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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen28
4,4 von 5 Sternen
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am 29. Juni 2004
Man ist es von Feuchtwanger gewöhnt, gute historische Romane zu lesen, die Jüdin von Toledo gehört zu seinen besten. Spielend im Kastilien des späten 12. Jahrhunderts zeichnet der Schriftsteller ein lebhaftes Bild der Zeit, das geprägt ist von den Kreuzzügen. Feuchtwanger gelingt es, die drei großen Religionen Islam, Judentum, Christentum gegenüberzustellen, ohne eine einzige als die Richtige zu benennen. Man fühlt sich an die Ringparabel Lessings erinnert, wenn man den alten Weisen Musa kennenlernt, der die Gemeinsamkeiten der drei Religionen hervorhebt - die Suche nach dem Frieden. So wird der gesamte Roman zu einem Plädoyer für den Frieden und für die friedliche Interpretation der Religionen und damit in einer Zeit, in der Bin Laden den "heiligen Krieg" ausruft und Bush mit einem "Kreuzzug" reagiert, aktueller denn je.
Das Buch ist sehr leicht zu lesen und durchgehend spannend. Es ist ein echtes Lesevergnügen und absolut zu empfehlen.
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am 26. Juni 2005
Neben der wunderschönen, tragischen Liebesgeschichte erfährt man als Leser sehr viel über die damalige, mitunter sehr schwierige Situation der Juden und was für eine kulturelle Bereicherung sie für die wirtschaftliche Entwicklung des christlichen Spanien und das christliche Europa waren.
Feuchtwanger gelang es auf eindrucksvolle Weise, die Stärken und Schwächen der Charaktere zu beleuchten und ihnen Leben einzuhauchen.
Beim Lesen habe ich richtig mitgelitten, die Geschichte hat mich wochenlang nicht losgelassen. Der Roman ist eines meiner wenigen absoluten Lieblingsbücher!
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am 29. Januar 2013
Es ist alles gesagt, was zum Menschsein auf Erden zu sagen ist - zu Religionen, Krieg, Frieden, Wirtschaft, Liebe, menschlichem Makel, Eitelkeit und dummem Rittertum. Und das alles ohne Anmaßung in edler Rhetorik vorgetragen.
Heutige Politiker und Weltenlenker sollten es verinnerlichen oder dem Volke den Handschuh reuig zurückgeben.
Wer sich unglücklicherweise vom Amazon-Bestseller-Rang beeindrucken lassen sollte, muß wissen, daß dieser den Anspruch eines Buches in keiner Weise berührt. Warum? Ich will es nicht begreifen.

Nachtrag:
Leider zitiert der Aufbauverlag auf dem Rücken seiner 2008er Ausgabe aus einer Rezension von M.Reich-Ranicki aus dem Jahre 1956 nur den trivialen Teil dessen Kritik: "Liebesszenen von glühender Leidenschaft und heiße Sinnlichkeit südlicher Temperamente", so daß jeder Buchhändler und Bibliothekar dieses wertvolle Buch in die Kuschelecke stellen würde, da er aus Arbeitsstreßgründen sich nicht tiefer mit jedem Werk befassen kann. Der ebenfalls unter Alltagsstreß stehende anspruchsvolle Leser verläßt sich auf diese "qualifizierte" Vorauswahl und damit ist eine Perle versandet.
Ist es das neue Marketing, das den Leser auf triviale Gelüste reduziert und die sogenannte Nachfrage befriedigt? Oder überholen sich hier die Anbieter gegenseitig an Geistlosigkeit?

Weiter heißt es nämlich bei M.Reich-Ranicki, daß die Dialoge kunstvoll aufgebaut und mit großer gedanklicher Präzision und psychologischer Konsequenz geformt seien. Jehuda Ibn Esra sich als eine der vollendetsten Gestalten, die Feuchtwanger geschaffen habe, erweise und Feuchtwanger einen wichtigen Beitrag zur Enthüllung der faszinierenden und verderblichen Anziehungskraft kriegerischer Abenteuer auf die Seele der Menschen geleistet hat. Der Roman könne dazu beitragen, daß wieder wirklich große, gerade jetzt so notwendige Werke deutscher Literatur geschaffen werden.

Nur wer die 2008er Ausgabe bis zur letzten Seite, einschl. Feuchtwangers Nachwort von 1955, schafft, findet die Nachbemerkung von Gisela Lüttig.
Konsequent wäre auf dem Buchrücken Feuchtwangers eigene Erläuterung 1954 für A.Zweig:

»Mich interessiert die Ablösung des feudal Kriegerischen durch den aufkommenden bürgerlichen Humanismus, der seltsamen Kämpfe zwischen dem überzivilisierten spanischen Islam und dem rohen und eleganten christlichen Rittertum und den Juden in der Mitte, der Heilige Krieg, der Kreuzzug und die Judenverfolgungen, Geschehnisse, die so seltsam ineinandergreifen. Der Sinn ist die Darstellung der ungeheuern Anziehungskraft des Krieges, der sich nicht einmal die Gegner ganz verschließen können. Darstellen will ich also, welch ungeheure Widerstände der Kampf um den Frieden überkommen muß. Das Schicksal meines jüdischen Ministers Jehuda Ibn Esra wiederholt auf einer sehr viel höheren geistigen Ebene das Schicksal des Jud Süß.«

Schon die Nachworte lohnen den Kauf des Buches - äh, man kann es auch ausleihen - in Ihrer Bibliothek nebenan :)
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am 26. Mai 2009
Atmosphärisch dicht und unglaublich spannend !

Der Roman Feuchtwangers spielt Ende des 12. Jahrhunderts in Nordspanien und vereint zugleich mehrere Handlungsstränge:

Unter Alfons VIII. beginnen sich die spanischen Königreiche gegen die Mauren zu verbünden und planen die Rückeroberung Spaniens. Gleichzeitig dient der jüdische Kaufmann und spätere Finanzminister Jehuda Ibn Esra am Hofe Alfons VIII. und erwirkt die Ansiedlung Jüdischer Familien in Nordspanien. Dessen Tochter Raquel Ibn Esra wiederum geht eine amouröse Verbindung mit dem König ein.
Hinzu kommt eine wortreich ausgetragene theologische Auseinandersetzung der Religionen Christentum, Judentum und Islam.

Dem Autor gelingt es hervorragend, die unterschiedlichen Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen. Die handelnden Personen wirken authentisch und werden psychologisch einfühlsam dargestellt. Durch eine sensible Auflistung der jeweiligen Standpunkte findet eine starke Identifikation des Lesers mit den Protagonisten statt.

Lion Feuchtwanger erfasst präzise die Stimmung des ausgehenden 12. Jahrhunderts. Strategische Feldzüge und die Erweiterung des Machtbereichs gehörten zur heiligen Pflicht adeliger Ritter, die politischen Strippen jedoch wurden immer mehr von gewieften Kaufleuten gezogen.
Atmosphärisch dicht und unglaublich spannend geschrieben gehört "Die Jüdin von Toledo" zu den besten Büchern Feuchtwangers.
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am 26. März 2002
Die Liebesgeschichte zwischen der Jüdin Raquel und dem kastillischen König Alfonso im 13. Jahrhundert ist ebenso schön, wie sie auch tragisch endet. Der historische Roman bietet aber einen umfassende Überblick über die politischen Geschehnisse und Verstrickungen dieser Zeit und ist damit ein Paradebeispiel, wie interessant die Geschichte und die Geschichten vergangener Zeiten in einem historischen Roman dargestellt werden können.
Asolut empfehlenswert für einen Liebhaber dieser Art von Romanen.
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am 10. Juli 2007
In seinem Roman erzählt Feuchtwanger in seiner wunderbar kultivierten Sprache die Geschichte der Juden in Spanien. Romantisch, ohne kitschig zu werden, packend, ohne aufgesetzte Dramatik, und so voller tiefem menschlichen Mitgefühl, das man aus jeder Zeile spürt, wie sehr dem Autor die schicksalträchtigen Verstrickungen, die der jüdische Glaube in jenen gefahrvollen Zeiten mit sich brachte, am Herzen lag. Dieses Buch lässt sich immer wieder lesen und verliert dabei dennoch nie seinen hohen Unterhaltungswert.
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am 21. August 2009
Dies ist ein Buch, das einen von Anfang an fesselt. Ich hatte es mir eigentlich für einen Südspanienurlaub gekauft, es aber erst später geselsen, nachdem ich schon viel über die geschichte der Mauren und der Rekonquista gelesen hatte. Vor diesem Hintergrund ist das Buch eine wirkliche Bereicherung gewesen. Aber das ist natürlich nur vordergründig der Aufhänger. Das Buch schildert in seiner sensiblen und fast märchenhaften Sprache so viele Aspekte des menschlichen Zusammenlebens, die sich hier in der tragischen Liebesgeschichte manifestieren. Die von taktischen Überlegungen getragenen Überlebenstrategien des Vaters, die letztlich doch zum scheitern führen, die egoistische, leichtfertige und gedankenlose, aber doch liebenswert charmante "Jung-Siegfried-Mentalität" des Königs, die viel Unglück bringt, die Reaktion seiner in ihrer Ehre gekränkten Gattin und seiner unterlegenen politischen Gegner und schließlich die Reaktin des Volkes, die sich - getragen von Unverständnis, Aberglaube und vor allem Neid - zum Mord anstacheln lässt. Ein Buch, das ich nur jedem wämstens empfehlen kann.
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am 27. Oktober 2011
So ist Geschichte spannend und erlebbar. Gerade wenn der Leser (so wie ich) schon die großen Städte und Stätten Andalusiens besucht hat, wird vor dem inneren Auge die ganze Geschichte, das Leben vor den Kreuzzügen, die Vielschichtigkeit der damaligen Gesellschafts- und Religionsordnungen lebendig. Und ein ums andere Mal fragt man sich: Was , bitte, hat die Menschheit gelernt, was ändert sich überhaupt wirklich???
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am 31. Mai 2012
Die Hexe von Freiburg,Die Prophetin vom Rhein,Die Sünderin von Siena: die »Jüdin von Toledo« könnte auf den ersten Blick auch einer von diesen in letzter Zeit (zu) zahlreichen historischen Romanen sein. Stimmt in dem Fall aber nicht ganz, denn Lion Feuchwanger, laut Wikipedia »einer der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts«, hat das Buch bereits in den 1950er Jahren geschrieben. Die Handlung spielt um 1200 in Spanien, in der Zeit von Kreuzzügen und Reconquista. Im Mittelpunkt des Interesses steht das schwierige Neben- und Gegeneinander von Christen, Juden und Muslimen, die sich einerseits in theologisch-philosophischen Streitgesprächen wechselseitig befruchten, aber im handfesten Streit auf dem Schlachtfeld auch massenhaft töten können. Irgendwo dazwischen, innerlich immer wieder hin- und hergerissen ist König Alfonso VIII. von Kastilien. Obwohl Jehuda ibn Esra, sein höchster Verwaltungsbeamter mit guten Argumenten und einer florierenden Wirtschaft sowie dessen Tochter Raquel als seine letztlich gar nicht mehr heimliche Geliebte (und Titelfigur des Romans) ihn immer wieder zur Erhaltung des Friedens überreden, erliegt er zuletzt den Verlockungen des christlich verbrämten Ritterideals und beginnt einen verhängnisvollen Feldzug. Dass das Buch jedoch mit der Katastrophe und dem Tod der meisten Hoffnungsträger nicht endet, sondern uns noch einen gereiften und lernfähigen Alfonso erleben lässt, zeugt von einem Rest Optimismus, den Feuchtwanger auch über die Erfahrung von Shoa und Exil hinaus behalten haben muss - ebenso wie es beeindruckt, wie er trotz seines unverkennbar jüdischen Hintergrunds keine klare Parteilichkeit zeigt und sich bemüht, auch die Mentalität der Ritter und Granden zu verstehen (wenngleich die Fakten schon ihre eigene Sprache sprechen...) Für mich jedenfalls einer der bemerkenswerteren historischen Romane.
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am 11. August 2013
...es hat mich fasziniert und gefesselt. Feuchtwanger war wirklich ein Meister des historischen Romans (s. auch "Goya oder der arge Weg der Erkenntnis"). Er hat seinen Büchern eine enorme innere Spannung verliehen - es kommt darin kaum zu Gewaltszenen; die Gefahr, der die Protagonisten ausgesetzt sind, ist aber fortwährend spürbar.
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