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Auf den Spuren der Ameisen: Die Entdeckung einer faszinierenden Welt
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wenn die beiden Doyens der Myrmekologie (Ameisenforschung) sich zusammentun und ein Buch über Ameisen schreiben, dann kann man einer Sache gewiss sein: Es ist auf der Höhe der Zeit. Und doch: seit der 1. Auflage von 1994 hat sich einiges getan, sodass eine Aktualisierung erforderlich wurde. Neue Analysemethoden haben insbesondere auf dem Gebiet der Kommunikation im Ameisenstaat viele neue Erkenntnisse gebracht und das Sozialverhalten von immer mehr Arten wurde gezielt untersucht, mit teilweise verblüffenden Ergebnissen.

Schon der Lebenslauf der beiden Autoren weist bemerkenswerte Parallelen auf, sowohl der private, wie auch der berufliche. Irgendwie bekommt man den Eindruck, dass das Universum der Myrmekologen sehr geschlossen ist: Über mehrere Forschergenerationen rekrutierten sich viele führende Köpfe der Ameisenforschung aus den USA und Deutschland und die wenigen spezialisierten Arbeitskreise waren schon vor fast 100 Jahren eng miteinander verbunden. Der Austausch von Ideen und Gastaufenthalte machten es möglich.

Ameisen sind aber auch faszinierende Lebewesen der Superlative, die zu erforschen sich unendlich lohnt. Eine einzige Königin kann in ihren Leben bis zu 300 Millionen Nachkommen zeugen. Die Biomasse aller Ameisen der Welt übertrifft die der Menschen. Sie sind Modellorganismen für die Erforschung des Phänomens des Altruismus und haben das komplexeste Staatensystem unter allen Insekten entwickelt. Sie führen totale Vernichtungskriege, gründen Kasernen mit Wachameisen an den Grenzen ihrer Reiche, agieren als lebende Bomben, sie "erzählen" ihren Nestgenossinnen, wo es gute Nahrung gibt, "nähen" sich Nester und gärtnern im großen Stil. Sie sind neben dem Menschen einige der wenigen Lebewesen, die ihre Umwelt auch makroökologisch an ihre Bedürfnisse anpassen können. Die Welt sähe ohne Ameisen vollkommen anders aus, als wir sie kennen. Dabei gibt es mindestens 14 000 Arten von geradezu unglaublicher Vielfalt und innerhalb einer Art existieren wiederum Kasten, die sich untereinander so sehr unterscheiden, dass man sie nicht einmal derselben Art zuordnen würde.

Hölldobler und Wilson, beide mittlerweile emeritiert, nehmen den Leser mit auf eine spannende Reise in die Welt der kleinen Krabbler. Sie erklären, wie sich Individuen einer Kolonie erkennen und wie sie Fremde identifizieren, wie die Königin den Staat mithilfe von chemischen Signalstoffen "regiert" und welche vielfältigen Anpassungsweisen Ameisen entwickelt haben, um zu überleben. Immer wieder kommt der Aspekt "Kommunikation" ins Spiel. Kaum eine Tierart hat - neben dem Menschen - ein derart komplexes Kommunikationssystem entwickelt. Sie sind dabei vor allem auf ihren Geruchssinn angewiesen, andere Sinneseindrücke treten oft in den Hintergrund (so erkennen sie eine tote Ameise beispielsweise nicht daran, dass sie umfällt und die Beine anzieht, sondern erst, wenn sie "tot riecht"). Ameisen haben eine regelrechte chemische Sprache entwickelt, bei der einzelne Substanzen die Bedeutung von Wörtern haben. Bei der Kommunikation zwischen Individuen sind taktile und akustische Reize allerdings ebenfalls von Bedeutung. Dabei sind Ameisen keineswegs ferngelenkte "Roboter", auch wenn ihr Verhalten dies vordergründig nahelegt. Andererseits ist eine einzelne Ameise nichts ohne ihre Kolonie. Um die Ameisen wirklich zu verstehen, muss man die Kolonie als "Superorganismus" untersuchen, mit seinen komplexen Sozialstrukturen und Kastensystemen.

Das Spannende an den Beschreibungen der Autoren ist, dass sie immer wieder von persönlichen Erlebnissen aus dem Freiland und dem Labor berichten, die den berühmten "Heureka"-Effekt einfangen. Es ist der Moment, in dem einem Forscher klar wird, wie die Dinge wirklich funktionieren. Oder wenn eine lange Suche endlich Erfolg zeigt (wie bei der jahrzehntelangen Suche nach der Urameise im australischen Busch). So wird Forschung als iterativer Prozess erkennbar: Jeder steht immer auf den Schultern seines Vorgängers.

Die vielen Fotografien sind durchweg technisch brillant und selbst 40 Jahre alte Aufnahmen sind unglaublich detailreich und tiefenscharf, wie man die kleine Welt der Ameisen selten gesehen hat. Und wer sich selber als Ameisenforscher betätigen will: Im Anhang befindet sich eine sehr detaillierte Anleitung für den Bau einer Ameisenkolonie und die Haltung von Ameisen im Labor.

Ich will nicht verschweigen, dass die Lektüre bei aller Lebendigkeit und allem Faktenreichtum durchaus anspruchsvoll ist. Die Autoren nähern sich dem Thema mit wissenschaftlicher Systematik, was mitunter hohe Konzentration beim Leser erfordert. Wer diese Hürde aber nimmt, der wird reich belohnt. "Auf den Spuren der Ameisen" ist das mit Abstand umfangreichste, aktuellste und am besten illustrierte, an den Laien gerichtete Werk über Ameisen, das es gibt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. November 2014
Ameisen sind eine Tierart, die für die meisten Menschen verborgen bleibt und doch eine lebenswichtige Rolle in der Natur spielt. Viellecht hat man schon mal von ihrer unglaublichen Stärke gehört, die es erlaubt, das 100-fache ihres eigenen Körpergewichts kopfüber zu tragen. Oder man hat unliebsame Erfahrungen mit beißenden Feuerameisen beim einem Picknick gemacht.
Erst nach der Lektüre des Buches wird einem aber bewusst, dass sich unter den Grashälmen, Baumstämmen und Wurzeln eine eigene Welt finden lässt, die sich hinter großen Fantasy-Romanen wie Herr der Ringe nicht verstecken muss. Hochentwickelte soziale Gesellschaften, bei denen jeder Handgriff evolutionär optimiert wurde, taktisch ausgeklügelte kriegerische Auseinandersetzung mit anderen Kolonien, Versklavung, hinterhältiges Parasitenleben, altruistisches Kamikazeverhalten und das wohl komplizierteste Kommunikationssystem mit Gerüchen in der Tierwelt. Man kommt auf jeder Seite des Buchs aufs neue ins Staunen, was sich die Natur ausgedacht hat, um jede biologische Nische besetzen zu können.

Das Buch ist, wie Herr Hölldobler im Vorwort bereits sagt, bewusst für den Laien geschrieben. Komplizierte biologische Details wurden zugunsten eines umfassenden Überblicks über die Geschichte und die aktuellen Erkenntnisse aus der Ameisenforschung weggelassen. Die beeindruckenden und zahlreichen Bilder (ca. ein Bild alle zwei Seiten) tragen sehr zum Verständnis der Erläuterungen im Text bei.

Insgesamt kann ich dieses Buch jedem ans Herz legen, der näher in diese Parallelwelt eintauchen will - nicht nur Ameisenforschern oder Biologen!

Hinweis zum Druck: auch meine Ausgabe hat zahlreiche Farbstreifen, die wohl von den vielen Bildern beim Druck abgefärbt haben. Mich hat es allerdings beim Lesen nicht gestört.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Mai 2014
Auf den Inhalt des Buches will ich an dieser Stelle nicht eingehen, kann dazu aber nur so viel sagen: Er ist atemberaubend und unglaublich lehrreich!

Leider weist scheinbar jedes Buch in der Auflage massive Druckfehler auf. Desto weiter man im Buch vordringt, desto stärker werden die Farbrückstände/Buchstabenrückstände auf den Seiten.
Habe mir aus verschiedenen Quellen mehrere Bücher zu kommen lassen und alle besitzen selbe Fehler.

Ich warte auf die nächste Ausgabe... :(

*Nachtrag: Leider wies die nächste Ausgabe ebenfalls Fehler auf. Darauf hin setzte ich mich mit dem Verlag in Verbindung und dieser tauschte mir, sehr zuvorkommend, das Buch anstandslos aus! Ein wirklich sehr guter und netter Service. Leider sind in diesem Buch aber ebenfalls nicht alle Druckfehler beseitigt. Ich gehe davon aus, dass der komplette Druck "kaputt" ist.
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am 20. April 2015
über die Ameisen, Ihr Sozialverhalten, Lebensweise. Vom deutschsprachigen "Papst" der Ameisenforschung geschrieben. In populärwissenschftlicher Sprache. Von daher auch für Laien gut verständlich.

In ein paar Jahren wird das Buch wohl vergriffen sein und dann ein Vermögen kosten.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Oktober 2013
Wie immer hat mich Hölldobler begeistert. Bild und Text sind beeindruckende Darstellungen. Diese Neuauflage kann man auch zur Erstauflage stellen.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Mai 2014
Das Buch als solches ist einfach toll - schöne Fotos, interessanter Inhalt - super ! Aaaaaber ....................... !!!
Ich hatte es meinem Mann zunächst mal zu Weihnachten geschenkt, bis er es durch hatte, sind schon ein paar Wochen vergangen und erst nach dieser Zeit hat er festgestellt, dass das Buch eigentlich 2. Wahl ist, auf ganz vielen Seiten sind Farbreste von Druck, schwarze Streifen, gelbe Streifen......sehr schade für so ein Buch. Deshalb gibt es einen Stern Abzug, ansonsten hätte das Buch die volle Punktzahl verdient. Ich habe versucht, beim Verlag zu reklamieren, konnte dort aber niemand erreichen, auch bei Amazon hatte das keinen Sinn, weil das Buch ja schon länger gekauft und bezahlt war.
Weil uns das Buch aber so gefiel, haben wir es nochmals für einen Vetter zum Geburtstag bestellt in der Hoffnung, dass es dieses Mal ein Exemplar ohne Fehler ist, leider war dem nicht so. Auch das zweite Buch hat diese Rückstände und Fehler vom Druck. wir haben es trotzdem weiterverschenkt, aber es ist wirklich schade um dieses Buch. Kontrolliert denn niemand diese Bücher, bevor sie das Druckhaus verlassen ????
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