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am 19. Oktober 2005
Dieses Buch handelt nicht so sehr von der Frauenherrschaft (wie es der Titel vielleicht suggeriert) - vielmehr geht es um das Gegenteil: Warum haben wir in Deutschland noch immer eine "Männerwirtschaft"? Warum schaffen nur so wenige Frauen den Sprung an die Spitze? Mit welchen Schwierigkeiten müssen sie tagtäglich kämpfen, gerade im Umgang mit (Alpha-)Männern?
Das Buch wirkt deshalb besonders glaubwürdig, weil hier keine Frustrierten am Klagen sind, sondern es kommen erfolgreiche Frauen zu Wort. Dabei fällt auf, dass es sich überwiegend um Politikerinnen handelt (z.B. Benita Ferrero-Waldner, Annette Schavan, Hildegard Hamm-Brücher, Silvana Koch-Mehrin). Die Schwierigkeiten dieser Frauen - z.B. erzählte Silvane Koch Mehrin von anzüglichen Männerwitzen - sind zwar bezeichnend, aber wahrscheinlich sind sie nicht annähernd so ausgesprägt wie in der freien Wirtschaft. Denn unser Land, das auf eine BundeskanzlerIN zusteuert, kann sich offenbar im Jahre 2005 noch immer keine Frau an der Spitze eines DAX-Unternehmens vorstellen!
Hier werden die gesellschaftlichen Hintergründe der Männerherrschaft beleuchtet. Gleichzeitig machen die Erfolgsfrauen ihren Geschlechtsgenossinnen Mut, das Heft in die Hand zu nehmen, den Sprung an die Macht zu wagen. Eine wichtige Botschaft. Auch wenn es an Patentrezepten fehlt.
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Die erfolgreiche Moderatorin von „Berlin Mitte", Maybritt Illner, ist jetzt zum zweiten Mal unter die Publizistinnen gegangen, hat ein Buch heraus gebracht, „Frauen an der Macht". In ihrem Sammelband berichten 21 einflussreiche Frauen aus der Wirklichkeit, mit einem Blick zurück, auch mit einem bisschen längeren Blick zurück und einem Blick nach vorn. Vielleicht haben die Erzählerinnen dabei für die Frauen aus der Wirtschaft und die Frauen aus dem Universitätswesen einen Rat parat. Denn in der Wirtschaft sind je nach Schätzung und je nachdem was man unter Führungsposition versteht, nur 5 - 12 % Frauen in führenden Positionen, 8 % der Professoren in Deutschland sind Professorinnen und von den neun ARD Anstalten hat nur eine einzige eine Intendantin. Das sind unbestritten die Fakten, und wenn man diese Zahlen hört, könnte man glauben, das Buch „Frauen an der Macht" sei ein Ausflug ins Exotarium. Aber, vielleicht auf Grund der Quotenregelung, oder weil Frauen nicht unbedingt mächtig sein wollen, sondern vordergründig erst einmal gestalten wollen, verantwortlich betreuen wollen, sind Frauen in der Politik ziemlich weit nach vorne gekommen. Immerhin sind im Deutschen Bundestag 30% weibliche Abgeordnete.
Die zentrale Frage ist, wie weiblich ist die Macht in unserem Lande mittlerweile tatsächlich geworden. Sicher ist der Weg nach oben, zu den Spitzenjobs der Wirtschaft, häufig ein sehr steiniger und intrigenreicher. Deshalb ist es aufschlussreich und interessant zu lesen, wie die Frauen in ihren Erfahrungsberichten, auf selbstbewusste und häufig auch ironische Art und Weise beschreiben, worin ihre Kämpfe bestanden. Wir erfahren dabei unter anderem auch, dass Frauen einen ganz anderen Begriff von Macht haben. Männer möchten über möglichst viele Untergebene bestimmen können, für Frauen bedeutet Macht zunächst einmal Unabhängigkeit, die Freiheit über die eigne Zeit und das eigene Leben selbst bestimmen zu können.
Viele Frauen in dem Buch sagen auch, Frauenseilschaften können nicht das Gegenkonzept zu Männerseilschaften sein. Angelika Jahr formulierte es am fundamentalistischsten, in dem sie sagte: Frauen sagen auch, dass sie nicht automatisch mit Frauen solidarisch sind, nur weil es Frauen sind; genau so wenig muss man jetzt auch mit Männern solidarisch ein, weil es Männer sind.
Und auch in der Politik wird es, so wie Christa Sager sagt, ab einer bestimmten Stelle eng, wenn es um bestimmte Positionen geht. Da sind die Männer häufig irritiert wenn im politischen Wettstreit eine Frau als Kontrahent auftritt. Bekanntlich messen sich Männer eher unter Männern. Sie konkurrieren von Kindheit auf an nicht mit Frauen, sie messen sich nicht mit Frauen und sie definieren sich nie über die Leistungsfähigkeit der Frauen. In zugespitzten Machtpositionskämpfen haben weder Männer noch Frauen ausreichend Erfahrung, wie sie sich verhalten sollen. Die baden- württembergische Kultusministerin Annette Schawan musste das bei Ministerpräsidentenkür erleben. Da waren plötzlich Männerfreundschaften sakrosankt und Frauenfreundschaften hatten einen Beigeschmack. Da ging der diskriminierende Machtkampf plötzlich ins Persönliche.
Bei einem Machtkampf ganz oben hat Angela Merkel es bemerkenswerter Weise geschafft, das Frauenthema überhaupt nicht zu thematisieren. Das spielte in ihrem Denken überhaupt keine Rolle, sie hat sicher auch retrospektiv über die Frauenfrage nicht nachgedacht.
Wenn man resümiert, was die meisten Frauen in Führungspositionen sagen, dann kann man es vereinfacht auf die Formel bringen, dass hinter jeder erfolgreichen, mächtigen Frau ein ganz moderner, sprich uneitler, Mann steht. Einen solchen, modern denkenden Mann hat auch die EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner an ihrer Seite. Sie bemerkt, dass ihr Mann das Angebot einer Universität in den USA abgelehnt hat, sich gegen die Dozentur entschieden hat, damit sie ihren Job machen kann. Und in diesem Job beim Europaparlament stellt sie täglich fest, dass die politische Macht grundsätzlich noch sehr männlich organisiert ist.
Die junge FDP Politikerin Silvana Koch - Mehrin erzählt von ihrer Beziehung und sagt, wenn sie diesen Mann, mit dem sie Küssen, Karriere und Kinder teilen konnte, nicht gefunden hätte, sie nicht wüsste was aus ihrem Familienleben und ihrer politischen Karriere geworden wäre. Sie formuliert brillant, spricht vom Ende der Ära der Paschamänner und spricht von einem neuen Höhlengleichnis.
Frau Renate Künast spricht davon, dass es eine entsetzliche Schwäche ist, wenn Frauen Gefühle zeigen, wenn sie weinen. Bei Männern ist es dagegen ein Zeichen von wahrer Größe und aufrichtiger Herzenswärme.
Ein atmosphärisch dicht geschriebenes, hervorragendes Buch das In jeder Hinsicht lesenswerte ist.
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HALL OF FAMEam 10. Dezember 2005
Ursula Engelen-Kefer schreibt ein passables Vorwort, mit dem sie hoffentlich nicht darüber hinweglügen will, dass ohne Mobbing gar nichts läuft auf der Leiter nach oben. Am besten wird das Angela Merkel wissen, denn auf der Landstraße ihrer Wanderung von Ost- nach Westdeutschland sind so einige Leichen im Straßengraben gelandet, nicht nur die allseits bekannten Kohl und Merz. Darüber redet sie natürlich nicht - und das ist eben das Geheimnis des schweigend-lauernden Vorankommens: Kein Wunder, dass dann alles etwas gestelzt, auswendig gelernt und verborgen verächtlich wirkt.
Es gibt positivere Beispiele zum Thema "Frauen an der Macht": Maybrit Illner zum Beispiel selbst: Unvergessen ist mir ihr phantastisches Marathon-Interview, das sie mit dem Meister der ausweichenden Antwort, dem Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, vor laufenden Kameras führte. Die in ihrem Buch aufgeführten Grünen-Politikerinnen Katrin Göring-Eckardt und Renate Künast stehen ebenfalls für Kompetenz, Annette Schavan schien mir einzig zum optimalen Zeitpunkt sich gegen Kopftücher bei Lehrerinnen ausgesprochen zu haben: Wäre es nicht konsequenter, dies auch bei Schülerinnen zu verlangen - wie in Frankreich und (sogar) in der Türkei? Mit halben Sachen wird man auf Dauer nicht imponieren können, nur auf die "Quote" schielend.
Ganze Sache, nämlich durch und durch Fundiertes von sich gebend, machen sicherlich Persönlichkeiten wie Hildegard Hamm-Brücher (man hätte sich auch einen Text zu Renate Schmidt gewünscht). Es ist erfreulich, dass über den deutschen Tellerrand geschielt wird: Benita Ferrero-Waldner ist wahrlich die Erwähnung wert - man könnte das noch ausweiten, wie Alice Schwarzer es in ihrem Buch "FRAUEN mit VISIONEN" gezeigt hat (zusammen mit Bettina Flitner): Dort schlägt sie für eine europäisch-feministische Variante einer "Hall of Fame" vor: die von der Mafia bedrohte Baronessa Cordopatri oder die Mafia-Jägerin und Staatsanwältin Ilda Boccassini etc. - und versucht dabei auf die Zahl von 50 Vorschlägen zu kommen.
Sandra Maischberger hatte neulich zum Thema "Wir sind Kanzlerin! Ist die Macht nun weiblich?" eingeladen: Margarete Mitscherlich (88), Esther Vilar (70), Renate Schmidt (61), Margarita Mathiopoulos (48) - bei der Letztgenannten bin ich mir allerdings nicht sicher, ob es diese Sorte Mensch ist, der man politische Entscheidungsbefugnis übertragen will: Beim Durchlesen des Buches "Frauen an der Macht" wurde mir wieder klar: Es kommt nicht darauf an, dass sich eine Frau mit Biegen und Brechen an die Spitze boxt, sondern viel mehr darauf, welche Sorte Mensch uns lenkt und leitet. Lieber als die Charakter-Grotesken Margaret Thatcher (und einst Margot Honecker) wären mir Persönlichkeiten mit verblüffend hoher Leitungs- UND Empathie-Fähigkeit: Sabine Christiansen, Sandra Maischberger und - vor allem! - Maybrit Illner.
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