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43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Lesevergnügen aus Frankreich
Fred Vargas schmiedet immer wieder besondere Fälle für ihren Kommissar Jean-Bapiste Adamsberg; so auch in ihren neuen Krimi 'Die Nacht des Zorns'. Und wieder einmal beschäftigt sich Vargas dabei mit einer mythischen Legende. Diesmal bezieht sie sich auf die Legende vom 'wütenden Heer', die der Historiker Ordéric Vital schon im 12. Jahrhundert...
Veröffentlicht am 11. März 2012 von Silke Schröder, hallo-buch.de

versus
49 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wurm drin?
Vorab, ich fand die Übersetzungen von Tobias Scheffel und Julia Schoch auch besser.

Daran liegt es aber nicht in erster Linie, dass mich der neue Vargas - wie auch schon sein Vorgänger "Der verbotene Ort" - nicht so sehr fesseln kann. Ich würde sterben für Fred Vargas und ihre Adamsberg-Krimis, aber seit dem Höhepunkt "Die dritte...
Veröffentlicht am 26. März 2012 von O. Behrendt


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43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Lesevergnügen aus Frankreich, 11. März 2012
Fred Vargas schmiedet immer wieder besondere Fälle für ihren Kommissar Jean-Bapiste Adamsberg; so auch in ihren neuen Krimi 'Die Nacht des Zorns'. Und wieder einmal beschäftigt sich Vargas dabei mit einer mythischen Legende. Diesmal bezieht sie sich auf die Legende vom 'wütenden Heer', die der Historiker Ordéric Vital schon im 12. Jahrhundert aufzeichnete und die beschreibt, wie ein Trupp mittelalterlicher Reiter in einer 'wilden Jagd' diejenigen stellt, die sich eines Verbrechens schuldig gemacht haben, ohne je zu Rechenschaft gezogen worden zu sein. Von dort ist der Schritt nicht weit zu ihrem zweiten Thema, den Ungerechtigkeiten der modernen französischen Justiz. Und auch hier weiß der einfallsreiche Kommissar einen seiner stets ungewöhnlichen Wege, um der Gerechtigkeit schließlich genüge zu tun. Vargas gibt ihren Figuren wieder viel Platz, um ihre ganz unterschiedlichen Talente und skurrilen Eigenarten zu entfalten. So entwickelt sie eine ebenso spannende wie in sich verwobene Story mit viel hintergründigem Humor und Sprachwitz. Und keine Angst: Was anfänglich etwas wirr wirkt, entpuppt sich bald als fesselnder und durchaus logischer Plot mit erfrischenden Dialogen und überraschenden Wendungen. Mittendrin ein intuitiv ermittelnder Kommissar, der seine ganz eigenen Methoden zur Aufklärung verzwickter Fälle hat. Großes Lesevergnügen aus Frankreichs herb-romantischer Nordwestecke.
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49 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wurm drin?, 26. März 2012
Von 
O. Behrendt (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorab, ich fand die Übersetzungen von Tobias Scheffel und Julia Schoch auch besser.

Daran liegt es aber nicht in erster Linie, dass mich der neue Vargas - wie auch schon sein Vorgänger "Der verbotene Ort" - nicht so sehr fesseln kann. Ich würde sterben für Fred Vargas und ihre Adamsberg-Krimis, aber seit dem Höhepunkt "Die dritte Jungfrau", den ich hier hoch gelobt habe, ist irgendwie der Wurm drin, ohne dass ich genau sagen kann, woran es liegt.

Missraten ist jedenfalls die Auflösung des Falls, das ist mir zu weit hergeholt, zu konstruiert. Vargas schreibt zwar selten Krimis, die mitten aus dem Leben gegriffen sind, die romantisch-gruselige Komponente gehörte schon immer zu ihren Lieblingszutaten, das mögen Vampire, Werwölfe oder andere alte Legenden sein, aber am Ende machte doch immer alles Sinn - hier aber konnte ich mich nur schwer mit dem Ende abfinden.

Hinzu kommt, dass "Nacht des Zorns" phasenweise doch ein wenig - ich sage es nur ungerne - langweilig ist. Ich schätze und respektiere Vargas für ihre gemächliche Erzählweise, gerade weil sie blitzschnell auf atemraubende Spannung umschalten kann, aber dies hier ist und bleibt tempolos und behäbig, Spannung kommt selten auf. Es fehlt der genialische Moment, der die Vargas-Krimis ansonsten aus der Masse herauskatapultiert. Auch in der ansonsten so faszinierenden Interaktion zwischen den Polizisten, vor allem Danglard und Retancourt, springt der Funke nicht wirklich über.

Davon abgesehen verstehe ich nicht, warum man den Originaltitel ("L'armée furieuse" - "Das wütende Heer") nicht einfach wörtlich übersetzt hat, sondern zu diesem etwas reißerischen Don-Winslow-Titel greifen musste.

Alles in allem einer der schwächeren Vargas-Krimis, an ihren eigenen Maßstäben gemessen, und doch ein überdurchschnittlich gutes Buch.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen EIngeschränktes Hörvergnügen, 24. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Nacht des Zorns (Audio CD)
Diese Rezension bezieht sich ausschließlich auf das Hörbuch. (Zur Handlung des Romans im Einzelnen möchte ich nichts schreiben, denn diese haben viele meiner Vorrezensenten bereits wiedergegeben.)
Wie bei jedem Vargas-Hörbuch habe ich mich auf ein Wiedersehen (bzw. Wiederhören) mit den verschiedenen Charakteren und eine spannende Handlung, in die man versinken kann, gefreut. Leider war ein richtiges Eintauchen in die Geschichte nicht möglich, was vor allem an den dauernden Musikeinspielungen lag, die ich als äußerst nervend empfand. Volker Lechtenbrinks Interpretation der Figuren hat mir auch nicht besonders gefallen (z.B. brüllt sein Capitaine Emeri des Öfteren bei der Vorbringung von Verdächtigungen, so dass man sich fragt, warum Kommissar Adamsberg ihn als kooperativ oder gar hilfreich ansieht. Es ist einfach "to much" im Vergleich zu den Schilderungen der Buchvorlage.) Die Vargas-Lesungen von Barbara Nüsse und Susanne von Borsody haben mir besser gefallen, weil man das Gefühl hatte direkt zwischen den Figuren zu stehen - das war diesmal vor allem wegen des Akkordeon-Gedudels nicht der Fall.
Für die Geschichte des Hörbuchs gibt's vier Sterne: Nicht der stärkste Vargas-Roman, aber auf jeden Fall ein überdurchschnittlicher Krimi; für die Hörbuch-Umsetzung gibt's nur zwei Sterne, vor allem wegen der störenden Musik. Insgesamt bleiben also drei Sterne.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vargas versteckt unverhohlen immer wieder ihre Kritik am mangelhaften Rechtssystem in Frankreich, 20. März 2012
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Auch in ihrem neuen Buch geht die 1957 in Paris geborene und unter dem Künstlernamen Fred Vargas publizierende französische Schriftstellerin und Archäologin mit dem Spezialgebiet Mittelalter weit zurück in die Geschichte Frankreichs und bleibt gleichzeitig ganz aktuell in der Gegenwart. Zu einen geht es um eine mythische Legende in einem Dorf in der Normandie. Es ist die Legende vom "wütenden Heer", die der Historiker Orderic Vital im 12. Jahrhundert aufzeichnete und die bis in die heutigen Tage in bestimmten Perioden die Menschen in dem Dorf beschäftigt. Nach dieser Legende greift sich eine Gruppe mittelalterliche Reiter diejenigen aus dem Dorf, die ein bislang ungeahndetes Verbrechen begangen haben oder sonst irgendwelche Schuld auf sich geladen haben. Immer wieder tauchen alle paar Jahrzehnte mit seherischen Gaben versehenen Menschen auf, die das "wütende Heer" sehen und denen auch die Namen der Menschen, die zu Tode kommen werden, offenbart werden.

Als eines Tages eine alte, verwirrt scheinende Frau bei Kommissar Adamsberg im Büro auftaucht, und berichtet, ihre Tochter habe das "wütende Heer" gesehen, und auch einen Namen genannt, beginnt Adamsberg nach ersten Zweifeln sich mit der Sache zu befassen. Er fährt zum Entsetzen seiner Kollegen, die Fred Vargas wieder in ihrer ganzen Unterschiedlichkeit beschreibt, in das Dorf in der Normandie und beginnt zu ermitteln.

Das ist sozusagen der eine Handlungszweig, der anhand einer Legende aktuelles Unrecht beschreibt. In einem zweiten wird etwa zu der Zeit, als die alte Frau aus dem Dorf in der Normandie Adamsberg zum ersten Mal aufsucht, ein Auto abgefackelt. Etwas, das nicht nur in französischen Städten häufig vorkommt. Sofort wird Momo verdächtig, auch von Adamsbergs Kollegen. Denn in dem Auto ist ein hochgestellter und angesehener Industrieller mit viel Einfluss in der Politik zu Tode gekommen, und die Vorgesetzten bis hinauf zum Minister verlangen schnelle Aufklärung, d.h. sie brauchen einen Schuldigen. Doch Adamsberg zweifelt. Er traut Momo keinen Mord zu und hat den Verdacht, irgendjemand wolle hier etwas vertuschen.

Es sind wieder einmal Adamsbergs besondere Methoden, seine mit viel Humor und Witz gezeichneten Kollegen aus seiner Brigade, eine der ungewöhnlichsten Ermittlungsgruppen der Krimigeschichte, die ich kenne, und sein Sinn für die Kleinigkeiten dieser Welt ( er ermittelt, wer in seinem Stadtteil Tauben die Beine zusammenbindet), die auch das neue Buch von Fred Vargas zu einer außergewöhnlich spannenden, aber auch genussvollen Lektüre machen.

Mit hintersinnigem Humor werden hier nicht nur Geschichten erzählt, sondern Vargas versteckt unverhohlen immer wieder ihre Kritik am mangelhaften Rechtssystem in Frankreich in ihren auch literarisch anspruchsvollen Texten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für alle Fred Vargas Fans, 10. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer gern Fred Vargas liest, dem wird auch dieses Buch gefallen. Was ich jedoch jedem raten möchte: man sollte die Bücher von Fred Vargas in der ungefähren Reihenfolge des Erscheinens lesen - die Charaktere machen eine langjährige Entwicklung durch. Sonst könnte man, auch wegen der häufigen Querverweise auf frühere Bücher - evtl. etwas irritiert sein.
UNd man muss den - vielleicht etwas eigenwilligen, eher ruhigen, trotzdem teilweise sehr spannenden - Erzählstil von Fred Vargas mögen. Und die schrägen Charaktere. Ist nicht jedermann`s Sache. Meine schon!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannung von Anfang bis Ende, 21. März 2012
Von 
H. Pohl "MissGlueck" (Schleswig-Holstein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Spannung über 453 Seiten hinweg.

Ich bin, das gebe ich gerne zu, bekennender Vargas-Fan. Mit 'Die Nacht des Zorns' setzt die Französin mit dem interessanten Pseudonym ihre Reihe fort und lässt Kommissar Adamsberg, seinen Stellvertreter Danglard und die bereits aus den vorangegangen Romanen bekannten Figuren der Brigade in gleich drei Fällen parallel ermitteln.

Sicherlich ist es der Möglichkeit des Serienromans zu verdanken, dass Vargas' Figuren so ganz besonders gut gelingen, mir inzwischen fast wie gute alte Bekannte vorkommen und mir in ihren Schwächen, Eigenarten und Macken so richtig ans Leserherz gewachsen sind. Adamsberg selbst, ein wenig abgehoben, schrullig im besten Sinne, ein Mann der großen Schwächen und gleichzeitig von unschlagbarer Intuition. Danglard, der gerne einen über den Durst trinkt, einem wandelnden Lexikon gleichkommt und darüber hinaus an seiner eigenen Eitelkeit, seinem Perfektionismus und seinem Stolz wächst und wiederum zu krepieren scheint.

Ich bin kein Krimi-Fan.
Die Begegnung mit Fred Vargas und ihren mystisch geheimnisvollen Romanen verdanke ich einem Zufall, für den ich dankbar bin.
Ihr gelingt nämlich genau das zu umgehen, was mich vom Lesen anderer Kriminalromane a la Beckett und Co. dauerhaft abzuhalten versteht: Sie lässt ihre Figuren in die Irre gehen, sie lässt sie scheitern und lässt sie zu Erkenntnissen gelangen, denen ich als Leser absolut folgen mag und kann.
Ich begegne keinen Stereotypen und sehe mich keinen grell beleuchteten Hausecken gegenüber, um die mich der Autor locken will, um mir von hinten ins Genick zu schlagen. Nein, Vargas nimm mich mit ihrer angenehmen Erzählstimme, ihrem unauffällig eingeflochtenen umfassenden Wissen, ihren klugen Recherchen und ihren spannenden Wendungen von der ersten Seite an gefangen. Und das in bisher jedem ihrer bereits erschienen Romane. Ausnahmslos.

Kleiner Störfaktor in diesem Band ' die großen Brüste von Lina, die für meinen Geschmack über viele Seiten hinweg allzu oft Erwähnung finden, ohne Adamsbergs ohnehin kompliziertes Lebensleben auch nur ansatzweise wirklich berührt zu haben.

Das besondere an ihren Kriminalfällen ist das vorerst scheinbar im Bereich des Mystischen liegende Motiv ' sie umgibt ihre Morde mit Legenden und Aberglauben ' um sie zuletzt absolut plausibel und zutiefst menschlich begründet aufzulösen. Legt sie falsche Fährten, dann so, dass der Leser wohl die Lunte riecht, sich aber gerne auf das Verwirrspiel zwischen Fiktion und Realität einlässt.

Wer also wissen möchte, was General Michel Ney, die Schlacht bei Preußisch Eylau, der Fluch eines Heeres Untoter und die ungeklärten Mordfälle in der Normandie mit einer verletzten Taube, einem brennenden Großindustriellen und einer seltsamen Familie in einem kleinen französischen Dörfchen, ein jugendlicher Brandstifter und eine Unmenge an Zuckerwürfeln miteinander zu tun haben, der lese diesen feinen, unglaublich spannenden, atmosphärisch wie gewohnt starken Kriminalroman.

Fünf Sterne für Fred Vargas und den Aufbau-Verlag, dem mit dieser Autorin ganz sicher ein großer Glücksgriff gelungen ist.

Und nun heißt es: Warten auf den nächsten Coup aus dieser berufenen Feder.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zauberhaft und voller Magie, 22. März 2012
Von 
Krimi-Fee - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Fred Vargas und ihre Bücher mag man, oder man mag sie nicht. Auf jeden Fall unterscheiden sie sich sehr stark von jedem "normalen" Krimi. So auch dieses Buch. Wie alle Vargas-Bücher lebt es von seinen Charakteren. Gäbe es den wunderbaren Wolkenschaufler Adamsberg nicht, den empfindsamen Alleswisser Danglard, die monströse (im positiven Sinn!) Retancourt oder Zerk, der Retancourt und eine Taube liebt ... mit anderen Worten, wären das ganz normale, durchschnittliche Menschen, käme auch der Krimiplot kaum zum Tragen.

Aber mit diesen Figuren durchzieht ein großartiger Hauch von Human Touch" den Roman. Da ist der sehr menschliche, langsam denkende, aber intuitiv sehr kluge, nachsichtige Kommissar Adamsberg, der jedem aus seiner Brigade seine Macken zugesteht ("Er rieb sich den Hals, während er Danglards Nummer wählte. Es war 11 Uhr, der Commandant musste am Arbeitsplatz sein. Zu früh, um schon einsatzfähig zu sein, aber anwesend.") Oder eben Danglard, der Adamsberg mit seinen langatmigen Erklärungen häufig langweilt, aber als wandelndes Lexikon unersetzlich und Adamsberg - oft gegen seinen Willen - treu ergeben ist. Allein mit diesem Personal hat jeder Autor schon gewonnen.

Diesmal will Adamsberg unbedingt die Tierquäler einer Taube finden, außerdem hat er es mit mehreren Morden zu tun, in Paris und in der Normandie. Während er Retancourt zu Recherchen in Paris lässt, nimmt er Danglard, Veyrenc, seinen Sohn Zerk, den von der gesamten Pariser Polizei als Mörder gesuchten Mo und die rekonvaleszente Taube namens Hellebaud mit in die Normandie, in der mehrere Morde und zwei Mordversuche aufgeklärt werden müssen. Was Adamsberg natürlich in letzter Minute gelingt, nachdem schon alles geklärt scheint.

Die Frage, wie nahe an der Realität diese märchenhafte Crimestory ist, stellt sich hier nicht. Die Romane der Vargas spielen in einer anderen Dimension, funktionieren nach anderen Regeln. Hier geht es um Geist, um Originalität, um Menschlichkeit, um ein grandioses Lesevergnügen, das bereichert wird durch einzigartige Charaktere und ihre kleinen Verrücktheiten.

Wie gesagt, man mag die verzauberten Bücher der Vargas, oder man mag sie nicht. Das Einzige, was ich hier zu bemängeln habe: Retancourt kommt viel zu kurz!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurück zu den Anfängen, 3. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieser Roman von Vargas erinnert mich wieder an die Anfänge der Adamsberg Reihe ( der 1. Adamsberg war ja schon 1991 heraus gekommen ( Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord ) - übrigens schon vor der Trilogie der "Evangelisten" - und später wurde die Figur " Adamsberg " wieder neu aufgenommen.
Ja dieser Roman ist etwas ruhiger ausgefallen, nicht ganz so spannend wie ihr Roman " Die dritte Jungfrau " und nicht ganz so inkonsequent in der Handlung wie " Der verbotene Ort "
Aber die Magie von Vargas Romanen bleibt erhalten.

Zu einigen Kritken folgendes.
Meiner Ansicht nach sollte die Adamsberg Reihe von Anfang an gelesen werden. Die Entwicklung der vielen Charaktere ( einschließlich die Figur Adamsberg ) ist eigentlich nur in ihren feinen Nuancen zu erfassen, wenn man die vorherigen Romane gelesen hat. Jede der Figuren hat ihre eigene Geschichte in einem der Adamsberg Romane von Vargas. Viele Dialoge kann man nur nachvollziehen, wenn man die Vergangenheit der Personen dazu kennt. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie Vargas so liebevoll nuancenhaft die Charaktäre Ihrer Akteure heraus arbeitet und die tlw. absolut skurilen Dialoge sind eine Liga für sich.

An alle Hörbuch Fans - es gibt bestimmt viele gute Hörbücher von Romanen, aber ich kenne kein einziges Hörbuch von Vargas, in dem der/ die Vorleser nur annähernd die Magie von ihren Romanen gut rüberbringen ( gekürzt oder ungekürzt - ich finde sie allesamt grottenschlecht ).
Es stimmt wohl wirklich - entweder man ist fasziniert von der Erzählweise von Vargas oder man lehnt sie ab.
Es scheint bei dieser Autorin kaum einen Mittelweg zu geben.
Pragmatiker, die einen perfekt aufgebauten Krimi wünschen, werden enttäuscht sein, auch solche die vorwiegend Action lieben.
Aber Menschen die die Philosophie des " Wolken schaufelns " so fasziniert, werden die Romane von Vargas wohl immer lieben. Ich gehöre nach wie vor dazu.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen eine Exkursion zu einer alten, mythischen Legende, 25. September 2012
- Ein Mann ermordet seine Frau mit Brotkrumen . . .
- in Paris wird ein Auto in Brand gesetzt, in dem ein bedeutender Industrieller sass . . .
- ein Unbekannter quält Tauben, indem er ihnen die Beine zusammenbindet . . .
- und in der Normandie geht das wütende Heer umher und holt sich diejenigen, die für ihre begangenen Verbrechen bisher nicht geschnappt wurden.

In Fred Vargas` neuem Kriminalroman ermittelt wieder Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg mit seinen Leuten aus der Brigade in Paris. Gleich vier verschiedene Fällen beschäftigen ihn. Davon werden drei in je einem Handlungsstrang weiterverfolgt. Aus diesem Grund hatte ich zu Beginn etwas Mühe, in die Geschichte reinzukommen.
Umso mehr freute ich mich, die altbekannten Ermittler wieder zu treffen, denn Fred Vargas`s Bücher leben von ihren Charakteren. Alle haben ihre Eigenarten und Macken und sind mir schon in den früher gelesenen Bücher ans Herz gewachsen. Da ist der langsam denkende, dafür aber sehr intuitiv handelnde Kommissar Adamsberg, Danglard, der gerne das eine oder andere Glas Wein zuviel trinkt und mit seinem Perfektionismus und seinem imensem Wissen Adamsberg manchmal an den Rande des Wahnsinns treibt und die gewaltige Retancourt, auf die man sich einfach verlassen kann. Fred Vargas hat in ihren Büchern wirklich ein einmaliges und aussergewöhnliches Ermittlerteam erschaffen, das sich nicht nur für Mord und Todschlag interessiert, sondern sich auch Kleinigkeiten wie gequälten Tauben widmet.
In "Die Nacht des Zorns" spielen aber auch Adamsbergs neu gefundener Sohn Armel, Lina mit den grossen Brüsten, der von der gesamten Pariser Polizei gesuchte Momo und die Taube Hellebaud eine Rolle.

Die Kriminalromane sind wirklich spezielle Meisterwerke. Es sind keine rasanten, atemlose Storys sondern wie Adamsberg ruhige, langsame Geschichten, die die Autorin trotzdem sehr spannend erzählt und unauffällig mit geschichtlichem Wissen verknüpft. Im aktuellen Fall webt sie die mythische Legende um das wütende Heer in der Normandie ein. Diese Abstechter in das 12. Jahrhundert und in den heutigen Aberglauben im kleinen Ort Ordebec sind wirklich sehr interessant und meine Highlights im Buch. Auch Kommissar Adamsberg lässt sich gerne in diese Welt aus Aberglauben und Mythen hineinziehen, die aber niemals die Wirklichkeit verlässt. Das ist wirklich eine Besonderheit von Fred Vargas. Ihre Art zu schreiben wird auch "magische Realismus" genannt. Er vermischt die Grenzen zwischen Realität und Phantasie. Volkskultur, Mythologie und Geschichte verschmelzen in ihrem Buch und sind immer erkennbar. Trotzdem gibt es immer einen realistischen Kern.

Fazit
Nicht nur die aussergewöhnlichen Charakteren und ein Abstecher in eine alte Legende sondern auch die wunderbar poetische Sprache von Fred Vargas machen "Die Nacht des Zorns" zu einem wirklich lesenswerten Krimi.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein gelungenes Stück Unterhaltung., 21. Mai 2012
Kommissar Adamsberg, nun mit seinem wiedergefundenen Sohn, geht auf die Suche nach einem Mysterium, einem Phantom. Dessen ist der Bearner gewohnt und bevor er sich hineinstürzt, löst er noch einen Fall (Mord einer alten Dame) und, weil es seinen kleinen grauen Zellen vor dem Leerlauf graut, sollen sie noch den Tod eines Millionärs untersuchen...
Diesmal geht es nach Normandie, Adamsberg erlebt die Stille eines verwunschenen Waldes, begehrt eine Dorfschönheit, wundert sich über die Fähigkeiten einiger Bewohner daselbst, verletzt Dienstpflichten, rettet einen Verdächtigen von einem langen Knastaufenthalt und kommt mit den Antworten aller gestellten Frage zum Schluss. Dieser leichtfüßige, lustige und schaurige Roman gehört zum Standard-Programm eines Krimi-Lesers, meine Meinung: zum Verschmähen nicht geeignet.
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Die Nacht des Zorns: Kriminalroman (Kommissar Adamsberg ermittelt, Band 8)
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