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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herzenswärme und Lebensklugheit
Dieses Kerlchen muss man einfach gern haben!
Der 10jährige Charly wohnt in einem der Pariser Banlieus. Er führt also nicht gerade ein privilegiertes Leben.
Seine Eltern stammen aus Mali, und seitdem der Vater mit den Papieren der Familie abgehauen ist, lebt die Mutter als Illegale in Frankreich. Henry, der Bruder, ist drogenabhängig.
Deshalb...
Veröffentlicht am 25. Januar 2011 von Gospelsinger

versus
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Fänger im Roggen für Kinder
Das Buch ist natürlich ein Kinderbuch, aber ein Kinderbuch, dass den großen französischen Dichter im Namen trägt, kann auch einem Erwachsenen noch was beibringen, dachte ich.

Protagonist des Romans ist der Charly. Er ist zehn Jahre alt und lebt in einem Banlieue von Paris. Seine Eltern stammen aus Mali. Sein Vater hat die Familie verlassen...
Veröffentlicht am 1. Januar 2013 von suedie


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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herzenswärme und Lebensklugheit, 25. Januar 2011
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Dieses Kerlchen muss man einfach gern haben!
Der 10jährige Charly wohnt in einem der Pariser Banlieus. Er führt also nicht gerade ein privilegiertes Leben.
Seine Eltern stammen aus Mali, und seitdem der Vater mit den Papieren der Familie abgehauen ist, lebt die Mutter als Illegale in Frankreich. Henry, der Bruder, ist drogenabhängig.
Deshalb wundert sich Charly auch nicht, als er früher als sonst nach Hause kommt und die Polizei im Haus sieht. Das kommt öfter vor. Aber diesmal ist es anders, diesmal wird seine Mutter abgeführt! Und als sie ihn sieht, lächelt sie nicht! Sonst tut sie das immer. Was ist denn bloß los?
Charly macht sich auf den Weg, seinen Bruder zu suchen. Vielleicht kann der ihm ja erklären, was passiert ist und wann die Mutter zurückkommt.
Ganz allein durchstreift Charly den Vorort. Das gibt ihm viel Zeit, seinen Gedanken nachzuhängen. Kreuz und quer gehen ihm alle möglichen Themen durch den Kopf. Die Schule, seine Freunde, die Leute, die seine Mutter illegal beschäftigen, sein Sprinttalent, dass er gern Aufsätze schreibt, das Mädchen Melanie' Neben diesen in seinem Alter normalen Themen beschäftigt ihn aber auch seine spezielle Situation, nämlich Einwanderung, Illegalität und Abschiebung.
In all diesen Gedankengängen erinnert Charly mich an den Kleinen Prinzen. Seine Geschichte strahlt die gleiche Herzenswärme und die gleiche Lebensklugheit aus.
Dieses ganz wunderbare Buch regt zum Nachdenken an, macht einen warm ums Herz und klingt lange nach.
Mein erstes Lieblingsbuch des Jahres 2011!
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut lesenswert, 11. März 2011
Hübsch sieht es aus, dieses kleinformatige gebundene Buch von Samuel Benchetrit. Wie immer, wenn ich eine neue potentielle Perle in den Händen halte, betrachte ich sie erst einmal in aller Ruhe von aussen; drehe sie um und...

"'Weisst du, Charly, im Leben muss man lieben, und zwar sehr. Man darf niemals Angst haben, zu sehr zu lieben Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben ' Verstehst du, Charly: Was immer auch geschieht, sieh zu, dass dein Herz immer voll ist.'"

Mir fehlen die Worte!

Der zehnjährige Charly lebt zusammen mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder Henry in einem dieser trostlosen Pariser Vororte. Seine Lebensumstände sind schwierig. Seinen Vater hat er nie kennen gelernt, sein Bruder ist drogenabhängig, seine Mutter arbeitet als Haushälterin bei einem älteren Ehepaar. So schwer das alles klingt, so sehr hat Charly auch etwas, was es einfach nicht zu kaufen gibt. Liebe; da ist so viel Liebe in seinem Leben.

Eines Morgens muss er zusehen, wie seine Mutter von Polizisten abgeholt wird; er selber bleibt unbemerkt. Was nun? In die Schule kann auf jeden Fall nicht gehen, denn wer weiss, ob die Polizei nicht auch ihn mitnehmen will und in der Schule auf ihn wartet. Also macht er sich erst einmal auf die Suche nach Henry, der mal wieder irgendwo zwischen den Häusern unterwegs sein muss. Sicher weiss dieser, was zu tun ist. Und während Charly unterwegs ist, schweifen seine Gedanken und nehmen mich mit. Er ist ein kluger kleiner Kerl, dieser Charly, der die Gedichte von Rimbaud liebt und so fantasievolle Aufsätze schreibt. Und er plappert unentwegt vor sich hin.

"Gewisse Dinge muss man sich von der Seele reden, sie müssen raus, sonst bilden sich im Bauch Kugeln, die schliesslich explodieren'."

Er erzählt von den beiden Frauen, die sein Herz am meisten zum Glühen bringen: Seiner Maman und seinem heimlichen Schwarm Mélanie. Charly ist ein echter kleiner Philosoph. Es kommt mir vor, als würde ich 254 Seiten lang nichts anders tun, als neben diesem mutigen kleinen Kerl herstolpern und ihm zuhören. Zuhören und staunen, welche Ideen er hat und wie viel Fantasie in ihm steckt. Am Ende klappe ich das Buch zu und weiss nicht, ob ich mit dem Ausgang der Geschichte einverstanden bin. Aber was ich sicher weiss, ist das Charly es schaffen wird; irgendwie.

Wie immer wenn ein Buch mich sehr berührt hat, kann ich es am Ende nicht einfach zurück ins Regal stellen. Nein, zuerst muss ich es noch einmal in aller Ruhe betrachten. Und dabei fällt mir auf, wie rührend es ist, dass dieses kleinformatige Buch ein Lesebändchen hat; wie seine grossen Vettern. Er ist eben ein ganz Grosser, dieser kleine Charly.

Fazit: Lesen!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebenswege abseits des üblichen Glücks....., 20. Januar 2011
Charly heißt der Held dieser skurrilen kleinen Geschichte. In ihr geht es um die Sicht der Dinge und des Herzens, die sich ein zehnjähriger Junge macht. Er wohnt in einer verkommenen Vorstadtsiedlung von Paris und lebt nicht gerade in den besten Verhältnissen. Es geht um seine Gedanken und Gefühle, die er munter vor sich hin plaudernd bedenkt. Noch geht er zur Schule und trifft seine Kumpels. Er ergeht sich in Betrachtungen über seine Umwelt und läst uns an Ereignissen teilnehmen, die sein Leben ausmachen. Dazu gehört der drogensüchtige Bruder Henry, sein Freund Yéyé, natürlich seine Mutter und seine heimlich geliebte Mitschülerin Mélanie. Wie soll man es nur aushalten, wenn der eine oder andere immer wieder in den Knast wandert, der traurige Wohnturm von Unrat übersäht ist und die Schule auch nicht immer Spaß macht?
Der Vater ist schon lange davon gelaufen, zurück nach Mali, wo die Familie herkommt. Die Mutter arbeitet illegal und ist ständig von der Abschiebung bedroht. Henry, Charlys Bruder, hat schon längst jeden Glauben an die Menschheit verloren. Doch Charly glaubt unverdrossen an die Liebe seiner Mutter und auch an die seines Bruders. Ein Tag in seinem Leben reicht, um uns genauestens über seinen Tageslauf, seine Hoffnungen, Fantasien und Ängste zu informieren.

In Rimbauds Gedichten findet der Held so manchen weisen Ausspruch, der ihm das Leben ertragen hilft.
Charly ist von offenherziger Liebenswürdigkeit und einem naiven Glauben an das Gute im Menschen. Mit seinen zehn Jahren denkt er tiefsinnig nach und sucht einen Weg, wie er zu sich und seiner Familie stehen soll.

Die hinreißende Geschichte von Samuel Benchetrit ist voller empfindsamer und anrührender Herzenswärme. Man fühlt und bangt mit dem kleinen Jungen mit, dass ihm nur nichts Böses widerfahren möge. Doch wie behütet von unsichtbaren Mächten schlägt er sich durch und gewinnt die Liebe seiner Mitmenschen, die ihm Schutz und Güte zuteil werden lassen.

In dieser Geschichte steckt Lebensweisheit, Herzensgüte und liebevolle Menschlichkeit. Wir begleiten den Helden und bleiben bis zuletzt berührt von einem Schicksal abseits der glücklichen Lebenswege. Die rührende, niemals kitschige Lebensgeschichte ist dem Autor Samuel Benchetrit und dem Übersetzer Olaf M. Roth wohl gelungen!

Samuel Benchetrit wurde für diesen Roman 2009 mit dem Prix Populiste ausgezeichnet.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderbar und schonungslos zugleich, 3. September 2011
'Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben ' Wenn du jedoch einem liebenden Herzen begegnest, folge ihm, mach es zu deinem Freund''
Das lasse ich hier einmal unkommentiert stehen. Ich denke, dem ist nichts hinzuzufügen.
'Rimbaud und die Dinge des Herzens' ist ein fantastisches und sehr beeindruckendes Buch. Ein wenig, auch wenn es weit hergeholt klingt, hat es mich an den kleinen Prinzen erinnert. Mag sein, dass es daran liegt, dass beide Autoren Franzosen sind.
Der 10jährige Charly lebt in einem Pariser Vorort mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder. Der Autor lässt uns teilhaben an einem Tag aus dem Leben des kleinen Charly, der Tag, an welchem er sieht, wie seine Mutter von der Polizei abgeholt wird. Er macht sich auf die Suche nach seinem größeren Bruder, der ihm vielleicht helfen kann und ihm eventuell sagt, was mit seiner Mutter geschehen ist. Und zwischendurch erzählt Charly aus seinem Leben in einem Pariser Banlieu. Schonungslos und doch mit den Augen eines zehnjährigen Jungen. Die Sprache in diesem Buch ist ein ganz großes Plus. Dem Alter angepasst und immer wieder den richtigen Ton treffend. Gleich, ob Charly nachdenklich ist oder eben mal wieder mächtig auf den Putz haut, wie es Jungs in diesem Alter gerne tun. Charly ist einem richtig sympathisch. Dem Autor ist hier etwas sehr Gutes gelungen. Die Sprache charakterisiert den jeweils Handelnden. Und das trifft nicht nur auf Charly zu, sondern auch auf alle anderen Personen in diesem Buch. Seien es Charlys Freunde, sein großer Bruder oder seine heimliche Leidenschaft. Wie er sich ihr zögerlich annähert und mit ihr spricht, wie er über sie denkt und wie er sie sieht. Und dann wäre da noch seine Mutter, über die Charly gar nichts kommen lässt. Seine Mutter ist für ihn unantastbar. Sie ist die erste Frau und die wichtigste in seinem Leben. Das wäre wohl auch nicht anders, wenn der Vater bei der Familie geblieben wäre.
Ich möchte hier nicht zu viel Inhalt wiedegeben. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben. Es ist zärtlich, brutal, nachdenklich'.einfach schön. Und eigentlich mehr wert als nur die maximale Punktzahl.
Und ein wenig vom kleinen Prinzen steckt hier drin. Und es liegt nicht nur daran, dass beide Autoren Franzosen sind.
Unbedingt lesen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht alles ist schlecht in den Pariser Banlieues, 31. Januar 2011
Benchetrits Buch dokumentiert das Leben in der Banlieue jenseits der Schlagzeilen. Der kleine Charly wohnt in einem der berüchtigten Pariser Vorstadt-Ghettos und ist erst elf Jahre alt, als er gezwungen wird, gleichzeitig den Ernst und das Glück des Lebens zu entdecken. Seine Mutter arbeitet schwarz und ohne Aufenthaltsgenehmigung, sein großer Bruder ist Junkie und nie zu Hause. Als seine Mutter eines Morgens von der Polizei abgeholt wird, beschließt Charly seinen Tag selbst in die Hand zu nehmen. Während er auf der Suche nach seinem Bruder durch die verschlafene Cité läuft, begleiten wir ihn durch einen Ort, welcher für ihn nicht so schlecht ist, wie es die Erwachsenen immer sagen. Witzig, mit großen Idealen und ein klein wenig naiv führt uns der junge Erzähler durch diese tragikomische Welt, die er nun irgendwie in den Griff bekommen muss.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Oh, maman, ich flehe Dich an!", 26. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Rimbaud und die Dinge des Herzens: Roman (Taschenbuch)
Dies ist das allererste Buch, das ich, nachdem ich es ausgelesen hatte, sofort noch einmal lesen musste. Zum einen, weil so viel in dem Buch passiert, zum anderen, weil so viel wunderschön kluge Sachen drinstehen. Der zehnjährige Henry muss einem einfach ans Herz wachsen. Mit seiner Weisheit und Lebenserfahrung schafft er es, den Leser immer wieder neu zu überraschen. Obwohl er nicht auf der Sonnenseite des Lebens aufwächst, geht von ihm eine bezwingende Warmherzigkeit aus. Er reflektiert sein bisheriges Leben und spricht den Leser immer wieder direkt an. Man hat das Gefühl, neben ihm durch die Banlieue (die aus dem Boden gestampften Trabantenstädte) von Paris zu gehen und zusammen mit ihm seinen Bruder und seine Mutter zu suchen. In diesem Teil von Paris sehen wir Alkohol, Arbeitslosigkeit, Drogen und Gewalt. Das Buch ist heiter erzählt, hat aber einen ernsten und traurigen Hintergrund: Seine aus Mali stammende, schuldlos illegal in Frankreich lebende und arbeitende Mutter wird morgens von der Polizei abgeholt und offensichtlich in Abschiebehaft genommen. Trotzdem lässt sich Henry davon nicht unterkriegen und ist voll positiver Energie. Denn da gibt es noch Mélanie Renoir, das schönste Mädchen der Welt, das er liebt und das zum Schluss des Buches auch ihm ihre Liebe gesteht.

Das Buch hat ein hohes Erzähltempo und folgt den sprunghaften Gedankengängen des Zehnjährigen. Manchmal möchte man mit Charly lachen, wenn er zum Beispiel von seinen 'Kochkünsten' erzählt, manchmal mit ihm weinen, wenn er vor Sorge um seine Mutter fast verrückt wird. Für mich wird das Buch mit Recht in einem Atemzug mit J.D. Salinger's 'Der Fänger im Roggen' genannt. Von mir eine absolute Leseempfehlung!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine sehr warmherzige Geschichte, 25. April 2011
"Rimbaud und die Dinge des Herzens" von Samuel Benchetrit ist eine sehr warmherzige Geschichte aus der Sicht des pfiffigen Charly, der in einem der üblen Pariser Vororte aufwächst. Aber statt einen reißerischen Roman über die dortigen Unruhen der letzten Jahre oder die oft schlechten Lebensbedingungen in den Wohnsilos vor den Toren einer der bekanntesten Kulturmetropolen der Welt zu schreiben, benutzt Benchetrit einen viel subtileren Weg, um auf die Zustände in den Siedlungen der Banlieue hinzuweisen. Aus der Sicht von Charly beschreibt er jenen Tag im Leben des Jungen, in dem sich alles für ihn ändert. Natürlich geht der Autor dabei auch auf die Umstände vieler illegal in Frankreich lebender Ausländer ein und beschreibt auch die oftmals verwahrlosten und vergessenen Bezirke rund um Paris. Aber er schildert ebenso authentisch die ganz normalen Freuden und alltäglichen Begebenheiten im Leben des jungen Charly. Und der macht sich so seine ganz eigenen Gedanken über das Leben, die Liebe und seinen großen Spaß am Aufsätze-Schreiben in der Schule. Mit dieser Story schafft es Samuel Benchetrit spielend, jedes Klischee geschickt zu umschiffen - nicht umsonst erhielt der Autor für "Le coeur en dehors", so der französische Titel, 2009 den französischen "Prix Populiste". Ein sehr menschlicher und unaufgeregt authentischer Roman aus dem Universum der französischen Banlieues.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen absolut empfehlenswert, 13. Februar 2011
Ja...man muß ihn einfach lieb haben den kleinen Charly Traore(Charles wie ihn seine Mutter nennt), der uns einen Tag lang an seinem Leben in einem der Pariser Vororte teilhaben läßt. Auf der Suche nach seiner Mutter, die er wie verrückt liebt und die an jenem Morgen von der Polizei abgeholt wird erzählt Charly von seinem Schwarm Melanie, seinem drogenabhängigen Bruder Henry, seinen Freunden aus der Schule und von seiner Vorliebe für Wörter und Aufsätze.
Und genauso liest sich dieser zauberhafte Roman....wie 1000 kleine Aufsätze von Charly in die sich immer wieder die rauhe Wirklichkeit einmischt. Das Schönste was ich seit langem gelesen habe......viel Glück in Deinem weiteren Leben kleiner Charly
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Charly's Welt, 30. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Rimbaud und die Dinge des Herzens: Roman (Taschenbuch)
Meine Mutter gehört zu den Menschen, die überzeugt davon sind, dass die Schule eine Chance fürs Leben ist und dass die blöden Lehrer immer recht haben. Wenn man ihr erklären würde, an meinen Problemen wären meine Beine schuld, dann würde sie mir die bestimmt abhacken.
Zitat Seite 12

Inhalt:
Der 10jährige Charly ist ein kluger und aufgeweckter Junge. Er lebt mit seiner Mutter und seinem Bruder Henry in einem heruntergekommenen Hochhausblock in einer Pariser Vorstadt. Charly ist es inzwischen gewohnt, dass ab und an die Polizei vorbeikommt, doch meist ist es wegen seinem drogensüchtigen Bruder Henry. An einem Tag, frühmorgens als Charly sich auf den Weg zur Schule macht, sieht er wieder die Polizei das Gebäude betreten, er folgt ihnen und sieht wie seine Mutter mitgenommen wird.

Ich mag lieber Mädchen, die nach vorn blicken. Die das gelesen haben, was man selbst nicht gelesen hat. Die Musik lieben, die man selbst nicht kennt. Die einen ein Land entdecken lassen, das sie bereits kennen. Meine Frau wird einmal älter sein als ich, das schwöre ich Ihnen!
Zitat Seite 85

Handlung & Charaktere:
Der junge Protagonist Charles genannt Charly, ist trotz der Schicksalsschläge, die er in seinem jungen Leben schon erleben durfte, ein aufgeweckter, fröhlicher Junge. Der Autor Samuel Benchetrit verleiht Charly eine besondere Aura. Sein Schreibstil aus Sicht des Jungen ist sehr gut gelungen. Obgleich wir hier von einem 10jährigen Jungen durch die Geschichte geführt werden, hat die Geschichte eine besondere Tiefe und Ernsthaftigkeit. Charly beschreibt auf seine Art und Weise, die Drogensucht seines Bruders, das Verlassen werden vom Vater, die fürsorgliche Mutter sowie seine erste große Liebe zu seiner Mitschülerin Melanie Renoir.

Der Protagonist Charly wirkt überlegen und klug. Er ist im Gegensatz zu den anderen Kindern, seinen Freunden im Viertel ein besonders veranlagter Junge. Seine Interessen gelten, nicht nur altersentsprechend, dem Spielen mit Freunden sondern auch der Poesie und dem Lesen. Besonders gern besucht Charly den Französischunterricht, um dort immer wieder neue Gedichte zu lernen oder lässt sogar ein Buch aus der Bücherei mitgehen, um es zu lesen und später zurückzubringen. Bis hierhin klingt es nach einer wunderschönen Geschichte, mit den kleinen Ecken und Kanten des Lebens. Charly ist es inzwischen gewohnt, dass häufig die Polizei vor der Tür steht, um nach dem Bruder Henry zu fragen, aber an diesem Tag, sieht Charly wie seine Mutter mit einer Tasche in der Hand abgeführt wird. Selbst als Charly seine Mutter, wie so oft, in so einem Moment anlächelt, reagiert diese nicht wie gewohnt, sondern lässt Charly einfach unbeachtet.
Während Charly verwirrt durch die verschmutzten Straßen irrt und Antworten auf seine Fragen sucht und auch wissen möchte, wohin seine Mutter gebracht wurde, kommt er der Wahrheit immer näher. Diese Wahrheit könnte Charly das Herz brechen. Samuel Benchetrit lässt uns auf eine komisch kindliche Art und dennoch tiefsinnig und sensibel das Leben von Charly erleben.

[Rimbaud…] Früher, ich weiß es noch genau, da war mein Leben ein Fest, wo alle Herzen aufgingen und der Wein in Strömen floss. Eines Abends setzte ich mir die Schönheit auf den Schoß. – Und fand sie bitter. – Da verfluchte ich sie. Ich wappnete mich gegen die Gerechtigkeit. Ich floh, O Zauberinnern, Leiden, Hass, ausgerechnet euch wurde mein Schatz anvertraut!
Zitat Seite 254

Mein persönliches Fazit:
Charly hat mich durch seine Straßen geführt. Mit Kinderaugen und Kindermund habe ich die Wahrheit der Geschichte erlebt. Seine Sichtweise, seine reines Herz, seine Gutgläubigkeit, seine Neugier. All das vermittelt Charly. Er wirkt zeitweise Erwachsen und dennoch schafft er es im Gleichgewicht zu bleiben. Seine Ausdrucksweise ist ungewollt komisch und er beschreibt seine Liebe zu Melanie Renoir, seiner Mitschülerin, so kindlich rein und dennoch voller Leidenschaft. Aus Kindersicht eine Pariser Vorstadt, mit all ihren dunklen Ecken. Dem drogensüchtigen Bruder, der lieber weg ist, als seiner Familie größeren Schmerz hinzuzufügen und dem Schicksal des erneuten Verlustes den Charly erlebt.

Quelle Vita Autorin + Coverbild:
Website © Aufbau Verlag GmbH, mit freundlicher Genehmigung des Aufbau Verlages und des Autors
Buch-Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat. © by Samuel Benchetrit und Aufbau Verlag
Rezension © Aygen Ekici [...]
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mit Herz und Verstand durchs Leben, 22. August 2012
Von 
Jimmy (Niedersachsen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Rimbaud und die Dinge des Herzens: Roman (Taschenbuch)
Erster Satz:
Anfangs dachte ich,
Rimbaud wäre ein Wohnturm.

Inhalt:
Normalerweise begegnet Charly den Polizisten in seinem Wohnblock nur, wenn es um seinen großen Bruder Henry geht. Aber heute nehmen sie seine Mutter mit. Gerade noch beobachtet er die Gestalten aus dem Fenster, schon sind sie verschwunden. So begibt sich Charly mit klopfendem Herzen auf die Suche nach seiner Mutter. Dabei erzählt er von seinen Ängsten und Ideen, von Freundschaft und Mut, von Fragen und von den Antworten des Lebens.

Meine Meinung:
Als unscheinbares Taschenbuch kommt Charlys Geschichte daher. Er möchte uns erzählen, was so aufregendes am heutigen Morgen geschehen ist. Dabei driftet er in seine Gedankenwelt ab. Er erzählt uns von einem Mädchen, das so süß wie Marmelade ist.. von seinen Freunden, die immer zusammenhalten.. von den Nachbarn, die sich an Karneval immer als Strandgäste verkleiden.. von seiner Lehrerin, die ihm sicher kein Blumen-Buch schenkte.. und von Rimbaud, der schöne Gedichte schrieb. Sie alle haben etwas gemeinsam, und das ist Charly. Er hält die ganzen einzelnen Geschichten zusammen, vereint sie und zaubert daraus ein großes Bild, das es wert ist, betrachtet zu werden.

Seite 115

>> Es wird mucksmäuschenstill sein,
bis auf das Geräusch des Windes - der Wind ist immer der letzte Bewohner. <<

Charly ist ein toller Junge. Er heißt in Wirklichkeit Charles, ist zehn Jahre alt und hat schwarze Haut. Doch das ist alles nur nebensächlich. Viel wichtiger ist, dass er den Kopf voll mit Phantasie hat. Er ist ein gewitzter und schlauer Junge, der sich ständig über alles Mögliche sowie Unmögliche Gedanken macht. Für jedes Problem gibt es eine Lösung, das hat er schon früh gelernt, man muss sie nur finden.
Aber als plötzlich seine Mutter ohne ersichtlichen Grund von der Polizei abgeführt wird, schlägt ihm das Herz bis zum Halse. Da geht irgendetwas nicht mit rechten Dingen zu und dafür scheint es nicht die geringste Lösung zu geben. Auf der Suche nach seinem großen Bruder, der ihm eine unschöne Erklärung liefern kann, begegnet Charly einer Reihe kurioser Figuren. Jede Person, die von Benchetrit in den Hanldungsstrang mit eingeflochten wurde, ersetzt einen wichtigen Baustein im großen Gefüge der Geschichte. Der kleine, schwarze Junge kann sich anscheinend an jedes Ereignis seines kurzen Lebens erinnern. So kommt es einem vor, wenn man von den skurillen Momenten liest, die Charly bereits erlebt hat. Viele davon sind zum Schreien komisch, aber es gibt auch sinnliche und herzergreifende Szenerien, genauso wie traurige und hilflose Augenblicke. Es sind die Kleinigkeiten, die das Schöne ausmachen - und das ist auch hier der Fall. Durch die herrliche Detailverliebtheit bei den perfekt ausgearbeiteten Nebencharakteren und den prächtig anschaulichen Handlungsorten bekommt man das Gefühl, als säße man mitten drin .. mitten drin in einem der schmutzigen Viertel von Frankreich nahe von Paris. Menschen mit bunt schillernden Persönlichkeiten an Straßenecken mit witzigen Namen. Irgendwo da drin sehen wir Charly. Er kommt gut zurecht, fragt sich einfach durch die Welt. Denn Trauer macht mutig .. und Glück macht stark. Bei ihm trifft beides zu.
Hach, die Franzosen haben so eine Art zu schreiben. Leicht und unbeschwert werden die größten Schicksalsschläge zu Papier gebracht. Die Protagonisten schweben schlau und bedacht einen Meter über dem Boden und betrachten das Spektakel von weiter oben. Sie sehen alles mit Abstand, haben die nötige Distanz, um das Leben objektiv zu beurteilen. Dabei wird auch die persönliche Meinung über Gut und Böse nicht zurück gehalten. Bei den Franzosen ist einfach etwas von allem dabei.. und sie sind so unheimlich verschroben auf ihre Weise. Das alles kann man auch durch die Arbeit der Übersetzer hindurchspüren.

Mit poetischen Worten und klugen Gedanken entführt der mutige Charly uns in seine Welt.

Viele Sätze und Passagen hätte ich anstreichen können, weil sie mir so gut gefielen. Und auch weil sie mir aus der Seele sprachen. Ich fühlte mich manches Mal ertappt, bei einer der zahlreichen lakonischen Bemerkungen. Zeitgleich fühlte ich mich aber auch einfach nur verstanden. Es ging nicht nur einem Buben aus einer fiktiven Geschichte so wie mir. Sondern auch dem Autor, der seine Ideen an den kleinen Helden weitergegeben hatte. Vom Schriftsteller stammten die Einfälle, die mir den lieben Charly so sympathisch machen und somit das gesamte Buch.
Gut gefallen haben mir auch die Anspielungen auf bekannte Philosophen, Dichter und Politiker. Mag sein, dass ein zehnjähriger Junge das alles noch nicht so recht verstehen kann. Aber das Interesse darf da sein und dadurch haben wir die Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen und die Lächerlichkiet, die wir Zivilisation nennen, noch einmal aus Kinderaugen zu betrachten. Mein großer Dank gilt an dieser Stelle dem Autor!

Seite 35

>> Mein späteres Leben stelle ich mir so vor ...
Es ist in eine Spritze eingeschlossen, innen drin bin ich und möchte heraus, ich klopfe gegen das Glas, ich schreie, aber niemand hört mich. Ein Mann hält die Spritze. Manchmal spritzt er ein bisschen was von mir in seine Venen, und da löse ich mich sanft auf. Im Innern der Spritze ist immer weniger Platz. und ich weiß, dass das wenige, was noch übrig ist, bald aufgebraucht sein wird ... <<

Es ist eine Geschichte über Sorgen, Scham und Unrecht, genauso über Mut, Freundschaft und Lösungen für arge Probleme.

Mein Fazit:
Ein Buch voller Wärme aus unschuldigen Kinderaugen erzählt, die schon viel mit ansehen mussten .. dafür vergebe ich herzlich gerne ~ 5 Sterne ~

papierkruemel.blogspot.com
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Rimbaud und die Dinge des Herzens: Roman
Rimbaud und die Dinge des Herzens: Roman von Samuel Benchetrit (Taschenbuch - 25. Juni 2012)
EUR 8,99
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