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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen72
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am 13. November 2011
Kennt ihr die Geschichte von Hänsel und Gretel? Ja? Ganz sicher? Ich meine die ECHTE Geschichte der Geschwister.
Denn der Autor hat sie für alle kleinen und großen Leser, Märchenliebhaber und solche, die es noch werden wollen aufgestöbert. So nimmt alles seinen Anfang vor der Geburt von Hänsel und Gretel, die in Wahrheit Königskinder sind, und so ihren Streifzug durch verschiedene Märchen, im grimm'schen Original, machen.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute... oder?

Die Aufmachung ist ja schon ein Hingucker: Der Titel auf dem Cover ist geprägt, also leicht erhaben. Die schwarzen Gestalten sind in Spotlack getaucht, während der farbige Teil eine matte Beschichtung hat. Aber wer jetzt denkt, das war's - falsch! Denn im Innenteil warten - im Stil vom Cover - weitere, kleine Illustrationen. So werden die Titel der einzelnen Geschichten umrankt und am Kapitelbeginn findet sich eine ovale Grafik, die als Symbol für die Geschichte gesehen werden kann. Das Vorsatzpapier ist übrigens, passend, blutrot!
Gidwitz nimmt den Leser mit in die dunklen und grimmigen Tiefen der Märchen der berühmtesten Brüder der Welt! Dabei wählt er eher unbekanntere Märchen, sehen wir mal von den 'berühmten' Protagonisten Hänsel und Gretel ab. Die Märchen sind soweit relativ originalgetreu nacherzählt. Natürlich leicht an manchen Stellen abgeändert und in eine etwas modernere Sprache adaptiert. Wobei es Gidwitz aber schafft den unverwechselbaren Märchencharme in seiner Geschichte aufleben zu lassen. Zwar schreibt er, wie gesagt, modern, doch trotzdem schleichen sich beim Lesen diese - für mich - typischen Märchenwendungen und dieses typische Märchenlesegefühl ein. Da fühlt man sich wieder wie ein Kind unter der Bettdecke.
Als Märchenfan bin ich natürlich begeistert, denn schon als ich damals entdeckte, dass Märchen nicht immer so Friede-Freude-Eierkuchen sind, wie es viele Bücher den kleinen Kindern Glauben machen wollen, habe ich mich immer nach den Originalen gesehnt. Wer jetzt meint, dass ich da schon im zarten jugendlichen Alter war, der irrt!
Die Märchen der Gebrüder Grimm waren durchaus recht brutal - wie ich auch im "Original" nachgelesen habe. Und der Autor schmückt hier auch bei weitem nichts aus, sondern erzählt sie wirklich auch gruslig, blutig, finster, düster - so wie damals eben.
Dazu kommen die Anmerkungen, die jeweils immer in eigenem Absatz und fett gedruckt wurden. Das mag den ein oder anderen stören, aber ich fand sie richtig, richtig toll und habe mich köstlich amüsiert! Denn teilweise hat Gidwitz die Wendungen im Märchen und die Brutalität ein bisschen auf die Schippe genommen - fand ich. Auch spricht er direkt den Leser an. Oder auch die Zuhörer, denn Märchen werden ja in der Regel vorgelesen. Sehr erfrischend.
Natürlich bin ich dann auch nicht umhin gekommen, dass ich selbst mal zu meinem Grimm-Märchenbuch (eine alte Gesamtausgabe aus dem Engel-Verlag mit Illustrationen von Ludwig Richter - ich glaub das Buch ist älter als ich) gegriffen habe. Wie oben schon erwähnt, hält sich Gidwitz tasächlich relativ genau an die Märchen, was mich, zugegeben, schon überrascht hat. Klar, es mag nicht für jeden etwas sein, aber ich finde es wirklich toll, dass die 'grimmigen' Märchen so umgesetzt und aufgegriffen werden. Als Kind hab ich mir sowas immer gewünscht.
Hier noch ein Überblick, welche Märchen enthalten sind (wer die Geschichten im Original lesen möchte, kann das beim "Projekt Gutenberg" tun - Google hilft):
- Der treue Johannes
- Hänsel und Gretel
- Die sieben Schwalben / Die sieben Raben
- Bruder und Schwester / Brüderchen und Schwesterchen
- Ein Lächeln rot wie Blut / Räuberbräutigam
- Die drei goldenen Haare
Auch wenn Hänsel und Gretel nicht mein Lieblingsmärchen war, macht es einfach nur riesigen Spaß die beiden Protagonisten durch das Buch zu begleiten. Die letzten drei Geschichten basieren dagegen nicht auf Märchen (jedenfalls sind mir keine derartigen bekannt), sondern schließen das Buch um Hänsel und Gretel ab. Die haben mir leider nicht mehr ganz so gut gefallen. Ich bin mir sicher, dass besonders junge Leser da aber trotzdem ihren Spaß dran haben werden. Denn es wird nicht übermäßig kitschig und hält sich auch weiterhin an das märchenhafte, das sowieso im ganzen Buch herumflirrt.

Kurz: Eine wunderbare Reise in die dunklen und grimmigen Abgründe der Original-Märchen der Gebrüder Grimm. Nicht nur für die Kleinen, sondern auch für die Großen!
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am 24. März 2013
INHALT

Hänsel und Gretels Leben steht unter keinem guten Stern. Erst werden sie von ihren Eltern getötet und dann von einer Bäckerin gemästet und beinahe gekocht. Schnell haben sie genug von Erwachsenen, denn sie müssen erleben, dass alle Erwachsenen, denen sie begegnen, gemein und hinterlistig sind. So reisen die beiden Geschwister über viele Jahre durch verschiedenste Grimm-Märchen, wie zum Beispiel Brüderchen und Schwesterchen, Des Teufels drei goldene Haare und Die sieben Schwalben und erleben allerhand spannende (und schreckliche) Abenteuer.

MEINE MEINUNG

Wie bereits erwähnt, war dieses Buch lange auf meiner Wunschliste. Ich lese sehr gerne Märchenadaptionen und diese hier soll dabei noch etwas düster sein, was ich persönlich auch mag.

Das Buch ist so aufgebaut, als würde Adam Gidwitz vor einem sitzen und die Geschichte erzählen. Immer wieder sind fettgedruckte Passagen eingefügt, in denen der Autor die Leser direkt anspricht und darauf hinweist, dass gleich etwas ekeliges oder trauriges passieren würde und man kleine Kinder wegschicken sollte. Anfangs fand ich das noch sehr lustig, nach einer gewissen Zeit hat es manchmal aber genervt, bis auf kleine Aufnahmen, wo der Autor sehr zynische und ironische Sprüche eingebaut hat.

Die einzelnen Kapitel sind mit schönen Illustrationen verziert und besonders die Kapitelanfänge zeigen Zeichnungen, die auf den Inhalt der Geschichte hinweisen. An den Zeichnungen kann man aber erkennen, dass das Buch grundsätzlich eher für jüngere Leser gedacht ist, ebenso wie die geringe Seitenzahl darauf schließen lässt.

Der Schreibstil war, bis auf die eingefügten Denkansätze von dem Autor, sehr angenehm zu lesen und somit auf für jüngere Leser geeignet. Die Kapitel waren allesamt recht überschaubar und teilweise wurden auch Füllseiten genutzt, auf denen dann nur ein einziges Wort stand. Was ich ein bisschen unnötig finde, hatte aber im Buch den gewünschten Effekt. Insgesamt würde ich aber sagen, dass das Buch doch auch einige recht grausame Szenen beinhaltet (auf die der Autor vorher immer aufmerksam macht), die das Buch dann doch eher für ältere Leser eingrenzt. So schneidet sich Gretel einen Finger ab oder sieht zu, wie ein junger Mann ein Mädchen in Stücke schneidet und in einen Kochtopf wirft. Natürlich sind die Originalmärchen teilweise auch sehr blutig und brutal (ich möchte da nur mal auf die Originalfassung von Rotkäppchen hinweisen), aber dieses Buch nutzt die Grausamkeit gezielt. Ich habe, wie schon in vielen anderen Rezensionen erwähnt, keine Probleme mit solchen Szenen, könnte mir aber vorstellen, dass der ein oder andere Leser darüber erschreckt sein könnte.

Die Geschichte ist teilweise nicht sehr nah am Original sondern nur angelehnt. So fängt das Buch mit der Geschichte vom Treuen Johannes an. Aus dieser Geschichte entstehen Hänsel und Gretel, die bewusst von ihren Eltern weglaufen und nicht fortgeschickt werden. Elemente aus dem eigentlichen Märchen Hänsel und Gretel werden werden mit einigen wichtigen Bestandteilen aus Schneewittchen vermischt und zu einem neuen Märchen geformt. Dies hat mich jetzt aber persönlich nicht gestört.

FAZIT

Viel lässt sich über das Buch nicht mehr sagen, es war eine gute Idee mit hauptsächlich guter Umsetzung und auch einem kleinen Showdown am Ende, wo man sich dann schon fragen könnte, wie die Geschichte für die beiden Geschwister ausgehen wird. Ob ich den zweiten Teil lesen werde, weiß ich noch nicht so genau. Schlecht war das Buch nicht, ich hatte mir aber ein wenig mehr davon erhofft. Daher vergebe ich abschließend 3 von 5 Sternen.
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TOP 500 REZENSENTam 26. August 2012
Als Märchenerzählerin komme ich dann trotz der 50 anderen "Rezen" doch nicht drumherum...
Anfangs dachte ich: Wat denn, wiedermal so eine Grimm-Märchen-Adaption, nee, muss ich mir nicht antun, kenne ich alles, mach ich selber, brauch ich nicht. Doch dann sah ich das Werbevideo und mal ehrlich: Wer kann dem jungenhaften Charme des Autors wiederstehen?! Ich entschied mich doch, das irgendwannmal zu kaufen. Als ich noch eine Beigabe für den 11. Geburtstag meines Enkelsohns brauchte, kaufte ich "Die Dunkle grimmige Geschichte". Ein Monat später gab mir meine Tochter das Buch zurück.
Soll ich wieder an mich nehmen, Alpträume hätte es meinem Enkel verursacht und beim Lesen hätte er aufgeschieen, war aber nicht gewillt es wegzulegen.
Nun wurde meine Neugier endgültig geweckt. Meinen Enkeln kann es eigentlich nicht dunkelgrimmig genug sein - so groß ist ihr Vertrauen auf guten Ausgang der Märchen. Was war es also, was ihn - der die Grimmis (so nennen wir Märchenerzähler untereinander die Grimm - Märchen) fast alle kennt, so mitgenommen hat? Zwei Gründe habe ich gefunden, zu Einem die Steigerung der Spannung durch die Erzählereinschübe, zum Anderen die "Personalisierung" von Hänsel und Gretel, die nun zu echten Protagonisten geworden, eine Reihe von Grimm-Märchen auf dem Weg zum Erwachsenwerden durchleben. Denn was Adam Gidwitz durch die Zusammenstellung der Märchen hier machte, ist bei manchen Psychologen tägliche Praxis,im Märchen ein Symbol für eine Lebenssituation finden.Doch dabei bezieht man sich auf ein Märchen. Das hilft bei der Selbstfindung und der Therapie eines Problems. Denn fast jedes Kind erfährt auf dem Weg zum Erwachsenwerden , dass der geliebte Vater auch ganz unliebenswerte Züge haben kann , sich vielleicht der Zukunftsplanung wie ein Drache in den Weg stellt und dass die Mutter eine richtige Hexe sein kann, das hat wohl auch jeder mal empfunden. Manchmal haben Eltern auch Verpflichtungen zu erfüllen, was dann zu Lasten der Kinder geht, ihnen aber langfristig nicht schadet, wenn sie die Notwendigkeit einsehen können (in so eine Richtung deute ich den treuen Johannes für die Jetztzeit aus)
Hier wurden nun verschiedene Lebensstationen der Kindheit in symbolische Erfahrungen umgesetzt,die die kindliche Psyche auf dem Weg zum Erwachsenwerden machen kann.
Kinder nehmen die Märchen auf einer Realitätsebene wahr, symbolisch wird es erst im Erwachsenenalter. Vor dem, was wir als grausam am Märchen empfinden, schützt sie normalerweise ihre Fantasie, die das Grausame nur in der Form in das Bewusstsein lässt, wie es für sie zu verkraften ist. Doch wenn dann ständig hingewiesen wird, dass es jetzt aber ganz, ganz schlimm kommt, wird dieser Schutz unterwandert.Ich würde das Lesealter deshalb erst ab 12 Jahre ansetzen.

Mir hat an dem Buch gefallen, dass diese psychologische Deutung so zum Ansatz kam und dass so lebendig erzählt wurde, ohne die Märchenstruktur der Grimms zu brechen. Und ich habe durch die Erzählereinschübe noch etwas über Spannungssteigerung gelernt, will ich nicht unbedingt so nachmachen, hat mir aber was gegeben.
Mein Lesevergnügen ließ gegen Ende des Buches nach und lief sich lahm, weil es gegen Ende dann in der Art und Weise, mit den Grimm-Texten umzugehen, bzw. a'la Grimm neu zu erzählen für mich "manierlich" wurde, ein, zwei Märchen weniger wäre insgesamt mehr gewesen - jedenfalls für mich.

Das Buch ist auf schön dickem Papier gedruckt, hat ein angenehmes Schriftbild und scherenschnittartige Illustrationen, insgesamt eine angenehme Optik und Haptik, wie der Einband schon verspricht. Es gibt das auch als E-Buch und dieses Buch ist mit der Art der Illustrationen gut geeignet dafür.
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am 2. Januar 2012
Das Buch "Eine dunkle und Grimmige Geschichte entführt den Leser in eine Fabelwelt voller Abenteuer. Aber nicht diese Kinder Märchen, sondern die richtig richtig tollen. Kämpfe mit alten Alten Hexen, Drachen und anderen.

Aufmachung:
Also ohne Zweifel, ein tolles Cover. Aber wenn man das Buch durch gelesen hat, versteht man den Sinn hinter den Cover. Ohne Hülle ein Schwarzes Buch.

Schreibstil:
Das Buch ist durchgehend "Märchenhaft" geschrieben. Also mit Sätzen wie "Es war einmal.." und so was. Gidwitz versucht bei seinen eigenen Fassungen den Stil treu zu bleiben, was ihm gelingt. Wenn man was dick gedrucktes sieht, ist es ein Kommentar vom Autor. Vielleicht Platzfüller, aber sicher nicht störend, eher amüsant. Es ist natürlich Spannend geschrieben. Aber nicht Physiologisch, wie Sebastian Fitzek. Denn es ist ein Buch für die jüngeren Leser.

Charaktere:
Hänsel und Gretel sind mir klar am Sympatischsten. Die Märchen durch die sie sich kämpfen, beeinflussen ihre Persönlichkeit. So kann ein diszipliniertes Mädchen schnell ein kleines verliebtes Mädchen werden. Aber das ist nicht schlimm. Es ist nicht zu vermeiden. Neben den Hauptprotagonisten gibt es noch verschiedene andere wie den treuen Johannes und das Königspaar. Die werden alle samt gut beschrieben. Ganz besonders gut sind die Fieslinge gelungen.

Handlung:
Gidwitz bekommt alle Märchen in eine Handlung. Mit einem roten Faden durch die Handlung. Mit vielen Twist und Abenteuern. Eine fantastische Handlung.

FAZIT:
Ein tolles Buch. Es ist nichts für die kleinen, also Kindergarten Kinder. Aber für die Jüngeren. Also Grundschüler und älter. Aber eines bleibt sicher: Es ist ein besonderes Buch, wo es mir schwer gefallen ist am Ende die beiden zu Verlassen.
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am 6. Oktober 2015
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll… Zunächst einmal habe ich das Buch nur zu Ende gelesen, da ich aus Prinzip keine abgebrochenen Bücher rezensiere, bei diesem aber das dringende Bedürfnis verspüre, eine Rezension zu verfassen.
Mir persönlich erschließt sich nicht, warum das Buch so viele positive Bewertungen bekommen hat, aber der Reihe nach.

Inhalt:
Das Buch verwurstet mehrere Märchen der Brüder Grimm unter der Prämisse, dass alle Hauptakteure die Geschwister Hänsel und Gretel seien. Im Einzelnen handelt es sich dabei um
Der treue Johannes, Hänsel und Gretel, Die sieben Schwalben, Bruder und Schwester, Ein Lächeln rot wie Blut, Die drei goldenen Haare sowie Hänsel und Gretel und das verwunschene Königreich / und der Drache / und ihre Eltern.
Soweit, so gut, eigentlich ein ganz witziger Ansatz, ABER: wenn ich schon Märchen aneinander dichte, dann doch bitte wenigstens auf eine sinnvolle Art und Weise. Am Anfang sind sie Kinder klein, durch die Torturen werden sie kräftig und groß, und am Ende sind sie zunächst wieder so klein, dass ihre Eltern sie auf den Arm nehmen, nur um im nächsten Moment ein Heer in den Krieg zu führen?!
Ja, es ist ein Märchen, und dass darf sich über viele Dinge hinwegsetzten, wie Tod / Leben, den Teufel in der Hölle besuchen… aber trotzdem, es hat mich gestört.

Mein Hauptkritikpunkt aber ist die Sprache bzw. Erzählweise:
Das Buch weiß in meinen Augen einfach nicht, was es will. Für Kinder ist es viel zu brutal (Gedärme fliegen durch die Gegend etc.). Die sehr unbeschönigte, direkte Wortwahl wird auch von dem Autor immer wieder betont und forciert, und dass Kinder doch bitte den Raum verlassen sollen. Aber gerade diese völlig unnötigen direkten Ansprachen des Autors an den Leser wirken auf mich so nervend und kindisch, dass es für einen erwachsenen Leser lächerlich ist. Zudem werden auf diese Art nur sinnlos Seiten geschunden.

Und das Ende ist dann ja wohl mal der Hammer!
(NUR MINISPOILER, wobei… eigentlich nicht mal das, denn was passiert am Ende eines jeden Märchens!?!)
Was passiert also mit den Geschwisterchen (Zwillinge)? „Natürlich werden sie irgendwann heiraten“, fügte die Königin hinzu. (S.241) WTF??????? Seit wann heiraten denn Geschwister??? Einfach nur ein dickes NEIN!!!

FAZIT:
Das vom Hersteller empfohlene Alter von 10 – 12 Jahren halte ich nicht für angemessen, wüsste aber auch nicht, für welches Alter es besser geeignet wäre. Eigentlich für gar keines! Es scheint auf mich nicht durchdacht, nicht ausgereift und ich hatte permanent das Bedürfnis, das Buch in die Ecke zu pfeffern.
Von mir ganz klar KEINE Leseempfehlung :-(
Es gibt zwar auch noch schlechtere Bücher, diese Tatsache macht „Eine dunkle & grimmige Geschichte“ aber auch nicht besser.
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am 11. November 2011
"Eine dunkle & GRIMMIGE Geschichte" von Adam Giddwitz ist ein lesenswertes, durchaus faszinierendes Buch, an dem die ganze Familie ihre Freude haben kann. Es kann aber auch zu kulturellen Missverständnissen und dadurch zu falschen Erwartungen führen. Denn der US-amerikanische Autor hat offenbar eine ganz andere Tradition im Umgang mit Märchen erlebt, als es bei uns bis heute noch der Fall ist. Wenn er daher ankündigt, die Märchen der Gebrüder Grimm so zu erzählen, wie sie wirklich sind, kann das märchenkundige Leser irritieren, weil sie auf viel Bekanntes stoßen. Was bleibt ist eine kunst- und liebevolle Neu-Erzählung, in der zahlreiche bekannte Motive und Geschichten aus der Grimmschen Sammlung in einer spannenden Rahmenhandlung zusammengeführt werden. Man muss sich darauf einlassen. Wenn man das tut, fällt es schwer, die Lektüre wieder aus der Hand zu geben. Ein Buch für Groß und Klein, allerdings nichts für allzu zarte Gemüter.

Um es vorweg zu nehmen: Wir haben das Buch einem Test mit der ganzen Familie unterzogen. Der seit kurzem neunjährige Sohn ist begeistert. Er ist gestählt durch Harry Potter. Kinder, die damit klar kommen, können sicher auch ohne Bedenken die unheimliche & GRIMMIGE Geschichte zu lesen bekommen. Aber auch Erwachsene sollten daran ihre Freude haben.

Die Ankündigungen und Ausführungen des Autors zu Anfang können ein wenig irritieren, vielleicht auch verstören. Der Autor verspricht, die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel zu erzählen. Er sagt sinngemäß, die Märchen der Gebrüder Grimm seien ursprünglich richtig, richtig toll gewesen.Gewalttätig (was schon ein bisschen reißerisch klingt) und blutig. Dem Märchenkundigen mag sich daher die Frage stellen: ja wie viel gewalttätiger und blutiger sollen sie denn noch gewesen sein? Denn natürlich denkt man gleich an den Wolf, der das Rotkäppchen verspeist hat, die Hexe die Hänsel und Gretel fressen wollte und selber im Ofen ihr Leben aushauchte oder Aschenputtels Stiefschwestern, die sich die eigenen Füße verstümmeln mussten. Vielleicht denkt man auch an etwas weniger bekannte Geschichten wie die sieben Raben, wo sich das Schwesterchen auf der Suche nach ihren verwunschenen Brüdern am Glasberg den Finger abschneidet oder des Teufels rußigen Bruder, der sieben Jahre in der Hölle gedient hat (Beide Motive werden übrigens im Buch verarbeitet).

Wozu also diese reißerische Ankündigung? Vielleicht hat es mit dem kulturellen Unterschied zu tun. Wir kennen natürlich auch die netten, harmlosen Märchen- Nacherzählungen a la Simsala Grimm. Aber selbst unsere Kleinen wissen in der Regel, dass das nicht die echten Märchen sind. Die meisten bekommen doch wohl immer noch irgendwann die eine oder andere Geschichte im Original vorgelesen. Und das scheint in den USA anders zu sein. Märchen kennt man dort wohl vor allem weichgespült im Disney-Stil. Und deshalb hätte der deutschen Ausgabe sicher eine eigene Einleitung gut getan.

Ist diese Irritation aber erst einmal überwunden, erwartet die Leserinnen und Leser eine spannende, wundervolle Geschichte, in die man tief eintauchen kann und die einen so schnell nicht wieder loslässt. Der Autor macht Hänsel und Gretel zu den Protagonisten einer (zugegeben: ziemlich unheimlichen und streckenweise sehr düsteren) Rahmenhandlung, innerhalb derer er sie viele verschiedene Märchenmotive durchlaufen lässt. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Kommentare und Fragen, ob auch wirklich keine kleinen Kinder mehr da sind. Das Ganze ist kunstvoll miteinander verwoben und meist leicht verfremdet, aber jederzeit wieder zu erkennen: Da wird aus der Hexe die kannibalische Bäckersfrau, aus Raben werden Schwalben oder statt der Großmutter ist es der verkleidete Hänsel, der dem Teufel die drei goldenen Haare selbst ausreißt.

Dabei bleibt der Autor seiner märchenhaften Erzählweise treu, ohne dass der Stil angestaubt wirkt. Manchmal finden etwas unglückliche Begriffe aus der Alltagssprache ihren Weg dort hinein, die man Kindern gelegentlich erklären muss. Das mag auch Geschmackssache oder eine Frage der Übersetzung sein, ist aber auf jeden Fall verzeihlich. Wer die dunkle & GRIMMIGE Geschichte noch nicht kennt und an dieser Stelle Lust bekommt, einen Blick in das Buch zu werfen, sollte unbedingt zugreifen. Es lohnt sich!

"Eine dunkle & GRIMMIGE Geschichte" ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Gelingt das, verspricht es eine packende und fesselnde Lektüre. Richtig, richtig toll.
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am 19. August 2011
Habt ihr als Kinder auch die uralten Märchenbücher aus dem Regal gezogen, um die GANZE Geschichte zu lesen? Die, wo die Hexe brennt und der Prinz, der Rapunzel retten möchte, die Augen ausgestochen bekommt? Wenn ja, dann seid ihr hier genau an der richtigen Adresse. Denn wenn hier auf dem Cover 'dunkel und grimmig' steht, dann ist das auch genauso gemeint. Mit der Addition von gruselig und blutig.

Der Autor Adam Gidwitz kramt alte Märchen der Gebrüder Grimm hervor und verbindet sie mit einer ganz neuen Interpretation von Hänsel und Gretel. Denn so viele namenlose Gestalten aus den grimmschen Erzählungen sind für ihn Hänsel, Gretel oder gar beide gemeinsam. Beide sind eigentlich Königskinder, die von Zuhause weglaufen, weil sie vom Verhalten ihrer Eltern enttäuscht sind. Das Häuschen der Hexe (die hier eigentlich gar keine ist, sondern nur eine einfache Bäckerin mit kannibalischen Leidenschaften) ist nur eine von vielen Stationen auf ihrem Weg auf der Suche nach einem Platz, wo sie glücklich und sicher leben können. Doch es scheint den beiden nie so recht zu gelingen.

Sprachlich wechselt der Erzähler immer zwischen der altmodischen Sprache der Originalmärchen und modernen Einschüben, vor allem, wenn Hänsel und Gretel sich mündlich äußern. Das irritiert anfangs ein wenig, lockert aber insgesamt die Erzählweise auf. Außerdem schiebt er ab und zu seine eigenen Kommentare ein, vorrangig, um davor zu warnen, dass es jetzt so richtig blutig und brutal wird.

Es ist schwer, das Buch für eine Altersgruppe einzuordnen. Ich habe als Kind sehr früh die Originalversionen der grimmschen Märchen gelesen, kann mich aber ehrlich gesagt nicht erinnern, ob ich danach recht verstört war. Manchmal habe ich Absätze beim zweiten Mal Lesen übersprungen, weil sie mir zu grausam waren. Wie es sich mit diesem Buch verhält, ist deswegen schwer zu sagen. Es ist tatsächlich blutig, oft sehr detailliert und lässt keine Grausamkeit aus ' aber alles auf dem Niveau, auf dem es auch in echten Märchen passiert. Seien wir mal ehrlich ' Grimmsche Märchen sind nicht die von der harmlosen Sorte. Ein bisschen reinzuschnuppern, bevor man das Buch seinen junge Kindern zu lesen gibt, würde ich trotzdem jeden Eltern empfehlen.

Dabei ist die Geschichte nicht immer bierernst, bringt Kindern auch unbekannte Märchen näher und obwohl Märchenfiguren normalerweise immer austauschbare Prototypen sind, ist das bei Hänsel und Gretel nicht der Fall. Im Laufe der Geschichte werden die beiden immer greifbarer.

Besonders schön sind auch die Scherenschnittgrafiken, die man auch in alten Märchenbüchern finden kann. Jedes Kapitel beginnt mit einer solchen Grafik, passend zu dem Märchen, das darin aufgegriffen wird.
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am 1. Mai 2013
Erstmal: die Idee ist spitze! Hänsel und Gretel zu den geheimen (und bisher verkannten) Stars eines märchenhaften Königreichs zu erheben; eines Königreichs aus der Feder der Gebrüder Grimm, welches voller phantastischer Geschichten, mystischer Volkserzählungen, prickelnder Abenteuer und heldenhafter Legenden ist. Ich bin begeistert! Die immer wiederkehrenden Einwürfe und Warnungen des Erzählers sind mal was Neues und auch ganz lustig (für Kinder vielleicht auch hilfreich oder beruhigend), jedoch in ihrer Menge mir etwas zu häufig. Andererseits fühlt man sich so wieder in die eigene Kindheit zurückversetzt, als man die Märchen noch vorgelesen und gelegentlich beruhigend erklärt bekommen hat.

Besonders gefällt mir das Cover des Buches. Der Titel hebt sich vom Rest des Umschlags hervor und ist ein schöner Fingerspitzenschmeichler. Die Illustration lädt zum längeren Betrachten ein und zeigt eigentlich alles Wesentliche, was später in der Geschichte auch vorkommt. Ich finde es immer gut, wenn ein Cover auch wirklich zum Text passt.

Eines haben Hänsel und Gretel, die schicksalsgeplagten Königskinder mit dieser Odyssee durch die grimmsche Welt ganz klar bewiesen: soll hier jemand die Welt retten, dann lasst die Kinder ran!

Ach, nochmal ein Kind sein! Wer wünscht sich das nicht. Eine dunkle und GRIMMige Geschichte hat mir einige Phantastereien, Träume, Ängste und Abenteuer meiner Kindheit wieder etwas näher geholt. Komplett überzeugt hat mich das Werk leider nicht.

Ich glaube, mir wäre es lieber gewesen, wenn die „Blutigkeit“ der Märchen nicht immer wieder dezidiert betont worden wäre. Das hat nichts mit schwachen Nerven oder so zu tun. Eher damit, dass ich wohl etwas altmodisch bin. Märchen sind für mich eben gerade jene Geschichten, die viel erzählen, viel verzaubern und so einiges verschweigen, was unterschwellig doch jeder weiß, der alters- und gemütsmäßig soweit ist, sich das auszumalen.
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am 10. November 2011
*Worum geht's?*
Es waren einmal zwei Geschwister, ein Junge und ein Mädchen. Sie waren die geliebten Kinder des Königspärchens von Grimm und ihnen war ein reiches und glückseliges Leben vorherbestimmt. Doch das Schicksal schlug einen anderen Weg ein. Durch ungünstige Zufälle, schwerwiegende Missverständnisse und folgenschwere Unklarheiten sahen sich die Kinder gezwungen, aus dem Schloss zu fliehen. Ihre Namen lauteten Hänsel und Gretel... - "Moment, das ist nicht das Märchen von Hänsel und Gretel!", werdet ihr sicher denken. Aber ihr liegt falsch! Das Märchen, das ihr kennt, ist die verfälschte Variante, die sich im Laufe der Zeit immer weiter abgeschwächt hat. Lug und Betrug, Mord und Totschlag - all die interessanten Stellen - sind schließlich nichts für Kinder. Was? Ihr wollt sie hören, die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel? Ihr habt keine Angst vor Blut, der Hölle und bösen Drachen? Dann kommt, setzt euch und lauscht. Aber seid gewarnt! Die Wahrheit ist nichts für schwache Nerven...

*Kaufgrund:*
Eine dunkle, gruselige Neuerzählung der grimmschen Märchen darf im Regal einer bekennenden Märchenliebhaberin selbstverständlich nicht fehlen. Besonders dann nicht, wenn es sich um die "wahre, unverfälschte Geschichte" handelt...

*Meine Meinung:* (Eine etwas andere Rezension!)
Es war einmal ein Buch, das war mir auf den ersten Satz sympathisch. Sein Titel lautete "Eine dunkle und grimmige Geschichte". Innerhalb seiner zwei Buchdeckel war eine Erzählung versteckt, die es schaffen sollte, einen festen Platz in meinem Lieblingsbücher-Regal zu erlangen. Aber das wussten wir beide am Anfang noch nicht, das Buch und ich. Nunja, es hat es sicher schnell geahnt, denn es kennt sich selbst schließlich am besten, und als ich ihm erzählte, dass ich Märchen liebe, hat es mich schon glückselig angelächelt. "Komm!", sagte da das Buch zu mir und hielt meine Hände an sich fest, "Lies mich schnell weiter! Ich denke, ich werde dir gut gefallen!" So glaubte ich ihm und las.

Während ich das Buch las, durchquerten wir viele verschiedene grimmsche Märchen ("Hänsel und Gretel", "Der treue Johannes", "Der Räuberbräutigam", "Die sieben Raben",...) und in jedem von ihnen trafen wir Hänsel und Gretel. Das Buch erklärte mir, dass die beiden tapferen Geschwister die Hauptcharakter seiner Geschichte seien und dass sein Autor Gidwitz all die Märchen miteinander verwoben habe, um eine neues, einzigartiges Märchen zu schaffen. Anerkennend nickte ich und sagte zu dem Buch: "Dies ist ihm gut gelungen! Dank seines Schreibstils fühle ich mich hier wie in einem echten Märchen der Gebrüder Grimm. Gidwitz hat die unterschiedlichen Geschichten so geschickt verknüpft. Ich mag kaum glauben, dass sie eigentlich eigenständige Märchen sind, die nichts miteinander zu tun haben! Und dein Autor hat mit seinen Hauptcharakteren eine kluge Wahl getroffen, Buch! Sie sind tapfer und sympathisch. Ich begleite sie gerne auf ihrem Abenteuer und bin stets gespannt, wie es weitergeht. Auch die Nebencharaktere treffe ich mit Freude. Jeder hat seinen eigenen Reiz, selbst die Bösen!"

Auf unserer Reise stießen wir sogar oftmals auf Adam Gidwitz persönlich, den Schreiber des Buches. Stets einen charmanten und witziges Spruch auf den Lippen, kommentierte er das momentane Geschehen, das ich las. Ich freute mich auf jede Begegnung mit ihm, denn seine Anmerkungen gaben dem Buch eine ganz besondere Atmosphäre; es wurde dadurch lebendiger und persönlicher.

Unser Leseabenteuer führte uns durch sehr viele blutige, brutale und grausame Szenen. Das Buch schenkte mir stets ein besorgtes Lächeln. "Ich hoffe, es geht dir gut?", fragte mich das Buch und erklärte weiter: "In den neuen Märchenerzählungen sind diese Stellen gestrichen worden, denn man sagt, sie seien zu brutal für Kinder." Ich schüttelte heftig mit dem Kopf und sagte: "Aber, aber, liebes Buch! Durch die Art, wie du sie erzählst, sind sie überhaupt nicht schlimm! Kinder halten das aus, glaube mir!" Das Buch war sichtlich erleichtert, als wir weiter zogen.

Je näher die letzte Seite rückte, desto trauriger wurde das Buch. "Hach", seufzte es, "nun habe ich dir bald nichts mehr zu erzählen. Du wirst mich zuschlagen und zu all den anderen Büchern stellen. Sicherlich wirst du mich bald vergessen haben." Ich war entsetzt. Ich hatte mich so sehr von seinen Geschichten in den Bann ziehen lassen, dass ich während des Lesens ganz vergessen hatte, auf die Seiten des Buches zu achten. Es waren nur noch wenige übrig, denn die anderen hatte ich gierig verschlungen. Zu amüsant und zu märchenhaft war die Geschichte gewesen, die mir das Buch erzählt hatte.

"Komm!", sagte ich da zu dem Buch und hielt es fest in meinen Händen, "Ich habe ein kleines Geschenk für dich, denn ich möchte dir für die schöne Zeit danken, die du mir geschenkt hast. Bei dir habe ich mich wieder wie ein Kind gefühlt, das mit einer heißen Schokolade am Kamin sitzt und dem talentierten Großvater beim Märchenerzählen zuhört. Deshalb habe ich einen ganz besonderen Platz in meinem Regal für dich, damit ich dich jeder Zeit wieder lesen kann. Ich denke, er wird dir gut gefallen!" So stellte ich das Buch, das nun glückselig lächelte, in das Regal neben meinem Bett, wo es nah bei mir blieb und ich es schnell erreichen konnte. Und wenn das Buch und ich nicht gestorben sind, dann lese ich es noch heute.

Ende. (Naja, fast.)

*Cover:*
Das Cover gefällt mir so gut, dass ich meine Begeisterung kaum in Worte fassen kann. Es ist einfach perfekt! Die Silhouetten der verschiedenen Gestalten lassen uns nicht nur genügend Freiraum für die eigene Fantasie, sie strahlen auch die dunkle und gruselige Atmosphäre aus, die zur Geschichte passt. All die bedeutenden Charaktere und Gegenstände sind darauf abgebildet, sodass ein ganz klarer Bezug zum Handlungsinhalt besteht. Wow, was für ein Blickfang!

*Fazit:*
Adam Gidwitz düstere Neuerzählung - pardon, seine düstere Richtigstellung der grimmschen Märchen hat mich in jeglicher Hinsicht begeistert. Durch seinen märchenhaften Schreibstil und seine witzigen Kommentare kommt eine unglaubliche Leseatmosphäre auf, die dieses Buch zu etwas ganz besonderem macht. Ein absolutes Must-Read! Ich vergebe volle 5 Sterne!
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VINE-PRODUKTTESTERam 9. November 2011
Die Erkenntnis traf ihn so hart wie ein Tablett mit Würstchen. Seine Knie wurden weich und er fiel zu Boden. Hänsel setzte sich zu ihm.
"Gewettet...", sagte der Lord.
"Bist du in Ordnung?", fragte Hänsel.
Das Gesicht des adeligen Herren war blass und seine Augen starrten leer zur Decke. "Ich habe mit dem Teufel gewettet."
--

INHALT:
Wer kennt sie nicht, die Märchen der Gebrüder Grimm? Jahrzehnte schon begleiten sie die Kinder durch den Tag und durch die Träume. Doch sie sind alle nicht mehr in ihrer Originalfassung erhalten - denn diese ist viel blutiger, viel grausamer - aber auch viel besser! Adam Gidwitz erzählt uns die Geschichte der Geschwister Hänsel und Gretel, die sterben und wieder auferstehen, die sich verlieren und wiederfinden, die die Menschen retten und ins Unglück stürzen - kurz gesagt, er erzählt uns die wahren Grimm'schen Märchen...

BUCHAUFMACHUNG:
Die Gestaltung des Covers gefällt mir persönlich total. Wichtige Elemente der Geschichte werden gezeigt - die Geschwister, der Drache, die drei wahrsagenden Raben -, verraten aber nicht zu viel. Obwohl die Zeichnungen wirken, als ob das Buch besonders für Kinder geeignet wäre, wird durch die Düsternis der Figuren und durch das blutgetränkte Schwert deutlich, dass es auch schon mal heftiger wird. Der Titel ist erhaben und in einer interessanten Schrift geschrieben, was ich ebenfalls klasse finde.

MEINE MEINUNG:
Zu diesem Buch gibt es im Grunde nur positive Meinungen - wie Adam Gidwitz die Märchen neu erzählt, ist sehr gut angekommen, weswegen ich sehr gespannt war. Und ich wurde zum Glück nicht enttäuscht, denn das Werk ist witzig, interessant und neuartig. Aber mehr dazu jetzt.

Wir alle kennen es wohl, dass es in jedem Märchen wieder neue Protagonisten gibt. Der Soldat in Die zertanzten Schuhe, die Schwester in Die sieben Raben, Rotkäppchen im Rotkäppchen. Doch hier ist das vollkommen anders. Hänsel und Gretel sind durchweg die Gestalten, die all diese Sagen durchleben - und gegen die vielen bösen Gestalten kämpfen müssen. Diesen Aspekt empfand ich als sehr angenehm, da ich mich so auf die beiden einlassen und mich an sie gewöhnen konnte. Natürlich wurden, sie typisch für diese Art der Erzählung, kaum charakterisiert, aber was vorhanden war, reichte: Hänsel ist derjenige, der sich auf sein Herz verlässt und Gretel mehr die mit dem Verstand. Es kam aber auch vor, dass sie die Rollen tauschten, sodass mir nie einer der beiden zu kühl erschien.

Der Autor nutzt die recht altertümliche und manchmal auch geschwollene Sprache, die für Märchen üblich ist, durchsetzt seine Erzählungen aber mit fett gedruckten Kommentaren, in denen er den Leser direkt anspricht und manchmal auch schon ein wenig vorgreift. Diese Parts sind in normalem Stil verfasst, oftmals recht witzig und lockerten alles auf - zum Teil wurde es aber auch ein wenig nervig. Auch hatte ich manchmal das Gefühl, dass Gidwitz zwischendurch vergaß, dass er eigentlich Märchen schrieb, sodass manchmal Formulierungen vorkamen, die es normalerweise nicht gegeben hätte: "Der König kickte ihn mit dem Fuß unter das Bett". Ansonsten aber gefielen mir die Beschreibungen und auch der Stil sehr, sodass ich mich richtig in die Kapitel, die jeweils eine Geschichte umfassten, fallen lassen konnte.

Wie in der Beschreibung versprochen, ist diese Neuerzählung wirklich noch um einiges blutiger als die Originale. Ich hatte damit persönlich kein Problem, weil ich das von Thrillern gewöhnt bin, diejenigen, die mit viel Gewalt und bösen Taten sowie Menschen allerdings ein Problem haben, sollten lieber die Finger von dem Buch lassen. Mir jedoch hat das sehr gefallen, wenn auch an einer Stelle ein Ekelgefühl bei mir aufkam. Durch die schrecklichen Ereignisse und die vielen schlimmen Probleme, mit denen die beiden Protagonisten konfrontiert werden, habe ich noch eine stärkere Bindung zu ihnen aufgebaut und richtig mitgefiebert.

Die Spannung ist die gesamte Zeit vorhanden, denn man will ja nun wissen, wie es Hänsel und Gretel wieder schaffen, aus den Situationen herauszukommen. Ihr Einfallsreichtum ist schier unglaublich, auch die Originalität des Autors ist unverkennbar. Zwar hat er einiges so belassen wie in den eigentlichen Märchen, aber auch vieles verändert und sich neu ausgedacht, ohne jedoch dabei die Erzählungen zu verhöhnen. Ich konnte sehr die Liebe zu diesen Sagen herauslesen, weswegen das Buch auch so einen schönen Eindruck hinterlässt.

Das Einzige, was mich noch gestört hat, war das ewige Wiederholen in den Kommentaren von Warnungen davor, dass keine kleinen Kinder mehr zuhören sollten. Einmal ist es noch ganz witzig, beim zweiten Mal vielleicht auch noch, aber spätestens ab dem vierten Mal hat das zumindest mich nur noch genervt und mich manchmal unschön aus dem Lesefluss gerissen.

Dafür war das Ende wirklich wunderbar ausgedacht. Fesselnd, originell und interessant. Der Showdown besteht aus zwei Kämpfen, die beide sehr gut beschrieben wurden, danach folgt eine Auflösung, mit der wohl die meisten nicht gerechnet hätten. Die letzten Sätze sind dann richtig schön, schließen klasse ab und lassen das gesamte Buch noch lange nachklingen.

FAZIT:
Eine sehr schöne Neuinterpretation der Grimm'schen Märchen, die zwar sehr anders ist, aber keinesfalls die ursprünglichen Erzählungen verfremdet. Der Stil ist fast ausschließlich passend, die Erzählweise passend und die Spannung vorhanden - 4 Punkte für dieses gute Buch!
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