als ein "lieber Gott" keinerlei moralische Vorschriften machen und alles verzeihen (Werte-Nihilismus, S. 46f). Das philosophische Hirngespinst, Gott entscheide willkürlich, was in unserer Welt gut und schlecht sei (Voluntarismus), hat manchen absolutistischen Herrscher darin bestärkt, sich auf ein selbstherrliches "Gottesgnadentum" zu berufen, anstatt sich demütig einem universal gültigen Sittengesetz zu unterwerfen. Theologen sollten wissen, dass Christen nicht zwei Herren gleichzeitig dienen können und dass sie am Ende aller Tage nach ihrem Dienst am Nächsten beurteilt werden - und nicht nach ihrer Dienstbeflissenheit gegenüber den Mächten dieser Welt.

Gott erkennen bedeutet das Gute tun

Wer dagegen "Gott" als subjektives tiefenpsychologisches Kraftfeld definiert, das bei individuellen, allzu menschlichen Bedürfnissen und existentiellen Ängsten hilfreich sei, macht "Gott" offensichtlich (zumindest nach christlicher Auffassung) zum Komplizen der eigenen Selbstsucht. (S. 37) Wenn nun aber das Böse eine Realität in der Welt ist, dann bleibt dem Stoiker und Pantheisten nur die Möglichkeit zur Weltflucht in sein Innerstes - um doch immer nur bei sich selbst zu bleiben. Vielleicht könnte ich mich ja als materialistischer Atheist stoisch damit abfinden, dass meine Vorstellung von Gerechtigkeit lediglich eine belanglose private Idee sei. (S. 46) Aber das Erleiden des Bösen und Ungerechten in dieser Welt drängt doch die meisten zu der Frage: "Warum lässt Gott das Böse zu?" (S. 45) In dieser Anklage steckt jedoch die stillschweigende Annahme, "Gott" sei etwas, über das man Bescheid wissen könnte. Erst wenn wir darüber nachgedacht haben, was gutes Handeln in dieser Welt bedeutet, kann offenbar werden, dass "Gott erkennen" gleichbedeutend ist mit "Das Gute tun". Priorität hat also die Beantwortung der Frage: (1) "Was ist das Gute und was das Böse?" Erst danach können wir uns der Frage zuwenden, was "Gott" mit unserem Weltbild zu tun haben kann: (2) "Was bedeutet Gottes Liebe zum Guten für diese Welt?"

(1) Was ist das Gute und was das Böse?
C. S. Lewis verteidigt den ontologischen Realismus, er ist davon überzeugt, dass das Gute eine Tat-Sache und wirksame Wirklichkeit in dieser Welt ist und keine subjektive oder gegenstandslose metaphysische Idee.

Lewis: "Man kann allein um der Güte willen gut sein, aber beim Bösen geht das nicht. Wir können etwas Gutes tun, auch wenn uns nicht danach zumute ist und wir keinen Nutzen davon haben; einfach weil das Gute recht ist. Aber niemand hat je eine Grausamkeit begangen, einfach weil Grausamkeit schlecht ist, sondern vielmehr weil es Vergnügen bereitet oder Nutzen bringt. Dem Bösen gelingt es nicht einmal, auf die gleiche Weise böse zu sein, wie das Gute gut ist. Das Gute ist sozusagen "es selbst". Das Böse ist nur das verdorbene Gute. Und es muss zuerst etwas Gutes geben, ehe es verdorben werden kann." (S. 50)

(2) "Was bedeutet Gottes Liebe zum Guten für diese Welt?"
"Gott ist die Liebe" bedeutet, dass Gottes Handeln Liebe zum Guten ist. Gottes übernatürliche Liebe (Agape) zur Welt ist mehr als ein intimes Gefühl, sie ist eine für Menschen unerreichbare Harmonie aus Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Der einzelne Mensch erkennt in Demut, dass er nicht allein leben kann. Wer in Einklang mit Gott leben will, versucht SEINE Liebe nachzuahmen, indem er nach dem absoluten Guten strebt. Wer diese Kernbotschaft des Christentums mit der Lehre anderer religiöser Glaubenssysteme vergleicht, wird erkennen, dass jene sich vom Christentum in der Bewertung des Guten und bei der Ermutigung zu guten Taten erheblich unterscheiden.

Lewis: "Die erste dieser Vorstellungen, die Gott jenseits von Gut und Böse glaubt, nennt man Pantheismus. Der große Philosoph Hegel bekannte sich zu ihm, und soweit ich beurteilen kann, tun es auch die Hindus. Die andere Anschauung wird von den Juden, Mohammedanern und von den Christen vertreten. -- Im Zusammenhang mit diesem grundlegenden Unterschied zwischen Pantheismus und christlicher Gottesidee begegnet uns noch eine Verschiedenheit. Die Pantheisten glauben, Gott beseele sozusagen die Natur wie die menschliche Seele den Leib; ja die Natur sei gewissermaßen Gott, und wenn es sie nicht gäbe, dann existiere auch Gott nicht; alles was sich in der Welt befinde, sei ein Teil von Gott. -- Die christliche Vorstellung ist ganz anders. Die Christen glauben, dass Gott die Welt erdachte und schuf, wie ein Künstler ein Bild erschafft oder eine Melodie komponiert. Ein Maler ist kein Bild, und er stirbt nicht, wenn sein Bild vernichtet wird. Man kann zwar sagen, er habe viel von sich in das Bild hineingelegt; aber das bedeutet nur, dass aller Zauber und alle Schönheit aus seinem Inneren gekommen sind. Seine Geschicklichkeit ist nicht so sehr in dem Bild selbst zu finden als vielmehr in seinem Kopf und vor allem in seinen Händen. Ich denke, es ist klar, wie eng diese Vorstellung mit dem oben erwähnten Unterschied zwischen Pantheismus und Christentum zusammenhängt. Wer den Unterschied zwischen Gut und Böse nicht sehr ernst nimmt, kann leicht sagen, alles auf dieser Welt sei ein Teil von Gott. Wer aber manche Dinge für wirklich schlecht hält, Gott dagegen für wirklich gut, muss anderer Meinung sein. Er muss glauben, dass Gott von der Welt zu unterscheiden ist und dass vieles in der Welt seinem Willen widerspricht." (S. 44f)

Fazit:

Gottgläubige und Atheisten sind verbittert, wenn sie das Böse erleben und die Ungerechtigkeit und Schlechtigkeiten dieser Welt ertragen müssen. Atheistische Materialisten glauben an einen von der "seelenlosen" Materie vorgezeichneten Weg des Fortschritts, den es in "fortschrittlicher Gesinnung" und mit rationalem und innerweltlich nützlichem Handeln zu verfolgen gelte. Für den Pantheisten ist Gott jenseits von gut und böse. Dagegen glauben Christen, dass Gott die Liebe ist: Deshalb vertrauen sie auf die Vernunft und Güte Jesu Christi, dem sie auf dem Weg in eine unbekannte Zukunft nachfolgen wollen, indem sie SEINE guten Taten nachahmen. Weit mehr als die materialistische Ideologie und die pantheistischen Religionen fordert offensichtlich das Christentum von den Gläubigen unablässig nach dem rechten Weg und nach der Wahrheit zu suchen, um ein aktives und gutes Leben zu führen. In Freiheit folgen sie Jesus Christus nach, denn ER ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6)

Man kann also die Gottesfrage darauf zuspitzen, ob wir die Freiheit haben, innerweltlich nützlich zu handeln - oder ob wir das absolut Gute tun sollten. Jeder steht vor der Gewissensfrage, ob er sein Handeln kompromissbereit an subjektiven, möglicherweise irrigen, innerweltlichen Nützlichkeiterwägungen ausrichtet, oder ob er mit Herz und Verstand nach dem unerreichbaren absoluten Guten strebt - mit einer Liebe, die gleichermaßen Barmherzigkeit und Gerechtigkeit ist. Seit der Mensch Selbstbewusstsein hat, steht er vor dem unüberbrückbaren Gegensatz zwischen dem Ich und den anderen. Wie sollen wir denn gleichermaßen uns selbst und dem Nächsten gerecht werden? Schon Thomas von Aquin lehrte: "Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist Grausamkeit, und Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit ist die Mutter der Auflösung."
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am 12. April 2013
Ich habe dieses Buch gekauft, weil ich es zum wiederholten Mal verschenken "musste". C.S. Lewis gibt wunderbare, schlüssige und kluge Antworten auf viele Fragen, die ein Christ oder jemand, der sich mit dem Christentum beschäftigen möchte, stellt. Dieses Buch ist erstaunlich aktuell und erfrischend. Es ist kaum zu glauben, dass es in den 40gern geschrieben worden ist und dass der Autor seit einem halbem Jahrhundert nicht mehr lebt.
Wer nach einem lebendigen Glauben sucht wird hier die besten Impulse finden!
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am 12. Oktober 2004
Ein bedenkenswertes Meisterstück von Clive St. Lewis, bedenkt man auch die Tatsache, daß er eine Reise vom christlich erzogenen Jungen zum Atheisten machte. Am Ende bekannte er, daß er "der widerwillig bekehrteste Mensch in England" war, der nach einer Begründung für seinen Atheismus suchte und am Ende das Christentum als einzig logische Antwort auf seine Fragen fand.
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am 20. Juli 2002
Nein. „Pardon, ich bin Christ" ist zu verstehen als die Nachdrücklichkeit, mit der Lewis die Grundlagen christlichen Glaubens darlegt.
In vier Hauptteilen spannt er den Bogen von der Frage nach dem Schöpfer und der Schöpfung, über die Grundaussagen christlichen Glaubens, die „Gebrauchsanweisungen für den Menschen" - die Ethik - bis hinein in das Sein Gottes und unser eigenes Werden. Denn: Geht es nur um „nette Leute", oder um „neue Menschen"? Pardon, die Frage muss gestellt werden.
Spannend, wie stark er Vernunft und Erkenntnis und auch schwierige Sachverhalte mit nachvollziehbarer Logik untersucht. Verständlich: Gott will keine Maschinen, sondern freie, selbständig denkende Menschen. Als Autor folgt Lewis diesem Leitbild.
„Pardon ich bin Christ" geht auf Radiovorträge von Lewis zurück. Es wendet sich an Suchende, an Skeptiker & Kritiker des christlichen Glaubens, aber auch an Christen und Menschen, die selbst immer wieder Fragen an die Grundaussagen ihres Glaubens stellen. Hier spricht der Atheist, der Christ wurde und der Glaube mit Vernunft verbindet. Was besonders auffällt, ist, wie wenig „Christsein" nach Lewis Konfessionsgrenzen kennt. Im Gegenteil, er skizziert mit dem großen Blick die Landkarte, ohne Grenzen vorzusehen.
C.S. Lewis war Professor für englische Literatur des Mittelalters und der Renaissance in Cambridge. Erst im Alter von 31 Jahren bekehrte er sich vom überzeugten Atheisten zum Christen. Zu diesem Zeitpunkt beschrieb er sich selbst als den „widerwilligsten Bekehrten von ganz England." Diese bewusste Entscheidung durchzieht sein ganzes Werk. Er war u.a. freundschaftlich verbunden mit J.R. Tolkien, dem Autor von „Herr der Ringe", und ist selbst Autor bekannter Kinderbücher, Erzählungen und Bücher zum christlichen Glauben. Lewis-Bücher sind nichts für eilige Leser.
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am 20. Mai 2004
Ein Buch, das man sowohl einem Atheisten in die Hand drücken kann, damit er seinen bisherigen Standpunkt noch einmal neu überdenkt, wie auch einem Christen, damit er sieht, wie viele Argumente für die Richtigkeit seiner Glaubensentscheidung sprechen. - Argumente, die er vielleicht bisher noch gar nicht kannte.
C. S. Lewis versteht es, auch komplizierte Sachverhalte so zu erklären, daß niemand behaupten kann, er habe nicht verstanden, worum es geht. Ein großartiges Buch.
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