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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Juni 2015
Die Grundidee mit dem „Organspendern“ ist ziemlich brutal und ziemlich genial. Ich finde diese Idee, Juristisch, Gesellschaftlich und Moralisch interessant.
Was ist Leben? Darauf kann vermutlich jeder eine Antwort gebe, auch wenn sie jeweils etwas abweichen könnte – aber letztendlich sind unsere Ansichten geprägt, von unserer Gesellschaft. Was würde also passieren, wenn diese Definition geändert würde?
Wenn man es nicht mehr „sterben“ nennt, sondern „Umwandlung“? Und man nach neuer Definition dann weiter lebt, eben nur in Einzelteilen? Wenn man dann ein Organ transplantiert bekommt, hat man dann zwei Leben?
Das ist ein wirklich spannendes, eigentlich schon philosophisches Thema. Hinzu kommt, dass mit Lev eine Kirchliche Komponente hinzu kommt.
Was mich etwas stört ist, dass das diese Idee und die Frage nach dem Leben deutlich im Vordergrund steht. So richtig viel daneben existiert nicht.
Ich finde diese Gesellschaft natürlich sehr befremdlich und für mich passt auch nicht alles hundertprozentig zusammen, aber ich finde die Welt ziemlich gut durchdacht und ich denke sie könnte funktionieren. Obwohl ich ihre Entstehungsgeschichte sehr unrealistisch und unplausibel finde.
Wir haben verschiedene Sichtfelder. Mal schauen wir Conner über die Schulter, die fliehen will, mal Risa, die sich ihm anschließt, Lev der sich gerne opfern will für die Ernte, aber auch mal die Sicht von einem Polizisten, einer Mutter, einer Lehrerin usw.
Von den Charakteren die man so kennen lernt, muss ich sagen, haben fast alle einen gewissen Reiz, sie tauchen berechtigt auf, aber wirklich sympathisch ist mir eigentlich nur Risa.
Was ich ein wenig schade finde ist, dass man keinen wirklich Tiefblick in die vorherrschende Gesellschaft bekommt. Man erfährt nach und nach, was ihre Grundfeiler sind. Die sind aber auch erschreckend genug, einige davon sind aber unglaubwürdig.
Ganze besonders hat es mir das „Storchen“ angetan. Das ist unmenschlich. Es gibt da eine weitere Sache die einfach nur abartig und geradezu eklig ist. War schon etwas verstörend.
Man weiß ewig lange nicht, wo die Geschichte überhaupt hingehen soll. Es ist nicht unbedingt unspannend, aber die Handlung folgt keinem klarem Ziel oder Weg.
Bereits zwischendurch, aber vor allem hinten raus, verliert das Buch ein wenig an Boden und es passieren Dinge oder es kommen Dinge raus, die ich nicht plausibel finde.
Das ist zwar nicht gravierend gewesen, aber trotzdem vorhanden.
Zum Schluss wird es noch einmal hochdramatisch und da bekommt man auch endlich seine Richtung. Allerdings finde ich, dass dieser Band sehr gut für sich stehe kann, auch ohne die drei Folgebände.

Fazit
Die Grundfrage, wann das Leben beginnt und endet und ob der Mensch eine Seele hat und wenn ja ab wann – ist sehr philosophisch.
Das Szenario das hier geschaffen wurde, ist erschreckt und doch irgendwie faszinierend. Die Handlung kann dabei durchaus Spannung erzeugen und auch schockieren, allerdings gibt sie einen bis zur letzten Sekunde keine Richtung vor.
Außerdem finde ich, dass die Hintergrundgeschichte wackelt, die Welt ist nicht hundertprozentig schlüssig.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
---Charta des Lebens---
'Der Zweite Bürgerkrieg, auch bekannt als "Heartland-Krieg", war ein langer, blutiger Konflikt um eine einzige Streitfrage.
Um den Krieg zu beenden, wurden mehrere Zusätze zur Verfassung verabschiedet: die "Charta des Lebens".
Beide Streitmächste, die Abtreibungsgegner und die Abtreibungsbefürworter, erklärten sich mit der Charta einverstanden.
Nach der Charta des Lebens ist das menschliche Leben von der Empfängnis bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein Kind dreizehn Jahre alt wird, unantastbar.
Im Alter zwischen dreizehn und achzehn Jahren können Eltern ein Kind rückwirkend "abtreiben"...
... unter der Bedingung, dass das Leben des Kindes "streng genommen" nicht endet.
Der Vorgang, mit dem das Leben eines Kindes abgeschlossen wird, das Kind aber dennoch am Leben bleibt, wird Umwandlung genannt.
Die Umwandlung ist inzwischen eine gängige Praxis in der Gesellschaft.'

Kritik:
Das Buch ist in sieben Teile untergliedert. Im ersten Teil des Buches lernt der Leser drei Kinder und Jugendliche kennen, die umgewandelt werden sollen. Bei Connor haben sich die Eltern zu diesem Schritt entschlossen, weil sie nicht mehr mit ihm zurechtkommen, Risa ist eine Waise, die nicht mehr länger im Waisenhaus versorgt werden kann, weil dem Staat die nötigen Mittel fehlen, dann Jahr für Jahr werden weitere ungewollte Kinder "gestorcht" (ausgesetzt) und Lev ein Zehntopfer seiner streng gläubigen Eltern, die seine Umwandlung als Opfergabe an Gott bereits vor seiner Geburt beschlossen haben.
Die Idee mit der Umwandlung, die vom Gesetz nach der "Charta des Lebens" beschlossen wurde, fand ich vor allem deshalb schrecklich und grotesk, weil sie - außer bei den Waisen oder gestorchten Kindern - von den leiblichen Eltern beschlossen wird. Man stelle sich das einmal vor: man hat sein Kind 13-17 Jahre um sich gehabt und gibt dann seine Einstimmung zu so einem Eingriff? Bei seinem eigenen Fleisch und Blut?
Da die Handlung abwechselnd aus allen drei Perspektiven erzählt wird (Connor, Risa, Lev), fühlt man sich eigentlich allen Protagonisten sehr nahe, obwohl sie vom Charakter absolut unterschiedlich sind. Bereits der erste Abschnitt bietet einige Szenen, die einen als Leser nur fassungslos den Kopf schütteln oder einen beinahe körperliche Überkeit empfinden lassen. Ich fand das Szenario wesentlicher schrecklicher als in so manchem blutigen Thriller, weil vieles zum Nachdenken anregt und über das Leben philosophiert wird, und das, was uns eigentlich ausmacht. Und, wie bereits eingangs erwähnt, im Normalfall die eigene Familie darüber richtet, wer zum Schafott antreten muss.
Im weiteren Verlauf der Geschichte trennen sich die Wege unserer drei Jugendlichen Hauptakteure und es werden immer weitere Nebencharaktere eingeführt, die entweder im weiteren Verlauf noch eine wichtige Rolle spielen, oder insofern, dass an ihnen deutlich gemacht wird, was es genau mit "vollendeten" bzw. umgewandelten Menschen auf sich hat. Zu den Nebencharakteren wird zu Beginn häufig eine Distanz gewahrt, damit will der Autor verdeutlichen, wie wenig der einzelne Charaktere zählt, nur die "Bauteile" jedes Menschen bekommen eine Wertung zugeteilt. Dies wird zum einen deutlich daran, dass alle Waisenkinder den Nachnamen "Ward" erhalten (dt. Mündel) oder wohlhabende Bürger sich bessere Körperteile leisten können als die breite Masse. Wer ein neues Ohr braucht, und nur wenig Geld hat, muss notfalls mit einem tauben Ohr vorlieb nehmen, aber ein taubes Ohr ist immer noch besser als gar kein Ohr. Nebencharaktere bekommen erst dann Persönlichkeit eingehaucht, wenn sie für die Geschichte wichtig werden, andere treten nur am Rande auf und verblassen schnell wieder, von etlichen erfährt man nicht einmal den Namen.
Man erlebt eingesetzte Körperteile auf unterschiedliche Art und Weise in ihrem "zweiten Leben". War die Vorstellung einer Umwandlung zu Beginn schon furchtbar, so verstärkt sich das Grauen im Laufe der Geschichte immer mehr, weil man nicht nur mehr davon liest, sondern die Folgen erlebt. Neal Shusterman ist ein gnadenloser Voyeur beim Betrachten seiner Figuren. Im Mittelteil der Geschichte ist er noch relativ verhalten, aber das Grauen steigert sich von Mal zu Mal. Auch wenn ich oft dachte, es kann nicht mehr schlimmer kommen, hat mich der Autor mehrfach mit seinen Ideen und geschilderten Episoden geschockt und aus der Bahn geworfen.
Im Original wird bald eine lose Fortsetzung zu diesem Buch erscheinen. Auch, wenn das Ende für mich ein richtiges Ende ist - oder vielleicht auch gerade deswegen - habe ich großes Interesse daran eine Fortsetzung zu lesen, denn wie ich Neal Shusterman hier kennenlernen durfte, denke ich, dass er seine Ideen nicht nur fortspinnt, sondern weitere neue Aspekte und Gedankenanregungen in den zweiten Band einfließen lässt. Eine Anmerkung noch: ich persönlich würde das Buch nicht ab 14, sondern erst ab 18 Jahren empfehlen. Sicher sind einige Jugendliche so reif, diesen Stoff zu lesen, zu verstehen und vor allem zu verarbeiten, aber ich würde dann eventuell Eltern empfehlen vorher in dieses Buch rein zu lesen (oder am besten ganz zu lesen, bis auf die jugendlichen Protagonisten ist es in meinem Augen nämlich absolut geeignet für erwachsene Leser, und das junge Alter der Protagonisten ist ein unabdingliches Muss für die Geschichte).

Aufmachung:
Zunächst wirkt der silbern-glänzende Einband einfach nur imposant und als Eyecatcher, wenn man in die Thematik jedoch eingestiegen ist, wirft er ganz andere Gedanken auf. Im Vergleich zur Umwandlung (das Leben wird abgeschlossen, aber die einzelnen Teile leben getrennt weiter) wirkt der Einband nun auf mich so, als hätte man aus einem Organismus etwas Neues gefertigt. Auf den ersten Blick wirkt die Idee ganz toll und schön, aber auf den zweiten Blick sieht man, dass die umgewandelten Teile nicht mit dem ursprünglichen Wesen mithalten können, alles ist verkratzt und verschrammt, es ist etwas beschädigt worden.

Fazit:
"Vollendet" - ein schockierendes Buch mit einer gar nicht so abwegigen Zukunftsvision, dass den Leser noch tagelang in Gedanken beschäftigt. Ist der Mensch nur so viel Wert wie die Summe seiner "Teile"? Ist ein beeinträchtigter Mensch, sei es geistig oder körperlich, dann weniger Wert, weil seine Teile weniger einbringen? - Das Buch ist mehr als die Summe seiner Seiten, und ein Mensch ist mehr wert, als seine Organe und Körperteile, nach der Lektüre ist nur zu hoffen, dass sich die Gesellschaft nie so weit entwickeln wird, wie Neal Shusterman es in seinem Szenario ausmalt. Wobei den sieben Teilen des Buches einige Szenen vorangestellt sind, die sich tatsächlich schon so ereignet haben (Versteigerung einer Seele auf eBay, Rauben von Säuglingen zur Organspende). Ich war am Ende wie vor den Kopf gestoßen und irgendwie auch angeekelt und abgestoßen. Wer im Mittelteil schon meint, die Schilderungen des Autors nicht weiter ertragen zu können, sollte das Buch lieber nicht beenden, auch wenn das Ende in mancher Hinsicht hoffnungsvoll stimmt. Alle anderen sollten sich dieses Highlight dystopischer Literatur auf keinen Fall entgehen lassen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Mai 2015
Vollendet ist wohl eine der grausamsten und spannendsten Dystopien , die ich jemals gelesen habe . Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern aus diesem Genre , ist der erste Teil von Vollendet durchgängig absolut düster , erschreckend real gezeichnet und so bedrückend traurig , dass man sich dem Bann des Buches nicht mehr entziehen kann und möchte . Trotz der relativ stolzen Seitenanzahl , lässt sich das Buch sehr schnell, flüssig und in einem schnellen Lesetempo verschlingen .
Gerade die düstere Atmosphäre und die tollen und so echt wirkenden Charaktere , die Neal Shusterman erschaffen hat , sind so grandios und vielschichtig , dass man dieses Buch nur lieben kann .
Für mich nach Panem , die beste , ja vielleicht noch bessere Dystopie !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Es geschah nach dem großen Krieg, in dem Abtreibungsgegner gegen Abtreibungsbefürworter kämpften. Ein Kompromiss besagte, dass Abtreibung verboten wurde – aber ab dem 13 bis zum achtzehnten Lebensjahr des Kindes, konnten die Eltern entscheiden, ob sie es behalten wollten, oder ob sie es umwandeln lassen wollten…
Connor Lassiter hat durch Zufall erfahren, dass er umgewandelt werden soll. Und er flieht, denn das gefällt ihm gar nicht. Manche behaupten, er wäre dann ja nicht tot sondern lebe weiter. Jedes Teil seines Körpers würde irgendjemand erhalten und so würde er eben weiterleben. Doch Connor kann das nicht so recht glauben. Er lässt sich von einem Lastwagenfahrer mitnehmen – und wird erwischt…
Doch wieder kann er fliehen, und verursacht bei seiner Flucht ein Chaos auf der Autobahn. Ein Bus mit Wandlern – wie die umzuwandelnden Jugendlichen genannt werden – verunglückt und daraus flieht ein Mädchen. Connor zieht aus einem Auto einen Jungen, eine Geisel. Zufällig ist der Junge ein Zehntopfer. Seine Eltern hatten sich bereits bei seiner Geburt verpflichtet, ihn umwandeln zu lassen. Und er hat sich tatsächlich darauf gefreut. Er war entsprechend erzogen worden
Und genau von diesem Jungen, er hieß Lev, waren Risa und Connor verraten worden, so dass sie beim zweiten Mal geschnappt werden konnten. Doch auch da konnten Risa und Connor fliehen. Irgendwie kamen sie zu einem Kind, das die Leute, die gestorcht worden waren, nicht wollten. Gestorcht werden hieß, eine Mutter legte ihr Baby heimlich vor einem Haus ab und entkam ungesehen. Die Menschen in dem Haus mussten das Baby behalten. Die beiden bekamen einen Tipp und kamen über viele Geheimversteckte an einen Ort, wo sie bleiben könnten, bis sie 18 waren. Doch der Leiter des Camps hatte nicht mit rebellierenden Jugendlichen gerechnet…
Und es sollte noch viel schlimmer kommen…
Warum wurde Connor erwischt? Und wie konnte er trotzdem entkommen? Wieso waren die ‚Zehntopfer‘ auch noch stolz ein solches zu sein? Wird Lev erkennen, dass es zu diesem Stolz keinen Grund gibt? Wer hat in dem Camp rebelliert und was geschah dadurch? Und was ist letzten Endes noch passiert? All diese Fragen und noch viel mehr, werden in diesem Buch beantwortet.
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Ich für meinen Teil betrachte es als Dystopie, auch wenn auf dem Buchrücken auf einem Aufkleber der Bücherei ‚Science Fiction‘ steht. Der Schreistil ist unkompliziert, keine Fragen, was der Autor da gerade meint. Ich bin auch gut in die Geschichte hineingekommen und konnte mich in die Haupt-Protagonisten hineinversetzen. Das Buch war spannend vom Anfang bis zum Ende und es hat mich auch sehr gefesselt. Es war ein bisschen gruselig – bis zu dem Zeitpunkt, als ein Junge tatsächlich umgewandelt wurde, und die Beschreibung, ich möchte sagen fast exakt war. Da wurde es grausam. Wie ich bemerkt habe (nicht im Buch) ist es der erste Band einer Trilogie oder gar Tetralogie. Ich finde, das hätte auf der Buchtitelseite innen erwähnt werden müssen. Auch wenn die beiden nächsten Bände bereits auf Deutsch erschienen sind. Insgesamt hat es mir aber sehr gut gefallen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Juni 2015
Nach dem unerbittlichen Heartland-Krieg in den USA, ausgetragen zwischen Abtreibungs-Befürwortern und -Gegnern, tritt die Charta des Lebens in Kraft: Jeder Mensch hat das Recht zu Leben, aber lediglich bis zu seinem 13. Geburtstag. Von diesem Moment, bis zur Volljährigkeit mit 18 Jahren, sind die Eltern berechtigt, ihre Kinder umwandeln zu lassen. Diese Umwandlung ist eine Art nachträgliche Abtreibung, eine Recycling-Maßnahme, bei der die “Wandler” auseinandergenommen werden. Ihre Einzelteile werden zur Organspende freigegeben, und der Gesellschaft wird versichert, dass jedes Einzelteil verwertet wird - der Wandler lebt weiter, nur in verschiedene Teile zersetzt. Auch das Storchen - das Aussetzen von Babys auf Türschwellen - ist erlaubt und wird geduldet, solange sich die Eltern nicht erwischen lassen. In dieser Welt kämpfen Connor, Risa und Lev um ihr Leben, und gegen das System: Connor wird von seinen Eltern zur Umwandlung freigegeben, weil er zu viele Probleme macht. Risa ist ein Mündel des Staates und muss aufgrund von Geldproblemen neuen Platz im Waisenhaus schaffen. Und Lev ist ein Zehntopfer - er wurde sein Leben lang darauf vorbereitet, für Gott geopfert zu werden, indem er zur Umwandlung freigegeben wird. Connor schafft es, vor seinem Wandlungstermin zu verschwinden, und auf seiner Flucht, quer über eine stark befahrene Autobahn, hilft er Risa und Lev zu entkommen. Gemeinsam versuchen sie, ihrer Umwandlung zu entfliehen - aber das Leben im System ist hart, und solange sie wissen nicht, wem sie auf ihrer Flucht trauen können, müssen sie ständig in Furcht leben. Aber können sie sich überhaupt aufeinander verlassen?

Wie schon bei “Die fünf Leben der Daisy West” war es eine Leseprobe, die mich auf “Vollendet” aufmerksam machte. Ohne es zu wissen, hatte ich auch schon einen Kurzfilm zum Buch auf Youtube gesehen, der mich zu Tränen gerührt hat, und so stand für mich schnell fest, dass “Vollendet” unbedingt in mein Bücherregal gehört. Das Buch hat mich jedenfalls nicht enttäuscht - ich hatte mir viel Spannung erhofft, unerwartete Wendungen, und bekam diese auch in einem vollen Maß. Die Kapitel sind aus unterschiedlichen Sichtweisen geschrieben, weshalb man auch die Nebencharaktere, die sehr gut ausgearbeitet sind, kennen und lieben lernen konnte. Neal Shusterman hat einen Treffer ins Schwarze gelandet, als er seine drei Hauptcharaktere Connor, Risa und Lev erfand. Sie wecken Emotionen, machen eine Entwicklung durch, und werden nicht bloß auf einige wenige Aspekte reduziert. Die Hintergrundinformationen zum neuen Staatssystem sind ebenfalls gut portioniert und ausgearbeitet - auch der Grund für den Heartland-Krieg ist plausibel und nicht einfach aus den Fingern gesaugt. Vor Allem die Methode des “Storchens” sorgte in einem Kapitel für einige Tränen, die ich vergießen musste, denn dabei kommt die Grausamkeit zum Vorschein, die in jedem einzelnen Menschen schlummert. Irritierend war, dass einige Male der Begriff der “Klatscher” auftauchte, der vorerst gar nicht erklärt wurde (und nein, es ist nicht dasselbe wie in Harry Potter), aber im letzten Viertel des Buches erhielt das, was dahintersteckte, eine zentrale Bedeutung, und im Nachhinein fand ich es auch sehr gut, dass der Autor den Begriff erst nicht erklärte. Das förderte die Spannung enorm, und unerwartete Wendungen hielten sie bis zur letzten Sekunde aufrecht.

Neil Shusterman hat in “Vollendet” eine Dystopie erschaffen, die die tiefsten Abgründe der Menschen aufzeigt, und die Angst weckt, dass dieses Szenario tatsächlich einmal in gar nicht allzu ferner Zukunft wahr werden könnte. Jede Erwartung, die ich an das Buch gestellt hatte, wurde erfüllt, auch wenn es an wenigen Stellen sehr chaotisch zuging, und man leicht den Überblick verlieren konnte. Jedoch lässt einen das Buch nicht mehr los, wenn man einmal angefangen hat - ich würde es sofort weiterempfehlen, denn die Thematik ist für so gut wie jede Altersgruppe ab 14 Jahren interessant, und der Autor hat sie sehr gut umgesetzt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. April 2015
COVER/GESTALTUNG Das Cover gefällt mir eigentlich echt gut. Es passt hervorragend zum Thema des Buches und allgemein ist es mal etwas anderes – die Schrift, das Grau mit dem Rot und den Blutspritzern. Ich würde es sehr gerne in meinem Regal stehen haben wollen! In dem Buch selbst fand ich anfangs die vielen Abschnitte (eBook-Version hatte ich) ein wenig ungünstig aufgeteilt.

HANDLUNG Die drei Jugendlichen Connor, Risa und Lev sind verschieden wie Tag und Nacht. Obwohl sie zusammen eine Art “Reise” erleben, meistert sie jeder auf seine eigene Art. Während ihrer Flucht vor der JuPo hören sie so manche Gruselgeschichte (Humphrey Dunfee sag ich da nur) und der Leser erlebt selbst eine vor seinen Augen. Das Thema Umwandlung hat der Autor nicht zu fein dargestellt – man bekommt wirklich tiefe Eindrücke davon, an einer Stelle wurde mir ganz anders. Aber es war auch so authentisch. Durch dieses Thema kommen natürlich auch eine Menge Fragen auf: Was wäre, wenn sich mehr Menschen für Organspende bereit erklärt hätten? Ist keine Abtreibung besser, wo doch jetzt die Möglichkeit auf Umwandlung besteht? Und vor allem: Sterben oder Umwandeln? Durch die vielen Sichtwechseln hat man ein gutes Bild auch von anderen Menschen oder Situationen. Gegen Ende steht auch eine Person im Mittelpunkt, für die man nicht unbedingt Sympathie hegt und trotzdem einem mit seiner Sicht total fertig macht. Das war eine der besten und verstörendsten Szenen im Buch. Die Idee mit dem “Friedhof” hat mich positiv überrascht, da es mal was vollkommen Neues ist, was der Autor geschaffen hat. Das Ende war in einer Hinsicht auch wirklich grausig. Gestört hat mich ein wenig, dass Connor und Risa unbedingt “zusammenkommen” mussten, denn das fand ich wirklich unwichtig.

CHARAKTERE Connor, begleitet von Ärger, Risa, geprägt von Scharfsinn, und Lev, das Zehntopfer, dessen Entwicklung in diesem Buch mir am meisten gefallen hat. Doch zuerst zu Connor und Risa – persönlich konnte ich mich mit den beiden überhaupt nicht anfreunden. Risa ging in manchen Szenen und Abschnitten noch, aber mit Connor bin ich leider überhaupt nicht warm geworden. Ich weiß nicht einmal, warum, aber irgendwie mochte ich ihn einfach nicht. Lev hingegen hat mich von Anfang an in den Bann gezogen. Als Zehntopfer ist er etwas besonderes, erzogen worden, um sich zu opfern für eine Umwandlung. Doch mit der Zeit während der Flucht lernt er Menschen kennen, die sein Leben und seine Einstellungen deutlich verändern. An dieser Stelle fand ich CyFi ein wunderbar interessanter Charakter, der mich zum ersten Mal hat Schlucken lassen mit seiner Geschichte und seinem Verhalten. Auch der Admiral war mir anfangs nicht geheuer, ich wusste nicht, ob man ihm trauen kann oder nicht. Roland war der typische Bösewicht, Schlägertyp, der Geschichte, der echt fies sein konnte, um sich an die Macht zu bringen. Charaktere wie Hannah oder Hayden waren schön miteingearbeitet und jeder hatte seine eigene persönliche Seite.

SCHREIBSTIL War einfach gehalten, was die Geschichte nur noch schrecklicher macht (schrecklich im positiven Sinn). Die vielen Sichtwechseln – nicht nur zwischen den drei Hauptpersonen – erlauben dem Leser ein Blick aus einem anderen Winkel. Da gibt es die Eltern, da gibt es die Klatscher, die Kids oder sonstwen. Wunderbar gemacht, auch wenn man sich erst daran gewöhnen musste.

FAZIT Ein super spannendes Buch mit einer schrecklichen Thematik. Der Autor schafft sich mit seinem einfachen Stil und verschiedenen Perspektiven eine einzigartige Handlung. Interessante und sehr persönliche Charaktere schmücken das Buch aus und machen es zu etwas Besonderem.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. April 2014
Inhalt:
Connor, Risa und Lev leben in einer Welt, in der jeder Mensch ein Recht auf Leben hat. Bis zu seinem dreizehnten Geburtstag zumindest.
Dank des "Heartland-Kriegs", in dem Abtreibungsgegner und Abtreibungsbefürworter gegeneinander kämpften und sich schließlich auf die Umwandlung einigten, ist jedes Leben von der Befruchtung bis zum dreizehnten Lebensjahr unantastbar. Danach dürfen Eltern ihre Kinder bis zum 18. Lebensjahr quasi rückwirkend abtreiben. Dieser Vorgang wird Umwandlung genannt. Dabei werden alle Körperteile der Kinder an andere Menschen gespendet.
Connor ist einer dieser Problemjugendlichen, dessen Eltern die Umwandlungspapiere unterzeichnet haben, doch er erfährt zufällig davon und flieht rechtzeitig.
Risa lebt in einem Waisenhaus und soll wegen staatlicher Kosten umgewandelt werden.
Lev ist ein Zehntopfer und hält es für seine Bestimmung und Ehre, umgewandelt zu werden.
Als die Wege dieser drei Teenager sich kreuzen beginnt eine dramatische Flucht vor dem Gesetz.

Meine Meinung:
Nachdem ich dieses Buch beendet hatte musste ich erstmal schlucken. Wenn man bedenkt wie jung die Protagonisten sind und somit die Zielgruppe dieses Buches schon bei etwa 13 Jahren beginnt, finde ich das viel zu jung für so ein krasses Thema. Mich hat das Buch schlicht und einfach umgehauen. Ich habe auch schon lange nicht mehr so sehr über ein Buch nachdenken müssen, nachdem ich es gelesen hatte, aber das hier musste ich wirklich erstmal verdauen.
Die Geschichte war sehr spannend, die Charaktere glaubwürdig und vielschichtig, der Schreibstil einfach, aber nicht plump und zu dem Thema muss ich glaube ich gar nicht mehr viel sagen. Was sind das für Eltern, die ihre Kinder einfach töten lassen, nur weil sie ihnen Probleme machen? Und was für eine kranke Gesellschaft muss das überhaupt sein?
Neal Shusterman erschafft eine drastische, unheimliche und dennoch erschreckend nahe Welt. Damit möchte ich jetzt nicht sagen, dass wir kurz davor sind, unsere Kinder auseinanderzunehmen, aber Abtreibung und Organspende sind ja doch immer umstrittene Themen. Besonders folgendes Zitat hat mich sehr nachdenklich gestimmt:

"Wenn sich mehr Menschen zur Organspende bereit erklärt hätten, dann hätte es die Umwandlung nie gegeben." Der Admiral

Ja. Was wäre wenn. Natürlich sind wir weit von einer solchen Gesellschaft entfernt, es ist ja auch schließlich eine Dystopie. Aber von allen Dystopien, die ich in letzter Zeit gelesen habe, kam mir diese am realistischsten und am gruseliger Weise am wahrscheinlichsten vor.
Zudem ist "Vollendet" eine gelungene Abwechslung zu all den sehr Liebeslastigen Dystopien, da die Liebe hier wirklich nur eine kleine Rolle am Rand spielt - eigentlich auch kein Wunder, wenn man solche Eltern hat.
Ich für meinen Teil habe jedenfalls nach dieser Lektüre erstmal über einige Dinge nachdenken müssen. Außerdem wollte ich mir erstmal einen Organspendeausweis beantragen, der aber zufälligerweise ein paar Tage später von selbst in meinem Briefkasten lag - wenn das kein Wink mit dem Zaunpfahl war!

Fazit:
Meiner Meinung nach ist dieses Buch ist ein absolutes Muss. Es ist eindeutig keine leichte Kost und ich finde es auch nicht empfehlenswert für unter 16-jährige, wobei das natürlich jeder selber wissen muss.
Für alle anderen ist es aber eine uneingeschränkte Empfehlung! "Vollendet" ist ein Buch das erschreckt, berührt und zum Nachdenken anregt. Was will man mehr?
"Vollendet" hat von mir sofort fünf von fünf Herzen erhalten und ist auch prompt in mein "Favourites"-Regal auf Goodreads gewandert.
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am 25. März 2014
Die Handlung ist kurz und bündig zu erzählen. Es geht um Jugendliche, die nicht umgewandelt werden wollen und somit auf der Flucht sind. Diese Entscheidung ist mehr als nur nachvollziehbar. Sich einfach dem Schicksal zu ergeben, wäre hier die Fehlentscheidung und nicht umgekehrt. Dabei handelt es sich nicht um das Schicksal. Die Umwandlung ist nichts was einfach so daherkommt. Es ist die freie Entscheidung der Eltern. Einer der wichtigsten Streitfragen ist: Wie können die Eltern die Umwandlung überhaupt unterschreiben und somit ihre Kinder aufgeben? Für mich ist das in keinster Weise verständlich. Es gibt keinen triftigen Grund dafür. Kann es nicht geben.
Erneut wird in einem in der nahen Zukunft spielenden Buch auf die Moral eingegangen. Was wie immer großes Interesse erweckt.

Eine Ähnlichkeit mit dem Buch "Seelen" kann durchaus wiedererkannt werden. Während in dem einen Buch zwei Seelen in einem Körper leben, lebt hier ein Teil des Menschen in dem Körper eines anderen weiter. Ich greife die Frage aus der Kurzbeschreibung auf, den die ist berechtigt. Aber … wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem ... lebst du dann, oder bist du tot? Ja, welches der beiden Antwortmöglichkeiten ist die Richtige? Für mich ist diese Frage schwer zu beantworten. Denn so richtig tot ist der Mensch nicht. Eher spendet man unfreiwillig Organe. Doch diese Körperteile zeigen teilweise einen eigenen Willen auf, als ob in ihnen noch Leben steckt. Doch klar ist, der Mensch lebt nicht weiter. Vielleicht wäre der Mittelweg eine passende Antwort. Die Körperteile existieren nur noch.

Ich gehöre zu den Befürwortern der Jugendlichen. Sie sollten versuchen etwas zu verändern. Denn wenn es keiner versucht, wird es so weitergehen. Zusehen ist leicht, aber aktiv dagegen zu sein ist der schwere Weg.

Das Schrecklichste im ganzen Buch war die Ernte, wo der Körper nun auseinander genommen wird. Bis es Schritt für Schritt zu lesen war, konnte der Leser Abstand wahren, doch als es dann wirklich passierte, kann man sich nicht entziehen. Die Ernte dauert um die drei Stunden. Der Wandler, so werden die Jugendlichen genannt, die umgewandelt werden, ist die ganze Zeit bei Bewusstsein, bis von ihm nichts mehr übrig ist. Dieses Kapitel war erschreckend und unbegreiflich. Das worum es in dieser Geschichte geht wurde nur ein mal so richtig beschrieben, aber das hat ausgerecht. Dieses Kapitel wird es sein, dass bei mir haften bleibt. Immer wenn ich an den zweiten Band denke, wird das der Ansporn sein, der mich dazu animiert aus den Folgeband zu lesen.

Die verschiedenen Sichtweisen, unterbrechen den Lesefluß nicht. Der Leser kommt damit sehr gut zurecht. Dadurch fallen die Kapitel auch kurz aus, doch auch das hat keine störende Wirkung. Ich durfte mit diesem Buch eine interessante Geschichte lesen. Dennoch bin ich der Meinung etwas spannender hätte es sein können. Mit dieser Geschichte geht es dann im zweiten Band weiter, so hätte es nicht enden dürfen. Für uns stehen Conner, Risa und Lev in Vordergrund. Sie teilen ihr Schicksal mit all den anderen Jugendlichen.

Fazit: Der Autor stellt uns eine neue Idee vor. Wie es zu dieser Zukunft kam wurde erklärt, doch ich kann es noch nicht ganz begreifen. Wie konnten die Menschen in diesem Buch so tief sinken. Außer den Jugendlichen bemüht sich keiner um eine Veränderung. Was ist mit den angeblich erfahreneren Menschen passiert, die behaupten alles besser zu wissen. Sie sind mir eindeutig zu passiv. Doch was erwartet man schon von Menschen, die ihre Kinder bereitwillig umwandeln lassen?
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am 30. November 2013
Was ist die Seele? Wie ist sie mit dem Körper verankert?
Was passiert, wenn alle Körperteile weiterleben, doch nicht gemeinsam in dem vorherigen Körper?
Wann sterbe ich? Was genau ist denn die Seele und wer hat sie?

Das und mehr sind Fragen, die in dieser Dystopie gestellt werden. Natürlich muss man keine Angst haben, dass man sich jetzt mit diesem Buch eine Lehrstunde reinzieht, nein, diese Fragen werden unbewusst mit der Geschichte verdeutlicht.

Inhalt:
Zukunftsvision: Es gab einen weiteren Krieg, bei den die Befürworter der Abtreibung und die Gegner sich bekriegten. Beide haben verloren und es wurde entschieden, dass man sein Kind bis zum 18. Lebensjahr nachträglich abtreiben kann. Wenn man sich dafür entscheidet, dann wird das Kind aber laut ihren Ansichten nicht getötet, sondern einfach zu 99% wiederverwertet, indem alles gespendet und weiterverwendet wird. Aus dieser Sicht folgten noch weitere Änderungen in der Zukunft, wie Zehntopfer, Klatscher und Co. In dieser Welt finden und trennen sich drei Jugendliche, die alle auf unterschiedliche Weise mit dem "Umwandeln" in Verbindung stehen und lernen viele verschiedene Jugendliche und Erwachsene kennen.

Meine Meinung:
Eigentlich habe ich nur eine typische Dystopie lesen wollen, die natürlich immer gesellschaftliche Kritik beinhalten sowie unbewusst andere philosophische oder gesellschaftliche Themen. Doch dann wurde ich durch die verschiedenen Situationen und Gespräche sehr positiv überrascht und zum Nachdenken angeregt. Was passiert denn mit den vollendeten Jugendlichen? Sind sie noch da, oder nicht und wenn ja, wo sind sie? Dies fragen sich natürlich auch die Betroffenen, denn Hoffnung ist das einzige, was sie noch retten kann. Durch die verschiedenen Sichtweisen und Personen lernt man so auch verschiedene Antwortmöglichkeiten kennen und ist umso schockierter. Daher eigentlich ein wirklich super Buch, das sowohl spannend und interessant, wie auch lehrreich ist und zum Nachdenken anregt.
Doch nun mein Aber: Natürlich war es wirklich spannend, doch hat es sich im ersten Drittel wirklich gezogen und man wusste nicht, worauf es hinauslaufen wird. Leider konnte ich mich zudem nicht mit irgendeiner Person identifizieren und habe daher nur für die Geschichte weitergelesen. Auch ist das Ende meiner Meinung nach gut abgeschlossen, sodass ich das Buch zwar gerne gelesen habe, aber die weiteren Bände nicht zwingend benötige. Es ist auch mit dem ersten Buch viel erzählt worden und einigermaßen abgeschlossen worden. Ich kann mir zumindest denken, was in den nächsten beiden Bänden passieren wird.

Fazit:
Das Buch hat sich aufgrund der gesellschaftlichen Situation und der Themen sehr gelohnt und es hat mir gefallen. Leider mochte ich aber die Personen nicht, fand das erste Drittel sehr zäh und das Ende war für mich nicht ausschlaggebend, weiter zu lesen. Dennoch lohnt sich das erste Buch und man kann nichts falsch machen!
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am 4. Oktober 2014
der Roman zeichnet eine zukünftige Welt die weniger extrem dystopisch ist wie solche in Panem oder Divergent, dafür aber umso realistischer erscheint.
Im Amerika der Zukunft wird es möglich sein, nahezu jedes Organ eines Körpers durch ein neues zu ersetzen. dies ist durch eine neuartige Methode der Transplantation möglich. selbstverständlich müssen die Organe von irgendwem gespendet werden, und hier kommen die Jugendlichen in's Spiel: Abtreibungen sind künftig verboten, dafür können Eltern bzw. Erziehungsbeauftragte das Leben der Kinder rückwirkend 'umwandeln', wobei die Jugendlichen als Ersatzteillager fungieren. Der Roman beschreibt diese Situationen so detailliert und tiefgründig, dass der Leser tatsächlich ein ungutes Gefühl bei diesen Passagen erhält, vor allem gegen Ende des Romans. er stellt dabei aber auch so elementare Fragen wie den Beginn des Lebens oder die Frage, ob ein Individuum tot ist oder weiter lebt, wenn jeder Teil seines alten Körpers doch in anderen'weiterverwendet' wird. Ich möchte den Roman uneingeschränkt empfehlen und neben Hüter der Erinnerung als einen der besten Romane dieser Art kategorisieren! unbedingt lesen!
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