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Journalisten müssen supersauber sein. Anspruch und Wirklichkeit in der Medienwelt
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am 11. Oktober 2013
Alexandra Föderl-Schmid , Vollblutjournalistin mit langjähriger Korrespondentinnenerfahrung (Berlin, Brüssel, Südamerika, etc..) hat als Chefredakteurin und inzwischen auch Co-Herausgeberin des österr. Qualitätsblattes „Der STANDARD“ eine vorbildliche Karriere hingelegt.

Qualitätsmedien sind Dienstleister an der Demokratie, indem sie Missstände aufdecken, bei fehlender Transparenz Licht ins Dunkel bringen und Rechenschaft, wofür unsere Steuergelder ausgegeben werden, einfordern.

Dazu stellt sie 10 Gebote für Qualitätsjournalismus auf, wobei es u.a. um präzise Recherche (double-check) und scharfe Trennung einerseits zwischen objektiven Berichten und subjektiven Kommentaren und andererseits zwischen redaktionellen und bezahlten Texten (=Anzeigen) mit entsprechender Kennzeichnung geht.

Der Leser bekommt auch Einblick, mit welchen Bezahltmodellen („Metered“ bzw. Freemium“-Paywall, etc..) man versucht, der digitalen Herausforderung und der Problematik, dass Onlinejournalismus zum Nulltarif künftig nicht mehr alle Kosten wird tragen können, Herr zu werden.

Ein genaueres Eingehen auf Diversifizierungsstrategien (E-Commercemodelle, Zusatzdienstleistungen wie Seminarveranstaltungen, etc… wenn auch nicht im Ausmaß von Amazon) zur Erschließung neuer Ertragsquellen für den Fall, dass Paywallmodelle doch nicht den erwarteten Erfolg bringen, hätte den Umfang des schlank gehaltenen Buches vermutlich gesprengt.

Sehr interessant fand ich neben ihrem Kampf für journalistische Ethik- und Governanceregeln im Mediengeschäft (Presserat-Installation gehörte zu ihren Errungenschaften in Österr.) auch den mit vielen Beispielen aus der journalistischen Alltagspraxis gewährten Einblick betreffend eines im GGs. zu Deutschland spezifisch österreichischen Problems:
„Die Verhaberung“
zwischen Politikern und Journalisten. Zu freundschaftliche Symbiosen dieser beiden Berufsgruppen, man spricht auch von Gemengelagen, führen dazu, dass den Journalisten die gebotene Beißhemmung in der politischen Berichterstattung abhanden kommt. Dazu tragen natürlich auch großzügige Einladungen zu kulturellen Veranstaltungen, wie Salzburger Festspielen oder seitens von Konzernen großzügige, mediterrane Bilanzpräsentationen mit umfangreichen Rahmenprogrammen bei. "Checks & Balances" - wichtigstes Grundprinzip westlicher Demokratien, worin neben den 3 Staatsgewalten (Legislative/Jurisprudenz/Exekutive) auch den Medien zumindest de facto eine vierte, kontrollierende Gewalt zugebilligt wird, nimmt durch diese "Verhaberung Politiker/Journalisten" Schaden.

Ich kann dieses Werk sehr empfehlen, weil es einen tiefen Einblick in die journalistische Praxis ermöglicht und auch auf die digitalen Herausforderungen der Zukunft eingeht.
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