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5.0 von 5 Sternen Grandiose Vereinsgeschichte, 29. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Eines Tages im Mai: Die Geschichte des SSC Neapel (Broschiert)
SSC Neapel: Chaos- und Skandalklub, Aushängeschild des süditalienischen Fußballs, Klub Maradonas, stimmungsvollstes Stadion Italiens (laut der Zeitschrift „11Freunde“ mussten 2005 einige Sitze gesperrt werden, da sich Anwohner über erdbebenartige Schwingungen des Bodens bei Toren beschwert haben), Kontakte zur Mafia, korrupte Manager ... Diese Liste ließe sich ohne Probleme weiter fortführen.
Über den Klub aus Neapel lässt sich also wirklich Vieles sagen, aber ganz bestimmt nicht, dass er langweilig wäre. So ist es nur allzu verständlich, dass „Kicker“-Korrespondent Oliver Birkner sich keinen der Mailänder Vereine ausgesucht hat, um darüber ein Buch zu schreiben. Nein, der SSC Neapel schien ihm dafür die interessantere Wahl zu sein. Und Recht hat er. Birkner, der für den „Kicker“, „Die Welt“ und spox.com aus Italien über Italiens Fußball schreibt, ist mit diesem Buch wahrscheinlich eine der spannendsten Vereinsgeschichten gelungen, die es in deutscher Sprache zu kaufen gibt. Um den Einstieg zu erleichtern, klärt er den Leser in den ersten Kapiteln über die Bedeutung des Klubs für die Stadt auf: „Nennt sich Barcelona gern ‚més que un club‘, dann ist Napoli überhaupt kein Klub, sondern der Seelenzustand einer Stadt.“ Die Südproblematik Italiens, also der ständige Konkurrenzkampf des Südens mit dem Norden – nicht nur im Fußball –, wird ebenso erklärt, was dem Verständnis der Stadt, der Region und des SSC Neapel sehr zuträglich ist.
Anschließend schreibt Birkner nicht langweilig die Geschichte des Vereins runter, sondern pickt sich interessante Episoden der Klubgeschichte raus, um diese detailreich nachzuerzählen. Besonders ausführlich wird dabei natürlich über die Zeit Maradonas geschrieben, die auch die erfolgreichste des Klubs war. Dank der gewonnenen Meisterschaften mit Diego Maradona wird er dort heute noch wie ein Heiliger verehrt. Wovon auch das Titelbild des Buchs zeugt: ein Maradona-Schrein in der Altstadt Neapels.
Nach den Goldenen Achtzigern kam dann ein Absturz bis in die dritte Liga, heute spielt der Klub wieder regelmäßig in der Champions League. Auch diese sportliche Achterbahnfahrt nahm Birkner unter die Lupe. Richtig unterhaltsam machen das Buch die zahlreichen Anekdoten rund um irgendwelche Skandale und Affären, für die der Verein immer gut ist.
Für alle Freunde des italienischen Fußballs oder für Fußballinteressierte, die auch gerne mal über den deutschen Tellerrand hinausschauen, ist dieses Buch absolut empfehlenswert!
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5.0 von 5 Sternen Viel besser kann man das nicht machen, 14. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Eines Tages im Mai: Die Geschichte des SSC Neapel (Broschiert)
Ich bin ein Fan davon, Mannschaften bei ihrem richtigen Namen zu nennen, insofern stört mich das "SSC Neapel" im Untertitel mindestens genauso wie die unzähligen Erwähnungen einer Mannschaft namens "AC Mailand". Das ist dann aber auch schon die einzige Kritik an Birkners unterhaltsamem Buch, das zwar mit jeder Menge Fakten gefüttert ist, aber trotzdem sehr schön und flüssig zu lesen ist. Vor allem aber gelingt es dem Autoren, was ich für einen Deutschen beachtenswert finde, das "Gefühl Napoli", die "Neapolanità", erfahrbar zu machen, das Verein wie Stadt zu etwas ganz Besonderem, Andersartigem machen. Im Positiven wie im Negativen. Die Hauptstadt Süditaliens, deren Bewohner und deren Mannschaft lassen sich eben kaum min anderen Teams oder anderen Städten vergleichen - und der schönste Ausdruck, die beste Schnittmenge dieser Eigenheiten ist sicherlich der SSC Napoli. Ein Verein, der in Momenten majestätischer Größe immer auch schon das tragische Scheitern in sich trägt. "'Wenn Du kommst, weinst du zweimal', sagen sie. 'Bei der Ankunft und bei der Abreise.'"

Um diese spezielle Rolle besonders auch deutschen Lesern nachvollziehbar zu machen, startet Oliver Birkner mit einem Exkurs in die Geschichte und unterstreicht den politisch gewollten Absturz dieser reichen und modernen süditalienischen Metropole nach der Einigung Italiens unter Garibaldi. Vor 1860 gehörten der Bourbonen-Hauptstadt des "Königreichs beider Sizilien" rund Dreiviertel der Reichtümer Italiens. Nach der Machtübernahme von Turin aus begann der schleichende wirtschaftliche und politische Machtverlust, der selbst heute noch in einem häßlichen Nord-Süd-Konflikt gipfelt, inklusive rassistischer Einordnungen "stinkender" und "cholera-geplagter" Neapolitaner, deren Verein auch gern mal zur "Nordafrika-Meisterschaft" gratuliert wird. Nun bin ich bei Stadionbeschimpfungen sehr entspannt, aber ein für den Außenstehenden kaum mehr nachvollziehbarer Hass auf Neapel ist keine Besonderheit des Fußballs, den bekommt man auch gratis an der Bar in Mailand oder Turin serviert.

Wie gesagt, es ist wirklich erfrischend, wie der Autor es schafft, die ganze wuslige Gemengelage aus Chaos, Grandezza, Schmutz, Triumph und Tragödie, Helden und Verrätern aufzubereiten, die parallel Stadt und Verein antreiben, Einwohner, Spieler und Fans. Sozusagen als Beigabe erhält der Leser noch eine Unzahl an Informationen, Daten, Fakten und Anekdoten zu Spielern, Präsidenten und Offiziellen dieses wohl schillerndsten aller italienischen Fußballklubs. Natürlich widmet Birkner viele Seiten dem adoptierten Sohn der Stadt, dem wohl besten Fußballer aller Zeiten, Diego Maradona, der Stadt wie Verein wenigstens für ein paar Jahre zur "ausgleichenden Gerechtigkeit" auf Augenhöhe gegen den verhassten reichen Norden und dessen gestreifte Dauermeisterschaften führte. Aber auch bis zur Grenze der Kriminalität schlitzohrige Präsidenten kommen zu Wort oder in die Geschichte eingegangene Spieler dieses Vereins, der es wie kein anderer schafft, die Gefühlslage einer ganzen Region zu regieren.

"Man stand in den Katakomben, wo alles mir roter Erde ausgelegt war. Dann ging es durch den Tunnel, du sahst die Menge und draußen ging es los: Unglaublich wirklich unglaublich, das muss man als Spieler einfach mal erlebt haben. Ich wiederhole mich gerne, für diese Faszination gibt es keine Worte und Ich wünsche es jedem Profi sie irgendwann einmal zu fühlen."
(Thomas Berthold)

Eine absolute Empfehlung für jeden, der halbwegs an italienischem Fußball interessiert ist - Fans wie Gegner des SSC Napoli eingeschlossen. Man kann Club wie Stadt lieben oder hassen (bei mir ist das geteilt), indifferent lassen beide wohl niemanden.
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4.0 von 5 Sternen Entweder oder gar nicht, 7. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Eines Tages im Mai: Die Geschichte des SSC Neapel (Broschiert)
Ein bekannter Ausruf lautet: „Neapel sehen und sterben.“ Auf den stadtansässigen Fußballklub könnte man dies etwas modifizieren: „Napoli lieben oder hassen!“ Dazwischen gibt es so gut wie keinen Spielraum, denn dafür polarisiert die SSC viel zu sehr, um mit ihr nüchtern und sachlich umgehen zu können. Gleichzeitig sorgt dieser Aspekt jedoch für diese gewisse Faszination, die von ihr ausgeht. Müllberge, Camorra und ein an Chaos kaum zu übertreffendes Moloch sind wohl drei der häufigsten Attribute welche Neapel anhaften. Und Skandale wie auch Sensationsmeldungen sind es auch, die Napoli offensichtlich erst zu dem machen, was es heutzutage ist. Dazu zählt in besonderem Maße der Titel des Buches, der sich auf das Jahr 1987 bezieht, läutete es doch eine neue Zeitrechnung ein – die erste und bislang einzige Meisterschaft eines Vereins aus dem Mezzogiorno. Jenes Süditalien, über das zwischen Mailand und Rom immer gespottet wurde und wird, stand mit einer Mannschaft um Maradona im Fokus des Weltfußballs, galt die Serie A damals noch als die beste Liga auf dem Globus. Ein knappes Vierteljahrhundert darauf strömten die Massen noch immer ins Stadio San Paolo – jedoch nur noch zu Spielen der dritten Liga. Die Achterbahnfahrt ging weiter und endete nur sieben Jahre darauf in der Champions League. Und die interessante wie auch unterhaltsame Geschichte der Societa Sportiva Calcio Napoli wird höchst wahrscheinlich genauso furios weitergehen.
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5.0 von 5 Sternen Eines Tages im Mai: Die Geschichte des SSC Neapel, 20. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eines Tages im Mai: Die Geschichte des SSC Neapel (Broschiert)
Am Mittwoch bestellt und drei Tage später schon erhalten, sehr gut! Für Fans des SSC Neapel sicher sehr informativ. M.N.
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Eines Tages im Mai: Die Geschichte des SSC Neapel
Eines Tages im Mai: Die Geschichte des SSC Neapel von Oliver Birkner (Broschiert - 31. Oktober 2013)
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