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5.0 von 5 Sternen Leicht modifizierte Dissertation, 15. Dezember 2012
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Hitlers Brückenkopf in Schweden: Die deutsche Gesandtschaft in Stockholm 1933-1945 (Broschiert)
Die Monographie "Hitlers Brückenkopf in Schweden" ist eine leicht modifizierte Fassung der Dissertationsschrift "Die deutsche Gesandtschaft in Stockholm in der Zeit des Nationalsozialismus" des Historikers, Politologen und Skandinavistikers Dr. Daniel B. Roth, die im Jahre 2007 an der Universität Flensburg angenommen wurde. Die erstmalige Studie zur Entwicklung einer diplomatischen Vertretung des "Dritten Reiches" wurde zwei Jahre später von Prof. Dr. Jens E. Olesen, Lehrstuhlinhaber an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, als Band 8 der Reihe "Nordische Geschichte" herausgegeben.

Die von 301 Fußnoten begleitete wissenschaftliche Analyse gliedert sich in zwei Kapitel, welche die Entwicklung der Gesandtschaft in den Vorkriegs- und Kriegsjahren getrennt voneinander untersuchen und beide Entwicklungsphasen einander vergleichend gegenüberstellen, um Aspekte von Kontinuität und Wandel herauszustellen. Hierbei erfolgt die Darstellung von strukturellen Entwicklungen, durch die Organisation, Besetzung und Funktion der traditionell geprägten diplomatischen Einrichtung den Konditionen der NS-Diktatur und ihrer aggressiv-expansiven Außen- und Kriegspolitik angepasst wurden.

Bereits in den hegemonialen Plänen des deutschen Kaiserreiches besaß das als potentiell Verbündeter, bzw. wohlwollend neutraler Pufferstaat angesehene Schweden (die Rolle eines wichtigen Lieferanten rüstungswirtschaftlicher Rohstoffe. Von der Weimarer Republik wurde das nordische Königreich als verlässlicher Handelspartner zur wirtschaftlichen Stabilisierung Deutschlands angesehen, das dabei auch bereits in den 1920er Jahre den deutschen Rüstungsproduzenten und er Reichswehr als Ausweichraum für die geheime Weiterentwicklung von Militärtechnologien diente. Neben dem "militärischen Flankenschutz", einer unverminderten Erzzufuhr und der Sicherung einer "ökonomischen Luftröhre", welche das im Ersten Weltkrieg neutrale Schweden dem Kaiserreich gewährt hatte, leistete es auch nach der Abkehr des NS-Staates vom Multilateralismus des Völkerbundes und dem ideologisch kulturellen Gegensatz zwischen schwedischer Demokratie und deutscher Diktatur noch wohlwollende Vermittlerdienste. In den Vorkriegsjahren verfolgte die NS-Herrschaft in ihrer Schwedenpolitik drei Ziele. Die Wiederherstellung und der Ausbau von bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zur Sicherstellung der rüstungsrelevanten Importinteressen, die Herauslösung Schwedens aus Sanktionsverpflichtungen und die Rückkehr zu seiner "klassischen" Neutralitätspolitik sowie die Beeinflussung der öffentlichen Meinung in Schweden zur politischen Absicherung der beiden erstgenannten Ziele. In den Kriegsjahren entwickelte die Gesandtschaft zu einem weit verzweigten Geflecht aus "Spezialressorts" und "Sonderdienststellen", dessen Tätigkeitsspektrum weit über das traditionelle Aufgabenfeld diplomatischer Vertretungen hinausging. Das geradezu exponentielle Anwachsen des Botschaftspersonals wird anhand mehrerer Balkendiagramme deutlich gemacht. Zum Untersuchungsgegenstand gehören auch Fragen nach dem individuellen Handlungsspielraum und Eigengewicht bei der Ausgestaltung und Umsetzung der deutschen Schwedenpolitik sowie die internen Auseinandersetzungen unter dem institutionellen Dach der Gesandtschaft. Zwei Organigramme offenbaren Unterschiede in Aufbauorganisation, Ressorts, Meldewegen und vorgesetzten Dienststellen in der Vorkriegs- und Kriegszeit. Die "Politische Abteilung" der Gesandtschaft bediente sich hierzu einer langen Reihe von Pressedementis, Protestdemarchen und anderer Propagandaaktivitäten.

Zum Anhang der Arbeit gehören - neben einem Lageplan und den bereits genanten Organigrammen - die Karriereverläufe der an der deutschen Gesandtschaft zwischen 1933 – 1945 beschäftigten Repräsentanten des Auswärtigen Amtes, der "Wehrmacht", des "Reichssicherungshauptamtes", der "Auslandsorganisation der NSDAP" und anderer Organe des NS-Staates sowie ein Abkürzungsverzeichnis, ein Quellen- und Literaturverzeichnis und ein Personenregister.

"Hitlers Brückenkopf in Schweden" ist zum einen ein wertvoller Beitrag zur Erforschung der deutsch-schwedischen Beziehungen während der NS-Zeit. Zum anderen leistet die Studie eine wichtige Hilfe zum Schließen einer Forschungslücke zu den Strukturen und der Praxis der deutschen Außenpolitik in den Jahren 1933 bis 1945, deren diplomatische Gesandtschaften sich nach 12 Jahren Vorbereitung und Umsetzung militärischer Aggressionspolitik in Europa schließlich auf jene in den fünf neutral und unbesetzt geblieben Ländern reduziert hatten.
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Hitlers Brückenkopf in Schweden: Die deutsche Gesandtschaft in Stockholm 1933-1945
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