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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswerte Textausgabe
Mein Statement bezieht sich nicht auf das Drama Schillers selbst, sondern auf die Textausgabe.
Diese Ausgabe der "Hamburger Lesehefte" enthält einen gründlichen Kommentar (lediglich einige sexuelle Anspielungen wurden nicht erklärt) und ist somit uneingeschränkt zur Verwendung - auch als Schullektüre - zu empfehlen.
Von allen...
Am 29. Oktober 2005 veröffentlicht

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der unsympathischste Protagonist aller Zeiten
Ferdinand liebt Luise. Er ist ein Adeliger und sie eine Bürgerliche. Luises Vater ist besorgt um die Ehre seiner Tochter und stellt sich gegen Ferdinands Werben. Weniger beunruhigt ist Ferdinands Vater, der Präsident. Er denkt, sein Sohn will sich nur die Hörner abstoßen. Als der liebes-tolle Ferdinand allerdings nicht von Luise lassen will, beginnt...
Veröffentlicht am 11. September 2009 von S. Bernard


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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswerte Textausgabe, 29. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Mein Statement bezieht sich nicht auf das Drama Schillers selbst, sondern auf die Textausgabe.
Diese Ausgabe der "Hamburger Lesehefte" enthält einen gründlichen Kommentar (lediglich einige sexuelle Anspielungen wurden nicht erklärt) und ist somit uneingeschränkt zur Verwendung - auch als Schullektüre - zu empfehlen.
Von allen K.&L.-Ausgaben, die ich kenne (und ich glaube ich kenne sie alle) hat diese mit Abstand das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Reclam-Ausgabe ist unkommentiert und damit dieser Ausgabe klar unterlegen. Ausserdem ist sie teurer, von der "Gebrauchsfreundlichkeit" des Mini-Formats ganz zu schweigen.
Also liebe Deutschlehrer (ich bin selber einer): Greift zu dieser Ausgabe für Ihren Kurs, nicht zu Reclam.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schiller als Garant für Spannung und Dramarturgie, 16. August 1999
Von Ein Kunde
Liebe und Haß, Glück und Unglück liegen oft nah beieinander. Wo Liebe ist, sind oftmals auch Kabale, also Intrigen. Ganz besonders am Hofe des deutschen Adels der vergangenen Jahrhunderte. Schillers Drama "Kabale und Liebe" greift vor diesem Hintergrund die viel beachtete Problematik einer unerlaubten und aussichtslosen, aber großen Liebe zweier junger Menschen unterschiedlichen Standes auf, die sich den Standesschranken nicht widersetzen können und deren Liebe den intrigalen Machenschaften am Hofe unterliegt. Dabei deckt Schiller nicht nur den sozialen Mißstand einer Ständegesellschaft auf, in der das Schicksal des einzelnen durch Geburt vorgegeben ist. Er zeichnet ebenso ein Bild von der jämmerlichen, von Lug, Trug und Speichelleckerei geprägten Lage einer ohnmächtigen, machtgierigen Aristokratie sowie, auf der Gegenseite, eines unterwürfigen Bürgertums, dessen Bigotterie und naive Frömmigkeit es ihm zu dieser Zeit noch nicht erlauben, sich aufzulehnen. Wenngleich einige Elemente des Stückes auf den ersten Blick Shakespeares "Romeo und Julia" entlehnt scheinen, stellt "Kabale und Liebe" ganz im Gegenteil ein ganz eigenes großes Werk Schillers dar, der die Tragik und Dramatik der Handlung meisterhaft in Worte zu fassen versteht. Vor diesem Hintergrund sei Schiller auch die seinem Idealismus entspringende Heldenhaftigkeit seiner Protagonisten nachgesehen, die - hier im Falle von Luise, dem bürgerlichen Mädchen in ihrer unglücklichen, nicht standesgemäßen Liebe - zu einer wahren Verkörperung aller humanitären Werte avancieren. Der geneigte Leser erlebt ein tiefes Mitempfinden für Schmerz und Leid, die von einer einst so großen Liebe zurückgeblieben sind. Die hoffnungsvolle Erkenntnis für den heutigen Leser besteht darin, einer bedrückender Zeit derartiger gesellschaftlicher Schranken entronnen zu sein sowie willens zu sein, sich über solche Schranken auch zukünftig zu erheben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr ausführlich und den Aufpreis wert., 7. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Habe dieses Buch als Schullektüre gekauft. Hervorzuheben sind die Definitionen von relevanten Textstellen am Seitenfuß, welche den Text deutlich einfacher zu verstehen machen. Nach dem Drama sind noch Ausführungen zur Epoche und zu Schiller vorhanden. Nur zu empfehlen und den Aufpreis wert!
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hilfreiche Erläuterung u. Hintergrundinfos, 19. November 2001
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In dem Buch wird zuerst auf die Bedeutung einzelner Redewendungen und Wörter Szene für Szene eingegaggen. Hier erfährt man z.B. was "Serail" bedeutet.
Dann folgt eine Zusammenfassung der Szenen (Inhaltsangabe). Unter 1.4 wird der Aufdau des Dramas erläutert während unter 1.5 auch Hauptpersonen Charakterisiert werden.
Außerdem wird das Zeitalter des Absolutismus erläutert und auf die Stände Adel/Bürgertum eingegangen.
Im Großen und Ganzen ein sehr hilfreiches Buch zum Verstenen von Kabale und Liebe.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kabale und Liebe, 16. März 2009
ist ein gutes Literarisches Trauerspiel. Die Parallelen zu Romeo & Juliet von Shakespear fallen stark auf. Dennoch kann dieses Schillerwerk eine eigenständige, deutsche Geschichte vorweisen die auf die Umstände früherer Zeiten hindeutet und die Klut zwischen Adel und Bürgern zeigt.
Die niedergeschriebenen Wörter sind auch treffend gewählt und ergeben zusammen mit der Formulierung eine schöne Sprache.
Die Worterklärungen für Fremd-, Fachwörter und Altdeutsche Wörtern sind nicht nur für jüngere Leser sehr nützlich
Im Großen und Ganzen ein durchaus gelungenes Werk das aber nicht an den Shakespear-Vorgänger heran kommt.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker aber kein bißchen verstaubt, 18. März 2005
Von 
Peter Schneider (Region Stuttgart, Baden-Württemberg Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kabale und Liebe (Broschiert)
Kabale heißt Intrige. So heißt das Buch eigentlich Intrige und Liebe. Die beiden Hauptfiguren Luise Miller und Ferdinand müssen sich durch ein Gestrüpp von Intrigen kämpfen, um ihre Liebe zu "behaupten". Die Liebe der beiden ist so tief, so rein, so schön. Das muß man gelesen haben. Man kann natürlich an dem Band ganz viel entdecken, aus der Zeit der Entstehung und an der Art der Sprache der verschiedenen Charaktere. Man kann das aber einfach so, ohne jede Angst vor dem Klassiker Schiller, lesen. Das Buch ist auch ein möglicher Ausgangspunkt zu einer Reise in die klassische Welt des Friedrich Schiller. Im Schillerjahr 2005 (Schillers Todestag jährt sich am 09.Mai zum 200. mal) ein guter Einstieg in die Literatur des Friedrich Schiller. Der Anfang geht ein bißchen schwer, bis man sich etwas an die Sprache gewöhnt hat.
5 Sterne. Ich denke ich würde Kabale und Liebe in meinen Kanon der "must"-Bücher aufnehmen. (Die Räuber von Schiller im übrigen auch) Aber ich bin kein professioneller Literaturkritiker, daher fragt mich auch niemand nach meinem Kanon.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Romeo und Julia, 15. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Kabale und Liebe (Broschiert)
"Kabale und Liebe" heißt Schillers "bürgerliches Trauerspiel" aus den Jahren 1782/1783 und die primäre Frage lautet: Was heißt "Kabale"? Dieses Wort ist mit Intrige zu übersetzen - also geht es um Liebe und Intrigen in diesem Stück.
Die Liebe besteht zwischen Luise und Ferdinand, einem für damalige Verhältnisse ungleichen Paar, ist doch Ferdinand von Adel und Sohn des Präsidenten, Luise hingegen zwar hübsch, aber die Tochter eines armen bürgerlichen Musikers. Beider Eltern fürchten diese Beziehung und so entstehen aus der Liebe die Intrigen.
Während sich Luises Mutter durch diese Beziehung noch geschmeichelt fühlt, hintertreibt vor allem Ferdinands Vater - der Präsident von Walter - die Verbindung und fädelt eine Intrige ein, um die beiden Liebenden zu trennen. Da es sich um ein Trauerspiel handelt, ist das Ende schrecklich traurig - Romeo und Julia lassen grüßen.
Allerdings geht es Schiller nicht nur um die Darstellung einer tragischen Liebesgeschichte, sondern vor allem auch um die Offenlegung sozialer Konflikte des späten 18. Jahrhunderts, die vor allem in der Zementierung gesellschaftlicher Zustände (Adel und Bürgertum), aber auch in der Willkürherrschaft adliger Despoten (Verkauf von Landeskindern als Soldaten) deutlich werden.
Lesens- und sehenswert macht dieses Trauerspiel besonders aber seine Sprache, die heute zwar einerseits antiquiert erscheinen mag, andererseits aber Momente suggestiver Kraft und unendlicher Poesie aufschimmern lässt.
Eine traurig-schöne Geschichte in wunderschöner Sprache: man sollte es lesen und hoffen, eine gute Aufführung sehen zu dürfen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwere Wege für Gefühle, 12. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Kabale und Liebe (Broschiert)
"Kabale und Liebe" hatten wir letztes Schuljahr gelesen. Ein spannend aufgebautes, intrigantes, und gefühlvolles Stück, das zeigt, wie schwer es war (und in gewisser Weise auch heute noch ist) seine Gefühle zeigen zu dürfen. Die Geschichte von Ferdinand und Luise, die verschiedenen Ständen angehören, kann auch auf unsere Zeit übertragen werden. Somit lässt sich eine Art "Wiedererkennungseffekt" erreichen, der stark zum nachdenken anregt.
Meiner Meinung nach ist dies ein klasse Drama, das auch für eine neunte Klasse nicht zu kompliziert ist, obwohl es vielleicht einige Verständnisschwierigkeiten aufgrund der Sprachdifferenzen gibt, da die Bedeutung von Wörtern sehr wandelbar ist.
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5.0 von 5 Sternen Schillers Version von Romeo und Julia, 16. Januar 2010
In ,,Kabale und Liebe'' von Friedrich Schiller geht es um die tragische Geschichte eines Liebespaares. Ferdinand von Walter, der Sohn des Präsidenten, liebt Luise, die Tochter eines Stadtmusikanten. Damit sind die Väter beider Kinder unzufrieden. Der Präsident plant, seinen Sohn mit Lady Milford, der Mätresse des Fürsten zu verheiraten, doch Ferdinand weigert sich und bekennt sich zu Luise. Daraufhin ersinnen der Präsident von Walter und sein hinterhältiger Sekretär eine Intrige, die schließlich zum Tod des Liebespaares führt.
Was dem Leser des Stückes unweigerlich auffallen wird, sind die Parallelen zu Shakespeares ,,Romeo und Julia''. Auch in diesem Drama ist die Liebe der zwei Hauptfiguren unerwünscht, auch hier sind es die Eltern, die die Verbindung nicht wünschen und Gift spielt ebenfalls eine Rolle als Todesursache.
Trotz aller Parallelen sind bei Schillers Version doch andere Schwerpunkte gesetzt als in Shakespears klassischer Tragödie. Zum einen entstammen beide Hauptfiguren nicht der gleichen gesellschaftlichen Schicht, woraus ein Konflikt zwischen Adel und Bürgertum herauszulesen ist. Zudem bringt Schiller noch andere Probleme seiner Zeit mit ein, zum Beispiel den Soldatenhandel.
Man muss dieses ,,bürgerliche Trauerspiel'', wie Schiller es nennt, als eigenes Werk und nicht als eingedeutschte Fassung eines Shakespearedramas sehen.
Daraus folgt auch meine Empfehlung, dass jeder Schillerfan und diejenigen, die noch welche werden wollen, an diesem Drama nicht vorbeikommen. Das Stück liest sich natürlich nicht so leicht weg und ist sprachlich etwas anspruchsvoller, aber da es eines der bekanntesten deutschen Dramen ist, sollte jeder sich die Mühe machen und es lesen. Der Aufwand lohnt sich.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sätze wie Melodien - Texte wie Musik, 24. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Kabale und Liebe (MDR) (Audio CD)
Der Pisa-Schock sitzt uns allen in den Knochen, und es wird in den Kultusministerien unter Schweiß und Tränen überlegt, wie der Abiturientenjugend beizubringen sei, was schönes, edles Deutsch nun wirklich sei und ausmache, wie Schiller die Exposition in den »Räubern« oder in »Kabale und Liebe« mit leichter Hand gestaltet habe, oder was der junge Goethe unter einer kessen und theatralischen Dreiecksbeziehung mit Decknamen »Stella« dramaturgisch alles versteckt hielt. Und so haben sich jüngst die Hörspielredaktionen von SWR und MDR und der Argon Verlag zusammengeschlossen um mehrere Klassiker wie »Emilia Galotti« (Lessing), »Urfaust«, »Iphigenie auf Tauris«, »Stella« (Goethe), »Die Räuber«, »Kabale und Liebe« (Schiller), »Der Hofmeister« (Lenz), »Der zerbrochene Krug«, »Prinz Friedrich von Homburg« (Kleist) und »Woyzeck« (Büchner) via CD ins Klassenzimmer zu bringen. Wobei es dem leitenden Projektregisseur Leonhard Koppelmann nicht um wie auch immer geartetes »Regiehörspiel« ging, sondern um ganz textnahe und unprätentiöse Auslegung der jeweiligen Vorlage. Koppelmann erläutert hierzu: »Dialoge zu lesen, ist schwierig für Ungeübte. Gesprochen jedoch entfalten sie ihren unentrinnbaren Reiz. Dazu bestechen die Theatertexte der deutschen Klassik durch ihre zeitlose Würde, ihre tiefe Humanität, ihre hohe Sprachkunst. Die Dialoge sind wie Musikstücke. In ihnen ist jene sprachliche Virtuosität zu hören, die Goethe, Schiller, Lessing, Kleist und die anderen zu Klassikern hat werden lassen, zu Tragsäulen unseres kulturellen Erbes.« Unterstützt wird das Projekt im übrigen durch die Kultusministerien von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und die Stiftung Medienkompetenzforum Südwest (MKFS). Zu einigen der Produktionen sind auch didaktische Handreichungen für den Unterricht vorbereitet worden, die wie beim Begleitmaterial zu »Emilia Galotti« Möglichkeiten einer modernen Theater- und Medienpädagogik für die Schule aufzeigen. In »Kabale und Liebe« (1784) und Lessings »Emilia Galotti« (1772), die ich hier stellvertretend für das Gesamtkonzept der Reihe »Klassik: Jetzt!« hervorheben möchte, ist die Texttreue sowie die Noblesse und Zurückhaltung der Schauspielerinnen und Schauspieler ein hervorstechendes, gewolltes Merkmal ? ohne dass es je langweilig wird. Schillers Fünfaktiger Aufschrei gegen den Absolutismus wirkt hier als Hörspiel erstaunlich frisch. Dem Pathos begegnet Regisseur Leonhard Koppelmann mit analytischem Elan. Sprachlich filigran entspinnen Birgit Minichmayr und Andreas Pietschmann als Luise und Ferdinand ihre Liebe, ehe sie sich in einem Netz aus Intrigen verfangen und schließlich sterben (Großartig: Ilya Richter als Hofmarschall und Walter Kreye als Präsident!). Auch bei Lessing reißen absolutistische Intrigen Liebende auseinander, kollidieren Bürgerwille und Fürstenwillkür, Recht und Gewalt. Gestochen scharf kommt die Hörspielversion (mit Fritzi Haberlandt und Max von Pufendorff) gerade dem Aufklärer entgegen, der Konflikte im Gespräch vorantreibt, Actionszenen nicht direkt vorführt, sondern rückblickend durchleuchtet. Frische und Klarheit sind für Koppelmann und die Ensembles in allen Inszenierungen unüberhörbar Programm. Fern von theatralischer Deklamation, fern auch von modischen Regiegags wagt der junge Regisseur die Konzentration auf die »Sprach-Sinfonien«. Die behutsame und ansonsten textnahe Inszenierung ist wohltuend für die Ohren und dürfte auch in der Schule Fürsprecher gefunden haben. Die CD-Edition »Klassik: Jetzt!«, klug platziert und mit allen zehn Schauspielen bereits auf dem Markt, dürfte ein Renner werden, da das Hören allemal komfortabler scheint als das Blättern in vergilbten Reclam-Seiten.
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Oldenbourg Unterrichtsmaterial Literatur: Kabale und Liebe
Oldenbourg Unterrichtsmaterial Literatur: Kabale und Liebe von Sonja Müller-Schamell (Taschenbuch - Oktober 2008)
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