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Kundenrezensionen

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am 19. August 1999
Die "Germania" des Tacitus setzt sich mit dem Leben bei den Germanen seiner Zeit auseinander. Er gibt somit einen guten Einblick in die Lebensverhältnisse und die Lebensumstände bei den Germanen des 1. Jahrhunderts nach Christus. Er ist die einzige Quelle, die aus dieser Zeit berichtet und daher ist es eher schade, daß man so erhebliche Abstriche an seiner Genauigkeit machen muß. Tacitus verfolgte mit seiner Schrift nämlich vornehmlich ein Ziel, und zwar den Römern, die zu seinen Lebzeiten bereits sehr dekadent waren, die tugendhaften und aufrechten Barbaren gegenüber zu stellen, um jene aufzurütteln und ihnen zu zeigen, daß mittlerweile selbst Barbaren "zivilisierter" sind als sie. Zu diesem Aspekt kommt hinzu, daß Tacitus nie selbst in Germanien war und sich so auf das Hörensagen verlassen mußte. Er dürfte seine Informationen von Händlern und Soldaten erhalten haben. All das stellt die Beschreibung des Tacitus auf wackelige Beine und trotzdem ist das Werk wichtig, da es das einzig erhaltene zu diesem Thema ist. Und gänzlich falsch dürfte es wohl auch nicht sein. Also, mit Abstrichen lesen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 16. August 1999
Welchen Gymnasiasten hat Cornelius Tacitus' Germania nicht im Lateinunterricht gequält? Mit diesem Werk, auf den ersten Blick eine farbige, teils recht amüsante Beschreibung der germanischen Völker und ihrer Sitten, verfolgte er ein klares propagandistisches Ziel: der korrupten, unfreien, und dekadenten Gesellschaft seiner Zeit will er das Idealbild einer Gesellschaft vorführen: eine auf Einfachheit, Freiheit, Ehre und Kampfesmut beruhende Lebensweise. Wie genau seine Beschreibung der Sitten und Gebräuche der beschriebenen Stämme ist, ist fraglich, angeblich soll Tacitus nie in den beschriebenen Gebieten gewesen sein und seine Beschreibung von anderen übernommen und idealisiert haben. Die Aufmachung des Buches ist einfach, aber ansprechend: der lateinische Text steht links der deutsche Text rechts, jedoch wird im deutschen Text nicht immer die Gliederung des lateinischen Textes übernommen, und es finden sich auch keine Hinweise auf die Erläuterungen im Anhang. In diesem befindet sich auch eine kurze Beschreibung des Lebens von Cornelius Tacitus und den Ereignissen seiner Zeit, sowie ein grober Überblick über die Nachwirkungen, die "Germania" in der Literatur gehabt hat.
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am 6. April 2011
"Dieses Volk, ohne Falsch und Trug, offenbart noch stets bei zwanglosem Anlaß die Geheimnisse des Herzens; so liegt denn aller Gesinnung unverhüllt und offen da."

Götterhimmel, einzelne Stämme und ein Sittenbild, dies enthält die "Geramnia" des
Publius Cornelius Tacitus. Die Schilderung ist durchwegs positiv.
Denn diese Schrift des römischen Historikers ist kein ein ethnographisches Werk. Die Germania
sollte der Bevölkerung des Römischen Reiches um 100 einen Sittenspiegel vorhalten.
Menschen, die Stämmen außerhalb des Reiches angehörten, waren nur gut: ihre Sitten, ihre Gebräuche und ihre Art
zu kämpfen. Durchwegs waren die Menschen bescheiden und trugen nur graue Stoffe...
Kurz: die Bevölkerung des Römischen Reiches, speziell der oberen Stände verfügte - zumindest nach Tacitus - nicht über dies Eigenschaften. List, Habgier, Unkeuschheit und Verlogenheit der Repräsentatnten der damaligen Reichsbevölkerung geißelte der Schriftsteller. Währen die in der Zivilisation lebenden Menschen verdorben sind - so will Tacitus glauben machen - leben die Menschen außerhalb der zivilisierten Gesellschaft in einer Idylle.
Ein ähnliches Motiv finden wir wieder in der Romantik, wie etwa Coopers "Der letzte Mohikaner". Damals, zu Beginn der Moderne mit Industrialisierung, sehnten sich Menschen zurück zu einem vermeintlichen Paradies.
Mit diesem Hintergundwissen sollte die "Germania" auch gelesen werden.
Denn die archäologischen Zeugnisse, die zu germanischen Stämmen vorliegen, liefern ein ganz anderes Bild. So z.B. bunte Stoffe.

Leider wurde die "Germania" ausgehend von der deutschen Romantik als Geschichtswerk geleesn. Diese Entwicklung gipfelte im nationalsozialistischen Rassenwahn. Denn auch während der NS-Zeit beriefen sich krude Rassentheoretiker, wie F.K. Günther auf die Germania.

Es wäre wünschensert, wenn künftige Leser die "Germania" mit dem nötigen historischen Hintergrundwissen lesen!

T. Wagner
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am 6. September 2008
Tacitus hat vor 2000 Jahren ein Buch über Germanien und seine Stämme geschrieben. Ob jetzt alles so war, ist mittlerweile umstritten, da aber jeder, der was über Germanen schreibt, sich auf dieses Buch bezieht sollten interessierte doch einfach mal die Ursprüngliche Quelle lesen.
Die Germanen werden oftmals als naive edle Wilde dargestellt, um den Römern einen Sittenspiegel vorzuhalten, dies macht das Buch aber nicht weniger lesenswert.

Ist eigentlich Pflichtlektüre - nicht nur für Latainer. Das Büchlein kostet auch nicht viel.
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am 13. April 2010
Zur Germania" lässt sich eines ganz bestimmt sagen: sie ist ein Klassiker par excellence, das älteste Zeugnis deutscher" Geschichte, das zudem noch das Ziel hatte, einer immer dekadenter werdenden Gesellschaft im römischen Reich einen Spiegel vorzuhalten. Das Buch ist deshalb schon mehr als empfehlenswert, weil es die erste wirklich schriftliche Quelle zu den Germanen ist, die in extenso eine Art Landeskunde mit Beschreibungen von Sitten und Gebräuchen, Landschaften und Stämmen abgibt und somit das erste wirkliche Bild, das man von unseren Breiten erhält. Tacitus liefert ein sehr buntes und breites Bild des Lebens der germanischen Stämme bis hin in den hohen Norden Europas und setzt dabei doch einen Schwerpunkt auf die Germanen im heutigen Deutschland. Natürlich kann und konnte der Text nicht detaillierter sein, mutmaßte viel und konnte gewisse Dinge, die dem Römer damals schlichtweg nicht erreichbar waren, nur beschreiben und erahnen- aber auch dies ist der Reiz an der Lektüre des lateinischen Klassikers. Somit geraten einige Details ins Fragliche, aber dennoch bleibt der Wert des Buches unangetastet- wie auch Sprache und Stil, v.a. der sehr guten Übersetzung- weil es eben aus dem ersten Jahrhundert stammt und das wiedergibt, was man sich zu jeder Zeit über Germanien zu berichten und erzählen wusste. Mehr lässt sich zu dieser Ausgabe sagen und auch kritisieren. Es ist eben- in diesem Falle nur"- eine Reclamausgabe, die viele Informationen und auch Hintergründe liefert, die jedoch im Text fehlen, während sie im Anhang sehr genau geschildert werden. Man müsste also beim lesen ständig hin- und herblättern, die Erläuterungen lesen, um z.B. zu wissen, welcher Stamm" oder welche Gegend des heutigen Deutschlands sich hinter welchem lateinischen Begriff verbirgt. Besser wäre es, hätte man einiges als Fußnote erklärt, denn ein ständiges Hin- und Herblättern bremst den Lesefluss und ist auch störend, blätternd man jedoch nicht, erfährt man vieles erst durch anschließende Lektüre der Erläuterungen im Anhang. Zweitens fällt auf, dass die Gliederung des Originaltextes mit dem der Übersetzung nicht immer übereinstimmt, wenn man etwa eine Passage zum Vergleich lesen möchte- dennoch ein gutes Buch, in bekannter und bewährter Reclam-Qualität, weniger für den Leseenthusiasten als denn für den Schüler, Studenten oder Lateiner geeignet.
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am 18. Dezember 2005
Der römische Autor Tacitus (55 - 120 n. Chr.) beschreibt in seinem Werk "Germania" die einfachen und natürlichen Lebensgewohnheiten der verschiedenen germanischen Stämme, die er in einem starken Gegensatz zu den seiner Meinung nach verweichlichten und dekadenten Römern sieht. Für Tacitus besitzen die Germanen somit genau diejenigen Eigenschaften, die Rom in früheren Zeiten groß und mächtig gemacht haben, jetzt aber hinter weniger guten Charakterzügen zurückstehen. Angesichts dieser Tatsache wurden die Germanen allmählich zu den gefährlichsten Feinden Roms, die immer massiver die Grenzen des Imperium Romanum bedrohten und lange Zeit nur unter größten Anstrengungen davon abgehalten werden konnten, in das römische Reich einzufallen, bevor dies in späteren Jahrhunderten doch noch gelingen und zum Untergang der römischen Weltmacht beitragen sollte.
Das Thema der "Germania" besteht allerdings mit Sicherheit nicht darin, die Germanen oder die von ihnen abstammenden Deutschen als ein Volk zu charakterisieren, das dazu auserwählt ist, über andere Völker zu herrschen. Leider führt hier eine verhängnisvolle Linie über die Rezeption des Werkes in der Zeit der Freiheitskriege gegen Napoleon über Gobineau, Chamberlain und andere Theoretiker direkt zum Nationalsozialismus. Dieser sensible Aspekt wird am Ende des Buches sehr schön dargestellt und für den Leser verständlich gemacht.
Ansonsten ist das Werk eines der wichtigsten Zeugnisse über die germanischen Stämme in den ersten beiden Jahrhunderten nach Christus, auch wenn es unbedingt mit offenen Augen gelesen werden muss, um unangebrachte Fehlinterpretationen zu vermeiden und auch einem propagandistischen Missbrauch vorzubeugen.
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am 22. Mai 2009
Tacitus "Germania" liest sich sehr gut und schnell. Für jeden der historisch interessiert ist empfiehlt es sich zu lesen. Auch der Anhang in dieser Aussage ist sehr lesenswert, weil er einige Stellen genauer erklärt und einem Huntergrundwissen zu den jeweiligen Passagen vermittelt. Nur die Länge der Aufschriebe fallen etwas kurz aus, schade, dass Tacitus nicht noch mehr darüber geschrieben hat.
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Germania ist ein erstaunliches Buch. Nicht nur, dass es die einzige erhalten gebliebene ethnografische Einzelschrift der Antike ist. Es besticht auch durch die Prägnanz, mit der der Römer Tacitus das unheimliche Volk im Norden fassbar macht. Er tut dies mit einer Mischung aus Dünkel, Furcht und Bewunderung: Die Wildheit und Unkultur der Barbaren widert ihn zwar an, aber gleichzeitig lobt er deren Einfachheit und Unverdorbenheit - genau jene Eigenschaften, die er im dekadenten Rom vermisst. Während er die materielle und sexuelle Gier seiner Landsleute beklagt und sie des Sittenzerfalls bezichtigt, malt er das Leben der Germanen in bunten Farben und lobt ihre Tugenden, so seltsam sie ihm auch scheinen mögen. Das ist aus heutiger Sicht an vielen Stellen lustig, an anderen stimmt es verblüffend genau mit der heutigen Wahrnehmung überein. Beklemmend wird die Lektüre erst, wenn man die Wirkungsgeschichte des kleinen Werks in Betracht zieht: Als Warnung für die stolzen Römer geschrieben, befeuerte es ironischerweise den deutschen Germanenkult in der Romantik ebenso wie im Nationalsozialismus - aber dafür kann ja Tacitus nichts.
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am 11. März 2001
Diese Ausgabe enthält den lateinischen Text und eine recht präzise Übersetzung von Manfred Fuhrmann. Auserdem gibt es einige Erleuterungen und ein Nachwort über Tacitus und die Germania allgemein im Anhang.
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am 1. Juni 2013
Germania. Lateinisch-deutsch

Mit einem kleinen Gimmick für Lateinschüler beginnt P. Cornelius Tacitus sein Werk: "Germania omnis a Gallis Raetisque et Pannoniis Rheno et Danuvio fluminibus, a Sarmatis Dacisque mutuo metu aut montibus separatur;". Sofort fällt bei dieser Einleitung C. Iulius Caesars Beginn seiner 'Commentarii de bello Gallico' ein: "Gallia est omnis divisa in partes tres...". Tacitus orientiert sich also nicht nur inhaltlich an seinem republikanischen Landsmann, sondern er beginnt auch wie er mit einer groben Skizze der Grenzen Germaniens, allerdings mit leicht sarkastischem Unterton, der sich im Verlauf des knappen Werkes fortsetzt. Und in diesem Punkt unterscheidet er sich klar von Caesar.

Die 'Germania' ist unterteilt in 46 Abschnitte, wobei diese in drei große Sinneinheiten eingeteilt werden können: Zunächst wird die geographische Beschaffenheit des Landes beschrieben, danach das öffentliche und private Leben der Germanen und in den Abschnitten 28-46 legt er die Eigenheiten der einzelnen Stämme dar. Dabei schöpft er in erster Linie aus den Beschreibungen Caesars, aber sicher auch mündlichen Beschreibungen von Händlern und Militär. Selbst in Germanien war Tacitus nie.

Wie beinahe jedes schriftliche Werk der Antike, so hatte auch Tacitus mit der 'Germania' eine ganz bestimmte Intention: nach der Schreckensherrschaft des Domitian konnte er endlich all das anprangern, was ihn an der römischen Gesellschaft, in der er lebte, störte. Sein Ideal war die Zeit der Republik, als es noch keinen Kaiser gab, der Senat noch etwas zu sagen hatte, als es noch keinen Limes gab, der das Reich begrenzte und die Sitten allgemein noch nicht so sehr verfallen waren wie zu seiner Zeit. Selbstverständlich sind die Anklagen des Tacitus überzeichnet, sein Sarkasmus teilweise beißend, die Germanen idealisiert. Doch Tacitus hebt die Germanen nicht nur empor. Sie haben auch Fehler, sind roh, verwildert, haben keinen Anstand und vor allem: die Stämme sind sich untereinander nicht einig und bekämpfen sich ständig gegenseitig. Das wiederum, so hofft der Autor, bleibt noch lange so, denn wenn sich die Germanen erst einmal zusammenrotten, um gegen die Römer zu ziehen, dann sieht Tacitus schon das Ende kommen.

Das kleine Reclam-Büchlein beinhaltet das lateinische Original sowie die Übersetzung von Manfred Fuhrmann - wie bei Reclam üblich links und rechts gegenübergestellt. Ein guter Fußnotenapparat erklärt Begriffe und Zusammenhänge. Und am Ende folgen noch ein Nachwort sowie eine kurz gefaßte Bibliographie.

Fazit: Die 'Germania' des Tacitus ist eine der wenigen Ethnographien der Antike und schon aus diesem Grund empfehlenswert. Der Stil ist knapp, teilweise pointenhaft, oft sarkastisch. Die Schrift rechnet ab mit den Zeitgenossen des Tacitus, hebt die Germanen als Gegenspieler jedoch nicht in die Höhe. Im Gegenteil: die Schwächen der Germanen sind oft Stärken der Römer. Wenn man so will, ist die 'Germania' also ein Sittenspiegel seiner Zeit und Anleitung zur Besserung seiner Landsleute. Das gute Nachwort umreißt nicht nur kurz Tacitus' Biographie; sie beschreibt auch die Nachwirkung des Werkes bis hin zur Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten. Insgesamt also eine zwar knappe, aber ausreichende Darstellung, die den Lateinschüler und interessierten Laien mit der antiken Quelle nicht allein läßt.
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