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70 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Autorin begeht keinen Verrat an uns Frauen. Sie hat nur Mut zur glasklaren Analyse des Ist- Zustandes.
Das neue Buch der Psychotherapeutin Christine Bauer –Jelinek habe ich mit großem Interesse gelesen. Viele ihrer Beobachtungen stimmen mit dem überein, was ich in den letzten Jahren zur Kenntnis nehmen musste. Dass der aktuelle Feminismus den Zusammenhalt unserer Gesellschaft bedroht, ist meines Erachtens keine gewagte These und dass Frauen keinen Jota...
Vor 21 Monaten von Helga König veröffentlicht

versus
14 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Danke, wir stehen schon unter Druck...
Als ich das letzte Drittel des Buches beim Lesen erreichte, fing ich an, mich verraten und betrogen um meine Zeit und mein Geld zu fühlen.
Der Inhalt des Buches sprach mich zunächst durchaus an. Ich war auf der Suche nach Inspiration für einen Vortrag. Auch ich bin keine Anhängerin des Feminismus, aber unbedingt für Gleichberechtigung. Meines...
Vor 10 Monaten von Larifari veröffentlicht


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70 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Autorin begeht keinen Verrat an uns Frauen. Sie hat nur Mut zur glasklaren Analyse des Ist- Zustandes., 4. Oktober 2012
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer (Gebundene Ausgabe)
Das neue Buch der Psychotherapeutin Christine Bauer –Jelinek habe ich mit großem Interesse gelesen. Viele ihrer Beobachtungen stimmen mit dem überein, was ich in den letzten Jahren zur Kenntnis nehmen musste. Dass der aktuelle Feminismus den Zusammenhalt unserer Gesellschaft bedroht, ist meines Erachtens keine gewagte These und dass Frauen keinen Jota besser sind als Männer wird jedem klar sein, der schon etwas länger auf dieser Welt lebt.

Ob ein Mensch in einer Führungsposition kompetent ist oder nicht, hängt meines Erachtens nicht vom Geschlecht ab, sondern von den individuellen Fähigkeiten, pragmatische Entscheidungen zu treffen und Spielregeln zu verstehen sowie diese auch zu akzeptieren. Es stimmt, wenn man in einer bestimmten Funktion bestimmte Ziele erreichen möchte, zahlt man, egal ob männlich oder weiblich, den gleichen Preis. Frauen in Spitzenpositionen müssen analog zu den Männern Profite erwirtschaften und möglicherweise auch Wirtschaftskriege führen, weil nicht das Geschlecht das Verhalten der Individuen bestimmt, sondern die Ziele und Werte einer Gesellschaft nach Umsetzung durch ihre Eliten verlangen, (vgl.: S.18).

Wer in der gesellschaftlichen Hierarchie die gläserne Decke durchbrechen möchte und dies nicht aufgrund seines Erbes oder Heirat realisiert, benötigt nachstehende Persönlichkeitsmerkmale laut Bauer- Jelinek: Hierarchieverständnis, Rollendistanz, Umgang mit struktureller Macht, Konkurrenzbereitschaft, Kampferfahrung, Frustrationstoleranz, und eine rasche Orientierung in ungeschriebenen Regelwerken sowie schlussendlich: den Verzicht auf ein erfülltes Familienleben, (vgl.: S.31).

Für karrierebewusste Männer sind solche Merkmale selbstverständlich. Doch wie viele Frauen besitzen eine solche Persönlichkeitsstruktur? Die Autorin schreibt zu Recht, dass derjenige der völlige Gleichberechtigung fordert, konsequenter Weise auch in den sauren Apfel beißen muss. Quotenregelung ist auch nach meiner Ansicht keine Lösung. In meinen Augen entwürdigt die Quotenlösung uns Frauen. Wer in unserer Gesellschaft die gläserne Decke durchbrechen möchte, muss Ungerechtigkeiten, Willkür und Kämpfe hinnehmen. Der Preis sollte für Männer und Frauen gleich sein. Das wird Allmachts-Feministinnen nicht gefallen, die für sich gerne eine Sonderbehandlung einfordern.

Die Autorin zeigt in der Folge viele Denkfallen von Allmachts-Feministinnen auf und verdeutlicht in welch schwierige Lage Männer oft kommen, wenn Frauen nach einer Scheidung aufgrund von blinder Zerstörungswut und Rache ihren ehemaligen Gatten fertigzumachen suchen. Beispiele dieser Art kenne ich einige und ich sehe noch immer mit großer Skepsis die materielle Umverteilung von Männern in Richtung Frauen aufgrund von sexuellen Dienstleistungen, die jenseits von gängiger Prostitution stattfinden, aber nach meiner Ansicht durchaus als eine Form von Prostitution zu werten sind, wenn auch nicht im juristischen Sinne. Gut, dass die Autorin sich hierzu äußert.

Es stimmt, Frauen verdienen nicht selten deshalb weniger, weil sie in geringer bezahlten Berufen arbeiten. Es ist also keine Geschlechterfrage, sondern ein gesellschaftliches Problem, wenn Erwerbsarbeit auf dem sozialen Sektor niedriger entlohnt wird. Hier ist ein Umdenken seitens der Gesellschaft erforderlich.

Was die Kontrolle im Bereich der Fortpflanzung anbelangt, sehe auch ich es ungern, dass diese nach wie vor voll in den Händen der Frauen ist. Frauen, die die Gleichberechtigung fordern, können nicht wollen, dass der Bauch ihnen alleine gehört. In Zeiten der Empfängnisverhütung ist eine Frau verpflichtet, einen Mann darüber aufzuklären, ob sie verhütet oder nicht. Zudem sollte sie, nach meiner Meinung, die Konsequenzen, vollständig allein tragen müssen, wenn sie im Hinblick auf Verhütungsmaßnahmen lügt. Keine Sorge,so weit geht die Autorin nicht. Zum Wohle des Kindes wird auch weiterhin der Vater oder der Staat zur Kasse gebeten. Hier müssen faire Regelungen getroffen werden.

Männliche Rituale und Prinzipien werden immer mehr verdrängt, schreibt die Psychotherapeutin. Das führt bei kleinen Jungs nach Scheidungen dazu, dass sie immer schlechter lernen, nicht selten verhaltensgestört sind, mit Gewalt konfrontiert werden und sogar aufgrund dessen Selbstmord begehen, (vgl.: S.67).

Liest man Christiane Bauer-Jelineks Buch unbefangen, wird dem Leser sehr bald bewusst, dass Männer nicht immer Täter und Frauen immer seltener Opfer sind. Es muss etwas getan werden, damit der Zusammenhalt der Geschlechter auch in privaten Beziehungen nicht weiter abnimmt. Es kann nicht angehen, dass aufgrund der Doktrin des Allmachts-Feminismus die zwischenmenschlichen Beziehungen immer mehr in den Hintergrund gedrängt und Zuwendung sowie Fürsorge kommerzialisiert werden.

Ich teile die Meinung der Autorin, die ich hier zitieren möchte:"Wenn sich die traditionellen Geschlechterrollen weiter auflösen, ohne dass wir neue Formen des Zusammenlebens für beide Geschlechter und alle Generationen entwickeln, besteht die Gefahr, dass der Mensch von einer Spezies, die sich in Paaren organisiert (was bisher der Fall war), zu einer Masse mit willkürlichen (wechselnden) und fluktuierenden Beziehungen mutiert. Oder aber die Zweigeschlechtlichkeit wird von etwas abgelöst, das man "Mischgeschlechtlichkeit" (Androgynität) nennen könnte: Jedes Individuum ist männlich und weiblich zugleich- und die Fortpflanzung wird der Technik überantwortet."

Empfehlenswert.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Polarisierender Kontrast zum medialen Mainstream, 25. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer (Gebundene Ausgabe)
Vorweg: Fr. Bauer-Jelinek nimmt kein Blatt vor den Mund, sie spitzt manchmal zu sehr zu und deshalb auch keine 5 Sterne. Manchmal wäre man um eine differenzierte Darstellung dankbar, auch wenn das vielleicht auf Kosten der flüssigen Lesbarkeit gegangen wäre. Ein "in der Regel" würde des öfteren nicht schaden, wobei man, will man Themen vertiefen, sicher auf die sich am Ende des Buches aufgelistete umfangreiche Sekundärliteratur zurückgreifen kann.

Andererseits ist dieser Klartext auch sehr erfrischend. Sie spricht sehr viele - für viele unserer Zeit-/SZ-/Spiegel-KolumnistInnen unangenehme - Wahrheiten an, und genau das macht das Buch lesenwert. Gerade als Kontrastpunkt zu all den unsachlichen Beiträgen, die immer in die gleiche Richtung gehen (Frau=Opfer, Mann=Täter), ist das Buch eine Empfehlung wert.
In diesem Kontext muss man das Buch sehen und es hebt sicher hier wunderbar vom medialen Mainstream ab.
Fr. Bauer-Jelinek zeigt die Widersprüchlichkeiten auf, die man immer öfter vorfindet, wenn man mal die "feministischen" Standpunkte kritisch betrachtet (z.B. S. 17: wo bleiben all die TäterInnen....). Oder: Einerseits wird uns erklärt, wie toll, überlegen und durchsetzungsstark all die "Powerfrauen" sind, ohne die offensichtlich die dt. Wirtschaft nicht mehr auskommen kann, andererseits wird eine Quote gefordert...was also nun? Bedarf es also doch plötzlich staatlicher Unterstützung?
Weibliche Werte und Eingenschaften werden - in fast allen Medien - glorifiziert, oft knapp an der Peinlichkeitsgrenze. Selbst seriöse Blätter machen das Spiel mit. Natürlich gibt es "starke Frauen"...genauso wie es schwache gibt und genauso wie es starke/schwache Männer gibt. Warum also dieser ganze Hype?!
Gleichzeitig werden männliche Eigenschaften abgewertet, der Lächerlichkeit preisgegeben. Und man ahnt - wäre es umgekehrt, eine Empörungswelle würde unser Land erfassen.
Journalisten/-innen machen sich gar nicht mehr die Mühe, die Ursachen (z.B. Studien-/Berufswahlvehalten von Frauen, Bereitschaft privat zurückzustecken...) für die ungleiche Verteilung von Resourchen, Risiken etc. zwischen den Geschlechtern aufzuzueigen. Liegen Frauen "hinten", wird einfach mal "Diskriminierung" geschrien (vgl. Entgeltdifferenz, S. 24ff). Dass bei vielen Statistiken oft Äpfel mit Birnen verglichen werden, oder diese verkürzt und sinnentstellend wiedergegeben werden - wen interessiert`s ?
Oder dass für die Begründung für Forderungen, z.B. Frauenquote, "notgedrungen" auf Spekulationen und Behauptungen ins Blaue hinein ("gläsernde Decke" etc.) zurückgegriffen wird, weil es an Fakten mangelt und trotz aller Suche sich einfach keine Gesetze und Tarifverträge mehr finden lassen, die Frauen auch nur ansatzweise benachteiligen.
Auch gelingt es dem Buch immer wieder, aufzuzeigen, dass viele Probleme, die (viele) Medien als "Frauenprobleme" darstellen, Männer doch genauso betreffen. Ein Familienvater der sich für die Firma aufopfert ist eben genauso mit der Frage "Vereinbarkeit Familie Beruf" konfrontiert wie all die Frauen, deren - sicher oft missliche - Lage immer und immer wieder beschrieben wird. Und dass eine Frauenquote z.B. kinderlose Frauen bevorzugt, während sie einen Familienvater mit drei Kindern benachteiligt, wo liest man das?
Sie spricht Transferzahlungen an und den damit verbundenen Umverteilungsmechanismus von Mann zu Frau.....warum ist das nie Thema in den Medien?
Sie erläutert den Unterschied zwischen Chancengleichheit und Gleichstellung - ein Unterschied, den man nicht oft genug betonen kann, wenn man wirklich eine sachliche Diskussion zu Themen wie Diskriminierung, Quote usw. führen will. Dieser manipulative Kunstgriff (S.94) wird zu gerne - bewusst? - von der Journallie mitgemacht.

Die Hälfte des Himmels wird ja bekanntermaßen gefordert (Quoten für Aufsichtsräte usw.), die Hälfte der Hölle aber nicht (..wo bleibt die Quote bei der Müllabfuhr?, da sollen Männer gerne unter sich bleiben).

Über die Wirtschaftsthemen hinaus spricht sie auch ganz grundsätzliche Themen im "Machtverhältnis" Mann/Frau an (wer entscheidet über Abtreibungen ? Wer bestimmt, wofür das Familieneinkommen ausgegeben wird ? Warum werden - oft - nur Frauen als Opfer von Gewalt wahrgenommen? ....). Ja, das sind oft sehr schwierige Themen, aber mit einem "Mein Bauch gehört mir" ist es halt oft nicht getan. Manchmal, oft nur im Rahmen eines langen und komplexen Abwägungsprozesses, kommt man bei diesen ethischen Fragen zu halbwegs vertretbaren Ergebnissen.....aber Fr. Bauer-Jelinek spricht das endlich mal an, beleuchtet diesen Dunkelraum.
Die Mutterrolle und deren Wertigkeit wird auf S. 121ff. diskutiert, später, S. 151ff., dass es nichts bringt, Frauen als Gesamtheit wie eine gesellschaftliche Klasse zu sehen. Zu unterschieldich ist ihre jeweilige Interessenlage, trotzdem werden sie von einer weiblichen Elite, die für sich Vorteile zu generieren versucht, argumentativ in Geiselhaft genommen.

Es findet seit 2-3 Jahren verstärkt eine Rosinenpickerei statt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, mit dem immer gleichen Tenor: Frauen werden benachteiligt, also müssen ihnen Privilegien eingeräumt werden. Dazu ist das Buch ein angenehmer Kontrast.
Sicher, manchmal wird es pauschal und es gibt nicht "die Männer" und "die Frauen". Es ist aber dieses Ungleichgewicht in der (vor allem öffentlichen/veröffentlichten) Diskussion, diese Widersprüchlichkeit in der Argumentation von Frauenlobbyisten(..und -innen (-:), diese z.T. manipulative Berichterstattlung, die Fr. Bauer-Jelink gekonnt entlarvt und fast immer zutreffend kommentiert.
Ja, kaum jemand wagt hier eine (kritische) Meinung zum Mainstream zu äußern (S. 76)- Frau Bauer-Jelinek macht dies. Dafür vielen Dank!
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30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn die alten Rollenmuster sich auflösen, müssen unbedingt neue entwickelt werden, sonst nimmt die Gesellschaft Schaden, 6. November 2012
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch wird die Leserschaft spalten. Denn das Thema ist explosiv. Dass dies so ist, kann als eine Bestätigung der These der Autorin gesehen werden, dass der von ihr so genannte „Allmachts-Feminismus“ sich in seiner Hegemonie angegriffen fühlt.

Zu dieser Hegemonie, die sich bis in die Nischen der Gesellschaft verbreitet hat, gehört die Mär von der alleinigen Schuld der Männer an den Übeln dieser Welt und vor allen Dingen an der angeblichen Unterdrückung der Frauen.

Christine Jelinek-Bauer geht sogar soweit, dass sie behauptet, der Feminismus mit seiner Ideologie bedrohe den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, eine These, deren Signifikanz ich in der letzten Zeit mehrfach in den Frauen-Männer-Konflikten und ihren oft katastrophalen Folgen für die Familien und vor allen Dingen die Kinder bei mir bekannten Menschen beobachten konnte.

Alle Probleme und Widersprüche in der Gesellschaft auf das Geschlecht zu schieben, hält sie für ideologisch. Gesellschaftliche Probleme (etwa auch die geringere Bezahlung von Frauen) sind nicht den Männern anzulasten, sondern den Gruppen, die diese Löhne aushandeln, und da sind auch viele Frauen dabei.

Frauen und Männer müssten sich auch angesichts viel größerer Probleme wie etwa die Vereinnahmung der Frauenthemen durch einen finanzgetriebenen Neoliberalismus den wirklich drängenden Problemen annehmen: „Denn wenn Frauen und Männer sich nicht wieder zusammenschließen, um gemeinsam für ihre politischen Ziele zu kämpfen, ist es fraglich, ob wir die kommenden Zerreißproben über stehen können.“

Jelinek-Bauer polemisiert nicht gegen eine Wandlung der traditionellen Geschlechterrollen. Sie weist lediglich voller Sorge darauf hin, worauf das hinauslaufen wird, wenn keine Alternativen entwickelt werden:
„Wenn sich die traditionellen Geschlechterrollen weiter auflösen, ohne dass wir neue Formen des Zusammenlebens für beide Geschlechter und alle Generationen entwickeln, besteht die Gefahr, dass der Mensch von einer Spezies, die sich in Paaren organisiert (was bisher der Fall war), zu einer Masse mit willkürlichen (wechselnden) und fluktuierenden Beziehungen mutiert. Oder aber die Zweigeschlechtlichkeit wird von etwas abgelöst, dass man ‚Mischgeschlechtlichkeit’ nennen könnte: Jedes Individuum ist männlich und weiblich zugleich – und die Fortpflanzung wird der Technik überantwortet.“

Eine fürchterliche Vorstellung. Jedenfalls für den Rezensenten, der ganz bewusst sich für eine Lebensform entschieden hat, in der sowohl der Mann und die Frau, als auch die alten Menschen und die Kinder in der Familie ihren Platz haben, willkommen und geachtet sind und man füreinander da ist. Das kann eine ganz andere Form von Lebenssinn, Zufriedenheit und Selbstverwirklichung schenken, nicht nur wie früher für die Frauen allein, sondern auch für den Mann, der aber in allem ein Mann bleibt, gerade und vor allem seiner Frau und seinem Sohn gegenüber. Ich habe mein Menschsein und mein Mannsein selten so gespürt, wie heute, nachdem ich vor zehn Jahren begann, dieses Leben zu führen.
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35 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Männer und Frauen lest dieses Buch!, 3. Oktober 2012
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Christine Bauer - Jelinek engagiert sich seit Jahren für die Belange der Frauen, wobei dies nicht heißt, dass sie sich wie die junge Alice Schwarzer mit hasserfüllten Reden der Männerwelt zuwendet. Die Autorin schaut sehr genau hin woran es liegt, dass Frauen heute gesellschaftlich noch immer oft schlechter dastehen als Männer oder aber warum sie noch immer für gleiche Arbeit im Durchschnitt weniger Lohn bekommen.

Die Autorin will nicht den Kampf Mann gegen Frau, weil sie ihn für gefährlich, ja gesellschaftlich zerstörend hält, sie will einen gemeinsamen Kampf von Männer und Frauen. Und sie schildert sehr genau ihre Vorstellungen.

Bauer - Jelinek will aus alten verkorksten "allmachts - feministischer Doktrin" aussteigen, sie will nichts mehr vom andauernden Opferstatus der Frauen wissen. Die Ungleichbehandlung zwischen Mann und Frau, so ist ihre Überzeugung und so hat sie auch mich in ihrem Buch überzeugt, kann und muss anders überwunden werden. Ihre Vorschläge sind mutig, aber zielführend und realistisch.

Dies ist ein Buch für Frauen und Männer gleichermaßen.Vor allem und gerade auch dies gefällt mir an diesem Buch so sehr, die Autorin sieht die Probleme der Frauen eingebettet in einem viel größeren Kontext, als er in allen bislang geführten Debatten angesprochen wurde: "Denn wenn Frauen und Männer sich nicht wieder zusammenschließen, um gemeinsam für ihre politischen Ziele zu kämpfen, ist es fraglich, ob wir die kommenden Zerreißproben überstehen können."

Männer und Frauen lest dieses Buch!
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29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Segen der Ungleichheit, 15. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer (Gebundene Ausgabe)
Ein wichtiges, wertvolles Buch. Zur rechten Zeit erschienen. Gott sei Dank von einer Frau verfasst. Einem Mann hätte man Inhalt und Mahnungen nicht verziehen.

Bauer-Jelinek argumentiert zu Recht, dass Frauen der westlichen Welt heute alles erreicht haben: Gleichberechtigung und Chancengleichheit sind in nahezu jedem Lebensbereich umgesetzt. Den Hardcore-FeministInnen ist das offensichtlich nicht genug. Ales muss einer zwanghaften Gleichverteilung unterworfen werden: für Frauen die Hälfte der Einkommen und für Männer die Hälfte der Familienarbeit. "Der Rechenstift regiert vom Arbeitsplatz bis in die Ehebetten." Dabei sind die Unterschiede INNERHALB der Geschlechter um ein Vielfaches größer als zwischen den Geschlechtern. Eine 20-jährige Berliner Hartz-IV-Empfängerin verbindet viel mehr mit tausenden Männern in ähnlicher Lage als mit der Berufspolitikerin Andrea Nahles, der Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Yahoo-Chefin Marissa Mayer oder der Chef-Feministin Alice Schwarzer.

Bauer-Jelinek mahnt zu Recht, dass die ständige offene oder subtile Schuldzuweisung an die Männer bei gleichzeitiger Idealisierung der Frauen den existentiellen Zusammenhalt der Geschlechter und schwächt. Das kostet unnötige Kraft. Ein Sieg des einen über das andere Geschlecht ist unmöglich. Wir würden einfach aussterben. Die einseitige Konzentration auf Frauenfragen verschleiert die tatsächlichen Spannungsfelder der Gesellschaft. Frauen allein können die Gesellschaft nicht ändern, indem sie ohne Rücksicht auf Verluste nur ihre Interessen durchsetzen. Das gelang übrigens auch Männern zu keiner Zeit.

Bleibt eine Frage offen: Warum habe ich die Rezension mit "Vom Segen der Ungleichheit" überschrieben? Ganz einfach: JEDE Entwicklung ist notwendig Entstehung von Ungleichheit. Evolution ist per Definition die Entstehung von Vielfalt (= Ungleichheit), wo vorher keine war. In jedem Frühling entfaltet sich die Natur, die im Winter geruht hat. In der Menschwerdung entfaltete sich die Kulturgeschichte der Menschheit, mit allen Irrungen und Wirrungen. Oberflächliches Schlechtreden dieser Entwicklung, egal ob unter dem Primat des "ökologischen Fußabdrucks" oder einer überzogenen Gleichstellungsideologie folgend, schadet allen. Auch den Frauen.
[...]
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Aussprechen klarer Fakten ist in Österr. bereits Heldenhaft..., 18. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer (Gebundene Ausgabe)
Es ist bezeichnend und bestätigt die Aussagen der Autorin, dass dieses Buch in „politisch korrekten Kreisen“ heftigen Widerstand bis Verachtung hervorruft. Das Buch ist klar und nachvollziehbar ausgearbeitet. Dabei verzichtet die Autorin wahrscheinlich bewusst weitere Fakten aufzuzählen, welche ihre Erkenntnisse bestätigen, von denen es aber noch unzählige gibt.
Es ist sicher keine Übertreibung, dass der seit vielen Jahren übliche Umgang mit dem Thema „Gleichbehandlung der Geschlechter“ unsere Gesellschaft ernsthaft gefährdet. Die selbstverständliche Ungleichbehandlung der Geschlechter in allen Medien, sowie die Rollen Männer-Täter und Frauen-Opfer ist bereits derart tief im Bewusstsein der Bevölkerung verankert, dass sie nicht mehr wahrgenommen und schon gar nicht hinterfragt wird. Es ist eine Tatsache, dass eine Lüge zur Wahrheit wird, wenn sie nur lange genug wiederholt wird. Artikel wie dieser:
[...] sind exotische Ausnahmen und werden bestenfalls belächelt.
Ich selbst habe die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen auf die wohl schmerzlichste Weise erlebt:
Als „Neuer Vater“ war ich zwei Jahre in Karenz und habe mich auch außerhalb der Karenz von der ersten Stunde an voll um meine Kinder gekümmert, während die Mutter ihre Ausbildung zur Ärztin abgeschlossen hat. Dass ich in dieser Zeit keinen Cent Unterhalt bekommen habe und so nebenbei aus meinen Ersparnissen einen Großteil des Familienbudgets bestritten habe sei nur am Rande erwähnt. Als meine Kinder 4 und 1 waren ist die Mutter mit den Kindern 400 Km weggezogen. Ich behaupte, dass es kaum einen Menschen gibt der sich vorstellen kann wie es sich anfühlt wenn plötzlich die Kinder weg sind. Was in den nachfolgenden bisher über 7 Jahren passiert ist, lässt sich am besten mit den Worten der Jugendamtssozialarbeiterin ausdrücken welche ich nach dem Wegzug angerufen habe. Diese fragte mich nur ob ich die Obsorge habe, was ich als nicht verheirateter Vater natürlich verneinen musste. Ihre Antwort war kurz und treffend: „Wenn sie die Obsorge nicht haben, dann gibt es nichts zu besprechen!“ Wie es den Kindern damit geht ihren geliebten Vater und Hauptbezugsperson verloren zu haben war überhaupt kein Thema. Und auch nach dem so genannten „neuen Familienrecht“ ab Februar 2013 wird sich voraussichtlich daran nichts ändern.
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36 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschend ehrlich, 4. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer (Gebundene Ausgabe)
Christine Bauer-Jelinek bringt auf den Punkt, was viele Menschen heutzutage denken. Natürlich ist die Debatte um Gleichberechtigung ein heikles Thema und es gibt schon mehr als genug Bücher, die entweder den Mann oder aber die Frau als Opfer gesellschaftlicher Entwicklungen darstellen. Dieses Buch ist anders. Es geht nicht um die Opferfrage oder darum, wer hier wem überlegen ist. Es ist schonungslos ehrlich und stellt sich insgesamt nicht etwa, wie man ob des Titels meinen könnte, auf die Seite des „starken“ Geschlechts, sondern zeigt auf, was es wirklich ist, das die Politik dazu veranlasst, Gesetze zu ändern, Quoten zu definieren und Statistiken zu erstellen, immer unter dem Deckmantel der Forderung nach Chancengleichheit.
Für mich die zentrale und wirklich treffende Kernaussage: Eigentlich haben wir Frauen schon Gleichberechtigung erreicht. Wir können studieren, können Vollzeit arbeiten (oder Teilzeit oder gar nicht), können Familie gründen (mit Mann oder ohne), können Freizeitaktivitäten ausüben (im Haushalt oder außerhalb) uvm. Dass nicht alles auf einmal zur selben Zeit möglich ist, muss einem doch klar sein. Das geht nicht. Weder mental noch körperlich, weil’s schlichtweg zu viel wäre. Die Super-Powerfrau, die neben Haushalt, Kinder, Fulltime-Job, intensiver Beziehungspflege, Malkurs und Fitnessabo, auch noch kaputte Lampen repariert (und das alles GERNE), muss mir erst einmal jemand zeigen. Auch MANN kann nicht alles haben – das wird in der allgemeinen Diskussion, wie Bauer-Jelinek anhand vieler Beispiele beschreibt, oft bewusst vergessen.

Vor allem interessant: Ein kurzer Abriss durch die Geschichte des Feminismus. Wie er entstanden ist, was ihn ausmacht, was erreicht wurde, und wie er sich heute definiert.

Ich habe das Buch in einem durch gelesen, weil a.) es mir einfach aus der Seele gesprochen hat, b.) das Thema nicht einseitig besprochen wird, sondern viele Facetten aufgegriffen werden, und c.) der Schreibstil durch Esprit, Witz und Charme besticht.
Eingefleischten Feministinnen würde ich dennoch davon abraten, dieses Buch zu lesen, weil Zynismus und Hyperbolik wahrscheinlich nicht von jedem als solche erkannt werden (wollen) und dementsprechend groß der Ärger sein würde. Natürlich werden Klischees gebracht – aber genau diese machen die ewige Diskussion (auf beiden Seiten!) aus und dürfen daher, wenn es um jenes Thema geht, keineswegs ausgespart werden.

Empfehlen will ich Bauer-Jelineks neuestes Werk „Der Falsche Feind“ jedem, der sich in die Materie einlesen, neue Standpunkte kennen lernen und Auswege andenken möchte.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich jemand, der die Wahrheit sagt, 12. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer (Gebundene Ausgabe)
Heutzutage ist es ja nicht gerade "In", entgegen dem Trend einmal etwas gegen diesen Kampffeminismus der heutigen Zeit zu sagen, der nicht mehr Richtung Gleichstellung, sondern Bevorzugung der Frauen geht. Man sieht es auch hier an manch schlechten Rezensionen, wie sich in ihrem Ego gekränkt fühlende Personen immer noch hinter längst überholten Theorien, die das Buch, aber auch der Hausverstand, logisch entkräften, verstecken.

Das zeigt umso mehr, dass gehörig Aufklärungsbedarf besteht, auch gegenüber Männern, die einerseits auch oft die verbreiteten Unwahrheiten glauben, und zum anderen gegenüber Frauen, dass sie sich nicht mehr in der Opferrolle sehen müssen, sondern in unserer Gesellschaft auch ohne diese und ohne Kampfemanzentum ein erfolgreiches Leben führen können, außerhalb von Frauenquoten und anderen Bevorzugungen. Und selbstbewusste Frauen wie ich sie kenne sehen das genauso und wundern sich auch darüber, woher dieser Hass gegen Männer kommt, den manche Frauen in ihrem Egoismus heraufbeschwören, um eigene Defizite anderen in die Schuhe zu schieben. Auch sehen sie oft biologische Realitäten, die sich auch auf den Charakter(!) auswirken und die man heutzutage oft verneint bzw. versucht zu ändern durch völlig absurde Erziehungsformen...aber die Ausführungen dazu würden zu weit führen.

Fazit: Endlich einmal ein Buch, welches als Fisch gegen Strom schwimmt und Mythen der heutigen Zeit mit der Wahrheit überdeckt, trotz natürlich kommender Kritik, der Wahrheit willen !
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schluss mit Feindbildern, 26. Januar 2013
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer (Gebundene Ausgabe)
Es ist kein Buch gegen Frauen. Sondern die Autorin versucht lediglich, die Glorifizierung des Frauenbildes, wie sie in den letzten Jahren angesichts der vornehmlich durch Männer verursachten Weltwirtschaftskrise entstanden ist, in ein objektives Licht zu rücken.

Das gilt z.B. für Frauen in Führungsetagen. Obwohl inzwischen allgemein bekannt ist, dass weibliche Entscheidungsträger nicht einfach nur aufgrund ihres Geschlechts anders handeln können als Männer, wird den Frauen weiterhin diese Illusion vermittelt. Viele erkennen erst spät, dass sie in derselben Position auch dieselben Ziele erreichen müssen, und auch denselben Preis bezahlen müssen wie Männer: Konkurrenzbereitschaft, Fustrationstoleranz, der Verzicht auf ein erfülltes Familienleben. Die Frage ist, ob sie das überhaupt wollen, ob sie diese nicht so angenehme Seite der Gleichberechtigung überhaupt wünschen.

Denn vielleicht ist ja so, dass Frauen oft eine andere berufliche Präferenz haben als Männer, dass Geld und Status für sie nicht das Wichtigste sind, sondern sie den Karrierezwang verweigern zugunsten von sozialen Werten. Und wenn der Einzug von Frauen in die Führungsetagen wünschenswert ist, dann vor allem auch im Sinne einer anderen gesellschaflichen Einstellung hinsichtlich Lebensqualität sowie Work-Live-Balance - und das wohlgemerkt für beide Geschlechter wie die Autorin betont. Denn eine interessante Tätigkeit, ein angenehmes Arbeitsklima, flexible Arbeitszeiten, und damit Zeit für die Familie, für private Interessen - das alles zu erreichen ist wünschenswert und notwendig - für Frauen und für Männer.
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26 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für eine gerechtere Bewertung außerhalb traditioneller Skalen und ein neues Miteinander, 10. Oktober 2012
Von 
Peter Kensok "Globalscout" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer (Gebundene Ausgabe)
Christine Bauer-Jelinek glaubt nicht an eine Umkehr der »traditionellen« Geschlechterrollen zur Lösung gegenwärtiger gesellschaftlicher Probleme. Feminismus, Gleichverteilung, Frauenquoten, Frauen als Opfer und die Männer als Täter - die Lösung liegt in der Mitte und fordert Frauen wie Männer, die Verhältnisse gemeinsam zu ändern.

Längst hat sie erkannt, dass die Gleichberechtigung etwas anderes ist als die Berechtigung, einst bekämpfte Verhältnisse lediglich von den Frauen weiterführen zu lassen. Bauer-Jelinek geht sogar noch weiter. Sie meint, dass traditionell die Männer im Unternehmen durchaus das Wohl ihrer Frauen und Kinder im Sinn haben. Viele Frauen dächten dagegen die Karriere ohne die Familie, die sie miternähren müssten und verzichten daher gleich ganz auf Partner und Kinder.

Auch bei den Gehältern geht sie einem Irrtum auf den Grund. Recherchen in Österreich zufolge erhielten Männer die gleichen Löhne wie die Frauen, wenn es sich um die gleichen Berufe, die gleichen Arbeitsbedingungen und die gleichen Vorqualifikationen handelt. Frauen hätten durchaus die gleichen Chancen, wenn sie sich an traditionelle Männerberufe heranwagten.

»Schuld sind nicht die Männer«, sagt Christine Bauer-Jenlinek zur Opferrolle der Frauen. Männer sind der falsche Feind und würden sogar zu Hause bleiben, wenn ihre Partnerinnen sie genauso versorgen können würden wie es traditionell von einem Mann erwartet wird: »Männer müssen Jagdbeute liefern, sich als Versorger zeigen - wenn sie Sex haben wollen ebenso, wie wenn sie eine Familie gründen wollen.«

Nun kann man darüber streiten, ob die unbezahlte Arbeit und die emotional-sexuelle Zuwendung der Frauen durch die Ausgaben des Mannes für die Familie ausgeglichen werden. Die Autorin bricht jedoch mit den Botschaften des »Allmachts-Feminismus«, wie sie ihn nennt, der »einen Riss durch die gesamte Gesellschaft auszulösen« in der Lage sei. Der Kampf der Frauen gegen die Männer und die zwanghafte Gleichverteilung bewirkten lediglich einen Verdrängungswettkampf um bestehende Positionen, ohne dass die Verantwortlichkeiten in Familie und Gesellschaft mit übernommen würden.

»Frau sein« sei genauso wenig für eine eigenständige politische Ideologie geeignet wie »Mann sein«, schließt die Autorin. Es gebe auf Seiten der Männer wie auch auf Seiten der Frauen welche, die ihre Macht missbrauchten. Die Gesellschaft der Zukunft, und da stimme ich Christine Bauer-Jelinek zu, braucht weder die Umkehr der Verhältnisse noch den erzwungenen Ausgleich beispielsweise durch Quotenregelungen. Sie braucht eine gerechtere Bewertung der Tätigkeiten von Männern und Frauen außerhalb traditioneller Skalen und ein neues Miteinander.
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Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer
Der falsche Feind: Schuld sind nicht die Männer von Christine Bauer-Jelinek (Gebundene Ausgabe - 29. September 2012)
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