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5.0 von 5 Sternen Eine Stunde ist für alles zu wenig
Wegen Terminabsagen hat Pauline Manford plötzlich eine ganze Stunde in ihrem sonst minutiös ausgearbeiteten Terminplan frei. „Eine Stunde ist für alles zu lang“, sagt sie und besonders wenn man gezwungen ist sich selber zu beschäftigen. Denn ihr, als Mitglied der High Society von New York in den goldenen Zwanziger Jahren, ist es fast bis...
Vor 15 Monaten von cachingguys veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Die Goldenen Zwanziger
Der Roman "Dämmerschlaf" spielt in den Goldenen Zwanzigern. Pauline Manford und ihre Familie, die zur New Yorker Oberschicht der 1920er Jahre gehört ist Hauptperson dieser Geschichte. Pauline und ihre Familie befinden sich in einer Art "Dämmerschlaf", weil sie in ihrer eigenen Welt leben, alles minitiös planen. Besonders Pauline: Ob...
Vor 14 Monaten von Jarmila Kesseler veröffentlicht


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Stunde ist für alles zu wenig, 7. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Dämmerschlaf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wegen Terminabsagen hat Pauline Manford plötzlich eine ganze Stunde in ihrem sonst minutiös ausgearbeiteten Terminplan frei. „Eine Stunde ist für alles zu lang“, sagt sie und besonders wenn man gezwungen ist sich selber zu beschäftigen. Denn ihr, als Mitglied der High Society von New York in den goldenen Zwanziger Jahren, ist es fast bis zur Perfektion gelungen im Zustand des schmerzfreien Dämmerschlafs zu leben, ausgefüllt mit rhythmischer Gymnastik, Maniküre, Komitee.- und Partyplanungen und Wunderheilern. Wenn da nicht verschiedenste Familienprobleme wären, wie zum Beispiel die anstehende Trennung von ihrem Sohn Jim und seiner Frau, die Selbstverwirklichung sucht. Flüssig zu lesen bekommt man detaillierte Einblicke in die Gedanken der Personen und trotzdem bleibt vieles an der Oberfläche und genau das ist der Punkt, der das Buch aus macht. Eine brillante und messerscharf analysierte fast satirische Gesellschaftskritik, die zwischen all der Oberflächlichkeit hervorquillt. Bedenkt man, dass das Buch vor über 80 Jahren erschien ist es doch immer noch oder wieder hoch aktuell.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gesellschaftsleben geprägt von Oberflächlichkeiten, 23. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Dämmerschlaf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mich sehr darauf gefreut, diesen neuen bzw. wiederentdeckten Roman der bereits 1937 verstorbenen Autorin zu lesen. Allerdings wurden meine zugegebenermaßen sehr hohen Erwartungen nicht gänzlich erfüllt.

Die Geschichte spielt in den goldenen zwanziger Jahren im betriebsamen und lärmenden New York und spiegelt in Form einer Gesellschaftssatire das Leben der sogenannten Upperclass, d.h. der oberen Gesellschaftsschicht wieder. Stellvertretend für all diese Mitglieder der High Society wird das Leben und Treiben der Familie Manford beleuchtet. Dies geschieht aus unterschiedlichen Perspektiven, wie z.B. aus der Sicht der Ehefrau Pauline, ihres Mannes Dexter oder auch durch die " Brille " von Tochter Nona. Ihr tägliches Dasein ist geprägt von einem lückenlos ausgefüllten Terminkalender mit mehr oder weniger sinnvollen Tätigkeiten und Beschäftigungen. Besonders Pauline ist es daran gelegen, jede Minute " sinnvoll " auszufüllen. Freie Zeit gibt es nicht. Selbst eine " Ruhekur " gerät zur wohlgeplanten Aufgabe und es kann durchaus vorkommen, dass ein Maniküretermin wichtiger ist, als ein ungeplantes, aber dringend erforderliches Gespräch mit der Tochter. Änderungen im Terminplan sind eigentlich nicht vorgesehen und höchst unwillkommen. Jegliche Abweichung oder Störung im strukturierten Tagesablauf ist absolut unerwünscht. Auch für wohltätige Zwecke wird sich eingesetzt. Hierbei kann es durchaus geschehen, dass sich Sinn und Zweck der unterstützten Angelegenheiten widersprechen . Das ist vollkommen nebensächlich, hauptsache man ( Frau ) engagiert sich. Das wichtigste im Leben ( von Pauline ) ist das Bewahren , das Festigen und der Ausbau der gesellschaftlichen Position. Jedwede Erschütterung ist unter allen Umständen zu vermeiden. Das Gleichgewicht im großen Gefüge dieser glamourösen Welt darf nicht gestört werden , der äußere Anschein muss gewahrt werden. Doch nicht immer läuft alles nach Plan.

Mit spitzer Zunge bzw. Feder, sehr pointiert und sicherlich häufig extrem überzogen nimmt die Autorn die damalige Zeit unter die Lupe und schafft ein anschauliches und beeindruckendes Bild dieser lärmenden, rastlosen, aber auch oberflächlich lebenden Gesellschaft. Hierbei liegt ihr Hauptaugenmerk ihrer Betrachtungen auf dem sozialen Gefüge und nicht auf einer spannenden, actiongeladenen Handlung.

Zugang zu den einzelnen Charakteren habe ich nur schwer oder auch gar nicht gefunden. Vieles, wie z.B. Gefühle ist für mich einfach zu vage geblieben. Aber genau das passt ja wiederum gut zu dem Bild, welches Frau Wharton uns hier vor Augen führt.

Auch eine " echte ", spannende Handlung im eigentlichen Sinne findet hier nicht wirklich statt, alles plätschert irgendwie so vor sich hin. Und dies steht abermals sehr treffend sinnbildlich für dieses lediglich an der Oberfläche pulsierende Leben ohne tatsächlichen Tiefgang.

Der Schreibstil an sich ist ansprechend, bereichert durch schöne Formulierungen und lässt sich im Großen und Ganzen gut lesen. Allerdings gibt es auch einige recht lange, verschachtelte Sätze, die die volle Aufmerksamkeit des Lesers erfodern. Ebenso gibt es inhaltlich einige Längen, die den Lesefluss ein wenig erschweren und dazu geführt haben, dass ich das Buch doch das ein oder andere Mal erstmal zur Seite gelegt habe, um nicht selbst in den " Dämmerschlaf " zu fallen.

Ich finde es schwierig, diesen Roman zu bewerten. Trotz meiner Kritikpunkte hat mir das Buch mit seinem sozialkritischen Thema und teilweise bitterbösen Untertönen gut gefallen. Aber ich denke, man muss sich darauf einlassen können . Sicherlich ist es nicht für jeden geeignet. Aber wenn man sich auf diese Art Roman einstellen kann und möchte, erwartet einen in meinen Augen ein durchaus lesenswertes Buch . Ich vergebe daher gerne 4 Sterne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dämmerschlaf, 22. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Dämmerschlaf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Edith Wharton zeichnet in ihrem gleichnamigen Roman das Bild einer Gesellschaft im "Dämmerschlaf".
Im Fokus stehen dabei die Frauen der Familie Wyant / Manford. Nona und ihre Mutter Pauline stehen für zwei völlig unterschiedliche Frauentypen. Pauline ist das unerschütterliche Familienoberhaupt. Jede Minute ihres Tages ist völlig verplant. Viele der Termine dienen im Grunde jedoch nur dazu, das stressige gesellschaftliche Leben auszugleichen. Freie Minuten oder gar Stunden kann Pauline nicht genießen, auch diese müssen "sinnvoll" verplant werden um ihr ein gutes Gefühl zu geben. Das unter all dieser Hektik und der Oberflächlichkeit auch der Wunsch nach einem Sinn stehen kann lässt sich nur erahnen. Pauline ist immer auf der Suche nach dem neuesten Wunderheiler oder Messias und genießt deren "religiöse" Botschaften.
Nona ist noch Single und zwar eigentlich in ihren Cousin verliebt, versagt sich selbst aber eine Beziehung zu ihm, da er noch verheiratet ist. Nona scheint von dem "zu viel" und "zu schnell" des gesellschaftlichen Lebens genug zu haben und sucht nach einem tieferen Sinn. Sich selbst etwas zu verbieten und bestimmte Wünsche zu unterdrücken scheint ihr Weg zu sein sich von der lebefreudigen Gesellschaft zu distanzieren.
Als dritte Frau der Familie wird Lita präsentiert, die Schwiegertochter von Pauline, die weder der Hektik des gesellschaftlichen Lebens noch der Suche nach Sinn viel abgewinnen kann. Stets nur auf ihren eigenen Genuss fixiert, schnell gelangweilt und ziellos stellt sie eine einen totalen Kontrast zu Nona und Pauline dar.
Die widersprüchlichen Charaktere werden von Edith Wharton so detailliert und absurd dargestellt, dass es eine echte Freude ist. Nie wird offen gespottet oder gewitzelt und doch sind viele Passagen unheimlich komisch. Meine liebsten Passagen waren Paulines innere Monologe und Überlegungen und deren feine Beschreibungen "Und eisern machte sie sich ans entspannen."
Die Sprache ist im ganzen Buch sehr detailliert und fein, manchmal ein bisschen verschnörkelt aber immer passend zur Situation. Toll sind auch die vielen hilfreichen Fußnoten und Erklärungen.
Unterm Strich kann ich dem Roman nur fünf Sterne geben. Handlung, Charaktere, Übersetzung, Gestaltung und Titel... Alles passt zusammen und macht das Lesen zu einem großen Vergnügen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer schläft, sündigt nicht, 9. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Dämmerschlaf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Inhalt
New York in den 20ern: Pauline Manfords Leben ist fast perfekt. Ihr Terminplan ist von morgens bis abends voll, sie wird von den Mitgliedern der High Society für ihre Partys bewundert und auch ihre zweite Ehe läuft glänzend. Doch dann wird die Ehefrau ihres Sohnes widerspenstig. Sie möchte sich selbst verwirklichen und ein Filmstar werden. Ein Familienmitglied auf einem Hollywood-Plakat ... das geht gar nicht! Und so bereitet Pauline eine Gegeninitiative vor, die die ganze Familie herausfordert.

Meine Meinung
Eigentlich bin ich kein übermäßiger Fan der 20er, aber dieses Buch hat mich geradezu angelacht. Die Gestaltung finde ich wunderschön und außerdem fand ich es interessant, einen Roman über die High Society der damaligen Zeit zu lesen ... geschrieben von einer Dame, die genau aus diesem Milieu kommt und damit bestens Bescheid weiß. Und trotz manch zäher Stelle hat es sich gelohnt.

Die Darstellung der Upper Class gelingt Edith Wharton unglaublich gut. Diese Oberflächlichkeit und Selbstsucht (die durch scheinbare Nächstenliebe verschleiert wird) steckt so tief in den Menschen, dass sie es selbst gar nicht mehr merken. Pauline engagiert sich für die Geburtenkontrolle und gleichzeitig für die uneingeschränkte Mutterschaft ... dass dies sich widerspricht, fällt ihr gar nicht auf bzw. stört sie nicht. Hauptsache, man ist präsent. Manche Ereignisse sind wirklich zum Schreien, allerdings war ich mir manchmal selbst nicht sicher, ob zum Schreien komisch oder frustrierend.

Kleine Probleme werden zum Drama, während wirklich Probleme mit dem Argument beiseite geschoben werden, dass man einfach nicht daran glauben solle, dann gibt es die Probleme auch nicht. Dieses Lebensprinzip führt dazu, dass eigentlich niemand wirklich mit jemand anderem redet, alles soll den Schein der Perfektion wahren. So erfährt man als Leser eher selten konkret von den Geheimnissen und Problemen, weil alles durch die Blume oder hinter vorgehaltener Hand vermittelt wird. Ich weiß bis jetzt nicht, was wirklich passiert ist und was ich mir nur so zusammengereimt habe, beruhend auf vagen Spekulationen der Protagonisten. Dieses Nicht-Wissen muss man mögen, sonst wird man an diesem Buch keine Freude haben. Ich persönlich fand diesen Stil sehr gelungen, weil er einfach sehr gut die Stimmung und das Gefühl der Zeit vermittelt.

Dennoch hatte ich auch meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Zwischenzeitlich hat mich die extreme Oberflächlichkeit der Personen und damit auch des Romans gestört. Es gibt eigentlich keine Problemstellung, nur Einbildung und Unvermögen. Mir ist klar, dass das das eigentliche Problem der 20er war, aber in diesem Moment war mir das einfach zu viel Lärm um Nichts.
Außerdem gab es einige Stellen, die sich für mein Empfinden ziemlich zogen, in denen wirklich gar nichts passiert bzw. vorherige Handlungen sich wiederholen.

Insgesamt fand ich das Buch aber gut. Das teilweise absurde Verhalten der Charaktere ließ mich immer wieder den Kopf schütteln und meiner Meinung ist der Roman gerade in unserer Zeit wieder hochaktuell. Man entdeckt hier durchaus einige Eigenschaften, sie für unsere Gesellschaft typisch sind: man will sozial erscheinen (ist es aber nur innerhalb der Wohlfühlzone), man liebt Statussymbole und das Bild, das die Öffentlichkeit von einem hat, geht über alles. Eigentlich schade, dass uns dabei der Stil der 20er verloren gegangen ist.

Fazit: Wer die 20er mag, wird dieses Buch lieben. Wer nicht, kann trotzdem einen Blick wagen.
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5.0 von 5 Sternen absolut erstklassig, 28. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Dämmerschlaf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist absolut erstklassig. Ich kannte schon Edith Whartons Bücher und es überraschte mich nicht, dass auch dieses zweifellos grandios ist. Es hat nichts an Aktualität verloren, genauso gut könnte es die derzeitige Gesellschaft beschreiben, mit dem Karriere- und Schönheitswahn einerseits, und Oberflächlichkeit andererseits. Es passiert im Buch nicht gerade viel und trotzdem bekommt der Leser ein glänzendes Psychogramm in Form eines Romans. Wharton war eine bemerkenswerte Beobachterin und konnte die Charaktere faszinierend in Wort fassen. Pauline ist DIE PERFEKTE Frau (köstlich: S.110), Dexter ein Arbeitstier, Arthur ein Hypochonder, Lita die Gemeinheit in Person usw. Köstlich ist auch der leicht bissige Humor der Autorin. Ein Beispiel gefällig? „Ihr Parfüm erinnerte ihn immer an ein besseres Desinfektionsmittel. … Sie wollte das Leben entbakterisieren“ (S.51). Davon gibt es im Buch jede Menge. Pauline hat keine wirklichen Sorgen oder Probleme im Leben und erfindet welche. Die Skandale werden schön unter den Teppich gekehrt, egal was mit den Opfern wird. Hauptsache die Öffentlichkeit erfährt nichts davon. Es findet keine echte Kommunikation zwischen den Protagonisten. Vor lauter Oberflächlichkeit missversteht jeder jeden. Einzig und allein Nona schein eine etwas vernünftigere Person zu sein, leidet aber darunter. „Sie denkt zu viel“, meinen die anderen. Sprachlich ist das Buch meisterhaft, natürlich auch dank der hervorragenden Übersetzung. Im Nachwort bekommen wir auch zusätzliche Informationen über Edith Wharton, was ich ganz toll finde. Der Umschlag passt perfekt zum Buch. Hut ab! Was mich allerdings etwas irritiert hat, sind einige Anmerkungen. So weit ich es verstanden habe, richtet der Manesse Verlag diese Bücherreihe an den etwas anspruchsvolleren Leser. Darunter verstehe ich vor allem einen belesenen, wissenden Leser. Deswegen verstehe ich nicht, warum auch Begriffe, die für mich selbstverständlich und klar sind, in den Anmerkungen zusätzlich erklärt werden. Das ist aber meinerseits jetzt Meckern auf dem höchsten Niveau. Von mir volle Punktzahl.
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4.0 von 5 Sternen Satirischer Gesellschaftsroman, 11. September 2013
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Dämmerschlaf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die New Yorker High Society in den Goldenen Zwanzigern ist Schauplatz des Romans „Dämmerschlaf“ der amerikanischen Schriftstellerin Edith Wharton (1862-1937). Im Mittelpunkt der Handlung steht die wohlhabende Pauline Manford, die alles daransetzt, mit ihrer Familie zu den besseren Kreisen zu gehören.

Diese eherne Zielstrebung ist äußerst stressig und zeitaufwändig: mentales Verjüngungstraining, Maniküre, Gesichtsmassage, Besprechung mit der Köchin … Mrs. Manford Terminkalender ist randvoll. Dazu noch die gesellschaftlichen Verpflichtungen, denn sie engagiert sich gleichermaßen für die uneingeschränkte Mutterschaft wie für die Geburtenkontrolle.

Mrs. Manford hat ihren ersten Ehemann verlassen, weil er ihrem Ehrgeiz zurückblieb und mehr Alkohol konsumierte, als in ihren Kreisen schicklich ist. Ihrem zweiten Ehemann, einem Anwalt, hängen diese ewigen Partys und Empfänge aber auch zum Hals heraus. Deshalb hängt sich Pauline an einen inspirierenden Psychoguru, der sich jedoch als Scharlatan entpuppt. Und dann ist da noch die Schwiegertochter, die von einer Karriere in Hollywood träumt. Ihr Konterfei auf Plakaten? - so tief ist noch kein Familienmitglied gesunken.

Wie soll man da bei dieser Ruhelosigkeit und gesellschaftlichen Erwartung als High-Society-Gastgeberin ein normales Leben führen? Auf Partynächte und Schönheitschirurgie folgen die Ernüchterung und eine innere Leere. In Whartons Schilderung spürt man die Verachtung für eine Gesellschaft, die mit Alkohol und Drogen eine Betäubung vor dem Alltag suchen. Kritisch hinterfragt die Autorin das Lebensgefühl und die schöne Scheinwelt der oberen Zehntausend und hat damit ein Thema angerissen, dass in jeder Gesellschaft aktuell ist.

„Dämmerschlaf“ erschien 1927 und bereits vier Jahre später in deutscher Sprache, Nun liegt der satirische Gesellschaftsroman in einer neuen deutschen Übersetzung vor. Komplettiert wird er durch ein Nachwort, das dem Leser einige Informationen zu Edith Wharton und ihrem Werk vermittelt. Nach fast neunzig Jahren immer noch eine unterhaltsame Lektüre.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leicht überzogene Realitätsschreibung :-), 26. August 2013
Von 
Xirxe (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Dämmerschlaf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wer sich bei diesem Buch einen spannenden Roman um eine wohlhabende Familie mit Intrigen und/oder womöglich sogar Verbrechen verspricht, wird aller Wahrscheinlichkeit nach ziemlich enttäuscht werden. Edith Wharton beschreibt einen relativ kurzen Zeitraum (1/2 Jahr?) im Leben einer der vermögensten Familien New Yorks, wobei die Handlung jedoch eher beiläufig bleibt. Etwaige Aufreger wie Betrug, obskure Sexveranstaltungen (?) und Affären bleiben eher Nebenschauplätze als dass sie tatsächlich in den Mittelpunkt des Geschehens rücken. Stattdessen sind es die mehr oder weniger alltäglichen Tages-, Handlungs- und Gedankenabläufe, die mit spitzer Feder ziemlich detailliert beschrieben werden sowie die Art und Weise, wie sich die Familie mit den verschiedenen Affären arrangiert: ignorieren oder mit Geld verhindern. Zwar ist klar, dass dies alles doch recht grell gezeichnet wird (Pauline ist beispielsweise gleichzeitig intensiv engagiert in den Kommitees für Geburtenkontrolle wie für uneingeschränkte Mutterschaft, ohne hierin einen Widerspruch zu sehen), doch irgendwie scheint die Realität nicht allzu weit entfernt...
Nichtsdestotrotz kurz zum Inhalt: Pauline Manford, das (weibliche) Oberhaupt einer reichen Familie New Yorks der Zwanziger, hat einen Terminplan wie eine Vorstandsvorsitzende eines weltumspannenden Unternehmens. Doch statt Vorstandssitzungen, Geschäftsessen und/oder Aktionärstreffen wechseln sich bei Pauline sportliche Ertüchtigungen, Schönheitspflege sowie kulturelle und gesellschaftliche Verabredungen zur Errettung der Welt ab - meist im 15-Minuten-Takt. Dennoch ist sie für ihre beiden Kinder Jim und Nona die geliebte und auch bewunderte Mutter, auch wenn diese überhaupt nicht nach ihr kommen. Jim aus erster Ehe genoß das Leben wie es kam bis er Lita heiratete, eine exzentrische Künstlerin (?), der er völlig verfiel, sodass er sogar einen Bürojob annahm, um dem Bild eines anständigen Ehemannes zu genügen (was jedoch eher im Sinne Paulines als Litas war). Nona indes ist mit ihren 19 Jahren auf der Suche nach dem Sinn: Wozu das ständige Herumjagen von einem Termin zum nächsten? Treffen mit Menschen die man nicht mag, nur weil sie einem einen Kardinal als Gast bescheren können? Macht all das glücklich? Offenbar nur ihre Mutter. Jims Ehefrau ist schon nach kurzer Zeit von allem und allen zu Tode gelangweilt und will die Scheidung; Paulines Ehemann steckt in einem Gefühlschaos, an dem Lita nicht ganz unschuldig ist; Paulines momentaner Guru droht offenbar ein Prozess, in dem ihr Ehemann ermittelt undundund.
Die Gesellschaft die Edith Wharton 1927 so detailliert beschrieben hat, stammt aus den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Doch es sind exakt die gleichen Phänomene, incl. des Verhaltens der Presse, die sich eins zu eins in unseren heutigen Zeiten wiederfinden. Krankheit und Tod werden verdrängt, was zählt ist das eigene Wohlbefinden und gute Aussehen: Wer krank ist oder sogar stirbt, ist selber schuld ;-) Esoterik, Okkultismus und oberflächliche Themen die die Schlagzeilen beherrschen; volle Terminkalender um der eigenen Sinnlosigkeit nicht zu begegnen - das bestimmte damals wie auch heute weite Teile der 'besseren' Gesellschaftsschichten. Obwohl Wharton dieses Buch bereits vor fast 90 Jahren schrieb, wirkt die Sprache noch immer frisch. Spöttisch und etwas affektiert - so, wie es diesem ganzen Roman entspricht. Mich hat dieses Buch fast durchweg amüsiert, wobei es durchaus seine Längen hat. Zum 10. Mal über die Lichtgestalt Lita zu lesen, die einer Vase, Lampe, Glas oder was auch immer ähnelt und von innen leuchtet, ist dann doch genug. Dennoch: Es hat sich gelohnt.
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3.0 von 5 Sternen Die Goldenen Zwanziger, 2. Oktober 2013
Von 
Jarmila Kesseler "esposa1969" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Dämmerschlaf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Roman "Dämmerschlaf" spielt in den Goldenen Zwanzigern. Pauline Manford und ihre Familie, die zur New Yorker Oberschicht der 1920er Jahre gehört ist Hauptperson dieser Geschichte. Pauline und ihre Familie befinden sich in einer Art "Dämmerschlaf", weil sie in ihrer eigenen Welt leben, alles minitiös planen. Besonders Pauline: Ob Partyvorbereitungen, gesellschaftliche Ereignisse, wohltätiges Engagement ... Ihr Terminkalender ist langweilig gefüllt, jeder lebt sein eigenes Leben - sie und ihr Mann - und leben eher aneinander vorbei, als miteinander. Das erste Viertel des Buches zog sich hin wie Kaugummi und versetzte mich fast in einen Dämmerschlaf, später dann, als ich mich eingelesen hatte, war der Roman dann doch ganz nett, mehr aber auch nicht.
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3.0 von 5 Sternen Das Zeitalter der Selbstoptimierung, 14. Juli 2014
Von 
Birgit Böllinger (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Dämmerschlaf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nun, Pauline Manford hat Mittel (auch in finanzieller Hinsicht) und Wege genug, um dieses Problem der fehlenden kommunikativen Achtsamkeit zu lösen. Mit etwas Lektüre von Dale Carnegie und Dr. Joseph Murphy schöpft sie ihr Unterbewusstsein als die wahre Quelle ihres Reichtums aus, ein Seminar in positivem Denken führt zu mentalem Positivismus, dazu eine Prise neurolinguistisches Programmieren, sowie einige Gespräche mit dem Trainer für Selbstoptimierung und für den programmatischen Überbau etwas Philosophie light mit Richard David Precht: Schon ist man wieder gerüstet für das nächste Society-Event, den nächsten Wohltätigkeitsball.

Uuups…da bin ich ein paar Jahrzehnte verrutscht. Um zu zeigen, wie modern Edith Whartons einziger satirischer Roman „Dämmerschlaf“ auch heute noch ist. Die Erzählung einer Familie der New Yorker „Oberen Zehntausend“ liest sich so frisch, als spielte er in der Jetztzeit. Also nicht, dass ich persönlich mich in diesen Kreisen bewegen würde – was aber in den „Goldenen Zwanzigern“ wohl ein Wohlstandsphänomen war, ist heute ein Massenphänomen in einer für viele gesättigten, ziellosen, orientierungslosen Zeit: Das Fieber der Selbstoptimierung. Die Suche nach dem mentalen Führer. Wo keine anderen Sorgen mehr spürbar sind, widmet man sich der eigenen „Achtsamkeit“ (mein Pfui-Wort des Jahres – aus Erfahrung sind dies meist die egozentrischsten, unachtsamsten Menschen), wo Wohlstandslangeweile vorherrscht, feilt man an seinem kleinen Ego.
[...]
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4.0 von 5 Sternen New York in den besten Jahren ..., 13. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Dämmerschlaf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Erzählerin Mansford berichtet am Anfang der Geschichte von ihrer Familie .
Von ihrer Mutter die ein knallhartes Leben führt und die keine Kompromisse macht .
Ihr Leben besteht aus einem straffen Zeitplan , wenn jemand nicht funktioniert wird er einfach aussortiert !
Sollte es ein Mann sein , dann lässt man sich halt einfach scheiden !
Was nicht passt wird aussortiert !
In diesem Buch wird New York in den 20iger Jahren , so glanzvoll und unbekümmert beschrieben , dass man sich wünscht man hätte diese Zeit miterlebt !
Eine Stadt voller Glanz , Jubel, Partys und Terminen .
Eine normale Frau musste sich genau an ihren Terminkalender halten , um keine Veranstaltung zu verpassen .
Familienmitglieder wie z.B. Kinder mussten froh sein , wenn ihre viel beschäftigte Mutter noch einen Termin frei hatte !
Pauline Manfort träumt von der großen Karriere und ist mitten im Leben von New York angekommen .
Um wirklich nicht zu vergessen , beschäftigt sie seit Jahren eine Sekretärin.
Pauline Manfort befindet sich in einem Leben , in dem es nur um Partys , Schönheit und Status geht .
Der Schreibstil der Autorin , ist absolut bissig , frech und sie braucht nicht Lange um Dinge auf den Punkt zubringen .
Zwischen cooler Lässigkeit und spöttischen Bemerkungen , wechselt sie geschickt die Perspektiven und Sichtweisen .
Ein spöttischer und bissiger Roman , über die Gesellschaft New Yorks in den "besten Jahren"
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Dämmerschlaf: Roman
Dämmerschlaf: Roman von Edith Wharton (Gebundene Ausgabe - 26. August 2013)
EUR 24,95
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