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am 22. August 2014
Rungholt in der Nordsee im Jahr des Herrn 1361: Iven Levensens Vater und Schwager werden tot aufgefunden. Offenbar wurden sie von den Wogensmannen ermordet, einer Räuberbande, die in der Gegend ihr Unwesen treibt. Iven will sie gerächt sehen, scheitert aber auf dem juristischen Weg. Der Hardesvogt Ogge Jessen schmettert sein Ersuchen ab. Auf diesen ist Iven sowieso nicht gut zu sprechen, weil der Vogt ihm gerne seinen Hof und das dazugehörige Land abluchsen will. Dabei braucht er diese um weiterhin eine gute Partie für Silja zu sein. Sie ist die Tochter des Kaufmannes Heinrich Westharg, beide sind auf die Insel zugezogen und gelten in der Bevölkerung somit nicht als Rungholter. Doch es steht nicht so gut um Westhargs Geschäfte, wie er alle glauben machen will und so beschließt er, Silja mit dem Sohn eines Hamburger Geschäftspartners zu verheiraten...

Was nach vielen Baustellen klingt, ist in Wirklichkeit nur ein Bruchteil der verschiedenen Handlungsstränge. Diese sind zum Teil auf interessanten geschichtlichen Hintergründen basiert, aber viele verlaufen auch einfach im Sand oder lassen den Leser durch ihre fehlende Auflösung oder Beendigung unbefriedigt zurück. Vor allem zum Schluss hin sind auch die Beschreibungen nicht konsequent zu Ende geführt, so als ob das Buch rasch fertig gestellt werden sollte. Wo vorher ausführlich auf die Umgebung, das Alltagsleben und die Gefühle der Figuren eingegangen wurde, fehlt dieser Umstand hier und lässt einen Kontrast zum Rest der Geschichte entstehen. Und auch die Charaktere sind teilweise nicht so gut durchdacht. Der Protagonist Iven verkörpert einfach zu viele Eigenschaften, die eigentlich widersprüchlich zueinander sind. Und obwohl die Perspektive zwischen vielen Personen hin und her springt, blieb mir der Rest zu eindimensional und nicht facettenreich genug. Die Rollen waren klar vergeben, sodass es in dieser Hinsicht keine Überraschungen gab. Dafür wurden immer wieder kleine Ereignisse eingestreut, die den Haupthandlungsstrang etwas aufgelockert haben, unvorhersehbar waren und einen interessanten Einblick in die damalige Zeit darstellten. Überhaupt merkt man, dass sich die Autorin ausführlich mit Rungholt und seinen Bewohnern beschäftigt hat. Ab und zu wurden ein paar hiesige Begriffe eingestreut, die auch im Glossar zu finden waren, allerdings nicht alle. Auch eine Landschaftskarte und ein Personenregister wären hilfreich gewesen, denn es werden viele Figuren eingebunden, die zum Teil ähnliche Namen haben, Dies ist zwar historisch authentisch, aber es kann auch verwirren und zu Verwechslungen führen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Atmoshäre im Buch sehr schön ausgearbeitet war, dafür aber die Handlung leider nicht ausgereift genug. An manchen Stellen wurde etwas zu ausführlich geschildert, dafür hätte der Schluss ein paar Worte mehr vertragen und einige Handlungsstränge wären sicherlich in dieser Form nicht notwendig gewesen. Wer sich allerdings für Rungholt und die Nordsee interessiert, der wird durch die realistischen Beschreibungen des dortigen Alltags seine Freude haben.
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am 13. August 2014
Die Tochter von Rungholt, ein Debüt-Roman von Birgit Jasmund

Cover:
Es wirkt auf mich sehr mystisch, rätselhaft, geheimnisvoll.
Die Frau, die im Wasser in eine unbestimmte Ferne läuft, wirkt auf mich elfenhaft und doch sehr bestimmt und stark, wie wenn sie gleich dem Wasser gebieten möchte.
Und dann die Wasseroberfläche, sie wirkt unruhig und auf eine gewisse Weise doch sehr beruhigend.
Die angedeutete Karte im Hintergrund wirkt sehr plastisch, fern und doch sehr nah.

Inhalt:
Ivens Vater wird von den Wogensmannen erschlagen.
Er will Gerechtigkeit und will vor dem Hardesrat klagen, wird aber vom Hardesvogt abgelehnt. Also will er selber Rache nehmen.
Nur wie, wenn anscheinend der Hardesvogt selber gemeinsame Sache mit den Mördern macht und keiner sich hinter Iven stellen will, da er ja eine suspekte Person ist, denn seine Großmutter soll eine „Hexe“ gewesen sein.
Dann trifft er die Kaufmannstochter Silja und beide verlieben sich.
Doch diese Liebe scheint ohne Aussichten zu sein, denn Siljas Vater ist nicht der reiche Kaufmann der er ausgibt zu sein, sondern er wirtschaftet schlecht und hat sich sogar an der Kasse der Marienbruderschaft vergriffen. Also verlobt er Silja kurzerhand mit dem Sohn eines reichen Hamburger Geschäftsmanns.
Dieser will allerdings alles andere als eine Frau heiraten.

Zur Autorin:
Birgit Jasmund ist 1967 geboren und lebt in Dresden. Sie stammt ursprünglich aus der Nähe von Hamburg und hat während ihres Studiums einige Jahre in Kiel gelebt und häufig die nordfriesische Küste besucht.

Meine Meinung und Schreibstil:
Leider hat mich das Buch nicht überzeugen können.
Ich finde die Story interessant, aber die Umsetzung hat mich nicht begeistern können. (Für mein Empfinden gab es zu viele Logik und Zeit Fehler).
Nach dem Cover und dem Buchtitel habe ich eine andere Geschichte erwartet. Etwas Mystisches und eine starke Frau.
Leider fand ich, war Laefke nur eine Nebendarstellerin (aber sie hätte für mich einen Oskar verdient).
Die Hauptperson (so wie ich es empfunden habe) war Iven. Und der war für mich voller Widersprüche, unglaubwürdig, und wurde für die Geschichte so geknetet und gedreht wie es die jeweilige Situation gerade erfordert hat.
Er war immer und überall dabei, sei es im Kampf gegen die Wogensmannen, dann beim Bischof um das „Wunder“ untersuchen zu lassen, bei allen größeren und kleiner Streitigkeiten im Ort, dann war er der „verhasste“ aus der Sippe der „Hexenbrut“ und doch haben alle wieder auf ihn gehört. Und er war auch noch die Hauptperson in der Liebesgeschichte die als roter Faden durch die Geschichte lief.
Außerdem wurde mir viel zu viel in die Geschichte reingepackt was nicht erklärt bzw. nicht weiter ausgeführt wurde. Es wurden Personen eingeführt die dann keine weitere Rolle mehr spielten, Geschichten die dann nicht vertieft wurden, z.B. die homosexuelle Liebe zwischen dem „Verlobten“ und einem jungen Mann, oder die als Hexe bezeichnete Großmutter von Laefke oder der alten Frau Tüki. Es wurden Drohungen und Warnungen ausgesprochen, die dann niemand mehr interessierten.
Auch die Geographie und Ortsbeschreibung von den Inseln, dem Wasser und allem dazugehörigen war für mich sehr schwer zu verstehen. Da hätte ich eine Karte gebraucht um mich zurecht zu finden.
Es wurden für mich viele Begriffe gebraucht, die für mich nicht geläufig sind und auch im Glossar nicht erklärt wurden (was ja die gute Fachkenntnis und Recherche der Autorin zeigt, aber ich war damit überfordert).
Z.B. Harde, Staller, Send, Archidiakon, Adlatus etc.
Dann ein ganz wichtiger Punkt:
Zum Schluss, bei der großen Katastrophe, fehlten mir die Emotionen, hier ging alles ruck zuck, wie im Telegramstil.

Mein Fazit:
Für mich passen das Cover und der Titel nicht mit der Geschichte des Buches überein.
Die Geschichte um die versunkene Stadt finde ich interessant, leider hat mir persönlich die Umsetzung nicht gefangen genommen.
Ich vergeben 2,5 Sterne, die ich auf 3 aufrunde.
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am 3. August 2014
Ivens Vater wird erschlagen und vor Gericht wird ihm die Genugtuung für dessen Tod verweigert. Also sucht er nach anderen Mitteln zu seinem Recht zu kommen. Gleichzeitig verliebt er sich in die hübsche Kaufmannstochter Silja. Deren Vater hält sich für einen gewitzteren Kaufmann als er ist. Und als die Geschäfte schlecht gehen, bleibt ihm nur noch ein Pfund, mit dem wuchern kann: seine hübsche Tochter. Er verlobt sie mit dem Sohn eines Hamburger Kaufmannes. Von ihrer Liebe zu Iven will er nichts wissen. Der Vogt und der Rungholter Priester wollen aus dem aufstrebenden Ort eine bedeutende Metropole machen und dazu ist ihnen fast jedes Mittel recht.
Das sind die Zutaten, aus denen die Autorin eine spannende und gefühlvolle Geschichte strickt. Wunderbar zart wird die Liebesgesichte zwischen Iven und Silja erzählt. Siljas Vater liebt seine Tochter, und es fällt ihm nicht leicht, sich über ihre Gefühle hinwegzusetzen. Sie ist ganz Kaufmannstochter, aber auch eine starke Frau, die für ihr Glück kämpft. Die Schurken in der Geschichte haben auch sympathische Züge und stets Gründe für ihre Handlungsweisen. Niemand ist nur gut oder nur böse und das macht alle Figuren gerade so menschlich.
Das Buch bietet viele Einblicke in den Alltag der sog. kleinen Leute im Mittelalter. Mir scheint es gut recherchiert. Während des Lesens habe ich die Personen lieb gewonnen, aber alles steuert auf das unausweichliche bekannte Ende.
Der Roman enthält alles, was ich brauche, um in ferne, vergangene Zeiten zu versinken. Dafür gibt es von mir 5 Sterne.
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am 12. August 2014
Die Personen werden behutsam eingeführt, man lernt die Protagonisten besser kennen und die historische Zeitspanne 1361 lässt sich gut nachvollziehen. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen.
Die Personen in dem überaus interessanten historischen Liebes-Roman um die dramatischen Ereignisse der Insel Rungholt wirken authentisch. Sowohl nette als auch fiese Gestalten säumen den Weg von Iven und Silja. Das Gefüge aus weltlicher und kirchlicher Macht wird ereignsireich geschildert. Die Ohmacht der Bevölkerung vor Willkürr und Aberglauben spitzen sich in den dramatischen Ereignissen vor und während der Sturmflut im Winter 1361/62 inder die Stadt Rungholt, wie Atlatis, versank zu.

Ein ungewöhnliches und bemerkenswertes Debüt !
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am 4. Januar 2015
Rungholt liegt auf einer Insel in der Nordsee. Iven bewirtschaftet dort nach dem Tod seines Vaters gemeinsam mit seiner Schwester Laefke den Hof der Familie. Sein Vater wurde von Wogensmannen umgebracht und Iven sinnt auf Rache, möchte das Treiben dieser Räuberbande unbedingt beenden. Doch mit diesem Anliegen steht er recht alleine da, die einen fürchten sich zu sehr, die anderen stecken mit den Räubern unter einer Decke.
Abgelenkt wird Iven aber auch durch die Kaufmannstochter Silja, in die er sich verliebt. Ihr Vater hat allerdings andere Heiratspläne für seine Tochter.

Ich habe aufgrund der Buchbeschreibung eine etwas andere Geschichte erwartet. In Klappentext und durch das Cover werden mystische Erwartungen geweckt, die das Buch für mich nicht erfüllt hat. Es handelt sich um einen historischen Roman inklusive Liebesgeschichte, aber in beiden Kategorien konnte mich das Buch leider nicht so recht überzeugen. Auch der Titel lenkt die Erwartungen in eine völlig falsche Richtung, denn Silja ist keine Tochter Rungholts und Laefke, auf die er wohl hinweisen soll, spielt eigentlich eine Nebenrolle.

Für mich als Süddeutsche war es ziemlich schwierig, in die Geschichte hineinzukommen. Obwohl am Ende des Buches ein Glossar enthalten ist, habe ich mich mit vielen Begriffen und Namen sehr schwergetan. Ich lese oft Bücher, auch historische Romane, die im Norden Deutschlands spielen, solche Probleme wie hier hatte ich allerdings noch nie. Die Gesellschaftsstruktur hätte meiner Meinung nach besser erklärt sein sollen, mir war nie klar, wer hier wann und warum das Sagen hat, es gab so viele Titel, Namen und Personen. Auch verwirren unnötig viele Handlungsstränge, die teilweise nicht einmal zu einem Ende geführt werden. Die Liebesgeschichte zwischen Iven und Silja fand ich leider auch nicht wirklich fesselnd, sondern relativ vorhersehbar, die Emotionen kamen hier bei mir als Leserin einfach nicht an.

Die Sturmflut, die zum Untergang Rungholts führt, fand ich sehr erschreckend beschrieben, ich habe Häuser werden weggeschwemmt, Menschen und Tiere sterben - man kann nichts machen, hat keine Chance gegen die Wassermassen. Selbst heute ist man ja trotz aller Technik bei großen Überschwemmungen noch teilweise hilflos, wie schlimm muss das dann damals erst gewesen sein, als man dem Meer gar nichts entgegenzusetzen hatte und auch Rettungsmaßnahmen kaum möglich waren.

Insgesamt hat das Buch interessante Einblicke in eine mir wenig bekannte Gegend und Zeit gegeben, aber irgendwie fehlte mir in der Geschichte leider auch etwas, sie hat sich gut lesen lassen, mich aber nicht mitgerissen.
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am 15. Oktober 2014
indexKlappentext:

Nordfriesland im Jahr 1361. Nachdem sein Vater von den Wogensmann erschlagen worden ist, sinnt Iven auf Rache, doch dann verliebt er sich in die Kaufmannstochter Silja. Die beiden planen ihre Hochzeit – bis Iven erfährt, dass sie längst einem anderen versprochen worden ist. Ihr Vater will, um sein marodes Geschäft zu retten, dass sei einen reichern Kaufmannssohn heiratet – aber der hat ganz andere Pläne. Ein Kampf um Leben und Liebe beginnt, während eine Sturmflut Rungholt bedroht.

Iven und seine Schwester Laefke verlieren durch die Wogensmannen, Vater und Ehemann. Da Laefke mit ihrer Schwiegermutter nicht mehr unter einem Dach wohnen mag, kommt sie zurück auf den elterlichen Hof. Iven nimmt seine Schwester gerne wieder auf. Da Iven noch nicht verheiratet ist, versucht seine Schwester mit weiblicher List, diesen zu verkuppeln. Doch das hat bei Iven wenig Sinn, da dieser zwischenzeitlich unsterblich in Silja verliebt ist. Siljas Vater hat der Tochter, in einem großzügigen Augenblick, zugesagt, das diese sich ihren Bräutigam selber aussuchen kann.

Doch plötzlich macht Silja’s Vater einen Rückzieher und versucht seine Tochter an einen reichen Hamburger Kaufmannsohn zu verheiraten. Silja ist entsetzt und versucht alles die Hochzeit zu verhindern. Aber auch der Hamburger Kaufmannssohn hat andere Pläne und ist nicht begeistert die Tochter eines Geschäftspartners von seinem Vater zu heiraten.

Die Tochter von Rungholt ist Laefke, Ivens Schwester. Die junge Frau hat eine gewisse Gabe, die anderen Anwohnern der Insel Rungholt unheimlich ist. So gibt Laefke ihrem Bruder den Rat, gewisse Vorarbeiten zu leisten, denn sie hat ein ungutes Gefühl. Da Iven diese Situation kennt, die gemeinsame Großmutter war ähnlich gestrickt, akzeptiert er die Anweisungen ohne weiteres. Ein junger Bonde bekommt von der Sache ebenfalls Wind und auch er möchte sich vorbereiten. Leider erfährt davon der Vater und zerstört seine Vorbereitung empfindlich.

Achtung Spoiler!

“Wir müssen ein Boot bauen”, sagte sie. “Wir haben den Ewer”. “Nicht im Rungholthafen, auf dem Hof brauchen wir das Boot”. Iven schüttelte den Kopf. “In den letzten hundert Jahren ist die Levensenwarft nicht überflutet worden. Rungholt ist sicher.” “Was hast du geträumt?” Sie erzählte es ihm. “Wasser spielt darin eine Rolle – und Wind und das Grauen, das mich verfolgt hat.”

Ich denke mit der obigen Aussage, ist sehr viel erklärt. Es ist kein Geheimnis, das Rungholt unter gegangen ist. Das ist historisch belegt in dem Gedicht von ,, Trutz blanke Hans” von Detlev Liliencron.

Die Autorin Birgit Jasmund, 1967 geboren, lebt in Dresden. Birgit Jasmund stammt ursprünglich aus der Nähe von Hamburg. Birgt Jasmund hat einige Jahr in Kiel studiert und gelebt. Während dieser Zeit hat die Autorin häufiger die nordfriesische Küste besucht.
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TOP 1000 REZENSENTam 19. September 2014
Nordfriesland, 1361: Bei einem nächtlichen Überfall wird Ivens Vater von den Wogensmannen, einer Räuberbande aus der Gegend, getötet. Iven schwört Rache, doch er hat in Rungholt einen schweren Stand. Zudem verliebt er sich in Silja, die Tochter eines Kaufmanns, doch die wird einem anderen versprochen. Und dann ist da noch Laefke, Ivens Schwester, die düstere Vorahnungen hat und sich dadurch ebenfalls Anfeindungen gegenüber sieht.

Es ist wirklich schwierig, die Handlung dieses Buches zusammenzufassen, da viele verschiedene Stränge aufgemacht werden, viele Dinge angekündigt, angedroht oder angedeutet werden, die leider letztlich doch im Sande verlaufen. Gleichzeitig stockt die Spannung manchmal erheblich, da die Beschreibung des Alltags auf Rungholt im Vordergrund zu stehen scheint. Einerseits ist das interessant und aufschlussreich. Andererseits zieht sich die Handlung in die Länge und es ist eben, was es ist: Alltag. Der eben nicht immer von erschütternden Ereignissen geprägt ist. Vor allem die Wogensmannen geraten immer weiter aus dem Blickfeld. Hin und wieder beschäftigt sich Iven mit ihnen und seinem Racheplan, immer mehr lenken ihn jedoch seine Gefühle für Silja von allem ab. Überhaupt ist Iven ein junger Mann, der sehr umtriebig scheint, denn er tritt überall in Erscheinung, macht den Mund auf und sich selbst damit reihenweise Feinde. Ich habe mich hin und wieder gefragt, ob er nicht für seinen Lebensunterhalt auch hin und wieder arbeiten müsste.

Der Titel des Buches ist leider irreführend wie auch das Cover. Beide suggerieren eine Frau als Protagonistin und jede Menge Mystik um den Untergang des Vinetas der Nordsee. Stattdessen handelt das Buch von einem jungen Mann und wird überwiegend aus seiner Perspektive erzählt. Frauen spielen eher Nebenrollen, auch wenn es zum Teil um eine Liebesgeschichte geht. Ebenso bleibt die Mystik sehr außen vor und findet sich nur in den Visionen von Ivens Schwester. Der Untergang Rungholts nimmt ebenfalls nur einen kleinen, dramatischen Teil am Ende der Geschichte ein. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass möglicherweise ein Nachfolgeband geplant ist, da sehr viele Handlungsstränge offen bleiben.

Insgesamt war dieses Buch für mich ein durchwachsenes Leseerlebnis und ich habe mich streckenweise schwer getan, auch weil mir etliche Begriffe und Vokabeln aus dem nordfriesischen Raum, der Zeit und des Lebens am Wasser nicht geläufig waren. Generell hätte ich mir eine Geschichte mit mehr Bedeutung und Spannung gewünscht. Mir persönlich hat dieses Buch dementsprechend nur mittelmäßig gefallen.
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am 1. September 2014
Rungholt/Nordfriesland 1361. Iven Levensen und seine Schwester Laefke bewirtschaften gemeinsam den Levensenhof, nachdem ihr Vater Leve und Laefkes Mann Hark von den Wogensmannen, einer die nordfriesische Küste unsicher machende Räuberbande, ermordet wurden. Als das Hardesgericht Iven das ihn zustehende Recht auf Genugtuung und Entschädigung verwehrt, will er persönlich Rache nehmen. Währenddessen drängt Laefke ihren Bruder, sich endlich zu verheiraten und hat mit der jungen Beke von Gröde auch schon eine mögliche Ehefrau für Iven gefunden. Doch Iven hat sich in die Kaufmannstochter Silja verliebt - eine Verbindung, die von Siljas Vater nicht gutgeheißen wird, denn der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Kaufmann hat ganz andere Pläne für seine Tochter…

Birgit Jasmund stellt den sagenumwobenen Marktort Rungholt, der vor der nordfriesischen Festlandsküste gelegen haben soll, in den Mittelpunkt ihres Romans.

Die Autorin erzählt die Geschichte sehr ausführlich und lebendig und bietet dem Leser eine Vielfalt von Einsichten in das Leben der Rungholter.
Es geht um alles, was die Menschen damals in den Uthlanden bewegt hat, all die großen und kleinen Probleme, mit denen sie zu kämpfen hatten – um Alltägliches genauso wie um Außergewöhnliches.
Viele einzelne Geschichten zu den unterschiedlichsten Bereichen werden sehr gekonnt miteinander verwoben: die Arbeit der Bauern, Handel, Marktrecht, Salzgewinnung, Gerichtsbarkeit, Hexereivorwürfe, Piraterie, Deichbau, eine Heiligenstatue samt zugehörigem Wunder, die Eigenarten der Einheimischen und natürlich die immerwährende Bedrohung durch Stürme und Fluten. Darin eingeflochten die Liebesgeschichte von Iven und Silja.

„Die Tochter von Rungholt“ hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Es hat mir großen Spaß gemacht, die vielen Begebenheiten zu verfolgen. Es geht in Rungholt sehr lebhaft zu, ständig lernt man neue Leute kennen, überall passiert etwas; dennoch schafft es die Autorin, dass alle Ereignisse ineinander greifen, so dass man den Überblick über die gesamte Szenerie behält und die Haupthandlung nie aus den Augen verliert.

Genauso abrupt, wie die verheerende Sturmflut im Januar 1362 die Existenz von Rungholt beendet, endet auch der Roman. Irgendwie viel zu schnell und überstürzt, wo doch vorher alles so wunderbar ausführlich war. Aber vielleicht wird es ja eine Fortsetzung geben, in der Birgit Jasmund die losen Fäden dieser Geschichte wieder aufnimmt und eine neue Geschichte über das Leben im mittelalterlichen Nordfriesland erzählt.

Eine kleine Anmerkung noch: Auch wenn die sehr zahlreichen Figuren die Bühne nach und nach betreten und die Akteure gut und detailliert beschrieben werden, wäre für die bessere Übersicht ein Personenregister von Vorteil gewesen. Und eine Karte bzw. Skizze mit den einzelnen Schauplätzen in und um Rungholt hätte mir auch sehr gut gefallen.
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am 16. August 2014
Rungholt in Nordfriesland im 14. Jahrhundert. Nachdem der Vater von Iven und Laefke von den Wogensmannen bei einem Überfall erschlagen wurde, bewirtschaften die Geschwister den elterlichen Hof. Während Iven ist wütend und will den Tod seines Vaters rächen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn seine Großmutter war eine Hexe, weshalb ihm Misstrauen entgegen gebracht wird. Laefke hat von ihrer Großmutter wohl hellseherische Fähigkeiten geerbt, und ihre Träume sagen ein Unglück voraus. Iven verliebt sich in die Kaufmannstochter Silja, doch auch hier sieht er sein Glück schwinden, denn Silja soll mit dem Sohn eines wohlhabenden Geschäftspartners ihres Vaters verheiratet werden, damit die finanziellen Schwierigkeiten ihres Vaters durch die Hochzeit ausgeglichen werden. Silja liebt Iven ebenfalls und möchte ihre Zukunft mit ihm verbringen, gemeinsam suchen die beiden nach einem Weg. Doch über Rungholt brauen sich die ersten Sturmwolken zusammen.
Birgit Jasmund hat mit ihrem historischen Debütroman „Die Tochter von Rundholt“ eine schöne und romantische Geschichte vorgelegt. Der Schreibstil ist bildhaft, emotional und schön flüssig zu lesen und katapultiert den Leser direkt ins 14. Jahrhundert. Die Landschaftsbeschreibungen und die Lebensweise der Menschen werden aufgrund der akribischen Recherche der Autorin detailliert geschildert und wirken sehr authentisch. Man kann sich als Leser sehr gut vorstellen, wie das Leben der Menschen damals aussah und mit welchen Hindernissen sie zu kämpfen hatten. Der Spannungsbogen wurde von Beginn an langsam, aber stetig aufgebaut und steigert sich zum Ende in einem überraschenden, geradezu stürmischen Finale. Die Protagonisten sind sehr schön gezeichnet. Da ist zum einen Iven, der wütend ist über den Mord an seinem Vater und der Gerechtigkeit fordert. Auch die verzweifelte Liebe zu Silja macht ihn wütend, denn er sieht keinen Weg, die Verlobung von ihr zu verhindern und endlich mit ihr offiziell zusammen zu sein. Laefke liebt ihren Bruder und will ihm helfen. Gleichzeitig hat sie diese seherischen Träume, die sie aufwühlen und aufgrund dessen sie ihren Bruder warnt. Silja möchte ihr Leben mit Iven teilen und sucht einen Ausweg, um der aufgezwungenen Verlobung zu entkommen. Hier werden Verlust, Liebe, Verzweiflung, Betrug und Mut in all ihren Facetten durchlebt und dem Leser vermittelt. Die Einarbeitung der belegten Sturmflut in die Handlung ist ebenfalls ein großes Plus dieses Romans
Einzig das etwas schnelle Ende der Geschichte ist als einziges zu bemängeln. Dort hätte man sich als Leser noch ein paar Seiten mehr gewünscht, um etwas ausführlicher zu erfahren, wie es mit den Protagonisten weiter geht.
Birgit Jasmund ist ein sehr schöner Debütroman gelungen, der unter den Fans historischer Romane bestimmt breiten Anklang finden wird, zumal man aus der Zeit selten Bücher findet, die so gut recherchiert sind. Ein echter Lesegenuss und eine absolute Empfehlung!
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am 12. August 2014
Autorin Birgit Jasmund verzaubert die Leser in ihrem historischen Roman "Die Tochter von Rungholt" mit einer historisch-romantischen Story, wie sie sich einst hätte zutragen können. "Die Tochter von Rungholt - Die versunkene Stadt" verbindet hintergründige Historie des hohen Nordens mit einer sehr emotionalen Geschichte, die wortgewandt und bezaubernd die Lesehungrigen erfreut. Eine Sturmflut, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Autorin Birgit Jasmund verarbeitet ihre Recherheergebnisse mit einer Mischung aus Hoffnung, Stärke, Mut und Schicksal zu einem bezaubernden historischen Roman, der die Leser auf eine Reise in eine interessante und selten aufgegriffene Historie entführt...

"Das war das Klügste, was ich in den letzten 5 Jahren getan habe, außer mich in dich zu verlieben"

Zum Inhalt:
"Die versunkene Stadt-
Ivens Vater wird von den Wogensmannen erschlagen. Er übernimmt dessen Hof und bewirtschaftet ihn zusammen mit seiner Schwester Laefke. Er will sich an den Mördern seines Vaters rächen, sie will ihn verheiratet sehen, aber die Frauen, die sie ihm aussucht, gefallen ihm nicht. Iven hat sich längst in die Kaufmannstochter Silja verliebt. Ihr Vater ist als Kaufmann weniger erfolgreich, als er alle glauben lässt. Er steckt in finanziellen Schwierigkeiten, hat bereits Gelder veruntreut und sieht nur einen Ausweg: Seine Tochter soll den Sohn seines wohlhabenden Hamburger Geschäftspartners heiraten. Die beiden Liebenden wollen das verhindern. Iven hält um Siljas Hand an, doch er wird brüsk abgewiesen. Sie beginnen, ihre eigenen Pläne zu schmieden, während sich über Rungholt dunkle Wolken zusammenziehen.
Eine dramatische Liebesgeschichte vor einer großen historischen Kulisse"

Die Autorin:
"Birgit Jasmund, geboren 1967, stammt aus der Nähe von Hamburg. Weite, flache Landschaften, über die der Wind pfeift, faszinieren sie. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Kiel hat das Leben sie nach Dresden verschlagen. Hier gibt es mehr Wind als mancher glaubt, und wenn er einem so richtig um die Nase weht, hält sie nichts im Haus Im Aufbau Taschenbuch Verlag erscheint von ihr der historische Roman „Die Tochter von Rungholt“, bei Rütten & Loening die Liebesgeschichte „Krabbenfang“. "

Schreibstil:
Ohne diesen besonderen Schreibstil der Autorin, wäre dieser historische Roman keine so bewegende Geschichte geworden. Sie erzeugt Bilder, starke Gefühle, Entsetzen, Ungläubigkeit und Hoffnung. Aber vor allem verwöhnt sie den historisch.neugierigen Leser mit vielerlei fundierte Recherche, Fakten, Hintergründe und Gesellschaftsformen und Vereinigungen. Der Leser befindet sich durch das grandiose schriftstellerische Geschick, und dem enormen Herzblut der Autorin in einem Sog der Gefühle. Keinesfalls wirkt dieser Roman schmalzig oder aufgesetzt, denn trotz der tragischen Handlung und den überaus zeitgemäßen Dialogen der Protagonisten, steht hier der historische Hintergrund der Sturmflut im Norden im Fokus.Birgit Jasmund ist es gelungen, eine wundervolle Gratwanderung aus Realität und Gedanken zu erschaffen, sie formt bildhafte Szenen, schmerzliche Passagen, und gibt dem Leser Einblicke in bisher selten recherchierten archivischen Fakten. Der Schreibstil ist mir verdiente 5 Sterne wert!

Charaktere:
Die Charaktere sind das Kernstück des Romans, denn auch bei der Wahl der Charaktere punktet die Autorin. Gerade die unerwünschte, und gesellschaftlich nicht tragbare Liebe zwischen Silja und Iven nimmt hier in dem Buch eine zentrale Rolle ein. Neben all dem Ringen um Verlobung, Outing und Hochzeit, wird Andreas Dürkopp die Leser mit einer ausgefeilten Wendung überraschen. Silja und ihre Familie, bzw. ihr kalter Vater werden den Leser erschüttern, schockieren und an die Seiten fesseln. Aber Leafke wird sich in die Herzen der Leser brennen, geschweige denn Monny. Hier hat die Autorin aus den Vollen geschöpft und Charaktere und Probleme der schon fast vergessenen Vergangenheit und Historie geschaffen. Autorin Birgit Jasmund schafft hier ein stimmiges Bild der Persönlichkeiten und formt das passende Umfeld, die passende Ära, der Charaktere gleich dazu. Eine sehr runde und feine Mischung aus Hauptprotagonisten und wichtigen Nebenrollen. Gleich zu Beginn ermöglicht die Autorin ihren Lesern ein klares Bild der einzelnen Persönlichkeiten. Eine hervorragende Auswahl der Protagonisten. Eine stimmige feine Ausarbeitung zur jeweiligen Zeit der Handlung. Wir begegnen sehr toll formulierten Protagonisten, die eine sagenumwobene Geschichte erleben. Das Leid, die Hoffnung und die Schicksale formen jeden einzelnen. Die Autorin Jasmund rundet das ganze mit tollen Nebenrollen ab, die die Darsteller real und sehr authentisch wirken lassen. Zudem sei bedacht, dass die Geschichte auf teilweise echten Begebenheiten zurück zu führen ist.

Meinung:
In "Die Tochter von Rungholt" begegnen wir einer Frau, mit ihren besonderen Schicksalsschlägen. Bereits zu Beginn werden wir Zeuge, wie der Ton und die Schicklichkeit zur damaligen Zeit heerschte. Eine rasante Handlung, zwischen Liebe, Leid, Verrat, Zwiespalt und versuchten Mordes geben der Geschichte reichlich Tempo. Der gehobene Schreibstil und die seltenen historischen Fakten, müssen zunächst von Leser verarbeitet werden. Hier stehen dann geschichtliche Muße und sopannende Rasanz im Kontext. Tempo und Bedacht treten hier gegeneinander an. Der Wunsch liegt zum schnelleren Lesen, doch der historische Hintergrund bremst die Lesegeschwindigkeit aus. Man möchte ja keinen Fakt verpassen...Ich habe dieses Buch so sehr genossen. Alle Emotionen wurden bedient und es wirkt auf keinster Weise flach oder kitschig. Die erzeugten Bilder hallen lange nach und ich bin sehr bewegt und zufrieden. Man liest in diesem Buch das gesamte Herzblut der Autorin, eine ganz besondere Verbundenheit zum hohen Norden!
Einziges Manko für mich, was mir dann leider auch einen halben Sternabzug kostet, ist, dass der Leser mit Anfangs zuuuu vielen Fakten zu den Schauplätzen und Protagonisten verwirrt wird. Der Einstieg ist daher anfangs sehr anspruchsvoll. Eine Karte oder Namensregister wären schön gewesen!

Schauplätze:
Der Leser darf sich auf sehr ungewöhnlichen Schauplätzen wiederfinden. Hier ist das Repartoire bunt gemischt und steht's eine gelungene Darstellung. Lebendige Schauplätze mit viel Liebe zum Detail. Die Schauplätze überzeugen mich sehr und lassen das Buch zum Erlebnis werden!

Cover:
Das Cover ist einfach toll. Es bedient auch meine Einschätzung zum Inhalt: Eine Frau, die aus Verzweiflung, Not oder Rastlosigkeit in die Fluten steigt, um Antworten zu finden. Mystisch, historisch und Detailbeladen. Dieses Cover läd zu Assoziationen und Mutmaßungen vor und nach dem Lesen ein.

Fazit:
Ein historischer Roman, der Recherche und bewegende Handlung gekonnt vereint. Das Ende macht Hoffnung auf eine weitere spannende Geschichte! Leseempfehlung!!!
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