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71 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abseits vom Mainstream-Krimi: Schräges aus Frankreich!
Unkonventionell und unabhängig ist sie, die Schreibweise von Fred Vargas. Worum es geht: Ein Pariser Kommissar ohne Job, dafür mit Kröte in der Jackentasche, lässt sich von einem Knöchelchen - gefunden auf einem Baumgitter - auf die Spur eines Mordes locken und folgt ihr bis in die Bretagne.
Dies ist keiner der "very british"-Krimis mit...
Am 2. Juni 2003 veröffentlicht

versus
11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Skurril, originell, unkonventionell - aber reicht das für einen Krimi?
Ich habe - ich gebe zu, leider nicht in der richtigen Reihenfolge! - mit Begeisterung begonnen, Vargas' Krimis zu lesen und war von ihrem unkonventionellem Stil, den originellen Käuzen und der oft überraschenden Handlung wirklich fasziniert! Aber nach "Fliehe weit und schnell" (hat mir sehr gut gefallen) und dem "untröstlichen Witwer von Montparnasse"...
Veröffentlicht am 11. Juni 2008 von Bertram


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71 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abseits vom Mainstream-Krimi: Schräges aus Frankreich!, 2. Juni 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Orakel von Port-Nicolas. Kriminalroman (Taschenbuch)
Unkonventionell und unabhängig ist sie, die Schreibweise von Fred Vargas. Worum es geht: Ein Pariser Kommissar ohne Job, dafür mit Kröte in der Jackentasche, lässt sich von einem Knöchelchen - gefunden auf einem Baumgitter - auf die Spur eines Mordes locken und folgt ihr bis in die Bretagne.
Dies ist keiner der "very british"-Krimis mit schickem Inspector und weiblichem Sergeant an seiner Seite, es gibt auch keinen venezianischen Lokalkolorit und schon gar keine Rezepte. Stattdessen: mit Wärme gezeichnete Figuren, die Sie so noch nicht kennen gelernt haben, pointierte Dialoge, Selbstironie, skurriler Humor und bei alldem eine stetig steigende Spannung. Lassen Sie sich darauf ein, und Sie haben vielleicht bald eine neue Lieblings-Krimi-Autorin!
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141 von 152 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der zweite Krimi des "Vargas-Universums", 23. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Orakel von Port-Nicolas. Kriminalroman (Taschenbuch)
Dass es sich bei "Das Orakel von Port-Nicolas" um einen spannenden, anspruchsvollen Krimi mit liebenswert-schrulligen Figuren handelt, haben meine Vor-Rezensent(inn)en bereits treffend zum Ausdruck gebracht. Da aber die Vargas-Krimis (trotz jeweils abgeschlossener Handlung) immer wiederkehrende Charaktere mit eigener Geschichte aufweisen, sei für "Einsteiger" hiermit auf die Chronologie des sogenannten "Vargas-Universums" hingewiesen, welche folgendermaßen aussieht:

1: Die schöne Diva von Saint Jacques

2: Das Orakel von Port-Nicolas

3: Der untröstliche Witwer von Montparnasse

4: Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord

5: Bei Einbruch der Nacht

6: Fliehe weit und schnell

7: Der vierzehnte Stein

8: Die dritte Jungfrau

Der einzige Vargas-Krimi, der nicht irgendwie mit dem Rest zusammenhängt, ist "Im Schatten des Palazzo Farnese" (den ich aber nicht ganz so gelungen finde wie die anderen).

Mein Fazit: "Das Orakel von Port-Nicolas" ist ein unterhaltsamer Krimi mit originellen Charakteren. Vargas-Neulinge sollten jedoch (trotz des idiotischen Titels) mit "Die schöne Diva von Saint-Jacques" beginnen.
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77 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch überzeugt durch Skurrilität und Menschlichkeit, 22. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Sie ist im Hauptberuf Archäologin und ihre Bücher entstehen überwiegend während ihres Ur-laubs: Fred Vargas, die eigentlich Frédérique mit Vornamen heißt, ihre Bücher den Rufna-men aus der Kindheit gewählt hat. Auch in ihrem neuen Kriminalroman „Das Orakel von Port-Nicolas" steht wieder der Ex-Inspektor Louis Kehlweiler im Mittelpunkt, der schon in den anderen Romanen der Schriftstellerin ermittelte.
Genau dies ist der einzige, wenn auch vernachlässigbare Schwachpunkt des Krimis: Andeu-tungen auf frühere Fälle, die der Neu-Leser nicht immer versteht. Doch das sollte niemanden hindern, den Krimi zu lesen. Denn: Was Fred Vargas da erzählt, gehört zum Originellsten, was das Genre zu bieten hat. Allein schon ihr „Held" ist das genaue Gegenteil von dem, was einen Ermittler normalerweise ausmacht: Er hinkt infolge einer Knieverletzung, seine Le-bensgefährtin hat ihn verlassen, seine innere Zerrissenheit ist offensichtlich. Das macht ihn menschlich, er ist ein schräger, kantiger Typ, der seiner Umgebung oft auf die Nerven geht, aber der auch treu ist und seine Freunde nicht im Stich lässt. Kommissar Zufall spielt ihm ei-nen kleinen Knochen in die Hände, der sich als Zehenknöchelchen entpuppt. Und damit nimmt die Handlung ihren Ausgang. Einem Spürhund gleich, gelingt es Louis Kehlweiler, die Spur des Knochens zurückzuverfolgen und damit den Täter in die Enge zu treiben. Er wird von zwei Historikern unterstützt, die genau wie er mit unverwechselbaren Eigenheiten aus-gestattete, aber sympathische Typen sind. Nichts ist vorhersehbar in diesem Roman, bis hin zum Schluss, bis zu dem Louis Kehlweiler auch noch zweimal mit seiner Vergangenheit kon-frontiert muss. Fred Vargas, respektive der Übersetzer Tobias Scheffel, schafft es, Span-nung zu schaffen, zu halten und dabei noch Raum zu finden für manchmal scheinbar belang-lose, oft skurrile, aber immer unterhaltende Dialoge.
Dabei bleibt die Atmosphäre dicht, verhaltene Szenen dienen dem Atemholen, nach dem es unausweichlich weitergeht. Der Vergleich liegt nahe: Trotz aller Verästelungen, Rückblicke und Einblicke in den Seelenzustand ihrer Akteure ist es die „archäologische" Präzision, mit der Fred Vargas die Handlung vorantreibt und ihren Helden mit einer an Starrsinn grenzen-den Ausdauer sein Ziel verfolgen lässt. „Der spinnt!" denkt man als Leser manchmal und will gerade deshalb wissen, was als nächstes geschieht. Diese Eigentümlichkeiten des Romans sind es, die ihn von anderen unterscheiden und gerade deshalb zum Lesen empfiehlt. Wer das Buch zur Hand nimmt, muss darauf vorbereitet sein, sich mitreißen zu lassen von der Handlung, aber auch eine unerklärliche Sympathie für die Hauptakteure zu empfinden, vor allem für Louis Kehlweiler, der so schräg ist, dass er eine Kröte zu seinem liebsten Begleiter ernannt hat.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswert, 7. Dezember 2005
Nun gerade gestern mit dem Buch fertig geworden, entdeckte ich natürlich wieder diesen besonderen Schreibstil den Fred Vargas ausmacht. Es macht Spaß ihre Zeilen zu lesen. Die skurril gezeichneten Typen machen es ebenso lesenswert, wie die ungewöhnlichen Dialoge. Das Phänomen bei Vargas Büchern erscheint mir aber eine gewisse Zeitlosigkeit zu sein. Wenn nicht hie und da eine kurze Jahresangabe wäre, könnte man meinen, die Handlungen spielen in den mittleren Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts. Da ist zum Beispiel in diesem Buch der Typ des Ingeneurs Sevran, der nicht etwa alte Computer sammelt. Nein, er sammelt Schreibmaschinen. Da ist diese immer wieder hervorgehobene Armseeligkeit der Studenten und auch die Geldknappheit des alternden Inspektors Kehlweiler. Da wird eine Akte aus Paris per Boten angefordert. Die "Segnungen" und Kommunikationsmöglichkeiten der späteren Moderne scheinen keine Rolle zu spielen. Nur das Telefon ist hier zugänglich.
In ihrem Schildern des Umfeldes, und nicht nur dabei, erinnert sie ein Stück an Georges Simenon und seinen wichtigsten Helden Maigret.
Die Auflösung der Morde gerät dabei in den Hintergrund. Es geht hier neben der Raffinesse aber auch den Fehlern des Mörders, mehr um die Motive und Zwanghaftigkeit der Tat.
Was man natürlich den Büchern generell ebenso anmerkt, ist die Liebe der Autorin zur Archäologie, die sie zum Beispiel in den Evangelisten ausleben kann.
Mag sein, dass dieses Buch nicht gerade spannend erscheint. Aber darum geht es vielleicht nicht, sondern um die Schaffung und Schilderungen von Stimmungen und verschiedener Milieus, die uns beim Lesen aus dem Alltag in eine zumeist kleine aber liebenswerte andere Welt eintauchen lassen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leider in falscher Reihenfolge aufgelegt, 9. September 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Orakel von Port-Nicolas. Kriminalroman (Taschenbuch)
Wie eigentlich alle Krimis von Fred Vargas ist auch dieser auf jeden Fall lesenswert. Die Adamsberg-Reihe finde ich persönlich noch spannender, besonderer, ausgereifter, aber auch mich als nicht-Krimi-Fan begeistern alle Vargas-Romane aufgrund ihrer besonderen Charaktere, die drei Historiker habe ich mit ihren Schrullen schon in ihrem ersten Abenteuer (die schöne Diva...) ins Herz geschlossen.
Eines aber ist etwas ärgerlich: Der Aufbau-Verlag hat die 3 Romane über die Historiker in der falschen Reihenfolge aufgelegt. "Das Orakel von P.N." wurde in französischer Sprache 1996 herausgegeben, "der untröstliche Witwer von Montparnasse" 1997. Im Aufbau-Verlag erschien der Witwer 1999, erst 2001 aber das Orakel, daher wird die Reihenfolge überall falsch angegeben. Da die Romane sich auch aufeinander beziehen, ist das ziemlich ärgerlich.
Trotzdem, mein Rat: Alle drei lesen, aber in der richtigen Reihenfolge!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zweiter Evangelisten Krimi, 24. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Orakel von Port-Nicolas. Kriminalroman (Taschenbuch)
Der zweite Krimi aus der Fred Vargas Reihe mit den 3 Evangelisten.
Dieser Krimi ist schon viel atmosphärischer als die " Schöne Diva".
Diesmal müssen die 3 Evangelisten ausserhalb ihres Pariser Einzugsbereichs aktiv werden, unter der Leitung von dem ehemaligen Mitarbeiter des Innenministeriums Kehlweiler.
Vargas versteht es meisterhaft, Stimmungen zu aufzubauen und recht eigenwillige Charaktere authentisch darzustellen. Das, zusammen mit einer Spannung geladenen Story, macht ihren verdienten Erfolg aus.
Wer mit der "Schönen Diva" auf Betriebstemperatur gekommen ist, der fängt hier an, heiss zu laufen und wird nicht mehr aufhören können.....
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mir gefällt's, 1. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bücher sind Geschmacksache - wem die Geschichten von Fred Vargas gefallen mit ihren etwas schrägen Protagonisten, dem wird dieses Buch sicher auch gefallen. Wessen Ding das nicht ist, sollte die Finger davon lassen.
Und wer Vargas noch nicht kennt: einen Versuch ist es allemal wert!
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4.0 von 5 Sternen Literarischer Wert ersetzt blutige Spannung, 31. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Orakel von Port-Nicolas. Kriminalroman (Taschenbuch)
Ein hervorragendes Buch, das besonders durch seine brillianten Dialoge glänzt. In weiten Teilen ist das Buch viel mehr als ein Krimi, es ist philosophische Literatur. Für klassische Krimifans bleibt dabei allerdings die Spannung auf der Strecke. Der aus dem Innenministerium geschasste Inspektor Kehlweiler ist kein Kriminalist alter Schule, sondern ein Informationssammler mit weit reichenden Beziehungen. Dadurch entsteht weniger ein detektivischer Aufklärungsplott, als eine auch von Zufällen getragene Geschichte. Die Handlung ist Dialog, immer wieder Dialog, witzig, intelligent und skurril.

Dreiviertel des Buches wären 5 Sterne wert. Leider schwächelt die Story gegen Ende ein bisschen und die Auflösung wirkt etwas bemüht. Dabei wäre das gar nicht nötig, denn die schrulligen Charaktere der Protagonisten hat der Leser bis dorthin so lieb gewonnen wie alte Freunde, da hätte man nicht noch ein paar Leichen aus der Vergangenheit herauf beschwören müssen. Doch Kehlweilers Erfolg liegt nicht in seiner kriminalistischen Arbeit, sondern in der Hand der Autorin, ihr Auftreten ist am Ende dominant und bestimmt welcher Zufall ihm hilft.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Skurril, originell, unkonventionell - aber reicht das für einen Krimi?, 11. Juni 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Orakel von Port-Nicolas. Kriminalroman (Taschenbuch)
Ich habe - ich gebe zu, leider nicht in der richtigen Reihenfolge! - mit Begeisterung begonnen, Vargas' Krimis zu lesen und war von ihrem unkonventionellem Stil, den originellen Käuzen und der oft überraschenden Handlung wirklich fasziniert! Aber nach "Fliehe weit und schnell" (hat mir sehr gut gefallen) und dem "untröstlichen Witwer von Montparnasse" (schon etwas weniger) war ich vom "Orakel" eigentlich enttäuscht - in mir keimt der Verdacht, dass Elemente wie Marthe, die alles über Männer weiß, die kauzigen Evangelisten oder die allgegenwärtige Kröte darüber hinweg trösten sollen, dass die eigentliche Handlung sehr schwerfällig in Gang kommt, mühsam aufrecht erhalten wird und letztlich in einer ziemlich konstruierten "Deus-ex-machina"-Auflösung ihr Ende findet; mir war das zu wenig, ich werde fürs erste keinen weiteren Vargas-Krimi lesen.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen TYPISCH VARGAS: KAUZIGE TYPEN UND MERKWÜRDIGE BEGEBENHEITEN, 15. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Orakel von Port-Nicolas. Kriminalroman (Taschenbuch)
Entgegen den Angaben in den bisherigen Rezensionen handelt es sich bei DAS ORAKEL VON PORT-NICOLAS (1996) chronologisch bereits um den insgesamt 5. Roman von FRED VARGAS. Der erste Roman wurde nicht ins Deutsche übersetzt, weil die Autorin sich von ihm distanziert hat. Die Chronologie der Romane von VARGAS ist in der Rezension "Chronologie" von I. Rieck "Leseratte" richtig aufgeführt. Nachlesen kann man dies z.B. auch bei [...] oder [...] DAS ORAKEL VON PORT-NICOLAS ist von den ins Deutsche übersetzten Romanen in der Chronologie der 4. Es ist der 2. Roman mit den DREI EVANGELISTEN (nach DIE SCHÖNE DIVA VON SAINT-JAQUES - 1995) und der 1. Roman mit LOUIS KEHLWEILER.

DIE STORY:

LOUIS KEHLWEILER, Ex-Inspektor des Pariser Innenministeriums, findet in einem Pariser Park in einem Hundehaufen einen kleinen Knochen. Es ist ein menschlicher Knochen; das Endglied eines kleinen Zehs. Er ist davon überzeugt, dass der Besitzer des dazugehörigen Restes ermordet worden ist und beginnt nachzuforschen. Dies gestaltet sich schwierig, weil keine weiteren Anhaltspnkte vorhanden sind und es auch zur Zeit keine Vermißten in Paris gibt. Einziger Ansatzpunkt ist der Umstand, dass der Knochen von einem Hund ausgeschieden worden ist. Also muß der Fundort überwacht und der dazu passende Hund gefunden werden. Weil KEHLWEILER durch sein steifes Knie in seinen Aktionen eingeschränkt ist, bedient er sich der Hilfe von zwei der DREI EVANGELISTEN, die er über ARMAND VANDOOSLER, dem Patenonkel von MARC - dem HEILIGEN MARKUS - VANDOOSLER, kennenlernt. Auch die 70 Jahre alte MARTHE - Ex-Edelnutte - steht KEHLWEILER zur Seite. Es gelingt ihnen, eine Spur zu finden. Sie führt in ein kleines miefiges Küstenkaff in der Bretagne. KEHLWEILER merkt schnell, dass dort einige etwas zu verbergen haben, löst dann aber unbeirrt, von seinem Starrsinn vorangetrieben, kriminalistisch scharfsinnig den Fall.

FAZIT:

Ein wundervoller VARGAS mit allen Attributen, die den besonderen Reiz der Romane dieser außergewöhnlichen Autorin ausmachen! FRED VARGAS erweitert in diesem Buch ihr Universum um LOUIS KEHLWEILER und MARTHE. KEHLWEILER erinnert etwas an JEAN-BAPTISTE ADAMSBERG (ES GEHT NOCH EIN ZUG VON DER GARD DU NORD - 1991). Er war Inspektor im Innenministerium, hatte bei einem Einsatz einen Unfall und hat seit dem ein steifes Knie. Sein Vater ist Deutscher, seine Mutter Französin. Geboren wurde er im letzten Jahr des II. Weltkriegs. Häufig wird er DER DEUTSCHE genannt. Ihn zeichnet sein Starrsinn und sein unglaublich gutes Gedächtnis aus. Er verfügt über ein unermeßlich großes Archiv an Zeitungsausschnitten über alle möglichen Straftaten. Sein treuer Begleiter und seine beste Freundin ist BUFO, eine Kröte, die er meist in seiner Jacken- oder Manteltasche mit sich herumschleppt. MARTHE hingegen spielt eine untergeordnete Rolle. Sie ist 70 Jahre alt, war Nutte, hat - wenn sie nicht bei LOUIS KEHLWEILER unterkommen kann - keine feste Bleibe und löst ständig Kreuzworträtsel. Sie nennt als einzige KEHLWEILER durchgängig "LUDWIG". Beide bereichern den Reigen der skurrilen Charaktere, die aus VARGAS Feder stammen. Sie sind interessant und zugleich auch amüsant. Schließlich rundet der ungewöhnliche Plot, bei dem ein von einem Hund ausgeschiedenes Endglied eines kleinen menschlichen Zehs am Ende zur dazugehörigen Leiche und dem Täter führt, den großartigen Lesegenuß ab, den dieses Buch jedem Leser bietet, der bereit ist, sich auf diese Ausnahmeautorin einzulassen.

Deshalb also unbedingt viel Spaß dabei!
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Das Orakel von Port-Nicolas. Kriminalroman
Das Orakel von Port-Nicolas. Kriminalroman von Fred Vargas (Taschenbuch - 1. Februar 2003)
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