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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literatur im besten Sinn, 12. Februar 2002
Ein Buch, das sich sprachlich auf hohem Niveau bewegt und verständlich bleibt: Das ist Literatur im besten Sinn. Eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt: Eine Kindheit und Jugend im nationalsozialistischen Berlin wird da ganz aus der Sicht des Kindes erzählt. Am Anfang ist die Welt noch in Ordnung, Irritationen werden naiv erklärt oder verdrängt. Allein der Leser weiß sie anders zu deuten. Da wächst ein Kind im behüteten großbürgerlichen Elternhaus auf und will auch im jugendlichen Alter nicht wahrhaben, was politisch passiert und auch ihn betreffen sollte. So findet der Junge wie selbstverständlich zu HJ, SS und Kriegseinsatz. Als die Welt um ihn zusammenbricht, erfährt er das Geheimnis seiner Herkunft, das er wohl immer geahnt hat, aber nie hat sehen wollen. Doch da ist die Katastrophe schon eingetreten.
Raddatz ist ein Buch gelungen, das so voller Bezüge und Andeutungen ist, dass man, wenn man die letzte Seite gelesen hat, noch einmal durch die Geschichte gehen will, um noch mehr zu verstehen und die Ungeheuerlichkeit dieser Geschichte, die so harmlos beginnt, wirklich begreifen zu können.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich habe dich anders gedacht ..., 20. Januar 2002
Von Ein Kunde
... hat ihm Onkel Sami beim letzten Besuch gesagt, als er ihm stolz den Aufsatz über seinen Eintritt in die Hitlerjugend vorgelesen hatte. Es war in Paris, in jener ärmlichen Dachwohnung, in die der ehemalige Schokoladenhersteller aus für den kleinen Achim unerklärlichen Gründen eingezogen war. Dabei hatte er ein wunderschönes Haus am Wannsee gehabt, das Achim *Dampfer* taufte. Die wöchentlichen Besuche auf dem Dampfer und die Zeit, die er mit dessen Kapitän, Onkel Sami verbrachte bedeuteten die strahlende Seite von Achims Kinderwelt, im Gegensatz zur etwas düsteren Atmosphäre in seiner protestantischen Familie.
Onkel Sami verschwindet eines Tages und läßt eine enttäuschte Kinderliebe hinter sich. Doch die Zuneigung des Knaben findet allmählich ein anderes Ziel : den Sportlehrer, der ihn, einen verwirrten Pubertierenden, der nur Anerkennung brauchte, zur Hitlerjugend verführte.
Es fällt mir immer noch schwer dieses Buch zu beurteilen:
Inhaltlich: beeindruckend. Eine Geschichte, die in der Nazi-Zeit spielt, kann einen unmöglich kalt lassen. Das Thema: "Die Verführungsart des Nationalsozialismus" ist meiner Meinung nach etwas an der Oberfläche geblieben. Gut, in einer so kurzen Erzählung hätte man auch nicht viel machen können, aber die Naivität Achims, als er schon Erwachsener war, schien mir dann doch etwas zu dick aufgetragen.
Schön fand ich andererseits die Beschreibung seiner Kinderwelt, am Anfang so sonnig und unbefleckt, dann nach und nach während er das eine oder andere entdeckt (da seine Eltern viel zu sparsam mit den Erklärungen umgingen) doch bekümmerter bis plötzlich alles abstürzt ... Und dann wie die Kindervorstellungen u. Träume ins Erwachsenenleben münden.
Sprachlich: Raddatz bedient sich hier moderner Sprachmittel, webt den normalen Erzählfluß mit Gedankenstrom u. erzeugt dabei ein rasantes Tempo. Vor allem die Kriegsszenen fand ich beeindruckend.
FAZIT: Allein aus der Tatsache, daß mich diese Erzählung so beschäftigt, kann ich schlußfolgern, daß sie etwas hat, was sie lesenswert macht *g* Außerdem habe ich sie in einem Rutsch gelesen ... Und Sternchen kriegt sie 4 von 5 *ggg*
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Ich habe Dich anders gedacht
Ich habe Dich anders gedacht von Fritz J. Raddatz (Gebundene Ausgabe - 1. August 2011)
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