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5.0 von 5 Sternen Eine Entmythologisierung der Neuen Welt
Im Jahr 1879 machte sich Robert Louis Stevenson an Bord eines Auswandererschiffes von Schottland auf den Weg in die USA, um zu der Frau zu gelangen, die er später heiraten sollte. Die Schiffspassage nach New York und die folgende Zugreise nach San Francisco nutzte der damals schon bekannte Schriftsteller, um inkognito das ganze Unternehmen zu studieren. Dabei...
Veröffentlicht am 18. Januar 2010 von Gerhard Mersmann

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3.0 von 5 Sternen Traum und Albtraum einer Auswanderung
Im Jahr 1879 unternahm der 29-jährige Stevenson eine Reise auf einem Auswandererschiff von Schottland nach New York und von dort per Eisenbahn weiter bis nach San Francisco. Er war auf dem Weg zu Fanny Osbourne, einer Amerikanerin, die er zu heiraten gedachte. Sie war wesentlich älter als er und hatte sich von ihrem ersten Ehemann getrennt. Die Hochzeit der...
Veröffentlicht am 2. Mai 2011 von H. Becker


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Entmythologisierung der Neuen Welt, 18. Januar 2010
Von 
Gerhard Mersmann "GM" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Emigrant aus Leidenschaft (Gebundene Ausgabe)
Im Jahr 1879 machte sich Robert Louis Stevenson an Bord eines Auswandererschiffes von Schottland auf den Weg in die USA, um zu der Frau zu gelangen, die er später heiraten sollte. Die Schiffspassage nach New York und die folgende Zugreise nach San Francisco nutzte der damals schon bekannte Schriftsteller, um inkognito das ganze Unternehmen zu studieren. Dabei gelangen ihm exzellente Sozialstudien über die verschiedenen Typen von Emigranten, die durch ihren Charakter sehr stark in eine tabulose Sozialkritik gingen, sodass die Familie Stevensons bis nach seinem Tod das Erscheinen dieser Aufzeichnungen verhindern konnte. Stevensons Reisebericht ist ein lesenswertes, meisterhaft geschriebenes Buch, das zahlreiche Aufschlüsse über die Psychogramme der Auswanderer, die Befindlichkeit des Alten Europa und das Verhältnis der Neuen Welt zu seinen Wurzeln vermittelt.

Dabei bricht Stevenson in sehr beeindruckender Weise mit bestimmten Klischees, die bis in unsere Tage überdauert haben. Seinen Beobachtungen zufolge sind es nicht die Jungen, Hungrigen, Talentierten und Tatendurstigen, die ihrer Heimat den Rücken kehren, sondern in der Mehrheit eher Menschen mittleren Alters, die mit ihren Familien vor Missgeschicken und Lastern fliehen wollen, die sie durch ihre Eigenschaften aber mit im Gepäck tragen. Sie unterliegen einer Illusion, die gewaltiger nicht sein kann und Stevenson entlarvt den Selbstbetrug mit aller Schärfe. Auch den Konservatismus der Arbeiterklasse nimmt er aufs Korn und illustriert dieses an zahlreichen Beispielen. Die soziale Stratifikation auf dem Schiff, die sich an der Zugehörigkeit zu verschiednen Decks unterschiedlicher Preisordnung bis hin zu den blinden Passagieren festmachen lässt, verhilft ihm ebenfalls zu Beobachtungen, die von ihrer sozialen Wirkung großartig sind. So beschreibt Stevenson, wie die Kinder der unterschiedlichen sozialen Klassen immer wieder gerne an der Reling spielen und herumklettern. Während die Eltern der höheren Gesellschaft sofort intervenieren und wegen der Gefahr ihre Kinder dort weg holen, beobachtet er, wie die Mütter aus der Working Class mehr Geduld mit ihren Kleinen haben, weil es für sie schlimmer sei, dass sie ihren Mut verlören, als dass sie sich den Hals brächen.

Bildet New York nur eine kurze Zwischenstation, so reicht die lange Zugfahrt quer durch den Kontinent nach San Francisco dazu aus, um die Dimension des Landes ebenso zu erfassen wie die die soziale Abgrenzung der Emigrantengruppen untereinander, die nach einem subtil ausgeklügelten System sogar bereits in der Neuen Welt formalisiert ist. Stevenson hat ein Auge für die Ureinwohner, denen er immer wieder begegnet und deren Schicksal er ebenso anprangert wie er einer Romantisierung der Siedlergeschichte und des Goldrausches mit seinen bestialischen Kämpfen den Boden entzieht. Trotz seines scharfen Blickes und manch kalter Analyse werden die Beobachtungen getragen von einem hohen Respekt gegenüber den Leistungen der Zivilisation und einem großen Humanismus. Und auch Stevenson trägt zu der Erkenntnis bei, dass die Emigration zu den großen Labors der Erkenntnis zu zählen ist, in denen das Wesen der menschlichen Existenz studiert werden kann.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestens erzählter Realismus über die Erlebnisse einer Auswanderung nach Amerika im Jahr 1879, 20. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Emigrant aus Leidenschaft (Gebundene Ausgabe)
Robert Louis Stevenson liefert mit seinem Buch "Emigrant aus Leidenschaft" einen Reisebericht, der in jeder Hinsicht lesenwert ist. Der Schreibstil ist brilliant und der Inhalt bleibt bis zur letzten Seite unterhaltsam und lehrreich. Der Schotte, der 1879 von Glasgow mit dem Schiff in Richtung New York aufbricht, beschreibt mit Scharfblick, Herzenswärme und einer gehörigen Portion Humor und Menschenkenntnis die Geschehnisse auf der Reise. Stevenson beleuchtet die Beweggründe der Menschen zur Auswanderung und räumt durch seinen unverstellten und messerscharfen Blick mit vielen romantischen Klischees über das Auswandern auf. Obwohl 1879 geschrieben, haben viele seiner Beobachtungen bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. Eines meiner liebsten Bücher.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Auswandererwelle mit den Augen eines Literaten, 2. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Emigrant aus Leidenschaft (Gebundene Ausgabe)
Wer RLS als Jugendbuchautor ansieht, bemerkt spätestens bei diesem literarischen Reisebericht, dass er sich enorm ver- und Stevenson unterschätzt hat.

Beschrieben wird die Überfahrt nach Amerika auf einem Auswandererschiff im Jahr 1879, die Ankunft in New York sowie die anschließende Zugreise nach San Francisco. Von der ersten Seite an wird man Zeuge der genauen Beobachtungsgabe Stevensons, welche die sozialen Betrachtungspunkte seines Umfeldes in den Mittelpunkt stellt. Ungeschönt bringt RLS die Beschwerlichkeiten der Fahrt zur Sprache (die laut Nachwort unter anderem der Grund waren, warum seine Familie diesen Bericht bis nach seinem Tod vor der Veröffentlichung zurück gehalten hat), ebenso wie kulturelle Eigenschaften und vor allem Unterschiede seiner Mitreisenden und anderer Menschen, die ihm begegnen oder von denen er hört. Dabei hält er sozialkritisch einen neutralen Standpunkt, ohne in Stereotypismus oder Glorifizierung/Romantifizierung zu verfallen. Vor dem Hintergrund zahlreicher Beschreibungen des Gefälles seiner britischen Heimat zur neuen Welt taucht er in die Lebensweise aller Bevölkerungsschichten ein. Dabei ist stets sein Respekt zu spüren, mit dem er alle Facetten der Zivilisation vorsichtig beleuchtet und auseinandernimmt, um sie in ein Gesamtweltbild einzufügen. RLS beschreibt gekonnt, aber er polarisiert nicht.

'Emigrant aus Leidenschaft' ist ein wunderbarer Nonfiction-Text im Kleinformat, der zu den Lektüren zählt, die man mehr als einmal aus dem Regal nimmt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Traum und Albtraum einer Auswanderung, 2. Mai 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Emigrant aus Leidenschaft (Gebundene Ausgabe)
Im Jahr 1879 unternahm der 29-jährige Stevenson eine Reise auf einem Auswandererschiff von Schottland nach New York und von dort per Eisenbahn weiter bis nach San Francisco. Er war auf dem Weg zu Fanny Osbourne, einer Amerikanerin, die er zu heiraten gedachte. Sie war wesentlich älter als er und hatte sich von ihrem ersten Ehemann getrennt. Die Hochzeit der beiden fand schließlich im Mai 1880 statt und die Ehe galt als glücklich.

"...darauf erpicht, die übelsten Seiten des Emigrantendaseins kennenzulernen...", reiste Stevenson in der sogenannten "zweiten Kajüte", die in direkter Nachbarschaft zu den Zwischendecks (der schlechtesten Unterkunft auf dem Schiff) lag und nur wenig mehr Komfort bot, obwohl er seiner sozialen Stellung nach zu den Passagieren der 1. Klasse gehörte und sich diese wohl auch hätte leisten können. Doch er wollte Beobachtungen machen und Erfahrungen sammeln, indem er sich unter die Ärmsten der Auswanderer mischte. Was ihm dabei am deutlichsten ins Auge fiel, war die Tatsache, dass diese Menschen zum überwiegenden Teil nicht die jungen, vitalen, abenteuerlustigen, kämpferischen Eroberer waren, die er sich vorgestellt hatte. Nein, er empfand sie eher als Geschlagene auf der Flucht, eine Gesellschaft von Gescheiterten. "Wir waren eine Schiffsladung voll Versager, die gebrochenen Menschen Englands." - so drückt er sich aus - und fand diese Ansicht auch auf seiner Fahrt in den Auswandererzügen quer über den Kontinent bestätigt.

Trotz seiner teils düsteren Erfahrungen und Erkenntnisse schwingt in Stevensons Reisebericht immer ein leiser, sehr menschlicher Humor mit. Er schreibt sozusagen mit einem nachsichtigen Lächeln im Gesicht auch über Härten und Grobheiten. Vor den Schwächen und Fehlern seiner Mitmenschen verschließt er nicht die Augen, aber er ist stets bereit, mildernde Umstände gelten zu lassen oder die Sache von der heiteren Seite zu sehen und er spart auch nicht an Selbstironie. So ist ihm eine sprachlich geschmeidige, gedanklich frische, realistische Schilderung seines Reiseabenteuers voller kurioser Situationen und seltsamer Käuze gelungen.
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Emigrant aus Leidenschaft
Emigrant aus Leidenschaft von Robert Louis Stevenson (Gebundene Ausgabe - 8. März 2005)
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