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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Mache dich von deinen Vorurteilen los, und du bist gerettet." (Marc Aurel),, 20. November 2012
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: GEO Epoche, 54/2012: Rom - Die Geschichte des Kaiserreichs (Broschiert)
Die Geo Epoche Nr. 54 befasst sich mit Rom in der Zeit von 27 v. Chr. - 476 n. Chr. und hier mit der Geschichte des Kaiserreichs.

Das Magazin beginnt mit einer Bilddokumentation, die Monumente im Reich der Imperatoren zeigt, darunter auch das Pantheon, wo die Bürger Roms ihren zu Göttern erhobenen Herrschern huldigten.

Themen des Magazins sind: Augustus, Verwaltung, Nero, Gladiatoren, Expansion, Hadrianswall, Marc Aurel, Afrika, Soldatenkaiser, Jahrtausendfeier, Konstantin, Theodosius I., die Plünderung Roms, Augustinus und der Untergang des Weltreiches.

Mit besonderem Interesse habe ich den Beitrag Dr. Mesenhöllers über Marc Aurel gelesen, der 161 n. Chr. die Kaiserwürde erlangte. Er soll ein Intellektueller gewesen sein, der die Askese schätzte und als Jüngling davon träumte, Philosoph zu werden. Der Schöngeist Marc Aurel war verurteilt zu herrschen und Krieg zu führen, gewiss nicht einfach für einen sensiblen und intelligenten Menschen, der anspruchsvoll sich selbst gegenüber und empfänglich für das Ideal eines Lebens in Wahrheit war. (vgl.: S.83).

Seine Einsichten brachte der Kaiser in seinem Werk "Selbstbetrachtungen" zu Papier, ein Buch das ich vor einigen Jahren übrigens rezensiert habe. Seiner Vorstellung nach sollte man die flüchtigen Dinge des Lebens leidenschaftslos und rein vernunftmäßig betrachten. Ein Rat, der nicht immer einfach zu befolgen ist.

Marc Aurel begriff sich als Diener des Staates, der die Freiheit und Würde seiner Mitbürger achtet, despotischen Versuchen widersteht und zwar selbst dort, wo es nicht leicht ist, (vgl.: S.89). Seinen Aufruf zu einem kompromisslosen Pflichtbewusstsein im Dienste für das Allgemeinwohl, sollten sich Politiker im Hier und Heute zu Herzen nehmen.

Liest man das Magazin, so stellt man recht bald fest, dass Marc Aurel ein Ausnahmemensch war, der gerecht und milde sein wollte, aber den die Umstände zwangen, Krisen im Reich mit Gewalt zu lösen. Erwähnenswert finde ich, dass dieser Kaiser blutige Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen verachtete, mehr aber noch, dass die von ihm erlassenen Gesetze in erster Linie die Stellung der Sklaven und Freigelassenen stärkten und seine Motive hierfür eher ethische als politische und wirtschaftliche waren, (vgl.: S.89).

Unter all den Herrschern, die dem Leser im Magazin begegnen, ist er der wohl sympathischste. Nach heutiger Vorstellung hätten viele der damaligen Kaiser einen Therapeuten nötig gehabt, keineswegs nur Nero und Caligula, sondern auch Konstantin, ein brutaler Gewaltherrscher, der seine Rivalen beseitigen und zahlreiche Verwandet ermorden ließ, (vgl.S.129) und viele andere ebenfalls.

Das Magazin ist ein Zeugnis dafür, dass nur wenige Herrscher in der Geschichte des Imperiums uneigennützig und patriotisch agierten. Mich wundert das keineswegs.

Empfehlenswert.
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4.0 von 5 Sternen Dem Volk von Rom sein Kaiserreich, 21. März 2015
Rezension bezieht sich auf: GEO Epoche, 54/2012: Rom - Die Geschichte des Kaiserreichs (Broschiert)
Vor uns liegt GEO Epoche, das Magazin für Geschichte, "Rom - Die Geschichte des Kaiserreichs", das behandelt die Zeiten von 27 v. Chr. bis 476 n. Chr. Es ist die Fortsetzung aus dem Jahr 2012 eines Vorgängerheftes "Rom - Die Geschichte der Republik" aus dem Jahr 2011. Mit knapp über fünfhundert Jahren behandelt es einen sehr langen Zeitraum, der - in Epochen kategorisiert - als "nach Cäsar" einzuordnen ist. Sich mit diesen Jahrhunderten zu befassen, lässt einem unweigerlich Film und Filmtitel des 1964er Sandalenfilmklassikers "Der Untergang des Römischen Reiches" (mit Sophia Loren und Stephen Boyd) in Erinnerung kommen. Denn mit wenigen Aufs und vielen Abs sind die im vorliegenden GEO Epoche behandelten Jahre vornehmlich vom Niedergang ("The Fall of the Roman Empire") geprägt. Dabei fängt alles zunächst mal noch recht gut an.

Es beginnt mit Oktavian, in die Geschichte eingegangen als der Augustus, erster Kaiser Roms - Achtung: Julius Cäsar selbst war nie ein solcher -, regierte das Land bis 14 n. Chr. In "Der zweite Gründer Roms" befasst sich Johannes Schneider mit der - zumindest innenpolitisch - als Friedenszeit empfundenen "Pax Augusta". Das Volk verehrte "jenen Mann, der dem Reich nach scheinbar endlosen Unruhen endlich den Frieden gebracht hat."

Womit Anthony Burgess in "Das Reich der Verderbnis" dreiviertel seines Romans füllte, dafür genügen dem Journalisten Reymer Klüver drei Doppelseiten: der Parforceritt von Tiberius über Caligula und Claudius bis zu Messalina. In "Im Zentrum der Macht" stellt er uns die illustre Gesellschaft dieser machtgeilen römischen Dekadenz vor. Tiberius, der uns Mitte der letzten Achtziger mit dem Gesicht von James Mason in "Anno Domini - Kampf der Märtyrer" über den Weg lief, besaß pädophile und sadistische Neigungen, die er auf Capri angeblich an seinen minderjährigen Lustknaben auslebte. Caligula, der uns Ende der letzten Siebziger mit dem Gesicht der Uhrwerkorange Malcolm McDowell in "Caligula" über den Weg lief, ernannte angeblich sein Lieblingspferd zum römischen Konsul. Claudius, der uns Mitte der letzten Siebziger mit dem Gesicht von Derek Jacobi in "Ich, Claudius, Kaiser und Gott" über den Weg lief, war angeblich ein lächerlicher Irrer, von Tacitus wenig wohlwollend der Nachwelt überliefert. Valeria Messalina, die uns Mitte der letzten Fünfziger mit dem Gesicht der wunderschönen Susan Hayward in "Die Gladiatoren" über den Weg lief, Intrigantin und als hochgradige Nymphomanin verschrien, war als Ehefrau von Claudius aktiv an so manchem bösen Ränkespiel beteiligt. Man achte auf die jeweiligen Angeblichkeiten, mit Hilfe derer der Rezensent aufgrund so mancher angeblich neuerer geschichtlicher Erkenntnis die unterstellten Bösartigkeiten zwar nicht abstreiten, so doch etwas relativierter dargestellt wissen will.

"Kein Herrscher der Antike hat einen schlechteren Ruf wie Nero". Muss es nicht "als Nero" heißen? "Der ab 54 n. Chr. regierende Kaiser gilt vielen bis heute als Ungeheuer, das den Mord an der eigenen Mutter befahl, Rom anzündete, die Katastrophe besang und die Christen für sein Verbrechen büßen ließ. Doch die wahre Geschichte des Cäsaren ist eine andere." Johannes Strempel beschreibt sie uns. Zum Beispiel Neros Manie, Trophäen und Kunstpreise zu erringen. So zieht er sechzehn Monate lang "mit großem Gefolge von Festspiel zu Festspiel, von Wettbewerb zu Wettbewerb", um am Ende "auf dem Triumphwagen des Augustus" nach Rom zurückzukehren. "Den Römern ist der pompöse Einzug eines Kaisers in ihre Stadt vertraut: Seit Jahrhunderten feiern sie die Triumphe jener Feldherren, die in einem Krieg gesiegt haben. Doch Neros Parade ist die Travestie eines militärischen Triumphzugs." Oh, o lodernd Feuer. Oh, o göttliche Macht. Nero, der uns Anfang der letzten Fünfziger mit dem Gesicht von Peter Ustinov in "Quo Vadis" über den Weg lief, dieser letzte der julisch-claudischen Dynastie, war angeblich ein imperialistischer Stalin, ein Hitler der Antike. Die moderne Forschung sieht dies zwischenzeitlich teilweise anders.

Es präsentiert sich: das Kolosseum. Mit "Seeschlacht im Kolosseum" beschreibt Sebastian Kretz das in der Zeit nach Nero entstandene Amphitheatrum Novum, seine antik-architektonische Bedeutung sowie die grausam-brutalen Zwecke seiner Nutzung. "Das erst im Mittelalter den Namen 'Kolosseum' erhaltene" Bauwerk, ist noch heute eines der Wahrzeichen der Stadt Rom.

GEO Epoche überspringt das Vierkaiserjahr, GEO Epoche überspringt die Flavier. Wir lernen kennen: Trajan. Wir finden uns wieder im Zeitraum 98 bis 117 n. Chr. Bertram Weiß beschreibt uns den Optimus Princeps, den angeblich besten und somit ersten der römischen Primi inter Pares, den ersten unter gleichen. GEO Epoche springt ohne weitere Übersprünge direkt zum nächsten der nächsten der angeblich guten: Hadrian, den Bauherrn und Namensgeber der innerbritischen Zonengrenze. Wir finden uns wieder im Zeitraum um 120 n. Chr. Als "Bollwerk gegen die Barbaren" stellt uns Jürgen Bischoff den Hadrianswall vor, diesen englischen Limes weit im Norden des Römischen Reiches.

Meinem (und meines Namensvetters, des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt) Liebling, dem Philosophen unter den römischen Kaisern, dem Mark Aurel (161 bis 180 n. Chr.) ist das nächste Großkapitel gewidmet. In dem bereits genannten "Der Untergang des Römischen Reiches" begegnet er uns mit dem Gesicht Alec Guinness. (Später dann im Jahre 2000 in "Der Gladiator" weniger bedeutungsvoll mit dem Gesicht von Richard Harris.) Mathias Mesenhöller beschreibt ihn uns als Intellektuellen, "der die Askese liebt und das Nachsinnen über die Natur des Menschen."

Die Jahrhunderte Roms und der Welt fließen mehr und mehr ins Bedeutungslose. Wer kennt sie, die nächsten der folgenden Zaren und Cäsaren? Commodus nur, weil auch er eine Rolle in "Der Gladiator" hat. Doch wer ist Pertinax? Wer sind Septimius Severus, Macrinus oder Elagabal? Zwischenrein gab es einen Caracalla. Er schenkte uns die nach ihm benannten Thermen. Es folgen die "Mörder auf dem Thron", die sogenannten Soldatenkaiser. Wer kennt denn welche? Und schon befinden wir uns am Ende des 3. Jahrhunderts.

Am Horizont erscheint, vor endgültigem Niedergang und Dekadenz der antiken Strukturen: das Christentum. Nach dunklen Jahrhunderten der Verfolgung wird es zur Kraft und "zur bestimmenden Religion im Imperium". Es erscheint "Konstantin - Sieger im Zeichen des Kreuzes", vorgestellt von Jörg-Uwe Albig, an prominenter Stelle mit bedeutungsschwerem Umfang inmitten des vorliegenden GEO Epoche. In "Konstantin der Große" begegnen wir ihm, weniger prominent, Anfang der letzten Sechziger mit dem Gesicht von Cornel Wilde.

"Ein Kampf um Rom" schrieb uns Felix Dahn. "Angriff der Goten" schrieb uns Dirk Liesemer. Die Helden der Germanen, hier wir dort, Theoderich und Witichis, Totila und Teja. Sie sind die Guten. Jenseits der Stadtmauern, hinter den Wällen, Cethegus und Narses, Justinian und Theodora. Sie sind die bösen Intriganten. Kein Wunder wie das "Magazin für Geschichte" mit dem "Ende eines Weltreiches" (Ralf Berhorst) epochal an das Ende des Geschichtskundeheftes heranschreitet. Wir fühlen die "Ruinen einst prächtiger Gebäude sowie die Überreste von Grenzwällen und Stadtmauern", so die einstige "Größe dieses beispiellosen Imperiums, das mit seiner Kultur, seinem Rechtsverständnis und schließlich auch dem christlichen Glauben das Fundament des Abendlandes schuf."
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rom - Geschichte, 25. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Geo Epoche kann ich nur empfhelen. Alles Geo-Hefte sind sehr gut. Man kann wirklich sehr viel daraus lernen. Fürs Gymnasium - Prüfungsfach ideal.
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5.0 von 5 Sternen super, 21. März 2015
Rezension bezieht sich auf: GEO Epoche, 54/2012: Rom - Die Geschichte des Kaiserreichs (Broschiert)
Eines der besten werke über die geschichte des kaisereichs es wird an verschiedenen kaisern beispielhaft die geschichte dargestellt. Unbedingt kaufen flüssig und leicht zu lesen.
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GEO Epoche, 54/2012:  Rom - Die Geschichte des Kaiserreichs
GEO Epoche, 54/2012: Rom - Die Geschichte des Kaiserreichs von Michael Schaper (Broschiert - 9. August 2012)
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