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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unser Leben ist einzigartig. Ein Leben, in dem kein Augenblick dem anderen gleicht und in dem auch keiner jemals zurückkehrt, 31. Januar 2012
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Lebenden und der Tod (Gebundene Ausgabe)
Fünfundzwanzig Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung, die damals nicht nur in der Schweiz viele Menschen bewegt hat, hat der vor allem in Schweiz bekannte und geachtete Intellektuelle Jean Ziegler sein Buch "Die Lebenden und der Tod" komplett überarbeitet und in dem rührigen Verlag Ecowin, der in den vergangenen Jahren durch viele wichtige Bücher aufhorchen ließ, noch einmal veröffentlicht. Das ist gut so, denn an der Hauptthese des Buches hat sich leider seit einem Vierteljahrhundert nichts geändert. Nach wie vor trotz wichtiger Bücher wie etwa Wolfgang Bergmanns "Sterben lernen" oder David Serban-Schreibers "Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl" ist der Tod das große Tabu unsere Gesellschaft. Nach wie vor ist der Mensch in der kapitalistischen Gesellschaft auf seinen Wert im Konsum- und Produktionsprozess reduziert. Nur ist es gelungen, dass er noch weniger davon spürt als etwa seine Eltern oder Großeltern.

Doch Ziegler zeigt einen Ausweg. Indem der Mensch sich seiner Endlichkeit bewusst wird, dabei ist es gleich, ob er das aus religiöser Motivation tut oder nicht, schafft er so etwas wie sein eigenes Schicksal. Er wird sich seiner "radikalen Singularität" bewusst. Sein Leben ist einzigartig. Ein Leben, in dem kein Augenblick dem anderen gleicht und in dem auch keiner jemals zurückkehrt. Das führt zur Verantwortung dem eigenen Leben gegenüber und in der Folge auch zur sensiblen Achtung der Einzigartigkeit jedes anderen Menschenlebens.

Und er gibt jedem seiner Leser einen Rat:
"Um die Angst vor dem eigenen Tod wenigstens teilweise zu mindern, gibt es nur einen Weg: jeden Tag- durch Gedanken, Taten und Träume - so viel Glück für sich und die anderen, so viel Sinn zu schaffen, dass, am Ende des Lebens, dieses Leben seiner eigenen Negation so viel Sinn wie möglich entgegenzustellen vermag."

Wer sich vor Religion nicht fürchtet, kann diese Weisheit auch im Neuen Testament nachlesen und bei den von ihm inspirierten Mystikern aller Zeiten, Richard Rohr etwa oder Dorothee Sölle.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen alter Klassiker im neuen Gewand, 30. Dezember 2011
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Lebenden und der Tod (Gebundene Ausgabe)
Seit bald vier Jahrzehnten ist dieses Buch ein Klassiker und meines Erachtens vor allem ein wichtiger Mahner.

In einem neuen Vorwort geht Jean Ziegler gleich mehreren selbstgestellten Fragen intensiv nach. Wie geht unsere kapitalistische Warengesellschaft heute mit dem Tod um? Hat sich etwa nach dem ersten Erscheinen des Buches vor Jahrzehnten etwas geändert? Wie trauern wir Menscen um unsere Toten? Wie steht es um unsere Beziehungen zwischen Arzt und dem kurz vor dem Tod stehenden Patienten?

Erstaunlich und erfreulich aktuell geht Ziegler noch immer mit seinem Thema um. Politisch voll auf der Höhe der Zeit nimmt er das Thema Tod und Umgang mit Sterbenden auf einen breiten Bildschirm und stellt immer wieder unbequeme aber notwendige Fragen, die wiederum zum weiteren Nachdenken und möglicherweise zu Veränderungen führen. Dies allein will der Autor gemeinsam mit seinem Leser erreichen.

Die Angst vor dem Tod ist keinesfalls geringer geworden, noch immer kommt es auf den Umgang mit ihm an. Es muss gelingen ihm einen Sinn zu verleihen. Als Streitschrift oder auch Ausgangspunkt für dieses schwierige Thema ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Endgültige Antworten kann Ziegler nicht geben, sein Buch aber ist voller Dynamit, es wird dazu beitragen das Thema voranzubringen.

Jean Ziegler hat es geschafft den Tod vom Tabu zum Thema werden zu lassen, nun geht es um einen bewusst humanen Umgang mit diesem Thema und um unsere Gesellschaft die längst nicht fit ist für Zieglers Thema!
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5.0 von 5 Sternen Starkes Buch, 21. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Lebenden und der Tod (Kindle Edition)
In unserer Gesellschaft ist der Tod und das Sterben tabu. Besonders ein Teil des Buches, die Betrachtung einer anderen Kultur und ihrer Gebräuche, zeigt, wie sehr wir den Tod verdrängen. Doch nicht nur das. Es beschreibt eindringlich, wie sehr Krankheit bei uns zum Geschäft wird, wie ein Teil des Systems alles für machbar hält und die Würde des Menschen, auch die Würde des Sterbenden, droht zweitrangig zu werden oder es schon ist. Es warnt eindringlich vor einer Entwicklung, in der Menschlichkeit außen vor bleibt, Machbarkeit und Profit entscheidend sind. Der Sterbende unter dem Aspekt Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Wenn wir den Tod verdrängen und uns unsere Endlichkeit nicht bewusst ist, werden wir letzlich alles Leben nicht mehr achten.
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Die Lebenden und der Tod
Die Lebenden und der Tod von Jean Ziegler (Gebundene Ausgabe - 26. November 2011)
EUR 19,95
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