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am 2. Dezember 2008
"Der Krieg ist der Vater aller Dinge" (Heraklit) - jedenfalls zumindest der menschlichen Zivilisation. Spätestens seit ihrer Sesshaftwerdung führen Menschen (genauer: Männer) permanent Kriege um (vermeintlich) begrenzte Ressourcen, statt bei deren Erschließung zu kooperieren. Während diese Konflikte in Stammesgesellschaften in der Regel auf temporäre Raubüberfälle, die jedoch durchaus zur völligen Vernichtung des gegnerischen Gemeinwesens führen konnten, begrenzt waren, waren die sogenannten Hochkulturen im Orient, in Asien und Amerika durch die mit der Staatsbildung in fruchtbaren Gegenden verbundene enorme Allokation von Rohstoffen in der Lage, große Armeen zu rekrutieren und auszurüsten, um ihr Herrschaftsgebiet zu verteidigen oder zu vergrößern sowie Handels- und Transportwege zu schützen. Durch neue Technologien war es schließlich den mittelmeerischen Stadtstaaten möglich, jeden einzelnen (erwachsenen männlichen) Bewohner mit brauchbaren Waffen auszustatten und ihn zum zumindest zeitweiligen Soldaten zu machen. Die Erfindung der "Bürgerinfanterie" führte durch Rom zur Etablierung der bis dahin gewaltigsten Militärmacht des Mittelmeerraums, bis diese ihrerseits unter dem Druck der "Barbaren", die inzwischen Heeresstrukturen und Kampfesweise der Römer ausreichend kennengelernt und z. T. adaptiert hatten, zusammenbrach.

In dem vorliegenden mit zahlreichen Abbildungen, Zeittafeln, Bibliographie und umfangreichem Register ausgestatteten Band wird diese Entwicklung in kurzen Beiträgen verschiedener angelsächsischer Wissenschaftler nachvollzogen. Der detaillierten Beschreibung von Kriegsgerät, Truppenaufbau, Taktiken und Logistik geht stets ein Resümee des historisch-politischen Ablaufs voran. Karten, Schlachtbeschreibungen mit übersichtlichen dreidimensionalen Grafiken sowie Kästen, in denen spezielle Aspekte des jeweiligen Militärwesens vertieft werden, ergänzen die Texte. Neben den "Global Playern" wie den mesopotamischen Reichen, Ägypten, Persien, Griechenland/Rom und China wird auch militärgeschichtlich sonst oft vernachlässigten "Kulturen" bzw. Regionen wie Minoern/Mykenern, Kelten/Iberern, Parthern/Sassaniden, Indien oder Korea/Japan ein eigener Artikel gewidmet.

Den meisten Autoren gelingt dabei die Bewältigung der Schwierigkeit, auf engem Raum eine konzentrierte, synthetische Darstellung der übergeordneten Zusammenhänge zu liefern; nur in den Beiträgen zum Hellenismus und zu Korea/Japan überwiegt eine eher deskriptive Aneinanderreihung von Namen, Daten und Fakten. Der vom Herausgeber in der Einleitung indirekt formulierte Anspruch, den Krieg "als die treibende Kraft des gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Fortschritts" (S. 13) darzustellen, wird allerdings nicht ganz erfüllt. Es wird zwar auf beeindruckende Weise allgemein deutlich, dass die politischen und gesellschaftlichen Strukturen und Entwicklungen aller "Zivilisationen" des Altertums durchgehend von militärischen Erfordernissen determiniert waren (inklusive der früher als relativ friedlich eingeschätzten Maya und Minoer; evtl. mit der einzigen Ausnahme der Induskultur), aber über sporadische Hinweise hinausgehende systematische Analysen etwa des Zusammenhangs von Militärwesen und Agrarordnungen, Eigentumsverhältnissen oder Handelsexpansionen finden sich nicht; und leider bleibt auch der Bereich Kultur (im engeren Sinne)/Religion als ideologische Basis der Kriegführung weitgehend ausgeklammert.

Konventionell bleiben die Beiträge ferner in ihrer Fokussierung auf den Krieg als nun einmal gegebene historische Tatsache mit bestimmten technischen Aspekten und politischen Auslösern; dass Krieg in erster Linie ein Verbrechen ist, das Leid, Tod und Schmerz bedeutet, wird genauso wenig betont wie der Umstand, dass Krieg (zumindest bis zum 20. Jahrhundert) ausschließlich Sache von Männern war (hinzuzufügen wäre: eine Sache von Männern, die nicht oder nicht permanent an der Produktion beteiligt waren, weshalb die Geringschätzung von Frauen und Arbeit ein wesentlicher Bestandteil der "Kultur" im gesamten Altertum ist). - Doch das mag man für einen äußerlichen Einwand halten.

Abgesehen von diesen Kritikpunkten gibt das Buch einen ausgezeichneten Überblick mit einer Fülle spannender Details auf dem neuesten Stand der Forschung, der von aussagekräftigem Bildmaterial sinnvoll ergänzt wird. Hiermit sei also eine - nahezu - uneingeschränkte Kaufempfehlung ausgesprochen.
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