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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herzenswärme und Lebensklugheit
Dieses Kerlchen muss man einfach gern haben!
Der 10jährige Charly wohnt in einem der Pariser Banlieus. Er führt also nicht gerade ein privilegiertes Leben.
Seine Eltern stammen aus Mali, und seitdem der Vater mit den Papieren der Familie abgehauen ist, lebt die Mutter als Illegale in Frankreich. Henry, der Bruder, ist drogenabhängig.
Deshalb...
Veröffentlicht am 25. Januar 2011 von Gospelsinger

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Fänger im Roggen für Kinder
Das Buch ist natürlich ein Kinderbuch, aber ein Kinderbuch, dass den großen französischen Dichter im Namen trägt, kann auch einem Erwachsenen noch was beibringen, dachte ich.

Protagonist des Romans ist der Charly. Er ist zehn Jahre alt und lebt in einem Banlieue von Paris. Seine Eltern stammen aus Mali. Sein Vater hat die Familie verlassen...
Vor 21 Monaten von suedie veröffentlicht


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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herzenswärme und Lebensklugheit, 25. Januar 2011
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Dieses Kerlchen muss man einfach gern haben!
Der 10jährige Charly wohnt in einem der Pariser Banlieus. Er führt also nicht gerade ein privilegiertes Leben.
Seine Eltern stammen aus Mali, und seitdem der Vater mit den Papieren der Familie abgehauen ist, lebt die Mutter als Illegale in Frankreich. Henry, der Bruder, ist drogenabhängig.
Deshalb wundert sich Charly auch nicht, als er früher als sonst nach Hause kommt und die Polizei im Haus sieht. Das kommt öfter vor. Aber diesmal ist es anders, diesmal wird seine Mutter abgeführt! Und als sie ihn sieht, lächelt sie nicht! Sonst tut sie das immer. Was ist denn bloß los?
Charly macht sich auf den Weg, seinen Bruder zu suchen. Vielleicht kann der ihm ja erklären, was passiert ist und wann die Mutter zurückkommt.
Ganz allein durchstreift Charly den Vorort. Das gibt ihm viel Zeit, seinen Gedanken nachzuhängen. Kreuz und quer gehen ihm alle möglichen Themen durch den Kopf. Die Schule, seine Freunde, die Leute, die seine Mutter illegal beschäftigen, sein Sprinttalent, dass er gern Aufsätze schreibt, das Mädchen Melanie' Neben diesen in seinem Alter normalen Themen beschäftigt ihn aber auch seine spezielle Situation, nämlich Einwanderung, Illegalität und Abschiebung.
In all diesen Gedankengängen erinnert Charly mich an den Kleinen Prinzen. Seine Geschichte strahlt die gleiche Herzenswärme und die gleiche Lebensklugheit aus.
Dieses ganz wunderbare Buch regt zum Nachdenken an, macht einen warm ums Herz und klingt lange nach.
Mein erstes Lieblingsbuch des Jahres 2011!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut lesenswert, 11. März 2011
Hübsch sieht es aus, dieses kleinformatige gebundene Buch von Samuel Benchetrit. Wie immer, wenn ich eine neue potentielle Perle in den Händen halte, betrachte ich sie erst einmal in aller Ruhe von aussen; drehe sie um und...

"'Weisst du, Charly, im Leben muss man lieben, und zwar sehr. Man darf niemals Angst haben, zu sehr zu lieben Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben ' Verstehst du, Charly: Was immer auch geschieht, sieh zu, dass dein Herz immer voll ist.'"

Mir fehlen die Worte!

Der zehnjährige Charly lebt zusammen mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder Henry in einem dieser trostlosen Pariser Vororte. Seine Lebensumstände sind schwierig. Seinen Vater hat er nie kennen gelernt, sein Bruder ist drogenabhängig, seine Mutter arbeitet als Haushälterin bei einem älteren Ehepaar. So schwer das alles klingt, so sehr hat Charly auch etwas, was es einfach nicht zu kaufen gibt. Liebe; da ist so viel Liebe in seinem Leben.

Eines Morgens muss er zusehen, wie seine Mutter von Polizisten abgeholt wird; er selber bleibt unbemerkt. Was nun? In die Schule kann auf jeden Fall nicht gehen, denn wer weiss, ob die Polizei nicht auch ihn mitnehmen will und in der Schule auf ihn wartet. Also macht er sich erst einmal auf die Suche nach Henry, der mal wieder irgendwo zwischen den Häusern unterwegs sein muss. Sicher weiss dieser, was zu tun ist. Und während Charly unterwegs ist, schweifen seine Gedanken und nehmen mich mit. Er ist ein kluger kleiner Kerl, dieser Charly, der die Gedichte von Rimbaud liebt und so fantasievolle Aufsätze schreibt. Und er plappert unentwegt vor sich hin.

"Gewisse Dinge muss man sich von der Seele reden, sie müssen raus, sonst bilden sich im Bauch Kugeln, die schliesslich explodieren'."

Er erzählt von den beiden Frauen, die sein Herz am meisten zum Glühen bringen: Seiner Maman und seinem heimlichen Schwarm Mélanie. Charly ist ein echter kleiner Philosoph. Es kommt mir vor, als würde ich 254 Seiten lang nichts anders tun, als neben diesem mutigen kleinen Kerl herstolpern und ihm zuhören. Zuhören und staunen, welche Ideen er hat und wie viel Fantasie in ihm steckt. Am Ende klappe ich das Buch zu und weiss nicht, ob ich mit dem Ausgang der Geschichte einverstanden bin. Aber was ich sicher weiss, ist das Charly es schaffen wird; irgendwie.

Wie immer wenn ein Buch mich sehr berührt hat, kann ich es am Ende nicht einfach zurück ins Regal stellen. Nein, zuerst muss ich es noch einmal in aller Ruhe betrachten. Und dabei fällt mir auf, wie rührend es ist, dass dieses kleinformatige Buch ein Lesebändchen hat; wie seine grossen Vettern. Er ist eben ein ganz Grosser, dieser kleine Charly.

Fazit: Lesen!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebenswege abseits des üblichen Glücks....., 20. Januar 2011
Charly heißt der Held dieser skurrilen kleinen Geschichte. In ihr geht es um die Sicht der Dinge und des Herzens, die sich ein zehnjähriger Junge macht. Er wohnt in einer verkommenen Vorstadtsiedlung von Paris und lebt nicht gerade in den besten Verhältnissen. Es geht um seine Gedanken und Gefühle, die er munter vor sich hin plaudernd bedenkt. Noch geht er zur Schule und trifft seine Kumpels. Er ergeht sich in Betrachtungen über seine Umwelt und läst uns an Ereignissen teilnehmen, die sein Leben ausmachen. Dazu gehört der drogensüchtige Bruder Henry, sein Freund Yéyé, natürlich seine Mutter und seine heimlich geliebte Mitschülerin Mélanie. Wie soll man es nur aushalten, wenn der eine oder andere immer wieder in den Knast wandert, der traurige Wohnturm von Unrat übersäht ist und die Schule auch nicht immer Spaß macht?
Der Vater ist schon lange davon gelaufen, zurück nach Mali, wo die Familie herkommt. Die Mutter arbeitet illegal und ist ständig von der Abschiebung bedroht. Henry, Charlys Bruder, hat schon längst jeden Glauben an die Menschheit verloren. Doch Charly glaubt unverdrossen an die Liebe seiner Mutter und auch an die seines Bruders. Ein Tag in seinem Leben reicht, um uns genauestens über seinen Tageslauf, seine Hoffnungen, Fantasien und Ängste zu informieren.

In Rimbauds Gedichten findet der Held so manchen weisen Ausspruch, der ihm das Leben ertragen hilft.
Charly ist von offenherziger Liebenswürdigkeit und einem naiven Glauben an das Gute im Menschen. Mit seinen zehn Jahren denkt er tiefsinnig nach und sucht einen Weg, wie er zu sich und seiner Familie stehen soll.

Die hinreißende Geschichte von Samuel Benchetrit ist voller empfindsamer und anrührender Herzenswärme. Man fühlt und bangt mit dem kleinen Jungen mit, dass ihm nur nichts Böses widerfahren möge. Doch wie behütet von unsichtbaren Mächten schlägt er sich durch und gewinnt die Liebe seiner Mitmenschen, die ihm Schutz und Güte zuteil werden lassen.

In dieser Geschichte steckt Lebensweisheit, Herzensgüte und liebevolle Menschlichkeit. Wir begleiten den Helden und bleiben bis zuletzt berührt von einem Schicksal abseits der glücklichen Lebenswege. Die rührende, niemals kitschige Lebensgeschichte ist dem Autor Samuel Benchetrit und dem Übersetzer Olaf M. Roth wohl gelungen!

Samuel Benchetrit wurde für diesen Roman 2009 mit dem Prix Populiste ausgezeichnet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderbar und schonungslos zugleich, 3. September 2011
'Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben ' Wenn du jedoch einem liebenden Herzen begegnest, folge ihm, mach es zu deinem Freund''
Das lasse ich hier einmal unkommentiert stehen. Ich denke, dem ist nichts hinzuzufügen.
'Rimbaud und die Dinge des Herzens' ist ein fantastisches und sehr beeindruckendes Buch. Ein wenig, auch wenn es weit hergeholt klingt, hat es mich an den kleinen Prinzen erinnert. Mag sein, dass es daran liegt, dass beide Autoren Franzosen sind.
Der 10jährige Charly lebt in einem Pariser Vorort mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder. Der Autor lässt uns teilhaben an einem Tag aus dem Leben des kleinen Charly, der Tag, an welchem er sieht, wie seine Mutter von der Polizei abgeholt wird. Er macht sich auf die Suche nach seinem größeren Bruder, der ihm vielleicht helfen kann und ihm eventuell sagt, was mit seiner Mutter geschehen ist. Und zwischendurch erzählt Charly aus seinem Leben in einem Pariser Banlieu. Schonungslos und doch mit den Augen eines zehnjährigen Jungen. Die Sprache in diesem Buch ist ein ganz großes Plus. Dem Alter angepasst und immer wieder den richtigen Ton treffend. Gleich, ob Charly nachdenklich ist oder eben mal wieder mächtig auf den Putz haut, wie es Jungs in diesem Alter gerne tun. Charly ist einem richtig sympathisch. Dem Autor ist hier etwas sehr Gutes gelungen. Die Sprache charakterisiert den jeweils Handelnden. Und das trifft nicht nur auf Charly zu, sondern auch auf alle anderen Personen in diesem Buch. Seien es Charlys Freunde, sein großer Bruder oder seine heimliche Leidenschaft. Wie er sich ihr zögerlich annähert und mit ihr spricht, wie er über sie denkt und wie er sie sieht. Und dann wäre da noch seine Mutter, über die Charly gar nichts kommen lässt. Seine Mutter ist für ihn unantastbar. Sie ist die erste Frau und die wichtigste in seinem Leben. Das wäre wohl auch nicht anders, wenn der Vater bei der Familie geblieben wäre.
Ich möchte hier nicht zu viel Inhalt wiedegeben. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben. Es ist zärtlich, brutal, nachdenklich'.einfach schön. Und eigentlich mehr wert als nur die maximale Punktzahl.
Und ein wenig vom kleinen Prinzen steckt hier drin. Und es liegt nicht nur daran, dass beide Autoren Franzosen sind.
Unbedingt lesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht alles ist schlecht in den Pariser Banlieues, 31. Januar 2011
Benchetrits Buch dokumentiert das Leben in der Banlieue jenseits der Schlagzeilen. Der kleine Charly wohnt in einem der berüchtigten Pariser Vorstadt-Ghettos und ist erst elf Jahre alt, als er gezwungen wird, gleichzeitig den Ernst und das Glück des Lebens zu entdecken. Seine Mutter arbeitet schwarz und ohne Aufenthaltsgenehmigung, sein großer Bruder ist Junkie und nie zu Hause. Als seine Mutter eines Morgens von der Polizei abgeholt wird, beschließt Charly seinen Tag selbst in die Hand zu nehmen. Während er auf der Suche nach seinem Bruder durch die verschlafene Cité läuft, begleiten wir ihn durch einen Ort, welcher für ihn nicht so schlecht ist, wie es die Erwachsenen immer sagen. Witzig, mit großen Idealen und ein klein wenig naiv führt uns der junge Erzähler durch diese tragikomische Welt, die er nun irgendwie in den Griff bekommen muss.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Fänger im Roggen für Kinder, 1. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch ist natürlich ein Kinderbuch, aber ein Kinderbuch, dass den großen französischen Dichter im Namen trägt, kann auch einem Erwachsenen noch was beibringen, dachte ich.

Protagonist des Romans ist der Charly. Er ist zehn Jahre alt und lebt in einem Banlieue von Paris. Seine Eltern stammen aus Mali. Sein Vater hat die Familie verlassen und sein Bruder ist drogenabhängig. Die Mutter arbeitet als Haushaltshilfe bei einem älteren Ehepaar.
Als Charly eines Morgens zur Schule gehen will, beobachtet er, wie die Polizei seine Mutter festnimmt.
Charly schwänzt die Schule, um herauszufinden, was passiert ist. Dabei erzählt er dem Leser einige Anekdoten aus seinem Leben, stellt uns seine Freunde vor und das Mädchen, in das er verliebt ist. Er erzählt von seiner Mutter, seinem Bruder, wie sehr er Gedichte liebt, wie er einmal ein Buch gestohlen hat...
Schließlich trifft er auf seinen Bruder, der ihm erklärt, dass die Mutter keine Papiere mehr hat, schwarz arbeitet und dass ihr nun die Abschiebung droht.

Viel mehr gibt es über den Inhalt nicht zu sagen, denn das Buch hat kein befriedigendes Ende. Es wird nicht erzählt, wie diese heikle Situation sich auflöst und was mit den beiden Brüdern passiert und das lässt mich als Leser doch ein bisschen unbefriedigt zurück.

Auch gibt es kaum irgendwelche Anspielungen auf Rimbaud oder sonstwelche Querverweise auf französische Literatur.
Lustigerweise ist das Werk, dem dieser Roman am ähnlichsten ist, ein amerikanisches, nämlich "Der Fänger im Roggen".
Allerdings, wird im Fänger im Roggen weit mehr geflucht...
Charly ist eigentlich ein netter, optimistischer, geradezu weiser kleiner Junge und das macht seinen Charakter irgendwie unrealistisch.
Das Banlieue ist allerdings ganz ohne Zweifel realistisch geschildert. Das ganze Elend, die ganze Tristesse wird gezeigt, aber eben auch, wie die Menschen es schaffen, hier ein halbwegs glücklichen Leben zu verbringen. Charlys Mutter ist beispielsweise eine ganz große Filmliebhaberin...

Was für das Buch spricht, ist der positive Grundton trotz der eigentlich schrecklichen Geschichte, die sympathische - wenngleich unrealistische - Hauptfigur, die realistische Beschreibung der Umgebung.
Was gegen das Buch spricht, ist dass entgegen der Versprechung im Titel es nicht um Lyrik oder die Schönheit der Sprache Rimbauds geht und dass es keine Auflösung, kein Ende der Geschichte gibt.

Es ist ein Kinderbuch, dass von Kindern der sechsten oder siebten Klasse gelesen werden kann. Aber ich würde raten, wenn man in diesem Alter ist, noch ein paar Jahre zu warten und dann lieber J.D. Salinger zu lesen. Da hat man dann doch mehr von. Mir persönlich ist ein frustierter, desillusionierter, das Gute, Wahre suchende - und nicht findende - Holden Caulfield lieber, als ein hoffnungsvoller, fröhlicher Charly, der die Schrecklichkeit seiner Umgebung gar nicht wahrnimmt und deshalb als "weise" bezeichnet wird...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Oh, maman, ich flehe Dich an!", 26. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Rimbaud und die Dinge des Herzens: Roman (Taschenbuch)
Dies ist das allererste Buch, das ich, nachdem ich es ausgelesen hatte, sofort noch einmal lesen musste. Zum einen, weil so viel in dem Buch passiert, zum anderen, weil so viel wunderschön kluge Sachen drinstehen. Der zehnjährige Henry muss einem einfach ans Herz wachsen. Mit seiner Weisheit und Lebenserfahrung schafft er es, den Leser immer wieder neu zu überraschen. Obwohl er nicht auf der Sonnenseite des Lebens aufwächst, geht von ihm eine bezwingende Warmherzigkeit aus. Er reflektiert sein bisheriges Leben und spricht den Leser immer wieder direkt an. Man hat das Gefühl, neben ihm durch die Banlieue (die aus dem Boden gestampften Trabantenstädte) von Paris zu gehen und zusammen mit ihm seinen Bruder und seine Mutter zu suchen. In diesem Teil von Paris sehen wir Alkohol, Arbeitslosigkeit, Drogen und Gewalt. Das Buch ist heiter erzählt, hat aber einen ernsten und traurigen Hintergrund: Seine aus Mali stammende, schuldlos illegal in Frankreich lebende und arbeitende Mutter wird morgens von der Polizei abgeholt und offensichtlich in Abschiebehaft genommen. Trotzdem lässt sich Henry davon nicht unterkriegen und ist voll positiver Energie. Denn da gibt es noch Mélanie Renoir, das schönste Mädchen der Welt, das er liebt und das zum Schluss des Buches auch ihm ihre Liebe gesteht.

Das Buch hat ein hohes Erzähltempo und folgt den sprunghaften Gedankengängen des Zehnjährigen. Manchmal möchte man mit Charly lachen, wenn er zum Beispiel von seinen 'Kochkünsten' erzählt, manchmal mit ihm weinen, wenn er vor Sorge um seine Mutter fast verrückt wird. Für mich wird das Buch mit Recht in einem Atemzug mit J.D. Salinger's 'Der Fänger im Roggen' genannt. Von mir eine absolute Leseempfehlung!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine sehr warmherzige Geschichte, 25. April 2011
"Rimbaud und die Dinge des Herzens" von Samuel Benchetrit ist eine sehr warmherzige Geschichte aus der Sicht des pfiffigen Charly, der in einem der üblen Pariser Vororte aufwächst. Aber statt einen reißerischen Roman über die dortigen Unruhen der letzten Jahre oder die oft schlechten Lebensbedingungen in den Wohnsilos vor den Toren einer der bekanntesten Kulturmetropolen der Welt zu schreiben, benutzt Benchetrit einen viel subtileren Weg, um auf die Zustände in den Siedlungen der Banlieue hinzuweisen. Aus der Sicht von Charly beschreibt er jenen Tag im Leben des Jungen, in dem sich alles für ihn ändert. Natürlich geht der Autor dabei auch auf die Umstände vieler illegal in Frankreich lebender Ausländer ein und beschreibt auch die oftmals verwahrlosten und vergessenen Bezirke rund um Paris. Aber er schildert ebenso authentisch die ganz normalen Freuden und alltäglichen Begebenheiten im Leben des jungen Charly. Und der macht sich so seine ganz eigenen Gedanken über das Leben, die Liebe und seinen großen Spaß am Aufsätze-Schreiben in der Schule. Mit dieser Story schafft es Samuel Benchetrit spielend, jedes Klischee geschickt zu umschiffen - nicht umsonst erhielt der Autor für "Le coeur en dehors", so der französische Titel, 2009 den französischen "Prix Populiste". Ein sehr menschlicher und unaufgeregt authentischer Roman aus dem Universum der französischen Banlieues.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen absolut empfehlenswert, 13. Februar 2011
Ja...man muß ihn einfach lieb haben den kleinen Charly Traore(Charles wie ihn seine Mutter nennt), der uns einen Tag lang an seinem Leben in einem der Pariser Vororte teilhaben läßt. Auf der Suche nach seiner Mutter, die er wie verrückt liebt und die an jenem Morgen von der Polizei abgeholt wird erzählt Charly von seinem Schwarm Melanie, seinem drogenabhängigen Bruder Henry, seinen Freunden aus der Schule und von seiner Vorliebe für Wörter und Aufsätze.
Und genauso liest sich dieser zauberhafte Roman....wie 1000 kleine Aufsätze von Charly in die sich immer wieder die rauhe Wirklichkeit einmischt. Das Schönste was ich seit langem gelesen habe......viel Glück in Deinem weiteren Leben kleiner Charly
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleines Juwel, 16. Februar 2011
Spätestens nach der Lektüre von "Le coeur en dehors", so lautet der Originaltitel des Romans von Samuel Benchetrit, hat es die Hauptperson Charly unweigerlich geschafft, das Herz des Lesers zu erobern.
Der zehnjährige Charly wohnt mit seiner aus Mali stammenden Mutter und seinem drogensüchtigen Bruder in der Pariser Vorstadt. Er gibt dem Leser einen Einblick in einen einzigen, jedoch bedeutenden Tag seines Leben, der mit der zunächst unerklärlichen Verhaftung seiner Mutter beginnt und sich in der Suche nach Gründen dafür und schließlich nach dem Verbleib der Mutter selbst fortsetzt.
Die Geschichte liest sich wie ein spannender Tagebucheintrag, verfasst von einem äußerst sympathischen Jungen, den man nach und nach immer mehr kennen und mögen lernt. Charly trumpft durch seine pfiffige, witzige und kluge, manchmal altkluge Art, ist mutig und ängstlich zugleich und macht sich Gedanken über Dinge, die sein eigenes Kindsein und speziell das Dasein in einem Vorstadt-Ghetto beherrschen. Neben seiner couragierten Suche nach seiner Mutter erzählt er von ihn bewegenden Ereignissen, seinem älteren Bruder, seinen Freunden und seinen beiden großen Lieben, der zur Mutter und der zu einem gleichaltrigen Mädchen. Dabei kommt er vom Hundersten ins Tausendste und lässt seiner Fantasie, einer in seinen Augen sehr wichtigen Eigenschaft, freien Lauf.
Hat man mit dem Lesen des Buches erst einmal angefangen, kann man sich ihm nur schwer wieder entziehen. Samuel Benchetrit ist es voll und ganz geglückt, Charly lebendig werden zu lassen. Der Autor lässt seine Figur, in der Ernst und Humor sowie Traurigkeit und Freude vereint sind, in der Ich-Form agieren und den Leser direkt ansprechen. Der prägnante Sprach- und Schreibstil fängt sowohl die beklemmende, aber nicht hoffnungslose Atmosphäre als auch die gefühlvollen und warmherzigen Momente so perfekt ein, daß man mit dem kleinen Kerl einfach mitempfinden, mitleiden und mitfiebern muss. Die Handlung ist klar strukturiert und kurzweilig. Man erfährt, warum Charly's Mutter von der Polizei abgeholt wurde und bekommt eine Vorstellung davon, welche Konsequenzen sich daraus ergeben könnten, ein aktuelles Thema, das nachdenklich stimmt.
Obwohl das Ende offen bleibt, was mir gefallen hat, bin ich mir sicher, daß Charly trotz aller Widrigkeiten seinen Weg gehen und seinen Platz in der Welt behaupten wird.
"Rimbaud und die Dinge des Herzens" ist ein rundum gelungenes Werk, an das ich mich sehr gerne erinnern werde!
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Rimbaud und die Dinge des Herzens: Roman
Rimbaud und die Dinge des Herzens: Roman von Samuel Benchetrit (Taschenbuch - 25. Juni 2012)
EUR 8,99
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