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Das Rote Zimmer: Roman
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Juni 2000
Bei dem "Roten Zimmer" handelt es sich um Strindbergs ersten nennenswerten literarischen Erfolg. Der junge Autor lebte zu dieser Zeit (1879) noch in seinem Heimatland Schweden und hatte selbst unter der engstirnigen und dekadenten, im künstlerischen wie geschäftlichen rücksichtslosen Gesellschaft zu leiden. So verwundert es nicht, daß er ihren Vertretern mit aller Bitterkeit den satirischen Zerrspiegel vorhält. Dabei entfaltet sich bereits sein bis zur Grausamkeit eindringliches Talent in der Darstellung von menschlichen Charakteren, daß ihn später zu einem der größten Dramatiker des Naturalismus avancieren lassen wird. Seine glänzende Satire wirkt ebenso erheiternd wie erschreckend. Inhaltlich erzählt das Buch die Geschichte des jungen Assessors Arvid Falck, der voller Idealismus seine sinnlose Beamtenlaufbahn aufgibt, um sein Glück als Journalist und Schriftsteller zu versuchen. In der Folge erlebt er einen Rundgang durch diverse gesellschaftliche und künstlerische Kreise, die ihn Schritt für Schritt desillusionieren, bis er schließlich resigniert. In der gängigen Sekundärliteratur wird das "Rote Zimmer" gerne als "Totalkritik" bezeichnet, was meiner Meinung nach nur bedingt zutrifft. Richtig ist in der Tat, daß in diesem Buch keine positiven Heldenfiguren auftauchen, denen der kritische Erzähler volles Wohlwollen entgegenbringen würde. Trotzdem gibt es für den gründlichen Leser auch Lichtblicke in dem deprimierenden Grau aus Korruption, Heuchelei und gegenseitigem Betrug, das die Kulisse der Handlung bildet.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Januar 2012
Das rote Zimmer habe ich als Vorbereitung auf ein Symposium gelesen, das an der Uni, an der ich arbeite, abgehalten worden ist. Bereits nach wenigen Zeilen konnte ich das Buch nicht mehr weglegen, weil es folgende Faktoren beinhaltet: Erstens ist es in kurze Kapitel unterteilt, deren Themen unterschiedlich und an keiner Stelle langweilig sind. Oberflächlich behandelt werden die Biografien einer Handvoll Künstler um den ambitionierten Schriftsteller Arvid Falk. Die Höhen und Tiefen auf dem Weg zum erfolgreichen Künstler stehen dabei im Vordergrund und sind alles andere als immer von Erfolg gekrönt. Zweitens vergisst Strindberg nicht, humorvoll die Macken der Stockholmer Bürger und der diversen Berufsgruppen(faule Beamte, affektierte Schauspieler,...) zu persiflieren. Drittens spricht auch schon hier der Schriftsteller das im modernen Durchbruch beliebte Thema des Geschlechterverhältnisses an. Und zu guter letzt entwirft er ein lebhaftes und buntes Bild der Großstadt Stockholm in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Fazit: Ein guter Einstieg für Strindberg-Interessierte und für Schweden-Fans alle Mal, denn die Schweden lieben August Strindberg.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. November 2012
Der Held des Buches kündigt seine Beamtenstelle und begibt sich auf eine illustre Reise durch die Gesellschaft Stockholms Ende des 19. Jahrhunderts. Er versucht sich in verschiedenen Professionen und lernt (und der Leser mit ihm) Vertreter aus allen Bereichen der Gesellschaft kennen: Philosophen, Künstler, Versicherungsangestellte, Beamten, Bohemiens, Konservative, Progressive, Parvenüs, Karrieristen, Duckmäuser, Idealisten, Dirnen, Lehrerinnen. Die Reise endet schließlich in der - Numismatik.

Der Roman ist ungewöhnlich modern geschrieben, mitunter wähnt man sich nicht im 19. Jahrhundert sondern in der Gegenwart. Wirklich hübsch ist die Ausgabe; Das kleine Format und die Gestaltung der Reihe "Manesse - Weltliteratur" erhöht die Lesefreude nochmals.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Juli 2012
Dieser Band bildete meine heurige Urlaubslektüre, und obwohl immerhin über 500 Seiten lang und keine 'klassisch-leichte' Urlaubslektüre, habe ich ihn noch auf der Zugfahrt heimwärts abgeschlossen. "Das rote Zimmer" spielt in den 1870er Jahren in (und um) Stockholm, aber manchmal hat man den Eindruck, man befindet sich im Hier und Heute. Wenn etwa Gründung und Pleite des Versicherungsunternehmens "Triton" beschrieben wird, sind die Parallelen zu aktuellen Wirtschaftsskandalen allzu offensichtlich: Selbstbedienungs-Mentalität bei den Managern (bzw. Direktoren), Gier bei Anlegern; bei der Pleite stehen die kleinen Aktionäre dumm da, der Staat muss eingreifen, die Groß-Kapitalisten verdienen sich eine goldene Nase ... Herrlich aktuell auch die Schilderung, wie ein mittelmäßiger Roman des Gustav Sjöholm durch geschickte Pressearbeit zum Bestseller gemacht wird, wie der Maler Sellén erst erfolglos ist, dann erfolgreich, dann wieder erfolglos (und wieder erfolgreich ...), ohne doch seinen Stil zu ändern, nur dank Mode und einflussreicher Mäzene. Wunderbar böse die Schilderung der verlogenen 'Menschenfreunde', die das Elend der breiten Masse erst prolongieren, um dann mit Almosen ihre Gewissen zu beruhigen. Brillant, wie der Autor mit wenigen Strichen Charktere zu zeichnen versteht; ebenso bösartig wie wortstark auch die Schilderung von Äußerlichkeiten. Herrlich satirisch bis zynisch die Szenen aus der Stockholmer Intellektuellen-Szene jener Jahre, die in manchem an die Schickeria unserer Tage gemahnt.

Diese Vielfalt macht das Buch abwechslungsreich, und langweilig wird es nie. Sie geht allerdings auf Kosten der Handlung: Diese besteht eher aus einer Reihe von Episoden; der rote Faden des Plots ist eher dünn gewebt; er folgt der 'Karriere' des Arvid Falk, einem Möchtegern-Intellektuellen, der zum Schluss im sicheren Hafen von Familie und Beamtentum einläuft. Diese Figur ist seltsamerweise eine der blassesten im ganzen Buch. Ob das Absicht war oder Strindberg selber aus ihr nicht recht schlau wurde und sie daher mal dahin, mal dorthin schubste, ist mir nicht klar. Daher der Stern Abzug; ansonsten aber ein Buch, das nach über 130 Jahren weniger gealtert ist als manch ein Bestseller der jüngsten Jahre!
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am 17. September 2014
wer sich für historische Bücher mit Wahrheitsgehalt interessiert - ein absolutes MUSS! Man möchte sofort nach Kopenhagen fahren, um dieses Rote Zimmer zu besuchen.
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