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am 7. Januar 2014
Eine brillant erzählte Geschichte. So einen umfangreichen Stoff in wenigen Sätzen darzustellen, ist für mich nicht einfach.
Die Brüder Albert und Günther Sandrach, mit ihren Familien in Bonn und West-Berlin, müssen sich nach dem verlorenen Krieg neu orientieren. Es fehlt an Allem, geringes Einkommen, knappe Lebensmittel, beengter Wohnraum, in kalten Wintern nichts zum Heizen. Doch bereits nach wenigen Jahren war der Aufschwung in Westdeutschland deutlich spürbar. Es bildete sich sehr schnell eine Mittelschicht, die politisch als auch gesellschaftlich aktiv wurde. Manch einer hatte bereits zur Nazizeit mitgemischt und nun oft große Mühe, dies zu verheimlichen.
Die Familie war zum Repräsentieren wichtig. Von Gleichberechtigung noch keine Spur. Der Mann war das absolute Familienoberhaupt. Die Gattin hatte ihre Erfüllung in der Erziehung der Kinder und als liebevolle und treu sorgende Ehefrau zu finden. Im Roman sind alle Ehefrauen der Vorkriegsgeneration Hausfrauen. Adenauer und an seiner Seite Albrecht Sandrach kämpfen dafür, dass es so bleibt, bis das Bundesverfassungsgericht (die Deppen von Karlsruhe, wie Ministerialdirektor Sandrach schimpfte) die alten Gesetze aufhob. Die Kinder hatten sich zu unterwerfen, sie mussten gehorchen, körperliche Züchtigung galt als völlig normal; und sollte für das Kindeswohl erforderlich sein. Die Ängste der Kinder und ihre verletzten Seelen wurden kaum wahrgenommen, das Selbstbewusstsein unterdrückt. Rainer wächst so auf. Christian hat mehr Glück - seine Mutter hat mehr Gespür für Kinder.
Sex spielte damals für viele Menschen eine große Rolle. Für die Vorkriegsgeneration war es Nachholen von Lebensfreude. Außereheliche Affären und Bordellbesuche waren heimlich an der Tagesordnung. Hier konnte man (Mann) ungehemmt und ausschweifend die geheimen Wünsche und "nicht gängige Sexualpraktiken" lustvoll erleben, was mit einer prüden und schamhaften Ehefrau so kaum möglich war, da diese aufgrund ihrer Erziehung sich lediglich in ihr Schicksal fügen und Gefühle unterdrücken sollte. Es galt als unanständig, sexuelle Wünsche dem Ehemann gegenüber zu äußern. - Für die Nachkriegsgeneration war Sex dann Auflehnung gegen die gesellschaftlichen Normen und Befreiung. Sie war nicht länger bereit, die verstaubten Moralvorstellungen weterhin zu akzeptieren. Nach und nach setzten Frauen mehr Rechte für sich durch und mit Einführung der Pille war die sexuelle Freiheit geboren, beide Geschlechter sahen keinen Grund, sie nicht heftig und genussvoll auszuleben. - Herrlich zu lesen: Die Aktfotosession von Christian und einem Studienfreund mit dessen Freundin Kathi!
Der Roman schildert eine Gesellschaft in Aufbruchstimmung, besonders die Jugend will den Umbruch. Hundert schöne, aber auch manche abstoßend hässlichen Geschichten werden erzählt. Gesamturteil: Unbedingt lesen.
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am 7. August 2014
Für mich war der Roman eine faszinierende Reise in die Welt der Großeltern und in die Welt der Jugendzeit der Eltern. Beide Welten erlebte ich als eigentümlich fern. Man lebte damals ohne Telefon, Auto, Fernsehen .. doch sehr anders als wir heute. Sogar als Student (Christian 1961 ff., Rainer 1965 ff.).

Ich habe den dicken Wälzer mit der etwas kleinen Schrift und seinen hundert schönen und zehn hässlichen Geschichten in einem Rutsch verschlungen.

Allen sehr nachhaltig zu empfehlen!

Etwas überraschend: Amazon veröffentlicht eine teilweise falsche Autorenbiographie: Die Sandrachs sind Wilhelms dritter Roman, und er hat in den 1980er Jahren eine Geschichte der Bundesrepublik geschrieben - das erfährt man auf dem Buchdeckel.
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am 18. Januar 2014
Es war ein weiter Weg, den die Menschen von den Katastrophenjahren 1945, 46 usw bis in die fast schon moderne Welt der späten 1960er Jahre zurücklegen mussten.

Es gab keine Autos, keine Fernseher, kein Telefon, keinen PC, kein Internet, keine Handys, keine Apps - aber es gab auch noch keine Gleichberechtigung. Eine Ehefrau brauchte wie ein kleines Kind die Erlaubnis des Familienvaters für Einkäufe oder um arbeiten zu gehen. Ministerialdirektor im Kanzleramt Albert Sandrach kämpfte unermüdlich, dass alles so blieb und die Familie und das Abendland nicht damals schon untergingen. Er warb überall und unermüdlich für die Familie, die geschützt werden müsste - und übernachtete selber am liebsten im Bordell. Die Modernisierung beginnt, als das Bundesverfassunsgericht 1957 die alten Vorschriften aus der Kaiserzeit aufhebt. Herrlich die Szene, als Adenauer seinen Sandrach nach Karlsruhe schickt, um den Richtern ("den Deppen von Karlruhe") zu sagen, wie er sich die Sache vorstellt.

Und das Strafrecht aus dem Kaiserreich damals! Ziemlich alles, was nicht innerhalb der Ehe geschah, war strafbar.

Nach all dem Muff aus der Vergangenheit kommt der Roman wie der Frühling daher, wenn Christian (1961 ff.) und Rainer (1965 ff.) studieren. Wunderschön erzählt.

(Für alle Historiker unter den Lesern: Die Fischer-Kontroverse, die dieser Tage wieder durch alle Feuilletons geistert, wird auf S. 330 - 333 ausgebreitet. Christian im verbalen Schlagabtausch mit "Chefhistoriker" Gerhard Ritter.)

Insgesamt ein Lesevergnügen.
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am 12. September 2014
Zunächst stehen Albert und Günther im Vordergrund. Widerling Albert macht Karriere im Bundeskanzleramt und mitgestaltet den neuen Staat Bundesrepublik. Lehrer Günther bemüht sich um die vielen Frauen, für die es nach dem Krieg keine Männer mehr gibt, bis er wegen Ehebruchs vor dem Strafrichter steht.

Ab 1960 stehen Student Christian, ein Überflieger mit grandiosen Karrierechancen, und Schüler/Student Rainer im Mittelpunkt des Romans.

Viele persönliche Geschichten der Romanfiguren werden erzählt. Wunderschön, wie Chris Heike kennenlernt. Ganz bitter, wie das fröhliche Kind Marion durch sexuelle Übergriffe (von Randfiguren des Romans) in den Freitod getrieben wird.

Auch die großen Ereignisse kann man miterleben. Besonders erschreckend ist die Kuba-Krise. Oder wie Albert schnoddrich berichtet, man werde die russischen Panzerverbände in Westdeutschland mit Atombomben auslöschen, damit sie nicht über den Rhein kommen.

Unbedingt lesen!
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