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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drei gute Gründe das Buch zu lesen oder einen Falken beim Fliegen zu beobachten
Nachdem sich die Weltkriegshistoriographie in den letzten drei Jahrzehnten einer Geschichte „von unten“ zuwandte, kehrt zum Gedenkjahr das Interesse an jenen „großen“ Männern zurück, die im Sommer 1914 zu den Entscheidungsträgern zählten. Wolfram Dornik legt dazu passend eine Biographie über Franz Conrad von...
Vor 6 Monaten von Koriander veröffentlicht

versus
43 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Falke mit nur einem Flügel oder die konstruierte Dekonstruktion eines Mythos
Nach der letzten Conrad von Hötzendorf-Biographie von Lawrence Sondhaus (deutsch erschienen 2003) mit dem effektheischenden, grandios-schaurigen Titel „Architekt der Apokalypse“ ist nun rechtzeitig zum 1914-Gedenkjahr des „Des Kaisers Falke“ gelandet. Wenn man um die politisch-mediale Wertung der „Falken“ aus der Bush-Ära...
Vor 9 Monaten von Dillinger veröffentlicht


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43 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Falke mit nur einem Flügel oder die konstruierte Dekonstruktion eines Mythos, 20. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Des Kaisers Falke: Wirken und Nach-Wirken von Franz Conrad von Hötzendorf (Gebundene Ausgabe)
Nach der letzten Conrad von Hötzendorf-Biographie von Lawrence Sondhaus (deutsch erschienen 2003) mit dem effektheischenden, grandios-schaurigen Titel „Architekt der Apokalypse“ ist nun rechtzeitig zum 1914-Gedenkjahr des „Des Kaisers Falke“ gelandet. Wenn man um die politisch-mediale Wertung der „Falken“ aus der Bush-Ära weiß, können schon aus der Titelgebung die ersten Schlüsse gezogen werden, wohin die biographische Reise geht.
Das Gute zum Anfang: Wolfram Dornik hat viele – zumeist bekannte Quellen – zusammengetragen und in eine gute und übersichtliche Systematik eingebettet. Das Werk ist flüssig und stilistisch einwandfrei verfasst, die Ausstattung mit Bilddokumenten, Kartenmaterial, Übersicht über militärische Ränge, Bibliographie vorbildlich zu nennen. Der Autor bietet für die in dieser historischen Spezialmaterie nicht so beschlagenen Leser auch immer wieder Ausblicke auf allgemein politische Vorgänge in dieser Zeitspanne, was insofern hilft, die biographischen Lebenszüge besser im allgemeinen historischen Kontext zu verorten. Diese kontextuelle Breite geht allerdings zu Lasten der militärhistorischen Tiefe: die Befassung mit tiefergehenden taktischen Fragestellungen zu den einzelnen von CvH geleiteten Feldzügen sucht man hier vergebens.

Nun allerdings zu den Flugschwächen des kaiserlichen Falken: Die Gelegenheit war so schön... das Interesse an „Österreich-Ungarns letztem Krieg“ ist wiedererwacht; offene Archive auf den Seiten der einstigen Kriegsgegner machen eine umfangreiche und vielseitige Analyse der geschichtlichen Person Franz Conrad von Hötzendorfs möglich... aber was trotz zahlreicher Quellen dabei herauskommt, ist eine Biographie, die genauso voreingenommen ist wie manche der vom Autor gescholtenen biographischen Heldenepen („Hagiographien“) zwischen 1918 und den 60er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die "Beurteilung" einer historischen Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen kann immer nur angemessen sein, wenn sie das geschichtliche und soziologische Umfeld miteinbezieht - und das ist nun einmal anders als das der Gegenwart!
Das Problem: der Autor, unterstützt auch durch die „Nachbetrachter“ Verena Moritz und Hannes Leidinger, arbeitet konsequent auf das Ergebnis "Unheld" hin, die nach den Regeln der modernen, politisch-korrekten Mainstream-Geschichtsschreibung konstruierte Dekonstruktion des Mythos.
Die History-Staatsanwälte fahren nun gebetsmühlenartig mit allen Anklagepunkten auf, die heutzutage automatisch bei bestimmten politischen Kreisen zum Verdikt: "Unheld/Unhold, Straßenschilder abmontieren, Ehrengrab auflassen“ führen. Ein rücksichtloser Kriegstreiber, ein Sozialdarwinist, einerseits fatalistischer Pessimist andererseits rühriger Aufrüstungsaktivist, ein Dulder von Kriegsverbrechen, zeitweiliger Antisemit, Monarchist und auch noch Deutschnationaler, eine gespaltene Persönlichkeit mit mangelnde Empathie aber künstlerischer Veranlagung, als das und noch viel mehr negatives war also in der DNA unseres Falken.

Besonders exemplarisch wird die aus wissenschaftlicher Sicht unzulässige, nicht-ergebnisoffene sondern tendenziöse Betrachtung etwa an folgender Textstelle (S. 142 f): Nachdem Dornik beschrieben hat, wie Conrads eigener Sohn in den ersten Kriegswochen bei einem Rückzugsgefecht (!) als junger Offizier bei der Verteidigung (!) eines Gehöftes fiel, schwingt er sich zu folgender – nebenbei bemerkt, sehr pietätlosen – „Schlussfolgerung“ auf: “Die Soldaten und Offiziere hatten in ihrer Ausbildung nie etwas anderes als den Angriff gelernt und geübt. So waren sowohl die Niederlagen als auch die schweren Anfangsverluste und der Tod seines eigenen Sohnes von Conrad gewissermaßen mitzuverantworten.“
Im ganzen Buch sucht der Leser vergebens nach nuancierten Überlegungen zu Für- und Wider der getroffenen Entscheidungen von CvH, ob er bei damaligen Kenntnisstand überhaupt Alternativmöglichkeiten gehabt, inwieweit er im Vergleich zu anderen Entscheidungsträgern vielleicht auch positive Aspekte besessen hat. Vielmehr lassen es die Autoren bei etwas hilflosen Hinweisen auf eine schwer fassbare Persönlichkeit bewenden.

Nur pars pro toto ein paar Anregungen, mit welchen Hinweisen man sehr leicht diese einseitige Biographie etwas ausbalancieren hätte können:
Den im Buch vielgeschmähten „Offensivgeist“ von CvH könnte man mit der Menschenverachtung kontrastieren, mit welcher der italienische Generalstabschef Cadorno in 11(!) sinnlosen Angriffsschlachten Hunderttausende junge Italiener im schmalen Kampfraum des Isonzos in den Tod schickte.
Die Präventivkrieggedanken in den jährlichen Denkschriften an den Kaiser als möglicher Auslöser für die Verstimmungen in den Gegnerstaaten während der Vorkriegsphase relativieren sich sehr schnell, wenn man etwa auch erwähnen würde, dass es gerade die absolut dilettantische Kommunikationspolitik des Außenministers und Conrad Intimfeindes Lexa von Aehrenthal im Rahmen der Annexionskrise 1908 war, die Russland, Großbritannien etc. massiv gegen Österreich-Ungarns Balkanpolitik aufbrachten.
Und letztendlich sollte der Autor auch einfach den Mut haben, zu konstatieren, dass Conrad in vielen seiner strategischen Voraussagen, insbesondere betreffend der feindlichen „Wühlarbeit“ Serbiens gegen die Monarchie und den Expansionsgelüsten Italiens (leider) geradezu prophetisch Recht gehabt hat.
Fazit: Ein Falke fliegt nur mit beiden Flügeln gut und eine historische Biographie hebt erst dann ab, wenn sie ausgewogen ist!
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein schlechtes Tendenzbuch, 22. Januar 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Des Kaisers Falke: Wirken und Nach-Wirken von Franz Conrad von Hötzendorf (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch war für mich eine einzige Enttäuschung. Nicht genug, dass der Autor mehr als nur schlampig mit den Daten, militärischen Strukturen und vor allem zeitlichen Abfolgen von Entscheidungen und Ereignissen umgeht, merkt der Leser sehr schnell, wo er ideologisch hinaus will. Ein Exemplat der neuen österreichischen Geschichtsumdeutung.

Ganz unabhängig davon, dass die Person des Feldmarschalls Conrad von Hötzendorf und seines in der Zwischenkriegszeit gepflogenen "Feldharrngenies" schon in den Büchern von Lawrence Soundhaus und Günther Kronenbitter eingehend und sehr schlüssig entzaubert wurde, vermeidet absichtsvoll der nunmehrige Autor sehr wesentliche Gesichtspunkte: Dass, beispielweise, Italien schon seit Jänner 1915 sehr offensiv seinen Kriegseintritt auf der Seite der Entente zwecks Gebietsgewinn auf Kosten der Monarchie voran getrieben hatte steht kommentarlos auf Seite 162.

Besonders durchsichtig wird aber die Tendenz in dem Buch, als hartnäckigst die seit 1908 von Serbien mit aktivster russischer Unterstützung (siehe Christopher Clark, Die Schlafwandler) betriebene Provokation und Subversion mit Terror- und Mordanschlägen in Bosnien und Herzegowina völlig ausgeklammert werden. Diese werden als eine "Auflehnung der Jugendlichen in Sarajewo" ebenso klein geschrieben wie schon auf Seite 78 Österreich-Ungarn 1908(?) zur "Eroberung" der seit 1878 besetzten BiH angetreten wäre.... Peinlichst verschweigt der Autor, wer denn die auf Seite 109 angesprochenen "schwersten Kriegsverbrechen" in den von Serbien im ersten Balkankrieg 1911 eroberten ottomanischen Gebieten (heute Kosovo) begangen hatte. Nämlich, wie schon 1915 die US-amerikanische Carnegie-Stiftung feststellte, der andernorts von Dornik zum "widerspenstigen kleinen Königreich Serbien" verniedlichte Eroberer. (90 Jahre später im Jugoslawien-Zerfallskrieg wiederholten sich diese serbischen Rituale von BuH angefangen).
Schon lachhaft ist sein Versuch, den Adjutanten des BuH-Gouverneurs und Landesbefehlshabers Feldzeugmeister Oskar Potiorek, den ihm "freundschaftlich" verbundenen (Rudolf Jerabek, Poriorek) Major Marizzi (nicht Oberstleutnant) zu einem "Opfer" zu stilisieren. Die Militärgeschichtsschreibung umgeht ohnedies die genauere Art der "freundschaftlichen Beziehungen" zwischen den beiden. Und vor allem, wer denn wirklich den Thronfolger zum verhängnisvollen Krankenhausbesuch beim Potiorek-Adlatus Marizzi gedrängt hatte.

Dass Conrad von Hötzendorf ziemlich kommentarlos die Hauptschuld an der Entfeselung des Krieges zugeschrieben wird, verwundert bei der ideologischen Tendenz des Buchautors nicht mehr.

Das sind nur wenige Beispiele von Dutzenden weiteren dafür, wie schlampig und durchsichtig tendenziös der Autor das Buch zusammen geschrieben hatte. Offenkundig in der Spekulation, anläßlich des 100. Jahrestages der Morde an dem österreichischen Thronfolgerpaar, die die diplomatische und militärische Initialzündung zum Ersten Weltkrieg und der "Neuordnung" Europas gegeben hatten, doch noch irgeend wie ins das Geschäft zu kommen.

Wer sich tendenzfreier über die Zusammenhänge um den Ersten Weltkrieg informieren will, wird wohl besser 24 Euro mehr entweder zur Vorgeschichte in Christopher Clark, Die Schlafwandler oder in Manfried Rauchesteiner, Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburger Monarchie, investieren.
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drei gute Gründe das Buch zu lesen oder einen Falken beim Fliegen zu beobachten, 3. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Des Kaisers Falke: Wirken und Nach-Wirken von Franz Conrad von Hötzendorf (Gebundene Ausgabe)
Nachdem sich die Weltkriegshistoriographie in den letzten drei Jahrzehnten einer Geschichte „von unten“ zuwandte, kehrt zum Gedenkjahr das Interesse an jenen „großen“ Männern zurück, die im Sommer 1914 zu den Entscheidungsträgern zählten. Wolfram Dornik legt dazu passend eine Biographie über Franz Conrad von Hötzendorf, der von 1906 bis 1911 und von 1912 bis 1917 Chef des österreichisch-ungarischen Generalstabs war, vor.
Auch wenn in vorangehenden Lese-Empfehlungen zum Teil kritisiert, ist dieses Buch trotzdem aus dreierlei Gründen sehr wichtig und empfehlenswert:
1. Dornik geht sehr bewusst mit den ihm zur Verfügung stehenden Quellenkorpora um. Wie er selbst schreibt, ist dieses ausgesprochen homogen, da es sich im Wesentlichen durch Selbstzeugnisse von Conrad konstituiert (S. 10). Der Gefahr, die dadurch einhergeht, etwa Selbstrepräsentationen oder Geschichtsklitterungen zum Opfer zu fallen, ist er sich stets gewahr und verabsäumt es nicht das Lesepublikum wiederholt darauf hinzuweisen, ebenfalls kritisch und aufmerksam gegenüber diesen Ego-Dokumenten zu bleiben (beispielsweise S. 184). Dieser Umgang unterscheidet seinen „Falken“ auch am stärksten von den vorangehenden Conrad-Biografien, die in diesem Zusammenhang keinesfalls so quellenkritisch arbeiten.
2. Was noch sehr für das Buch Dorniks spricht, ist die umfangreiche Einbettung Conrads in seinen, an Zeit und Raum gebundenen, soziokulturellen Kontext. Dazu schiebt der Autor für die LeserInnen kurze und längere Exkurse über relevante Themen ein: Etwa über die geopolitischen Realitäten der Doppelmonarchie am Ende des 19. Jahrhunderts, die technischen Neuerungen, die in diese Zeit hineingefallen waren oder wichtige Erklärungen über die sich etablierenden geistigen Strömungen wie den Sozialdarwinismus. Für das Verstehen von Conrads Denken und Handeln ist dies in zwei Richtungen wertvoll: Zum einen zeigt es, wie das Umfeld in der Sozialisation Einfluss auf den (heranwachsenden) „Falken“ und seine Denk- und Handlungsmuster nahm. Zum anderen, und das ist für die Historiographie und die aktuelle Debatte über das Verhalten Conrads in der Sommerkrise 1914 sowie im darauffolgenden Krieg von besonderem Interesse, versucht der Autor in umgekehrter Richtung den „Spielraum“ Conrads als Generalstabschef zu definieren, in dem er herausarbeitete wie weit seine Einfluss- und Handlungsfähigkeiten reichten oder durch militärisch-hierarchische Rahmenbedingungen begrenzt waren. So wird beispielsweise auf Seite 130 geschildert, dass dem „Chef“ in manchen Besprechungen keine Abstimmungsberechtigung zuerkannt war. Zu den „rauchenden Revolvern“ zählte er im Sommer 1914 trotzdem.
3. Schließlich ist das Neue an Dorniks „Falken“, dass er, wie er selbst angibt, Fragen von „heute“, gemeint sind aktuelle Perspektiven und Tendenzen der (Weltkriegs-)Historiographie und daraus resultierende Fragestellungen, an die Biographie Conrads heranführt. So beschäftigt sich der Grazer Autor nicht nur mit der Rolle des Generalstabchefs zu Kriegsbeginn und während des Krieges sondern versucht auch seine, als k. u. k. Offizier der „alten“ Generation, äußerst komplexe Identität, konstituiert durch seine in Kindheit und Jugend erfahrenen Prägung, nachzuzeichnen, seine Haltung zum Sozialdarwinismus (einer geistigen Strömung, die im Offizierskorps der Zeit sehr verbreitet war) zu beschreiben, ihm die „Gretchenfrage“ („Nun sag’, wie hast du’s mit der Religion?“) zu stellen und sein Verständnis der Geschlechterrollen zu erörtern (S. 189 ff.). Außerdem unternimmt er immer wieder Versuche, Conrads Netzwerke darzulegen (etwa bei S. 64 ff.), was an jenen Stellen besonders spannend wird, wenn es Dornik gelingt, zu belegen, dass sich die Wege Conrads während seiner Zeit im Generalstab mit ehemaligen Kameraden aus der Kriegsschule oder seiner Truppenverwendung kreuzen. So kann man fehlende militärische Details über die von ihm geführten Feldzüge gern verschmerzen, zumal diese in anderen Abhandlungen schon zur Genüge abgearbeitet wurden. Außerdem wurden vom Verlag jene kleinen Fehler, die auf ein mangelndes inhaltliches Lektorat zurückzuführen waren, mit der zweiten Auflage, die mittlerweile vorliegt, behoben.
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswert und diskussionswürdig, 20. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Des Kaisers Falke: Wirken und Nach-Wirken von Franz Conrad von Hötzendorf (Gebundene Ausgabe)
Der Historiker Wolfram Dornik hat mit der Biographie von Franz Conrad von Hötzendorf, einer höchst umstrittenen Figur der österreichischen Geschichte, ein äußerst interessantes und fundiert recherchiertes Buch vorgelegt. Abgesehen von ein paar inhaltlichen Ungenauigkeiten, zeichnet Dornik ein klares Bild vom Leben und Wirken dieses Mannes nach, der zwischen 1906-1911 und 1912-1917 Chef des Generalstabs der österreichisch-ungarischen Armee war. Dornik gelingt es, die Figur Hötzendorf zu kontextualisieren und zeigt umfassend auf, wie maßgeblich Hötzendorf durch sein Handeln die k.u.k. Politik im Ersten Weltkrieg bestimmte. Zudem zeichnet sich dieses Buch durch seine gute Lesbarkeit aus.
Fazit: absolut lesenswert und diskussionswürdig.
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen SEHR DETAILVERLIEBT ................., 24. April 2014
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Des Kaisers Falke: Wirken und Nach-Wirken von Franz Conrad von Hötzendorf (Gebundene Ausgabe)
Sehr detailverliebt und sachlich schildert der Historiker Wolfram Dornik das "Wirken und Nach-Wirken" von Franz Conrad Hötzendorf, wobei das Herzstück des Buchs der mittlere Teil, WIRKEN: DES KAISERS FALKE, ist, beginnend auf Seite 58 und endend auf Seite 169. In diesem Teil beschäftigt sich Dornik auch ausführlich mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs ("Va banque - endlich Krieg", Seite 126). Dornik wertet viele Quellen aus -- was viele Zitate mit sich bringt -- und widersteht der Versuchung eine romanhafte Biographie über Franz Conrad von Hötzendorf zu schreiben. Ein ausgewogenes, gut lesbares Werk ist dabei heraus gekommen.

Die Nachbetrachtung von Verena Moritz und Hannes Leidinger kann als eine Arte Zusammenfassung von Dorniks Buch gesehen werden; es zeigt sich hier, worum es geht: ein Person der jüngeren Geschichte wird heute, im Jahr 2014, einfach anders bewertet, als dies 1918, 1935 oder 1955 der Fall war. Diese Nachbetrachtung ist vielfach ein Literaturvergleich zum Thema von Hötzendorf ("Noch in den 1950er Jahren mitunter als `Rommel des Ersten Weltkriegs` bezeichnet (...)", Seite 218). Es wird gelegentlich das relativiert (oder einem geschichtlichen Update unterzogen), was frühere Biographen geschrieben hatten. Verena Moritz und Hannes Leidinger stellen zuletzt auch noch die Frage, in wie weit Franz Conrad von Hötzendorf heute bereits in Vergessenheit geraten ist ("Obwohl sich gewiss in mehreren Dutzend österreichischen Orten Straßen und Plätze befinden, die nach Conrad von Hötzendorf benannt sind, dürfte der Großteil der Bevölkerung nicht mehr allzu viel mit dieser historischen Figur verbinden.", Seiten 219 und 220).

( J. Fromholzer )
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7 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswert, 20. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Des Kaisers Falke: Wirken und Nach-Wirken von Franz Conrad von Hötzendorf (Gebundene Ausgabe)
Ein rundum gelungenes Werk. Flüssig geschrieben, auf der Höhe der Zeit, aktuell zur einhundertsten Wiederkehr des Ausbruchs des 1. Weltkrieges erschienen, die Verhältnisse und die Rolle Österreich-Ungarns in den Jahrzehnten vor 1914 gut beschreibend.
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Des Kaisers Falke: Wirken und Nach-Wirken von Franz Conrad von Hötzendorf
Des Kaisers Falke: Wirken und Nach-Wirken von Franz Conrad von Hötzendorf von Verena Moritz (Gebundene Ausgabe - 13. Dezember 2013)
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