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am 28. Oktober 2007
Apologie, Kriton, Phaidon ist die Reihenfolge Platons in der Erkenntnis von Seele in den Zusammenhängen von Eros und Unsterblichkeit. Wurde noch in der Apologie gezeigt, wie Verteidigungsreden Sokrates aufgebaut werden, erwartet Sokrates im Phaidon den Schierlingsbecher nach der Verurteilung zum Tode in der Apologie. Seine Freunde, auch Kriton, versammelten sich im Gefängnis zum Abschied. Doch im Kriton starten die Freunde, alle in der Vertretung Kritons, einen Versuch, Sokrates zur Flucht zu verhelfen.

Kriton ist näher der Apologie als dem Phaidon und doch ist es das Verbindungsstück zwischen den beiden Werken Platons. Kriton als Mittelglied ist so eine Art komprimierte, konzentrierte Darstellung der 30tägigen Gefängniszeit, in der vor allem die Bemühungen der Freunde, ihn dem Gefängnis und dem Tode zu entreißen, stehen. Platons Darstellungen sind in der Apologie und im Kriton noch sehr bodenständig, bodenbehaftet, während er im Phaidon Sokrates als eine schon verklärte Person erscheinen lässt, Inhaber einer gesamten Ideendialektik und letztendlich der Unsterblichkeit anheim gegeben.

Kriton versucht Sokartes zur Flucht zu überreden, in dem er (1) sich und seine Freunde zu schützen gedenkt, denn wenn sie nicht unternehmen, machen sie sich in der Gesellschaft unmöglich. Im übrigen befand Kriton, dass (2) Sokrates nur ein Fehlurteil bestätige, wenn er nicht fliehe. Weiterhin sei er, Sokrates, (3) verpflichtet, sich um Familie und Freunde zu kümmern, was nur im Fortleben funktioniere. Außerdem könne er sich nicht vorstellen, dass (4) Sokrates sich lächerlich zu machen gedenke, wenn er nicht einmal den Versuch einer Flucht unternähme.

"Kein Zweifel. Du vergehst dich gegen die Verträge, die du mit uns selbst abgeschlossen hast, und gegen deine Versprechungen, die du doch abgegeben hast ohne durch Zwang und Arglist beeinflusst zu sein." So spricht das Athener Gesetz.

Sokrates geht auf die Gründe Kritons nicht ein, vielmehr beginnt er mit den Gesetzen der Stadt Athen einen fiktiven Dialog. Er personifiziert sie, damit er mit ihnen in einen Dialog treten kann und um ihnen die Chance zu lassen, so zu argumentieren, dass nicht die Gesetze, sondern die sie ausführenden Menschen in ihrer Anwendung fehl gehen. Damit entgegnet Sokrates den Argumenten Kritons auf ganz anderer Ebene, lässt ihm sein Unvermögen, die Welt von höherer Ebene aus betrachten spüren. Platon hat wohl den etwas weniger bemittelten Kriton zum Dialog gewählt, damit die Leichtigkeit der Argumente auf höherer Ebene anschaulicher und dem Leser auch verständlicher werde.

Mit dieser Argumentation im Dialog mit den Gesetzen Athens gewinnt Sokrates mehr und mehr die Ansicht, gerade den Gesetzen folgen zu müssen, damit er nicht in den Verruf eines Gesetzesbrechers kommt, sondern er seine ungebeugte Haltung gegenüber dem Recht und der ungebeugten Haltung gegenüber dem Unrecht glaubwürdig bis in den Tod vertrete. So schließt sich der Kreis. Allein aus der Rücksicht der Freunde, Familie und vor allem sich selbst kann er den Gedanken der Flucht niemals gutheißen.
Das Gesetz spricht zum Ende: "Lass dich also nicht durch Kriton verleiten". Und Sokrates beendet den Dialog: "So sei es denn abgetan."

Platon verherrlicht durch die Gedanken Sokrates dessen Leben zu einer repräsentativen Existenzform. Sokrates wird in dieser Trilogie zur Verkörperung der Wahrheit, zum Prototyp des gerechten Bürgers in seiner 70jährigen Athener Bürgerzeit. Sokrates verkörpert mit Kritons Dialog ebenso die Macht des Sachverstandes gegenüber der Meinung der Masse und verweist damit auf die Unzulänglichkeiten einer verständnislosen Menge. Diese Anspielung gilt den 500 Richtern in der Apologie, die nicht dem Wesen der Wahrheit folgten noch dem Sachverstand des Rechts.

Apologie / Phaidon - siehe unter: Platonische Dialoge, Liste: kpoac
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TOP 100 REZENSENTam 1. September 2009
Die drei Texte von Platon: Apologie, Kriton und Phaidon bauen aufeinander auf und gehören zu den älteren Schriften des Platon. Platon schrieb diese unter dem Eindruck der Verurteilung seines Lehrers Sokrates (der zu diesem Zeitpunkt etwa 70 Jahre alt war) mit etwa 30 Jahren. Die Literatur geht daher davon aus, dass diese Schriften sehr genau wiedergeben was dort tatsächlich geschehen ist.
Die Verteidigungsrede ("Apologie") des Sokrates vor den 500 Richtern wendet sich gegen zwei Vorwürfe und zeigen die Wortgewaltigkeit und Klugheit des Sokrates. Dabei wird auch auf das Orakel von Delphi Bezug genommen, dass in einem Orakelspruch kund tat: "Sokrates sei der Weiseste unter den Menschen". Sokrates akzeptierte nicht einfach diesen Orakelspruch sondern unterzog ihn einer persönlicher "Überprüfung", die ihm dann diesen Prozeß einbrachte. Trotz oder gerade wegenseiner dann folgenenden gelungenen Verteidigungsrede vor den Richtern wird Sokrates zum Tode verurteilt.

Während er im Gefängnis sitzt, versuchen die Freunde ihm im "Kriton" dazu zu überreden sich der Strafe zu entziehen. Interessant sind seine Gedanken warum er sich nicht dazu überreden lassen will. Er macht unter anderem Ausführungen zu seiner inneren Stimme und wie diese ihn in wichtigen Situationen vor etwas gewarnt hat. Vor und bei diesem Prozeß habe er eine solche Warnung nicht erhalten und damit sei es wohl der Wille der Götter.

Im "Phaidon" spricht Sokrates mit seinen Freunden über die Seele während er auf den Vollzug des Todesurteil wartet. Erstaunlich ist mit welcher Gelassenheit Sokrates seinen Tod kommen sieht und auch den Schierlingsbecher trinkt. Als Weiser hat er ein Leben lang an seiner Seelenpersönlichkeit gearbeitet. Mit seiner so vollendeten Seele will er ohne irgendwelche Zweifel und ohne weiteres zögern, freiwillig in den aufgezwungenen Tod gehen. Seine Freunde diskutieren dann mit Ihm ausführlich über die Seele und diese Gedanken sind auch heute noch sehr lesenswert!!!
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