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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Produktdesign
Ein wunderbares Buch, nicht nur für die Design-Fachwelt. Es ließt sich spannend und leichtfüssig und erst hinterher bemerkt man, wieviel tiefgenhendes Wissen einem vermittelt wurde. Dieses Buch läd uns in die faszinierende Welt des Design ein und am Ende hat man wirklich das Gefühl auch etwas verstanden zu haben.
Es macht immer wieder...
Veröffentlicht am 4. Juli 2007 von Alexandra Fresenborg

versus
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Buch für Pragmatiker
Stellen Sie sich vor, dass Sie auf der Strasse einen Passanten nach der Uhrzeit fragen. Dieser gibt Ihnen dann die Auskunft, dass die Außentemperatur gerade 30° C beträgt. Natürlich ist das keine ausreichende Antwort auf die Fragestellung. Aber man kann davon ausgehen, dass es vermutlich im mitteleuropäischen Raum irgendwie um 13 Uhr sein muss...
Vor 21 Monaten von Dr. Priesnitz veröffentlicht


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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Buch für Pragmatiker, 10. Dezember 2012
Von 
Dr. Priesnitz - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Produktdesign: Eine Einführung mit Beispielen aus der Praxis (Gebundene Ausgabe)
Stellen Sie sich vor, dass Sie auf der Strasse einen Passanten nach der Uhrzeit fragen. Dieser gibt Ihnen dann die Auskunft, dass die Außentemperatur gerade 30° C beträgt. Natürlich ist das keine ausreichende Antwort auf die Fragestellung. Aber man kann davon ausgehen, dass es vermutlich im mitteleuropäischen Raum irgendwie um 13 Uhr sein muss aufgrund der hohen Temperatur und des vorhandenen Lichts.

So ähnlich verhält es sich mit diesem Buch. Sie erhalten wie in fast allen Büchern zu diesem Segment keine Hinweise darauf, wie man ein gefälliges Design entwickelt. Dafür erfahren Sie eine Menge über Funktionen, deren Informationsgehalt aufgrund der Fixierung an bestimmten Produkten aus der Praxis (z.B. Erco Leuchten, Bulthaup Küchen, Möbel von Interlübke, usw.) im Detail wieder zu dürftig ist.

Prof., Dr. Rudolf Arnheim, Harvard University, stellte einst heraus, dass sich über Geschmack sicher streiten lässt. Er sagte aber auch, dass unsere Sinnenswahrnehmungen zwar nicht homogen sind und sich in verschiedene Qualitäten differenzieren, aber, dass die Begrenzung des "Geschmacks" viel klarer und enger ist als gemeinhin angenommen wird. Und das weiß man seit Entdeckung des "Goldenen Schnitts, "der beispielsweise auch ein elementares Gestaltungselement des in diesem Buch oft zitierten Bauhaus Designs war. Wenn sich die Autorin jemals mit wahrnehmungspsychologischen Phänomenen auseinandergesetzt hätte, dann wüsste sie auch, dass es für Gefallen (Schönheit) auch kulturübergreifende Gestaltungsparameter gibt. Am ausführlichsten untersucht wurde diesbezüglich der Goldene Schnitt. Zu weiteren modernen Erkenntnissen kam Herr Prof. Dr. Jürgen Weber (TU Braunschweig) in Zusammenarbeit mit Hirnforschern des Max Planck Instituts. Im Zuge der Globalisierung wird das kulturspezifische Design zukünftig immer mehr vereinheitlicht.
Natürlich spielen Gebrauchsperspektive, rationale Funktionen oder symbolische Funktion eine unbestritten wichtige Rolle für den Wert des Designs eines Produkts. Dennoch widmet die Autorin den ästhetischen Funktionen ca. 2 Seiten ihres Buchs. Ihre Darlegungen bezüglich der Aspekte "Soziale Konditionierung, Nationalitäten, Alter und Geschlecht und Gewöhnung" sind meiner Ansicht nach zu knapp, pauschal, einseitig und teilweise antiquiert.

Um einige konträre Beispiele zu nennen: Der Schnitt der Kleidung amerikanischer Strafgefangener wurde über die Rap - Musik zu einem teuren und unfunktionalen Modespaß, dem nicht nur die soziale Unterschicht folgte. Natürlich steht hier eine symbolische Funktion im Vordergrund, die aber mit den Ursprüngen nicht mehr viel zu tun hat. Unfunktionales Design ist meistens nicht von langer Halbwertzeit. Das gilt auch für solche Modetrends.

Ein älteres Beispiel für die Bedeutung der Wahrnehmungspsychologie: Der Herzog Carl Eugen von Württemberg erbaute unter anderem das Barockschloss Solitude außerhalb seiner Landeshauptstadt Stuttgart. Natürlich hatte dieser Bau eine soziale und symbolische Funktion. Allerdings konnte der Landesherr ebenso wie viele andere seines Standes die unbequemen Einrichtungsgegenstände und den augenschmerzenden Zierrat des Barocks sowie die hohen Räume, die den Menschen zu einer kleinen Nummer werden lassen, nicht ertragen. Deshalb lebte er auf seinem Hügel mit der Ausnahme offizieller Anlässe wie ein Bürgerlicher im Personaltrakt, sprich den Wirtschaftsgebäuden. Dieses Gefühl von Unglück gilt auch heute noch für die Empfindungen wohlhabender Bürger, die sich zur Präsentation ihres Reichtums eine Palladio Villa errichtet haben. Oft ist allerdings diesen Personen die Ursache ihrer Depressionen gar nicht bewusst. Und daher hat Design auch eine gesellschaftliche Verantwortung, die meines Erachtens auch zu wenig in der Fachliteratur beachtet wird. Gutes Design ist nachhaltig und folgt Parametern, die sich auch je nach Designdisziplin benennen lassen.

Der Smart wird von der Autorin als ein Beispiel für Gewöhnung dargestellt, da er zunächst erfolglos und später gut verkäuflich wurde. Meines Erachtens lag die Ursache mehr im Preis. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich vor der Markteinführung begeistert für das Konzept eines Stadtautos dieser Art war. Allerdings kostete dieses "halbe" Auto dann soviel wie ein "ganzes" Auto bei anderen guten Herstellern und wirkt optisch weniger sicher. Der Citroen 2CV (Ente) war trotz damals ungewöhnlicher Form und billiger Materialanmutung ein riesiger Erfolg. Den ersten Smarts folgten preisgünstigere Varianten und Sondermodelle. Letztendlich ist der Smart vor allem als Dienstwagen im urbanen Einzugsgebiet, für kurze Strecken und wenig Ladung entdeckt worden. Dazu zählen z.B. mobile Pflegdienste, die mit dem Smart in Städten, wie München oder Stuttgart weniger Parkplatzprobleme haben. Unter wahrnehmungspsychologischen Formbetrachtungen ist das Auto ästhetisch durchaus gelungen. Das betrachtet die Autorin leider nicht.

Selbst in der Darstellung der weiteren Sachverhalte stolpert das Buch über den Fallstrick der Wahrnehmungspsychologie. Der Sehnerv und das verarbeitende Gehirn arbeiten mit sogenannten Grundgestalten, wie z.B. Kreis, Quadrat, Dreieck, Parallelen, usw.. Unser Gehirn verarbeitet Bildinformationen vereinfacht und beurteilt aufgrund dieser Vereinfachungsmechanismen die Dinge der Welt und damit auch das Design. Wissenschaftler, wie Chemiker, Physiker und Mathematiker sind daher auch Opfer ihrer wahrnehmungspsychologischen Beschränktheit, weil sie zum Verständnis der Wirklichkeit die Wirklichkeit nur als Vereinfachung verstehen und darstellen können. Und das erfolgt beispielsweise in schematischen Darstellungen oder Strukturgrammen. Mit Strukturgrammen kann man arbeiten. Das gilt nicht nur für Mathematiker, sondern auch für Designer, aber anscheinend nicht für die Autorin dieses Buchs, die sich ausschließlich im Text verliert.

Positiv zu werten ist allerdings die Tatsache, dass Marion Godau den Text knapp hält, die Gliederung des Buchs übersichtlich ist, der inhaltliche Aufbau einen roten Faden besitzt, das Layout stimmig ist, ansprechende Bilder beinhaltet und auch viele Sachverhalte schlüssig an Beispielen aus der Praxis dargelegt werden.

Die inhaltliche Gliederung des Buchs folgt den hier genannten Kapiteln:
Vorwort, Einleitung, Begriffe (Was heißt Design?), Funktionen (Welche Aufgaben erfüllt ein Produkt?), Entwicklungen (Warum verändert sich Design?), Praxis (Wie entstehen neue Produkte?), Programme (Wie sind Produkte organisiert?), Kontext (Wie ist Design vernetzt?), Strategien (Was bedeuten Produkte für Unternehmen?), Auftritte (Wie Design präsentieren?), Bewertungen (Wie Design beurteilen?) und Unterricht (Wie Design vermitteln?).

Fazit: Das Buch bietet eine sensibilisierende Orientierung und zeigt durchaus interessante Aspekte auf. Fast alle anderen Bücher dieses Segments tun das auch und oft besser, weil sie tiefer in die Materie eindringen und ergänzend Zusammenfassungen in Form von Strukturgrammen anbieten. Allerdings benötigen Sie zum Lesen dieses Buchs nur einen Nachmittag. Die Darstellung des Designprozesses (z.B. Moodboards, Fallstudienanalysen, Scribbeln, Evaluation von Entwürfen und Alternativen, usw.) fehlen gänzlich und daher hat dieses Buch meines Erachtens überhaupt keinen praktischen Nutzwert. Und auch die Ausführungen über Vermittlungspraktiken von Design im schulischen Unterricht (Kapitel: Unterricht) passen vielleicht vom Niveau allenfalls in den gymnasialen Kunstunterricht oder in einen unreflektierten und damit anspruchslosen Berufsschulunterricht.

Ernsthaft interessierten Laien oder angehenden Studenten würde ich daher zum etwas teueren Buch "Design Basics" von Prof. Dipl.-Ing. Gerhard Heufler (Graz) raten. Im Buch von Heufler erfahren Sie auch einiges über den Designprozess und damit auch über die Inhalte eines Studiums des Produktdesigns, wobei das Niveau von Diplomarbeiten allerdings auch dort bei weitem nicht erreicht wird. Aber immerhin ein Lichtblick im Wirrwarr der zahllosen Designbücher. Wer sich mit guter Gestaltung und Parametern auseinandersetzen will und nicht vor wissenschaftlicher Fachsprache zurückschreckt, sollte zu Literatur aus der Wahrnehmungspsychologie greifen (z.B. Prof. Dr. Jürgen Weber, Prof. Dr. Rudolf Arnheim, Prof. Axel Seyler,...). Wer sich mit diesen Autoren auseinandersetzt, wird feststellen, dass es tatsächlich ästhetische Gestaltungsparameter gibt, was selbst noch heutzutage viele an Unkündbarkeit und mangelnder Motivation leidende Professoren in gestalterischen Fachgebieten zu leugnen wissen. Sie müssen allerdings auch bei den vorab genannten Autoren der Wahrnehmungspsychologie die dort genannten Parameter auf ihr Segment aus dem dargestellten Kontext herauslösen, abstimmen bzw. transferieren.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Produktdesign, 4. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Produktdesign: Eine Einführung mit Beispielen aus der Praxis (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderbares Buch, nicht nur für die Design-Fachwelt. Es ließt sich spannend und leichtfüssig und erst hinterher bemerkt man, wieviel tiefgenhendes Wissen einem vermittelt wurde. Dieses Buch läd uns in die faszinierende Welt des Design ein und am Ende hat man wirklich das Gefühl auch etwas verstanden zu haben.
Es macht immer wieder Spaß dieses Buch, einfach nur so in die Hand zu nehmen und genüßlich darin zu blättern.
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Produktdesign: Eine Einführung mit Beispielen aus der Praxis
Produktdesign: Eine Einführung mit Beispielen aus der Praxis von Marion Godau (Gebundene Ausgabe - 6. Juni 2003)
Gebraucht & neu ab: EUR 8,89
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