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am 10. Juni 2012
Hempelmann hat eine der besten deutschsprachigen Entgegnungen auf den reduktionistischen Materialismus, der seine Thesen aus vergangenen Jahrhunderten derzeit als "neuer Atheismus" mit Erkenntnissen aus den Neuro- und Evolutionswissenschaften verbindet, geschrieben. Es handelt sich um ein kurzweiliges, knackig geschriebenes, in klare 67 Thesen gefasstes wissenschaftliches Buch, dessen reiche Fußnoten von akademischer Qualität der Auseinandersetzung mit dem Material zeugen. In seinem ersten Teil beschreibt der Autor besonders populäre Vordenker und Gruppen des "neuen Atheismus" (hier allem voran die "Giordano Bruno Stiftung") und würdigt einige ihrer Ansätze auf erfreulich unpolemische und differenzierte Weise. Seine Kritik umfasst den unterkomplexen und defizitären Religionsbegriff der untersuchten Autoren und nimmt dann das Kernstück ihrer Argumentationen in den Blick. Kapitel III des Buches ist eine überaus klar argumentierte, (meines Erachtens) schwer zu widerlegende Thesenführung zu Gunsten der Aussage "Der reduktionistische Naturalismus ist wissenschaftstheoretisch defizitär." Die Beweisführung für diese These liefert wissenschaftstheoretische Überlegung über die Frage, wie genau Naturwissenschaft funktioniert, was sie leisten - und was sie eben nicht leisten kann, ohne ihre klaren Grenzen zu überschreiten. Es handelt sich hier letztendlich um eine gut lesbare Zusammenfassung überaus komplexer Theorieentwicklungen der Wissenschaftstheorie des 20. Jahrhunderts.
Ein Exkurs darüber, warum die Neurowissenschaften kein neues Menschenbild bedeuten, ist besonders aktuell (ist jedoch tatsächlich ein Exkurs, entwickelt die Thesenführung also nicht weiter, veranschaulicht sie aber). Der letzte Abschnitt des Buches schließlich verlässt den Rahmen der direkten Auseinandersetzung mit dem "neuen Atheismus" und betritt - auch hier wieder unter Einbeziehung der relevanten Forschungsliteratur - das Feld der Apologetik. Christlicher Glaube wird als nicht unwiderlegbare, sich angesichts der Unwahrscheinlichkeit des Leben ermöglichenden Universums aber als Interpretation anbietende Weltsicht plausibilisiert. Argumentativ ist dieser letzte Teil knapper gehalten; das Hauptgewicht liegt sicherlich an Hampelmanns Naturalismus-Widerlegung. Der Abschnitt verweist jedoch auf so reichhaltiges (allerdings mitunter englischsprachiges) Material in den Fußnoten, dass die einschlägigen Thesen problemlos weiter vertieft werden können. Das erfrischende Buch ist eine gewinnbringende Lektüre für neue und alte Atheisten, Christen und Skeptiker. Seine These lässt sich zusammenfassen: Der reduktionistische Naturalismus eines Dawkins ist eine pseudometaphysische Ideologie, die sich selbst als Wissenschaftlichkeit missversteht. Der christliche Glaube ist eine viable, rational nicht beweisbare, doch durchwegs rational verantwortbare Alternative - und die Versuche, das Gegenteil zu behaupten, scheitern.
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am 29. August 2011
Heinzpeter Hempelmann gelingt es auf wenig Seiten vieles, und vor allem Gutes, zu sagen. Das Buch ist nicht durchgängig leicht zu lesen. Aber es ist sehr gewinnbringend, was einem auf diesen Seiten geboten wird.
Was mir an diesem Buch besonders gut gefällt ist die Art und Weise wie er dem Neuen Atheismus begegnet. Zunächst sieht er den Neuen Atheismus als Mahner für Christen. Immer wieder betont Hempelmann: "Religion, auch christliche Bedarf der Religionskritik." Wenn Neue Atheisten behaupten, dass monotheistische Religionen ihrem Wesen nach Gewalt produzieren, so fragt Hempelmann nach, warum die Nachfolger Christi, der doch selsbt Gewalt erlitt, so oft zu Gewalt griffen, um das Reich Gottes herbei zu zwingen. Er denkt weiter, wo ihm der Neue Atheismus mahnend und warnend begegnet. Er beschränkt sich nicht auf die Wiederlegung atheistischer Argumente, sondern fragt eben auch: Was haben Kirche, Klerus, Christen falsch gemacht, dass sich immer wieder so viel Anlass für Religionskritik ergibt? Worin haben dessen Kritiker - bei aller möglichen Polemik - auch recht?
Er fragt weiter: Wie muss sich die Verkündigung ändern, sodass auch die, die bisher keine Freunde von Glauben und christlicher Religion sind, darin mehr von ihren eigenen Anliegen verwirklicht sehen?
Erst dann wird die Frage diskutiert, wo denn die gemeinsamen Anliegen eines humanistischen Menschenbildes, einer kritischen Rationalität, einer Gesellschaft, die das Schwache schützt etc., besser aufgehoben und realisiert sind.
An dieser Stelle wird der Neue Atheismus mit sehr guten, philosophischen und theologischen Gründen notwendigerweise kritisiert.

Das Buch ist Christen und Atheisten und alle, die das Thema interessiert sehr zu empfehlen, weil man mit Gewinn dazu lernen kann. Meine These zu diesem Buch: Dieses Buch regt zum Nachdenken an, egal welche Weltanschauung man vertritt.
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am 5. Juni 2012
Hempelmann versteht es, die Grundlagen und Denkstrukturen des "Neuen Atheismus" sehr gut auf den Punkt zu bringen - und schafft es dabei zudem, sachlich zu bleiben. Ein sehr lohnenswertes Buch, in dem der Autor seine wichtigsten Thesen stets nochmal gesondert auflistet, für Leute, die sich gerne mit solch aktuellen Fragen beschäftigen. Aber auch Christen können mit diesem Buch sehr viel lernen. Eine klare Kaufempfehlung meinerseits!
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am 12. Januar 2014
Das Buch verspricht viel: Es will eine betont faire Auseinandersetzung mit dem weltanschaulichen Atheismus bieten und von ihm lernen. Die Herangehensweise finde ich spannend, weil ich die verbitterten Grabenkämpfe zwischen Atheisten und Christen langweilig finde. Aber hier gibt es leider genau das.

Richtig und falsch wird hier so stark unterschieden, dass man das Buch passender nennen könnte: Warum der Neue Atheismus ein Irrweg ist. Eine Verteidigung des Christentums.

Denn was der Leser bekommt ist im Kern eine radikale Kritik des "Neuen Atheismus" und eine Apologie des Christentums mit äußerst enttäuschenden Argumenten, jedenfalls wenn man vorgibt, vom Neuen Atheismus lernen zu wollen. Darunter ist tatsächlich das Argument zu finden, dass die Auferstehung von Jesus eine "historische Tatsache" sei (S. 168)! Jeder kann sich selbst ausrechnen, wie ernst Hempelmann die atheistische Religionskritik nimmt (z.B. "Der Jesuswahn" von Kubitza), wenn er zu dieser Schlussfolgerung kommt. Sogar in der universitären evangelischen Theologie wird die Auferstehung heute weitestgehend als Mythos behandelt, nicht jedoch als historische Tatsache.

Wirklich ernst genommen werden atheistische Positionen nicht, lediglich das Ringen des Atheismus um die "Wahrheit" und einige Gemeinsamkeiten werden gelobt, auch wenn die atheistische Weltanschauung letztendlich natürlich ein Irrweg sei - im Gegensatz zur christlichen.

Die angeführten atheistischen Denker wie R. Dawkins und Michael Schmidt-Salomon werden tendenziell diffamiert: So richtig ernst zu nehmen seien ihre 'pseudowissenschaftlichen' bzw. "wissenschaftstheroetisch defizitären" Argumente (S. 93f) laut Hempelmann nicht, sogar die Religionskritik des 19. Jahrhunderts sei besser. Er bescheinigt Dawkins eine "platte Draufschau" und eine fundamentalistische Sicht auf die Religion (S. 53ff) und scheint genau das vom Neuen Atheismus zu lernen: Platt Draufschauen, nur in diesem Fall eben auf den Neuen Atheismus. Von Hempelmann werden Pappkameraden aufgebaut.

Aber für Christen sicherlich eine gute Erbauungsliteratur. Wer die Debatte zwischen Atheisten und Christen kennt, wird wenig neues lernen.
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am 14. Juni 2011
Das Thema ist aktuell und der Text auf dem Buchrücken provokativ und spannend. Leider schaft es der Author nicht, die Thematik auch in diesem Stil aufzubereiten. Für die breite Masse dürfte es nicht lesbar und nachvollziehbar sein: Auf der ersten Seite im ersten Kapitel führen zwei Zeilen Text zu 32 Zeilen Fußnoten - die unzähligen Verweise auf Quellen und weiterführende Literatur hinterlassen den Eindruck, man hat es mit einer Studienarbeit zu tun. Streng akademische Gliederungswut und endlos verschachtelte Sätze lassen keinen Lesefluß aufkommen. Als Studienbuch vielleicht geeignet, würde ich dem "normalen Christen wie Du und ich" dringend raten, vor dem Kauf einen Blick in das Buch zu werfen. Schade eigentlich.
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