Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor b2s Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
13
3,6 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:10,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 28. Februar 2010
"Alle Zeit" ist ein nachhaltiges Buch, das einen noch lange oder immer wieder beschäftigen wird, greift es doch Themen auf, die uns betroffen machen, die wir aber oft verdrängen: Alter und Demenz, Verrat und Verzeihen, Liebe im Alter. Dazu kommen fünf Frauen aus fünf Generationen und ein interessantes Stück DDR-Geschichte.

Trotz seines bissigen Humors und kleiner hoffnungsvoller Momente ist "Alle Zeit" für mich ein unendlich trauriges Buch, zeigt es und uns doch, wie wir vielleicht enden werden und dass wir eben nicht "alle Zeit" haben. Es ist auch ein Buch der verpassten Chancen, ein Buch, in dem die vier Frauenfiguren oft zu spät kommen, zu spät reden, zu spät verzeihen, zu spät handeln. Manchmal ist das wirklich schwer auszuhalten.

Juli wird ihre Urgroßmutter zu spät finden, dann ist diese inzwischen völlig dement. Henriette wird von ihrer Mutter nie erfahren, dass sie ihren Verrat bereut hat. Und Elisa und Henriette werden Svenja nie kennenlernen. Ein Autounfall.
Die Kellnerin im Parkcafé ist zum zweiten Mal an Krebs erkrankt. Aaron wird wahrscheinlich seinem nun hoffnungslosen Leben mit Tabletten ein Ende setzen.
Und Juli wird nicht mit dem Vater des Kindes zusammenleben. Zum Glück hat Juli in der Hebamme und ihrem Mann neue Eltern -und damit Großeltern für ihr Kind- gefunden.

Wir wissen, das Leben ist endlich. Aber wir wissen nicht, wann und wie unser Ende sein wird. Deshalb sollten wir unser Leben nutzen, solange wir das bewusst können, zum Reden, zum Verzeihen, zum Lieben. Das ist für mich persönlich die wichtigste Botschaft des Buches.
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. November 2009
Das Wort Kraft fällt einem ein. Auch solche Wörter wie ernst, schneidend und mutig. Kathrin Gerlof hat ihren zweiten Roman vorgelegt. Schon der erste bewies überzeugend das Talent der Autorin. Aber ob jemand wirklich das Zeug hat, Schriftsteller zu werden, das zeigt sich zumeist erst an der zweiten publizierten Arbeit. Oder eben auch nicht. Die Gerlof hat sich mit ihrem neuen Roman "Alle Zeit" die Eintrittskarte in den exklusiven Club der deutschen Schriftsteller von Rang erschrieben.

Die mit den grünen Haaren ist schwanger, sie trifft auf die Frau mit der wachsenden Vergesslichkeit. In einem verschneiten Park. Für einen Moment nur berühren sich zwei Lebenslinien, die enger verbunden sind, als die Frauen ahnen. Es sind Leben in Deutschland, in einem kenntlichen Land, schwer in Geschichte wurzelnd und rasend privat. Langsam verliert die eine der beiden Frauen alles, was menschliches Leben ausmacht: "Wissen Sie, wie viele Dinge in dem Wort Frau verborgen sind? Auen, rau und au. Ich übe Worte finden, weil mir so viele verloren gehen", sagt die Alte und aus der scheinbar kargen Sprache der Gerlof quillt üppig all das Leid der Demenz jener, die wissen, dass ihnen Erinnerung und Worte verschwinden und auch alles Mitleid, das die Autorin hinter den Worten diszipliniert hat, um es zu fassen.

Es ist eine seltsame Kette von Frauen, die von der Schwangeren im Heute bis zur Urgroßmutter in jene Zeit reicht, die immer eher noch `Kriegsende' oder `nach dem Krieg' heißt, gleich, was politisch sinnvoller wäre. Das Ende des letzten großen deutschen Krieges gab der Urgroßmutter, die jetzt in einem Pflegeheim einsitzt und im Gefängnis vergehender Gedanken, einen schweren neuen Anfang. Ein "Russenflittchen" war sie, eine, die ihrem Kind die notwendige Nahrung mit ihrem Körper erkaufte. So begann für sie das, was anderswo `die neue Zeit hieß'. Und zugleich fuhr sie als Agitatorin übers Land ". . . und versucht, den Menschen zu erklären, was sie tun müssen. Zum Beispiel müssen sie die Enteignung der Nazi- und Kriegsverbrecher fordern." So zog sie, weniger willentlich als zufällig, doch mit der neuen Zeit.

Zwischen der ganz Alten und der ganz Jungen gliedern Mutter und Großmutter der Schwangeren die Zeit: Gemeinsam fahren sie in ein Dorf aus lauter Vergangenheit, um in einem Haus, in dem die Urgroßmutter gewohnt hat, Erinnerung zu finden, vielleicht auch verlorene Wärme, etwas, aus dem Familie gemacht sein kann, Zusammenhalt und Weitergeben. Hie und da gibt der Roman auch Männern einen schmalen Platz. Aber das Zeugen spielt der Autorin eine geringere Rolle, das Gebären scheint ihr der mächtigere Akt zu sein. Doch spendet sie uns auch eine kleine Liebesgeschichte, die nicht ohne Mann auskommt und von jener Liebe zeugt, die aus dem Trost gemacht ist, nicht allein zu sein.

Mitten zwischen den gemeißelten Sätzen eines schmalen und doch reichen Buches findet die Gerlof Zeit für einen kleinen Sprachexkurs, wenn sie über den "faulen Konjunktiv" nachdenken lässt: "Den mit würde." Das ist eine der raren Stellen, an der die Schriftstellerin ein wenig über ihr Arbeiten verrät: Unerbittlich muss sie an den Wörtern gezerrt und die Sätze gezurrt haben, um jene Suche der Schwangeren nach Herkunft und Vergangenheit zu beschreiben, die unbedingt zu einer Zukunft gehört, und die eine Hoffnung in sich birgt, ein Stück Wahrheit zu gebären. Es braucht Mut, sich solcher Geschichte auszusetzen. Es braucht Kraft, sie niederzuschreiben. Dem Leser wird es nicht einfach sein, das Buch auszuhalten. Doch ist es ihm dringend anzuraten.
22 Kommentare| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. August 2012
Habe das Buch geschenkt bekommen, es blieb aber lange im Regal liegen, da mir die Autorin nix sagte. Gestern zu Ende gelesen ' und für das Ganze in den letzten Tagen viel Schlaf sausen lassen. Ein besonderer Stil, echte Ideen statt nur bekannte Textbausteine umzuverteilen, ein stiller, scharfsinniger Humor ' und gleichzeitig viel Gefühl und überhaupt ein erstaunliches Einfühlungsvermögen. Selbst die Szenen, die die Autorin nicht selbst erlebt haben kann, überzeugen mich restlos. Habe selten eine so schöne Liebes-Szene gelesen. Ein großer Dank an die Autorin und die große Bitte, mehr zu schreiben.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. November 2009
ein sehr beeindruckendes Buch, das ich noch lange in Erinnerung behalten werde.
Einige Entwicklungen begründet in der Alzheimer Krankheit waren mir zu unrealistisch, taten jedoch dem Gesamteindruck dieses Buches keinen Abbruch.
Fazit: sehr empfehlenswert!!!
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Juni 2011
Hallo,
ich bin Hörbuch-Hörer nicht Leser.

Ich werde mich nicht mit dem Inhalt des Buches befassen (das haben alle hier schon hervorragend getan), sondern nur damit was ich ständig dabei dachte.

Ich bin 57, könnte also durchaus schon Oma von Juli sein. Durch meine 3 Kinder kann ich das Denken und Handeln von Juli nachvollziehen und freue mich über deren Mut zum Mutter sein und manche Kleinigkeiten, die wohl jeder von uns kennt (Eierkuchen backen und ein Held sein, weil die letzten gelungen sind). Ich verstehe die grünen Haare und auch das Abtauchen im Kummer. Ich verstehe ihre Suche nach Familie, nach "nicht alleine sein".

Die andere Seite mit Urgroßmutter Klara ist für mich ebenso faszinierend, weil jedem von uns das Gleiche passieren kann. Da ich Eltern habe die über 85 sind und ich mich über manche ihrer Verhaltensweise wundere, kann ich Klara um so besser verstehen. Ich muss lächeln, wenn ihr die Zähne aus dem Mund fallen und sie es bemerkt und nicht so vor Aaron stehen will. Sie bemüht sich (in klaren Momenten) ein ganz normaler Mensch zu sein.

Das Zwischenstück - Henriette und Elisa- ist auch interessant, denn nur durch deren Geschichte gelingt die Verbindung zwischen Klara und Juli.

Ein Buch oder Hörbuch für Kinder, Mütter, Großmütter - SEHR EMPFEHLENSWERT.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Oktober 2009
Kathrin Gerlof erzählt die bezaubernde Geschichte von vier Frauen aus vier Generationen, die als Mütter und Töchter verwandt aber durch Missverständnisse in früheren Zeiten ohne Kontakt miteinander sind. So trifft die 17-jährige, hochschwangere Juli in der Eingangsszene ihre Urgroßmutter Klara auf einer Bank im Park, fühlt sich der alten, demenzkranken aber auch immer wieder situationsschlauen Dame nah, und ahnt doch nicht, was sie beide wirklich verbindet. Die Geschichte dieser Genealogie von Frauen entfaltet sich Stück für Stück zu einem faszinierenden Familienpanorama und bildet gleichzeitig auch noch einen großen Zeitraum (ost)deutscher Geschichte mit ab. Allein der Handlungsstrang, in dem sich Klara in der Gegenwart des Pflegeheims mit dem an Parkinson leidenden Aaron zusammentut und so etwas wie eine letzte späte Liebe erfährt, gehört zum berührendsten (völlig kitschfrei!) und besten, was die deutsche Literatur seit Jahren zu bieten hat. Einfach ein hinreißend guter, leichtgängiger aber anspruchsvoller und voll tiefer Gefühle steckender Roman.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Oktober 2009
Das schönste Buch, das ich in der letzten Zeit gelesen habe.
Dieser Roman ist eine sehr schön geschriebene traurige Familiengeschichte, die über fünf Generationen von Frauen erzählt. Die Lebensgeschichte jeder der Frauen ist die Geschichte des Kampfes um das eigene Glück und der Einsamkeit, die anscheinend wie ein Fluch über allen Generationen dieser Familie liegt. Die Charaktere der Frauen, die so unterschiedlich und doch so ähnlich sind, ist die größte Stärke des Buches.
Große Hoffnung auf weitere Bücher von Gerlof )
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Juni 2011
Katrin Gerlof hat hier einen recht anspruchsvollen und interessanten Generationsroman geschrieben.
Sie berichtet über 5 Frauen in 5 Generationen, die sich nur bedingt nahe stehen und voneinander wissen.
Die Figuren, die hier jeweils eine Rolle spielen, sind sehr klar beschrieben, sodass man diese Personen recht schnell kennenlernen kann.
Klara lebt in einem Pflegeheim und ist an Alzheimer erkrankt. Sie hat keinen Kontakt mehr zu ihren Familienangehörigen und schwelgt in ihren Erinnerungen an die Zeit im Krieg.
Henriette und Elisa (Mutter und Tochter) versuchen wieder einander zu finden und alten Familiengeheimnissen auf den Grund zu gehen.
Julie versucht mit ihrer neugeborenen Tochter, das Leben zu meistern, ist sie doch selbst noch ein Kind, einsam und verlassen und auf Hilfe angewiesen.
Soviel zur Handlung und den Figuren. Alles Weitere sollte der Leser selbst herausfinden, denn es verstecken sich doch recht viele Überraschungen und Wendungen in diesem Roman.
Ich hatte sehr große Schwierigkeiten beim Lesen durch den komplizierten Schreibstil. Die Autorin schreibt zum Beispiel, wie Klara denkt. Sie unterbricht Sätze, schreibt sie nicht aus, fängt neue an.
Sie schreibt sehr klar und verschönt auch gewissen Situationen nicht, sondern beschreibt sie so hart, wie sie sind.
Dies hindert ungemein am Lesefluss. Es fiel mir oft schwer mich zu konzentrieren und einige Fragen blieben dann doch am Ende, deren Antworten ich entweder überlesen habe, oder aber durch den hektisch wirkenden Schreibstil nicht verstanden hab. Ich hätte dieses Buch aufgrund dessen längst abgebrochen, wenn mich diese Geschichte nicht derart fasziniert und gefesselt hätte. Das gesamte Buch über fragt sich der Leser, ob die Figuren wohl aufeinandertreffen. Er bekommt Einblicke in die Problematik der Alzheimer, dass älter werden, die kleinen Wehwehchen, die das Alter mit sich bringen kann. Doch auch die Liebe kommt bei Kathrin Gerlof nicht zu kurz.
Man wird hin und hergerissen zwischen Erinnerungen und Gedanken, Vermutungen und Überlegungen.
Somit verbindet die Autorin gekonnt mehrere Handlungen, die letztendlich alle etwas gemeinsam haben.
Die Autorin regt den Leser mit ihrer Geschichte zum Nachdenken an, und vielleicht wirkt einiges an dieser Geschichte unglaubwürdig und dennoch bleibt es eine schöne aber auch traurige Geschichte.
Mit 229 Seiten hatte der Roman für mich eine ausreichende Länge. Schnell lesen konnte ich ihn, aber wie bereits oben erwähnt, durch den Schreibstil nicht.

Fazit:
Ein trauriger und interessanter Generationsroman über das älter werden aber auch erwachsen werden. Eine Familiengeschichte voller schrecklicher Geheimnisse, die mehrere Generationen getrennt hat.
Kathrin Gerlof wurde 1962 geboren. 2008 debütierte sie mit 'Teuermanns Schweigen', im Herbst 2011 wird ihr neuer Roman im Aufbau Verlag erscheinen (Quelle: Buch 'Alle Zeit')
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Februar 2013
Vielen Dank für die unikale Musikeinspielung. Diese seltene Aufnhame musste unbedingt in mein CD Regal wandern. Bin sehr zufrieden. Bis Bald.
11 Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. September 2013
Das Buch begann total toll. Dann dachte ich, irgendwie verliert es an Spannung um am Ende ist es für mich als hätte sie einfach aufgehört. Als hätte sie keine Lust zu Ende zu schreiben oder keine Zeit. Dank des Endes habe ich mich geärgert, das Buch überhaupt gelesen zu haben.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen