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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ausgewogenes Buch
Das Wichtigste ist, dass es dieses Buch gibt: Geschrieben von einem Journalisten, der journalistisch arbeitet. Das heißt, Ruf möchte seinen Lesern die Möglichkeit geben, sich zu diesem in Deutschland relativ neuen Phänomen der Fußballfankultur zu informieren und eine begründete Meinung zu bilden. Dafür fuhr er hin, erzählte mit...
Vor 3 Monaten von altravita_com veröffentlicht

versus
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Ansätze, aber viel zu viel undifferenzierte Politik
Zunächst kann man Christoph Ruf zu seinem Buch "Kurvenrebellen" durchaus gratulieren. Ruf beginnt mit einem interessanten Einblick in die deutsche Ultraszene und beschreibt die Grundprinzipien dieser Subkultur differenziert und ausführlich, indem er sowohl die positiven als auch die negativen Seiten beschreibt. Bis zum 6. Kapitel („Feinbild Polizei“)...
Vor 9 Monaten von spritzkuchen veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ausgewogenes Buch, 15. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene (Broschiert)
Das Wichtigste ist, dass es dieses Buch gibt: Geschrieben von einem Journalisten, der journalistisch arbeitet. Das heißt, Ruf möchte seinen Lesern die Möglichkeit geben, sich zu diesem in Deutschland relativ neuen Phänomen der Fußballfankultur zu informieren und eine begründete Meinung zu bilden. Dafür fuhr er hin, erzählte mit Ultras über ihr Selbstverständnis und ihre Außenansicht, berichtet über positive Aspekte und Initiativen, greift Kritisches auf und widmet auch dem medialen Diskurs um Ultras ein eigenes Kapitel. Dies alles tut er interessiert, neugierig, kritisch und im klaren Bemühen um Ausgewogenheit und Objektivität. Würde wenigstens die Mehrheit dieser Berufsgruppe Journalismus anhand dieser eigentlich selbstverständlichen Kriterien betreiben, wäre es vermutlich das langweiligste Buch der Welt geworden. Denn wer würde denn ernsthaft begründen können, dass eine Jugendkultur mit mehreren zehntausend Mitgliedern allesamt nur negative Dinge tun? Wer käme im Gegenzug auf die Idee, dass sich unter so vielen Menschen nicht auch kritische Aspekte finden lassen? Nun, eine ganze Armee findet sich, um bei jedem hochgehaltenen Bengalo den Untergang des Abendlandes zu prophezeien. Christoph Ruf verspricht nur "Einblicke in eine widersprüchliche Szene". Journalismus. Nicht mehr und nicht weniger.

Und so besuchte der Autor Ultras von Fürth bis München, Köln bis Duisburg, Stuttgart bis Münster, Karlsruhe bis Dresden und Aachen bis Erfurt. Er widmet sich Reibungserscheinungen mit anderen Fanszenen wie Hooligans, dem Verhältnis zur Polizei, der Rolle von Frauen in der Kurve oder beschäftigt sich - anhand des "Transparent"-Magazins - mit journalistischen Eigenleistungen der Szene. Das tut er wie eingangs beschrieben besonnen, unaufgeregt, kritisch, aber eben auch ohne Angst vor Ansteckung. So macht Ruf mehrfach deutlich, dass er Gewalt unter keinen Umständen akzeptiert, kommt deswegen aber trotzdem nicht zu dem Schluss, dass Ultras rundheraus zu verdammen seien, weil es aus ihren Reihen teilweise eben auch Gewaltepisoden gibt. So wie beim als Vergleich viel bemühten Oktoberfest ja auch. Das Buch stellt für den interessierten Leser eine Quelle dar, sich ein Bild zu machen, gern auch eine Meinung. Vorgegeben wird diese nicht, was auch schon so einen Unterschied zum vielerorts real existierenden Journalismus darstellt.

Das Buch ist damit hoffentlich ein interessantes Angebot für alle, die sich nicht allein mit Polizeiberichten und dem Lobbyismus von deren Gewerkschaftsvorsitzenden, mit frisierten ZIS-Statistiken und knalligen Schlagzeilen vor brennenden Bildern zufrieden geben möchten und alle, die vielleicht noch nicht von der Pauschalverurteilung "Gewalttäter, die mit dem Fußball nichts zu tun haben" vereinnahmt worden sind. Denn bei aller Kritik gehören zur konstatierten "Widersprüchlichkeit" eben auch jede Menge positiver Aspekte, die in der veröffentlichten Meinung über Ultra nur selten Platz finden: soziale Arbeit, Diskussionskultur, Gemeinschaft, Solidarität, politische Arbeit oder ganz einfach die kritische Auseinandersetzung mit ihrem näheren Umfeld. In einer Generation, der ja gern pauschal "Politikverdrossenheit" und "Hedonismus" vorgeworfen wird, bieten die Ultras dem unvoreingenommenen Leser nämlich jede Menge Überraschungen.

Für die Ultras selber ist das natürlich alles nichts Neues und bitte liebe Kurvengänger, erwartet euch kein Buch, dass auch noch jede geworfene Flasche und jeden gezogenen Schal abfeiert. Das wäre zwar andersherum, aber halt immer noch kein ausgewogener Journalismus. Natürlich merkt man dem Buch an, dass eben auch nicht alle Gruppen mit Journalisten reden, deswegen gerät einiges dann doch etwas sehr selbstkritisch und reflektiert - nur solche Szenen sprechen eben mit einem Journalisten. Ich wüsste aber nicht, wie man dieses Dilemma beheben könnte, außer vielleicht durch die Einsicht in der Szene, dass natürlich auch nicht alle Journalisten gleich sind. Ich jedenfalls finde "Kurvenrebellen" interessant zu lesen, objektiv und interessiert. Dass sich Ultras selbst nicht mit jedem Satz identifizieren müssen, liegt in der Natur der Sache - eine Jugendkultur ohne Konflikt zur Mehrheitsgesellschaft wäre ja auch keine. Ein Journalismus, der sich bemüht, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen, der unvoreingenommen recherchiert und Fakten aufbereitet mag dem bierbäuchigen Stammtischpolemiker ebensowenig gefallen wie der Anti-Alles-Fraktion der Ultras selbst. Für die vielen Millionen Menschen dazwischen ist es ein tolles und spannendes Buch, finde ich.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einblicke hinter die Kulissen einer Subkultur, 12. Februar 2014
Von 
Marc Hoettemann "Ostwestf4le" (Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene (Broschiert)
Pyros und Gewalt – diese Assoziationen dürften den meisten Menschen als erstes in den Sinn kommen, wenn die Schlagwörter Ultras und Fußball fallen.

Dass diese subjektive Sicht genauso einseitig wie falsch ist, zeigt Christoph Ruf in seinem Buch Kurven-Rebellen: Die Ultras – Einblicke in eine widersprüchliche Szene auf.

Der Blick in eine Welt, die viele nur aus der Oberflächlichkeit der Tagespresse kennen, wird von Ruf in dem Buch aus dem Verlag Die Werkstatt journalistisch akkurat und dazu auch noch unterhaltsam aufbereitet.

Der Journalist hat sich monatelang auf Reisen quer durch die Republik gemacht und unter anderem Ultra-Gruppen in Cottbus und Aachen, Stuttgart und Münster sowie Dortmund und München getroffen. Die zahlreichen Gespräche mit Frauen und Männern ergeben ein Bild, das mit dem medial gehypten Bild der schlagenden rechten Radikalos genauso wenig zu tun hat wie der FC Schalke 04 mit dem Deutschen Meistertitel.

Die Einblicke hinter die Kulissen der Subkultur, die Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts entstanden sind, zeigen vielmehr, wie engagiert, couragiert und motiviert die Fans, die Tag und Nacht, Woche für Woche für ihren Verein leben, zu Werke gehen. Und mit welchen Widerständen sie innerhalb ihres Klubs und innerhalb der Gesellschaft zu kämpfen haben.

Neben den Protagonisten in den Kurven kommen auch die “Gegner” und vereinsinternen Kontrahenten zu Wort: die Polizei, deren Einsätze vor, während und nach dem Spiel nicht nur gelegentlich über das Ziel hinausschießen, die Hooligans, die in den Kurven der Stadien zumindest teilweise die Führung an die Ultras abgegeben haben und die Politiker, die sich die Panikmache der Medien in Sachen Gewalt und Pyro populistisch zu eigen machen.

Das Thema “Ultras und Gewalt” bekommt ebenfalls den journalistischen Raum, den der Komplex – leider – verdient. Ruf lässt beide Seiten zu Wort kommen und vermeidet es, für eines der beiden Lager Partei zu ergreifen.

Mit einer Ausnahme. Rainer Wendt, Chef der Gewerkschaft der Polizei und als medial omnipräsenter Scharfmacher bekannt, wird aufgrund seiner populistischen Äußerungen zur angeblich ausbordenden Gewalt in und vor den Fußballstadien treffend als solcher skizziert.

Doch Ruf macht nicht den Fehler, die Ultras ausschließlich zu romantisieren. Themen wie Gewalt und Rechtsradikalismus werden nicht ausgespart, sondern analysiert und diskutiert.

Auch die braune Kruste, die sich in Dortmund auf die vielbewunderte Gelbe Wand gelegt hat, wird von Christoph Ruf analysiert. Nicht umsonst gilt das von Rechten infiltrierte Publikum auf der Südtribüne nicht zu Unrecht als Malus auf der vermeintlich so reinen Weste im Westen. Inzwischen hat Borussia Dortmund das Thema prominent auf die Agenda gesetzt und den Kampf gegen rechts auch öffentlichkeitswirksam aufgenommen.

“Die Ultras sind die Besten ihrer Generation.” Mit diesem Fazit schließt das Vorwort von Christoph Ruf. Einem Fazit, dem der Leser nach der Lektüre der knapp 190 Seiten nicht nur wohlwollend beipflichten kann.

Christoph Ruf ist es gelungen, ein differenziertes Bild einer Subkultur zu zeichnen, die die Stadien des Landes bereichern – mit Menschen, die mit unheimlich viel Engagement und Herzblut in ihre Sache stecken und darüber hinaus versuchen, neben den neunzig Minuten am Spieltag auch außerhalb des Platzes Dinge zu erreichen, die vielen helfen und gesellschaftspolitisch relevant sind.

Ich wünsche mir, dass jeder Talkshow-Teilnehmer und Pressevertreter, der sich künftig mit dem Thema Ultras und Fußball beschäftigt, zuvor Kurven-Rebellen: Die Ultras – Einblicke in eine widersprüchliche Szene gelesen haben muss.

Es hilft, ein differenziertes Bild des vermeintlichen Schreckgespenstes Ultras zu erhalten und diese Kultur und ihr Anliegen und ihren Antrieb zu verstehen.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Ansätze, aber viel zu viel undifferenzierte Politik, 16. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene (Broschiert)
Zunächst kann man Christoph Ruf zu seinem Buch "Kurvenrebellen" durchaus gratulieren. Ruf beginnt mit einem interessanten Einblick in die deutsche Ultraszene und beschreibt die Grundprinzipien dieser Subkultur differenziert und ausführlich, indem er sowohl die positiven als auch die negativen Seiten beschreibt. Bis zum 6. Kapitel („Feinbild Polizei“) wird das Buch durchaus dem Titel und Klappentext gerecht. Bei mir kamen in eben jenem Kapitel dann allerdings die ersten Zweifel auf, ob – zumindest für diese Thematik – wirklich genug recherchiert wurde, denn die Tatsache, dass die Polizei für die Ultras ein Feindbild darstellt, wird insgesamt eher als generelle Ultra-Mentalität ohne wirkliche Begründung dargestellt.

Leider wurde es nach dem Kapitel über die Polizei extrem einseitig: Ruf geht ab hier fast nur noch auf linksgerichtete Szenen bzw. Gruppen ein, für die der Kampf gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie scheinbar wichtiger ist, als der eigentliche Fußball, um den es letzten Endes ja eigentlich gehen sollte. So wundert es auch nicht, dass sich insgesamt neun von 19 Kapiteln nahezu ausschließlich und zum Teil leider auch sehr einseitig mit diesen Thematiken beschäftigen. Einseitig heißt in diesem Zusammenhang definitiv nicht, dass auch Nazi-Meinungen in dem Buch hätten dargestellt werden sollen, das muss man sich wirklich nicht antun. Aber jene, zum Teil antifaschistischen, Gruppen, die in diesem Buch zu Worte kommen, werden von Ruf leider kaum bis gar nicht kritisch hinterfragt. Eben dieses kritische Hinterfragen sollte jedoch eines der Grundprinzipien aller Ultras und auch Journalisten sein.
Das dies nicht der Fall ist, wird bspw. mit Rufs Spruchbandbeispiel „Refugees Welcome“ eindeutig. Zu der Thematik kann man stehen wie man will, aber zumindest sollte man als Ultra (und auch als Nicht-Ultra) auch hier Pro und Contra abwägen, was die Verfasser des o.g. Spruchbands offensichtlich nicht gemacht haben, sonst würden sie wohl kaum pauschal alle Flüchtlinge bedingungslos willkommen heißen. Inwiefern solch ein Spruchband in einem Fußballstadion überhaupt Sinn macht, erschließt sich mir im Übrigen nicht. Insgesamt wird dieser große linkspolitische Teil des Buches so gut wie gar nicht kritisch hinterfragt. Sehr schade!

Da man weder anhand des Titels, noch des Untertitels, noch des Klappentextes einen dermaßen linkspolitischen und teilweise antifaschistischen Schwerpunkt des Buches feststellen kann, war ich zwischenzeitlich wirklich enttäuscht und gelangweilt. Nicht nur, weil hauptsächlich nur die linken Sichtweisen profund dargestellt worden sind, sondern weil kaum Gruppen, die bundesweit als unpolitisch - was laut Ruf und diverser linker Gruppen sowieso nicht geht - gelten, zu Wort kommen. Dass Politik nicht gleich Politik ist, sollte man Christoph Ruf wohl kaum erklären müssen. So kann man den Kampf gegen den modernen Fußball oder für fanfreundliche Anstoßzeiten nicht mit Themen wie der Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns oder der EU-Einwanderungspolitik vergleichen. Das Ruf und seine präferierten Gruppen dies anders sehen, wird dem Leser leider ziemlich schnell klar. Diese Einstellung wird dadurch untermalt, dass die als eher unpolitisch geltenden Gruppen respektive Szenen (Commando Cannstatt, Ultras Karlsruhe) lediglich auf elf Seiten thematisiert werden.

Insgesamt hat mir das Buch schon gefallen, aber die Mitte war einfach deutlich zu linkslastig und nicht differenziert genug. Wer sich mehr für antifaschistische als fußball- und fanpolitische Themen interessiert, wird mit dem Buch noch viel mehr Spaß haben als ich. Wer allerdings wirklich was über die Ultras im Allgemeinen lernen oder lesen will, wird nicht ganz auf seine (ihre [für die gender-geilen Leute]) Kosten kommen. Deshalb nur drei von fünf möglichen Sternen.
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4.0 von 5 Sternen A way of life?, 31. März 2014
Von 
mdt1900 "TS" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene (Broschiert)
Christoph Ruf ist nicht nur Journalist. Erst ist auch Fußballfan. Und in dieser Funktion und Symbiose versteht er es zumindest in Teilbereichen besser, als viele seiner Fachkollegen, einen Blick auf die gegenwärtig vielleicht größte, auf jeden Fall aber eine der dynamischsten Jugendsubkulturen der Bundesrepublik zu werfen. Mit "Kurvenrebellen - Die Ultras" wagt Ruf die scheinbar seriöse Aufarbeitung eines Themas und einem Genre, welches oft fasziniert und begeistert, in Teilbereichen aber auch verstört und abstößt. Zumindest aber polarisiert - quer durch alle Bevölkerungsschichten, die sich in irgendeiner Art und Weise für den Volkssport Nr. 1 interessieren.

Das Hauptproblem, mit dem sich Bücher rund um derartige Themen eigentlich immer konfrontiert sehen, ist die unvermeidbare Tatsache, dass sich der wirklich ernstzunehmende Leserkreis meist wieder vollständig aus dem "betroffenen Klientel" zusammensetzt. Ultras lieben Bücher, Berichte und Stellungnahmen über sich selbst. Das ist Fakt. Und daraus rekrutiert und entsteht das Potenzial für solche Veröffentlichungen und auch für Fanzines der Szene, wie "Blickfang Ultra" und Co.

Ich bin kein Ultra. Wahrscheinlich würde man mich aus Sicht der Ultras entweder angewidert, genervt oder vielleicht auch mit ein wenig Respekt als älteren Supporter bezeichnen. Einer von denen, die auch mit knapp 40 Ihren Arsch noch zu jedem Pflichtspiel Ihres Vereins bewegen, diesen aber zugegeben oft auf einem Sitzplatz niederlassen. Auch einer von denen, die in den Jahrzehnten Ihre eigenen - nicht immer positiven Erfahrungen - mit Verein, Politik, Polizei, Pyrotechnik und gegnerischen Fans gesammelt haben. Und auch wenn ich über viele Geschehnisse, Rituale und den selbst auferlegten Ultra-Style oft lächle, oder mich in Teilbereichen maßlos ärgere - die Ultras sind auch in der FanSzene "meines" Vereins ein wesentlicher Bestandteil, d.h. ich schätze das Engagement und sympathisiere in vielen Themenbereichen mit der jüngeren Generation.

Der Versuch, einen möglichst komplexen Einblick in die - für mich wirklich stressig klingende - Lebenseinstellung "Ultra" zu geben, ähnelt einer Sisyphusaufgabe. Die Strömungen innerhalb der einzelnen Vereine & Fankurven sind vielfältig, extrem unterschiedlich und im ersten Anschein nicht immer klar. Doch nach dem Motto "In den Farben getrennt, in der Sache vereint" gelingt dem Autor zumindest in den ersten Kapiteln eine treffende und sachliche Zusammenfassung.

Die inhaltliche Stärke resultiert auch aus der Tatsache, dass sich einige große Ultragruppierungen erstaunlich aufgeschlossen gegenüber Christoph Ruf zeigen und gleichzeitig versuchen, die offene Gesprächsbereitschaft von beiden Seiten für die Werbung in eigener Sache zu nutzen.

Dabei wird Grundsatzthemen wie dem Feindbild Polizei, der nicht zu leugnenden Gewaltaffinität, der Debatte rund um Pyrotechnik und der bundeseinheitlichen, erfolgreichen 12:12 Aktion natürlich ausreichend Raum und Platz für Spekulation geboten, bevor sich der inhaltliche Kern im zweiten Teil des Taschenbuches mit - in meinen Augen etwas zu viel - Engagement und Zeitaufwand dem Thema rechter und linker Politik widmet.

So gelingt der Einblick in eine widersprüchliche Szene durch die offene, vorurteilsfreie Herangehensweise - zumindest bis zur Hälfte des Buches - gut, wenngleich letztlich leider auch nicht völlig undifferenziert.

Fazit: Ein lesenswertes Taschenbuch, das von der Biedermann-Fraktion in deutschen Fußballstadien wie so oft mit einer abfälligen Geste verweigert werden dürfte. Denn es ist weiterhin State of the Art, verbal und dauerhaft auf den Klassenfeind einzuprügeln, als sich ernsthaft mit einem, nicht immer einfachen Klientel, auseinanderzusetzen. It sucks.
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4.0 von 5 Sternen Lesenswertes Buch, 28. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene (Broschiert)
Ein durchaus gut geschriebenes Buch über diese Szene. Ein wichtiger Punkt ist, dass die Ultras ni ht pauschal verurteilt oder als Spinner hingestellt werden.
Es fehlen wohl einige grosse Ultras-Gruppen, aber man bekommt doch einen Einblick.
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4.0 von 5 Sternen Bewertung, 19. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene (Broschiert)
Beschreibt zumeist die Emotionen die in einer Kurve Herrschen nicht an jeder negativen Schlagzeile über Ultras sind diese auch daran Schuld
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3.0 von 5 Sternen Guter Ansatz, jedoch nicht wirklich tief einblickend, 16. März 2014
Von 
Marc Berbig "Nimm das Leben nicht zu ernst, d... (Krefeld (NRW)) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene (Broschiert)
Hallo liebe Amazonler,
hallo liebe Buchliebhaber.

heute schreibe ich über das Buch "Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene" von dem Autor "Christoph Ruf".
Zunächst muss ich sagen, dass ich neugierig auf dieses Buch war, da auf der Rückseite von einem Dresdner Ultra zu lesen ist "Komisch, Sie sind Journalist und haben trotzdem Ahnung von der Materie". Dies hat mich schlussendlich dazu überredet quasi, diesem Buch eine Chance zu geben und es zu kaufen.

Groß bereut oder enttäuscht wurde ich nicht. Jedoch gibt es bei diesem Buch ein paar Pluspunkte, wie auch (leider) einige Minuspunkte.
Pluspunkte sind definitiv der Aufbau des Buches, gut strukturiert und es lässt sich auch angenehm lesen. Der "langweilige Teil" wie ihn viele Bücher haben, ist in diesem Buch erstaunlich gering gehalten, man ließt quasi immer weiter, es wurde nur an sehr wenigen Stellen "trocken" und schwer lesbar.
Auch das sehr ausgiebig auf die Horidos (Ultras Fürth) und die Ultras Karlsruhe eingegangen wurde, fand ich sehr gut.
Jedoch kommen wir nun zu den Minuspunkten, die leider im großen und ganzen überwiegen:

Ruf geht im Buch zu stark auf die Gruppen ein, die linksgerichtet den Kampf gegen Rassismus und Homophobie bzw. die bekannten anderen Themen ausgerichtet sind ein. Viel zu viele Kapitel widmet er diesem Thema. Es wäre auch mit weniger Kapiteln hiermit ausgekommen und könnte an anderen Stellen noch einige Ideen aufweisen.
Was mich leider ein wenig enttäuscht hatte, war die Tatsache dass auch einige Unwahrheiten, die ich an dieser Stelle jedoch nicht begründen möchte aufgeführt waren, insbesondere über die Ultragruppierungen in Köln, dort wurde anscheinend zu wenig recherchiert, oder den falschen Quellen vertraut.

Ich hätte mich daher in dem Buch über einen noch stärkeren Einblick in den Ultraszene gefreut, beispielsweise hätte sich Ruf in einem Selbstexperiment im Stehplatz Block sehr dicht an die jeweilige Ultragruppierung ranwagen können, um über die im Buch aufgeführten Ultragruppierungen Berichte aus erster Hand liefern zu können, auch sein eigenes Empfinden im punkto "Pyrotechnik" hätte so besser aufgezeigt werden können.

Alles in allem ist das Buch aber brauchbar. Es enthält viele Informationen die man sonst, nicht im Internet findet, oder nur durch sehr langes suchen finden könnte. Ich würde euch das Buch daher definitiv empfehlen, um zumindest einen Einblick zu erhalten!

### Schlusswort ###
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4.0 von 5 Sternen Ein Journalist, der Ahnung von der Materie hat., 25. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene (Broschiert)
Ein sehr interessantes Buch, das genaue Einblicke in verschiedene deutsche Ultra-Szenen bringt.

Der Autor Christoph Ruf kommt hier ganz ohne populistischen Parolen oder Vorurteilen aus, sondern er beschreibt sachlich und nüchtern seine Recherchen.
Ohne sich auf bestimmte Seite zu stellen und nur schwarz und weiß zu sehen weiß er wie er die Ultra-Szenen zu kritisieren hat und dies auch sinnvoll (!) untermauern kann. Er weiß aber auch wo die guten Seiten dieser Subkultur liegen und führt diese sogar detaillierter aus als die Kritik. Dieses Buch ist mehr als nur eine oberflächliche Beleuchtung von Pyrotechnik und Gewalt. Es ist sogar genau das Gegenteil, Christoph Ruf befasst sich mit den Menschen hinter der Maske und deren Motiven.

An sich ein sehr gutes Buch, das hier und da etwas zu stark ins wissenschaftliche abdriftet. Absolut empfehlenswert für jeden, der sich mit der Subkultur Ultra auseinandersetzen möchte oder dies bereits tut und nun eine sachliche Lektüre zu diesem Thema lesen möchte.
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5.0 von 5 Sternen Super Buch, 14. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene (Broschiert)
Weil ich mich seht für Fußball interessiere habe ich mir das Buch gekauft um mehr einblicke in die Fanszene zu bekommen, denn in den Medien wird die Fanszene nur schlecht geredet. Deshalb habe ich das Buch gekauft, um auch die Meinung der Beteiligten zu lesen, welche super dargestellt ist.
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5.0 von 5 Sternen Szene realistisch dargestellt! Super!, 19. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene (Broschiert)
Ein wirklich klasse Buch von Christoph Ruf!
Er stellt die Szene realistisch da mit ihren macken aber auch mit ihren grossen Vorteilen und zeigt warum gerade die Ultras die grösste Jugend Subkultur in deutschland darstellen.
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Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene
Kurven-Rebellen: Die Ultras - Einblicke in eine widersprüchliche Szene von Christoph Ruf (Broschiert - 31. Dezember 2013)
EUR 12,90
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