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In fremden Gärten
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Januar 2004
Ich habe Peter Stamms neues Buch besorgt, nachdem ich ihn daraus im Frankfurter Literaturhaus im Januar 2004 lesen hörte. Etwas skeptisch ob der hervorragenden Rezensionen seines Erstlings: "Agnes" im literarischen Quartett, muss ich sagen, Stamm hat meinen Geschmack getroffen. Erinnernd an Ingo Schulzes: "33 Augenblicke des Glückes" oder die Kurzgeschichten Raymond Carvers, stellen insbesondere seine Kurzgeschichten, die z.T. 10-11 Seiten nicht überschreiten, den Menschen in den Mittelpunkt seiner sehr dichten Handlungen. Erzähltechnisch arbeitet er häufig mit der Methode des Rückblickes. Beispielhaft etwa in der ersten Kurzgeschichte des vorliegenden Bandes: "Der Besuch": Gegen Mittag starb der Vater, und Regina und die Kinder gingen nach Hause und taten, was zu tun war. Aber schon an diesem Abend fuhren wieder alle. Verena hatte gefragt, ob es in Ordnung sei, ob die Mutter zurechtkomme, und versprach, früh am nächsten Tag dazusein. Regina schaute den Kindern nach und sah, wie sie vor dem Haus miteinander redeten. Sie fühlte sich ihnen ausgeliefert. Sie wußte, worüber sie sprachen. Nach Gerhards Tod war das Haus noch leerer." Plötlich zeigt sich: trotz aller "Reizüberflutungen" unserer modernen Massengesellschaft zum Trotz existieren Trauer und Einsamkeit. Nicht umsonst konstatieren Kritiker seiner Geschichten eine tiefgreifende Melancholie. Stamm erweist sich, wie Hajo Steinert im "Tagesanzeiger" zu recht geschrieben hat, als ein "Meister des Unspektakulären", als "Virtuose der kurzen erzählerischen Form." Er erweist sich dabei als scharfsinniger Beobachter der menschlichen Psyche. So fand ich es nicht verwunderlich, dass der Autor Psychologie studiert hat. Zu genau erforscht er das Innere im Menschen, beleuchtet die Beziehungen zueinander. Stamm erklärte bei der Lesung, er konstruiere seine Geschichten nicht nach einem genauen Plan, sondern lasse die Handlung auf sich zukommen, d.h. er weiß am Anfang selber noch nicht, wie die Geschichten ausgehen. Auch dies merkt man meines Erachtens. Nun sind meines Erachtens nicht alle 11 versammelten Geschichten gleich gut. Insbesondere die Erzählung: "Alles, was fehlt" hat mich etwas enttäuscht; ihr fehlt die Stringenz und Übersichtlichkeit der Handlungsführung, die seine anderen Geschichten auszeichnen. Insofern hat mir "Blitzeis", Stamms erste Kurzgeschichtensammlung, noch besser gefallen. Die dort versammelten Geschichten sind kürzer und meines Erachtens noch stringenter. Nichtsdestotrotz einer der großen deutschsprachigen Erzähler, die - neben Carver und Schulze - zu recht zur Generation der neuen hoffnungsvollen Autoren gehören, die Weltliteratur erschaffen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 23. Oktober 2011
Nicht immer wird man mit Kurzgeschichten eines geschätzten Schriftstellers glücklich - manchmal läuft es auch auf "angefangene Romane" hinaus, die sich als Fehlversuch erwiesen haben.

Die 9 Kurzgeschichten "In fremden Gärten" von Peter Stamm bilden eine erfreuliche Ausnahme.

Das mag daran liegen, dass es dem Schweizer Autor ungewöhnlich gut gelingt, schon in wenigen Sätzen in andere Wirklichkeiten zu entführen. Die skizzierten und dennoch detailgenauen Erzählungen entwickeln schnell eine Welt der Phantasie und lassen den Leser nach wenigen Seiten verblüfft zurück.

Dabei wechseln sowohl die Charaktere als auch die Themen und Plätze. Immer aber geht es um die "kleine" zwischenmenschliche Beziehung, die Dramatik des Alltags.

Peter Stamm zeigt uns die enorme Bandbreite seiner Phantasie auf. Man sollte bei der Lektüre vielleicht nicht zu ungeduldig sein, denn den größten Genuss bietet es, sich jeweils nur eine einzige Erzählung zu Gemüte zu führen und die Bilder nachwirken zu lassen.

Dennoch würde ich Stamm-Erstlesern empfehlen, sich zunächst mit der besonderen Schreibe des Schriftstellers anhand eines Romans vertraut zu machen - der Erstling "Agnes" eignet sich bestens. Wer die "großen" Erzählungen liebt, wird ganz sicher auch die kurzen Geschichten zu schätzen wissen.

Jury 5* A0764 23.10.2011eg
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 9. November 2003
Peter Stamm hat seinem zweiten Erzählband folgendes Goethe-Wort vorangestellt: "Er blickte zum Fenster hinaus und sah in einem fremden Garten viele Menschen beisammen, von denen er einige sogleich erkannte." Ich als Leser erkannte die Menschen in den Erzählungen nicht wirklich, sie blieben mir ziemlich fremd. Sämtliche Figuren stehen für Einsamkeit. Sie wohnen z.B. allein in einer fremden Stadt in einer grossen Wohnung, sind vereinsamt, schaffen es nicht, emotionale Beziehungen aufzubauen.
Als Interpretationshilfe dient auch das Titelbild, das einen englischen Irrgarten darstellt: Die Menschen irren ruhelos in einer Welt herum, die ein grosses Labyrinth ist. Der Weg ist unklar, ein Ausgang ist nicht erkennbar. Die Menschen befinden sich auf der Suche, wobei der Weg das eigentliche Ziel sein dürfte.
Peter Stamm ist ein grossartiger Autor, aber die elf neuen Geschichten kommen nicht an die Blitzeis-Erzählungen heran. "In fremden Gärten" ist für mich sein bisher schwächstes Buch, leider...
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Dezember 2003
«In fremden Gärten» - so heisst Peter Stamms im August 2003 erschienene Sammlung von elf Erzählungen. Vielen, die - so wie ich - keines seiner früheren Werke gelesen haben, mag der trockene, fast spröde Stil erst distanziert und deprimierend erscheinen. Doch genau dieser kühle Blick auf die unspektakuläre, düstere Welt kreiert eine einzigartige Stimmung voller Spannung und Erwartung. Die Charaktere scheinen unausgefüllt, ihr Leben allzu normal.
Sie sind verschiedenster Herkunft und gehören unterschiedlichen sozialen Schichten an. Manche sind alt, manche jung; viele leben allein, andere nicht. Aber alle suchen ihre Rechtfertigung, ihre Wirklichkeit. Sie warten darauf, ihren Lebensinhalt zu finden, was jedoch nicht geschieht. Sie versinken in Normalität und stehen vor menschlichen Abgründen. Vergeblich warten die Leser auf ein glückliches Ende.
Die schmucklose, scharfe, einsilbige, fast karge Sprache widerspiegelt die graue Lebenssituation der Hauptfiguren. Doch kaum merklich, aber durchgehend vorhanden sind ein verhaltener Humor und eine feine Ironie.
Das Leben der Charaktere wird auf wenigen Seiten abgehandelt. In der Titelgeschichte ist da zum Beispiel eine Frau, die den Garten ihrer Nachbarin Ruth pflegt, während diese in der Klinik ist. Sie denkt über Ruths von Schicksalsschlägen geprägtes Leben nach.
Ein anderes Beispiel ist die Geschichte einer jungen Frau, die Besuch von ihrem Vater erhält. Die Leser erhalten Einblick in eine sich wandelnde Vater-Tochter-Beziehung.
Der Stuntman Henry, Hauptfigur einer weiteren Geschichte, sehnt sich nach einer Frau, Kindern und einem normalen Leben. Er lernt Manuela kennen und glaubt, seinem Traum ein Stück näher zu sein. Doch alles kommt anders...
Die Figuren aller Erzählungen sind keine aussergewöhnlichen Menschen und regen so zur Identifikation an. Die Geschichten entspringen dem täglichen Leben. Sie werden jedoch von anhaltender Einsamkeit und Verlassenheit begleitet, was Fragen über das eigene Dasein aufwirft und dazu verleitet, bei uns selber eine düstere und melancholische Neigung zu suchen.
Die ungeschönte, allerdings etwas überzeichnete Darstellung der trostlosen menschlichen Existenz hat bei mir einen etwas fahlen Nachgeschmack hinterlassen.
«In fremden Gärten» ist ein aussergewöhnliches Buch, das zum Nachdenken anregt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Februar 2004
Peter Stamm erzählt in seinem Erzählband von Menschen im Alltag. Sie stehen mitten drin oder am Rande der Gesellschaft und sind irgendwohin unterwegs. Am besten gefallen haben mir die Geschichten «Die brennende Wand» (Artistenliebe), «Wie ein Kind, wie ein Engel» (wunderbarer Aufbau und Schicksalsgeschichte), «Der Aufenthalt» (eine Kurzgeschichte im wahrsten Sinne) und «Das Experiment» (Liebe ohne Sex?). Seine Sprache ist schnörkellos und auf das Wesentliche beschränkt. Manchmal wünschte ich mir mehr Tiefe bzw. längere Geschichten über die einzelnen Menschen. Auch sind nicht alle Geschichten in sich stimmig und packend. Deshalb «nur» 4 Sterne...
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Februar 2004
Wenn auch nicht alle, so gefallen sie mir doch wieder sehr gut, die neuen Erzählungen von Peter Stamm. Ausnahmslos alle kreisen um Erwartungen - ob in der Freundschaft, in der Partnerschaft, im täglichen Miteinander und in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Es gab aber auch Geschichten, die mir nichtssagend erschienen und nicht gefielen, wie „Fado" oder „Alles was fehlt". Manchmal musste ich mir noch mal vergegenwärtigen, wie die Überschrift lautete, um herauszubekommen, was die kleine, eben gelesene Geschichte, eigentlich aussagen wollte.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. September 2003
Neun kurze Erzählungen präsentiert der Schweizer Autor Peter Stamm in seinem neusten Erzählband. Das Leben, das verrinnt. Das Leben, das man mit Momentaufnahmen festhalten kann. Damit ihm einen Wert geben. Die Geschichten sind immer unspektakulär. Aber äusserst lebendig.
Berichtet wird von der 75jährigen Regine, der ihr grosses Haus abhanden gekommen ist.
Oder man erfährt vom Liebesexperiment von Chris und Yotslana , die ihre Liebe erhalten wollen, indem sie nicht miteinander schlafen.
Neunmal wird von Menschen berichtet, Menschen wie du und ich, Menschen, die dahinleben und vielleicht noch Träume, eher Träumchen haben. Oder sich an Träume erinnern.
Neun kurze Geschichten werden gut erzählt, immer wieder muss man trotz der eher melancholischen Grundstimmung leise lächeln.
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2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Mai 2008
Besprechung von

Fado
Kurzgeschichte in "In fremden Gärten"

Zusammenfassung
Der Erzähler, der sich bis jetzt immer gelangweilt hatte, wartet auf sein Schiff in Lissabon. Er will auswandern. Er geht durch die Stadt. Am Abend geht er in ein Restaurant. Dort sind zwei kanadische Frauen, die ihn einladen. Er bleibt passiv, geht aber an ihren Tisch. Die Frauen haben einen Strassensänger und einen Kellner kennengelernt. Sie wollen aber nichts zu tun haben mit diesen. Sie gehen noch in eine Disko, wo der Kellner allein vor einem Spiegel tanzt. Der Erzähler bleibt passiv, aber die Frauen nehmen ihn mit in ihr Zimmer und schlafen mit ihm im gleichen Bett. Am Morgen geht er fort und wirft die Adresse der beiden kanadischen Frauen fort. Dann geht er in eine Kirche und langweilt sich immer noch.

Ort
- Der Erzähler ist in Lissabon wo sein Schiff, das nicht abfährt, wartet ? in Lissabon ist alles feucht
- Er geht in Restaurant, wo man schlecht isst
- Man geht später in eine Disco, die leer und dunkel ist
- Die jungen Frauen wohnen in einem Zimmer in einer Privatwohnung ohne Ambiance aber mit Dusche
- Am Schluss geht der Erzähler in eine Kirche, wo sich die Leute die Hand geben müssen

Zeit
- Wir haben eine moderne Mentalität nach 1985 vor uns : der Erzähler ist ein moderner, gelangweilter, sich interessant findender Mann
- Er hat « hinter sich » : Langeweile
- Und vor sich : Hoffnung auf weniger Langeweile
- Die Erzählung spielt an einem Abend, in der Nacht, und am Vormittag

Ereignisse
- Es gibt keine oder nur belanglose Ereignisse : es treffen sich ein schweizer Intellektueller, zwei junge Kanadierinnen und einfache Portugiesen (Kellner, Sänger).
- Ein Portugiese tanzt allein.
- Was geschieht, ist essen, trinken, tanzen, eine Nacht zu dritt, eventuell Sex, duschen, einen Portugiesen abwimmeln, warten, sprechen (nicht einmal diskutieren), eine Bierflasche wegwerfen? keine wirklichen Ereignisse !

Motif
- Der Erzähler hofft, dass das Leben nicht mehr langeweilig ist und dass etwas geschieht, er wartet und bleibt passiv
- Die Figuren wehren sich effizient gegen jeglichen Kulturschock

Figuren
Autor (Ich-Erzähler)
- Er will auswandern, weil er sich bisher gelangweilt hat.
- Er ist passiv, überlässt prinzipiell den andern die Initiative.
- Interessiert sich prinzipiell für nichts, weder für die Menschen, die er trifft, noch für andere Länder.
- Menschen sind für ihn Klischees, er weiss, was sie wollen, immer das gleiche : Geld, Sex, essen, trinken.
- Er ist höflich und nett, er stellt sich ein bisschen Frauen und portugiesische Matschos.
- Er findet niemanden und nichts sympathisch.
- Er engagiert sich nie und langweilt sich dauernd.
- Damit er sich nicht langweilt, schreibt er « belanglose Gedanken » und Geschichten = Autor.
- Er verachtet Portugal.
- Er hofft passiv einen Sinn zu finden, zum Beispiel in der Kirche oder bei Walt Whitman, findet ihn aber nicht, er findet sowieso nie etwas : keine Freundschaft, kein Abenteuer, keine Gefühle. Es ist ein uninteressanter, netter Intellektueller, der ein Peter-Pan-Syndrom hat.

Rachel und Antonia
- Man weiss nur, dass sie aus Kanada sind. Sie langweilen sich auch. Man weiss nicht, warum sie eine Reise machen. Sie fühlen auch nichts. Sie machen oberflächlich Kontakt mit Kellnern und Strassensängern.
- Antonia kritisiert ihre Freundin, lässt sie aber machen. Sie versteckt sich hinter Rachel. Antonia hat keinen Freund.
- Rachel hat einen Freund, der Pilot ist ? der ist auch nie da, hat wahrscheinlich auch ein Peter-Pan-Syndrom.
- Rachel ist aggressiver, aktiv, sie spricht immer von Sex. Sie übernimmt die Initiative und lädt den Autor ein. Sie passt zum modernen Klischee : passiver Mann ? sexuell agressive Frau.
- Die beiden Frauen interessieren sich, wie der Autor, für niemanden und nichts. Sie haben keinen Charakter. Sie gleichen sich.
- Auch sie wehren sich effizient gegen jede Form von Kulturschock.
- Sie lassen sich von « dummen » Männern Geld, Essen und Drinks geben.
- Was sie sagen, ist belanglos.

Fado-Sänger
- Der Fado-Sänger ist nur eine Karikatur, er hat kein Eigenleben, er will Sex, bekommt ihn aber nicht. Was er sagt, sind Phrasen aus seinen Liedern. Er ist nur Kulisse für den Autor, der Fado-Romantik dumm findet.

Luis, der Kellner
- Er ist die interessanteste Figur. Zuerst ist er ein kleiner dunkelhäutiger Mann mit tiefer Stimme, der schnell läuft, dann wird er aber fast ein böser starker Anti-Held. Er ist aber auch dumm, weil er den Frauen das Essen bezahlt, aber er bekommt nichts von ihnen. Er ist auch ein richtiger moderner Mann, der keinen Skandal macht und kühl bleibt. Der smarte Schweizer bekommt dagegen eine Nacht mit Sex, weil er nett und passiv ist und mit den Frauen tanzt.
- Es ist fast interessant, dass Luis allein und agressiv tanzt und sich beim Tanzen immer im Spiegel anschaut. Luis ist vielleicht das narzistische, tierische Selbst von Peter Stamm.

Frau im Morgenrock
- Sie öffnet die Tür und hat auch keinen Charakter.

Konflikte
Es gibt keine Konflikte in dieser Geschichte !
Warum ?
- Der Autor ist feige, schwach, höflich, nett : da kann es keine Konflikte geben.
- Die Mädchen gehen nur kleine und kalkulierte Risikos ein.
- Luis bringt fast etwas Dramatik in die Geschichte, aber er gibt auch auf und droht nur.
- Und die Polizei kommt nicht.

Beziehungen
- Die Menschen von dieser Geschichte gehen keine Beziehungen ein. Sie werfen die Adressen weg, die sie von den andern bekommen. Essen, Trinken und Sex sind alles, was man mit den andern macht.

Bewertung
Schwache Erzählung, denn
- es gibt keine Handlung,
- keine inneren Konflikte,
- keine Konflikte zwischen den Menschen,
- keinen interessanten inneren Monolog.
- Das einzige Lebensmotiv : man möchte sich nicht mehr langweilen und man möchte nicht mehr warten
- Die Personen sind nicht differenziert, sie haben keinen Charakter
- Lissabon ist eine Stadt wie eine andere, aber vor allem uninteressant. Wenn man Portugal nicht liebt, liest man die Geschichte gern, denn Peter Stamm gibt ein negatives Bild von Portugal.
- Die Dialogue sind plump und bestehen nur aus Phrasen und Klischees.
- Der Stil ist der von einem modernen Kioskroman : « Alles schien feucht zu sein in Lissabon. Obwohl es nicht regnete, waren die Strassen dunkel vor Feuchtigkeit. An den Häuserwänden und Mauern wuchs Moos, und der Himmel war von Wolken bedeckt. » ? « Aber die Zeit auf dem Schiff wurde mir lang. Es gibt nichts langweiligeres als ein Schiff, das im Hafen liegt. »
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