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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Akribisch recherchiert - und doch enttäuschend, 14. März 2013
Von 
Ramones 16 (Absurdistan) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Ukraine: zwischen Selbstbestimmung und Fremdherrschaft 1917 - 22 (Gebundene Ausgabe)
Ich interessiere mich sehr für den russischen Bürgerkrieg und alle damit einher gehenden militärischen Auseinandersetzungen. Die Ukraine war dabei eine ganz besonders stark betroffene Region, verwirrend viele Parteien führten hier gegeneinander Krieg. Leider ist kaum deutschsprachige Literatur darüber vorhanden, ich bin schon länger auf der Suche nach Fachlektüre, welche die Kampfhandlungen zwischen 1918 und 1921 im Detail beleuchtet. Dann wurde, durch das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, das gegenständliche Buch veröffentlicht. Der Preis ist ein stolzer, doch das ist verständlich und in Ordnung so, wenn die Erwartungen entsprechend erfüllt werden. Dies war jedoch kaum der Fall. Warum? Ganz einfach, diese Arbeit von 7 Historikern aus verschiedenen Ländern beschäftigt sich akribisch, unterstützt durch sehr gute Recherche und Quellenarbeit mit, meines Erachtens eher nebensächlichen Dingen. Denn, die Entwicklungen in der Ukraine zum gegenständlichen Zeitraum (1917 - 1922) waren direkte Folgen militärischer Auseinandersetzungen. Oder, anders ausgedrückt, das Militär hatte das Primat über die Politik, Politik war unwichtig, solange sie nicht durch entsprechende militärische Aktionen Relevanz erhielt. Und auch aus dem Zeitraum des Buchtitels ist ja zu erwarten, das die Beschreibung der militärischen Vorgänge ein zentrales Thema sein würde. Mitnichten! Bereits in der Einleitung entblödet sich der Autor Dornik nicht, bei einem Buch, welches Ereignisse in der Ukraine zwischen 1917 und 1922 zum Thema hat, in der dritten Zeile dieser Einleitung (!) Bezug auf den Holocaust und die Verbrechen des Nationalsozialismus zu nehmen. Was hat das hier überhaupt zu suchen? Keine Ahnung, möglicherweise hätte der gute Mann es auch in das Vorwort eines Buches über den Russlandfeldzuges Napoleons hineingepresst, wer weiß. Oder, vielleicht bekommen diese Leute nur dann Geld für ihre Forschungen, wenn sie sich derart "politisch korrekt" gerieren, keine Ahnung. In weiterer Folge erfährt man sehr viel über irgendwelche politischen Winkelzüge, aber viel zu wenig über die wesentlich wichtigeren militärischen Handlungen. Weder wird im Detail auf die Kämpfe der deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen während der Besetzung 1918 eingegangen, noch auf die Gegenmaßnahmen der Bolschewiken und der "Grünen". Selbst die schweren Kampfhandlungen bei Taganrog werden nur gestreift. Im Kapitel über die Ukrainepolitik Frankreichs werden den Kampfhandlungen um Odessa nur wenige Worte gewidmet, über die Griechen (unter franz. Kommando) erfährt man gar nichts. Dafür gibt es so hochinteressante Kapitel wie zB. "Die Ukrainepolitik der Schweiz 1918"(!). Na darauf hat die Welt gewartet, Unter dem Kapitel "die Ukrainepolitik Polens" hingegen wieder kaum Informationen zu den umfangreichen militärischen Auseinandersetzungen zwischen Polen, der Westukrainischen Volksrepublik und der Ukraine. Gerade hier hätten die Autoren Pionierarbeit für den deutschsprachigen Raum leisten können. Auch Makhno und die Anarchisten kommen kaum vor, die "Grünen" detto nicht, auch nicht die Kämpfe zwischen den "Weissen" und der Ukraine und und und. Ein Jammer! So entsteht für mich der Eindruck einer enormen, akribischen und hervorragend aufbereiteten Anhäufung zweitrangigen Wissens. Ich weiß nicht, für wen dieses Buch gedacht ist, für militärisch Interessierte kann ich nur sagen "Finger weg".
Als positiv zu bewerten ist das umfangreiche Quellen- und Literaturverzeichnis, die wenigen, aber interessanten Fotos, die Tatsache, das trotzdem Informationen in diesem Buch zu finden sind, die sonst nur schwer zu bekommen wären. Das Kartenmaterial ist schwach.
Mein Fazit - eine vertane Chance. Man erfährt viel über Nebensächliches (politische Winkelzüge), aber viel zu wenig über Ursächliches (militärischer Aufbau, Ausrüstung, Ausbildung, Organisation, Führung, taktische Planungen, Durchführung, Ergebnis, Auswirkung, Verluste). Für mich war es ein Ärgernis und teilweise lähmend, mich durch uninspirierte knapp 500 Seiten zu quälen. Schade.
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Die Ukraine: zwischen Selbstbestimmung und Fremdherrschaft 1917 - 22
Die Ukraine: zwischen Selbstbestimmung und Fremdherrschaft 1917 - 22 von Vasyl Rasevyc (Gebundene Ausgabe - 15. Juni 2011)
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