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5.0 von 5 Sternen Ein psychologisch raffiniert geschriebener Roman - mit viel Feingefühl erzählt und geschickt aufgebaut
Linn Ullmann ist eine in Norwegen sehr bekannte und beliebte Schriftstellerin, die in den vergangenen Jahren viele auch in Deutschland erschienene Bücher veröffentlicht hat, die auf unterschiedliches Echo trafen.

Ihr neuer hier vorliegender Roman ist die Geschichte einer Familie. Eine Familie, die scheinbar glücklich ist, die aber unter der...
Veröffentlicht am 21. Mai 2013 von Winfried Stanzick

versus
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3.0 von 5 Sternen Schweigen ist nicht immer Gold...
Es beginnt mit einer Leiche – Kinder finden sie beim Graben nach einem Schatz. Sehr schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um Mille handelt, das lange vermisste Kindermädchen von Alma und ihrer Schwester. Sie verschwand am Abend der Party zu Jenny Brodals 75. Geburtstag, den ihre Tochter Siri gegen ihren Willen für sie ausrichtet...
Vor 21 Monaten von Eskalina veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein psychologisch raffiniert geschriebener Roman - mit viel Feingefühl erzählt und geschickt aufgebaut, 21. Mai 2013
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwiegene: Roman (Gebundene Ausgabe)
Linn Ullmann ist eine in Norwegen sehr bekannte und beliebte Schriftstellerin, die in den vergangenen Jahren viele auch in Deutschland erschienene Bücher veröffentlicht hat, die auf unterschiedliches Echo trafen.

Ihr neuer hier vorliegender Roman ist die Geschichte einer Familie. Eine Familie, die scheinbar glücklich ist, die aber unter der Oberfläche Risse und Verwerfungen zeigt, die an jedem Familienmitglied unterschiedlich nagen und die ihre Ursachen in zahlreichen Geheimnissen haben, die sie voreinander verstecken.

Die Handlung erstreckt sich über insgesamt zwei Jahre und beginnt sozusagen mit dem Ende, als drei Jungen in einer norwegischen Küstenstadt bei der Suche nach einem vor längerer Zeit vergrabenen Schatz auf die sterblichen und halb verwesten Überreste einer weiblichen Leiche stoßen. Schnell ist klar: es handelt sich um jene Mille, die zwei Jahre zuvor, während des Geburtstagfestes von Jenny Brodal spurlos verschwand.

Jenny Brodal ist 75 Jahre alt, arbeitete früher als geachtete Buchhändlerin und lebt nun in ihrer weißen Holzvilla an der Küste zusammen mit einer stillen und reservierten Frau, die ihr Partnerin und Haushaltshilfe zugleich ist. Ihre Tochter Siri führt ein erfolgreiches Restaurant in Oslo und der Schwiegersohn Jon ist ein Schriftsteller, der vor langer Zeit die ersten beiden Bände einer sehr erfolgreichen Trilogie veröffentlichte, nun aber seit Jahren vergeblich versucht, sie mit einem dritten Buch abzuschließen.

Siri und Jon verbringen jedes Jahr mit ihren beiden Töchtern Liv und Alma den Sommer bei Jenny im Haus. In diesem Jahr, wo Siri gegen deren Willen für ihre Mutter zu ihrem 75, Geburtstag ein großes Fest vorbereiten und Jon an seinem Buch arbeiten will, haben sie für ihre Töchter wenig Zeit. Deshalb engagieren sie ein 19-jähriges Kindermädchen namens Mille, die einige Zeit vor dem Fest ins Haus kommt und in der Nacht des Festes spurlos verschwindet.

Relativ bald ist dem Leser durch einige Bemerkungen klar, was geschehen ist, was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tut, denn das Buch ist kein Thriller und es geht nicht vordergründig um die Aufklärung eines Verbrechens.

Es geht Linn Ullmann wie in vielen anderen ihrer Bücher vielmehr darum, Verwerfungen und Abgründe in menschlichen Beziehungen aufzuspüren und den schmalen Grat zwischen Liebe und Hass zu erkunden. Im vorliegenden Buch speziell geht es um die Geheimnisse, die die Mitglieder einer Familie voreinander verbergen. Und es geht darum, wie sich das Verschwiegene zu einer eigenen mächtigen Kraft entwickelt, die alles zu zerstören in der Lage ist, was den Menschen in dieser Familie wichtig ist.

Mit viel Feingefühl und geschickt aufgebaut, erzählt Linn Ullmann nicht nur die unterschiedlichen Beziehungen, die jeder in der Familie in der Zeit von Milles Anwesenheit zu diesem Mädchen aufgebaut hat, sondern sie beschreibt, den Leser immer tiefer in die Psyche und die Geschichte der Familie und ihrer einzelnen Mitglieder einführend, auch, was nach dem rätselhaften Verschwinden des Mädchens in der Geburtstagnacht in ihnen vorgeht.

Da tauchen plötzlich tiefe Gefühle auf, nie vergessene Verletzungen beginnen wieder zu schmerzen, nie gelebte Sehnsüchte zu brennen. Ängste und Unsicherheiten übernehmen die Herrschaft in einer Familie, die sich zunächst vergeblich der Gefahr ihrer Zerstörung entgegenstemmt. Als dann endlich die Leiche des Mädchens gefunden wird, wirkt es wie eine Erlösung und es scheint, als könne nun all das Verschwiegene eine Sprache bekommen.

Mehr und mehr wird im Laufe der Handlung deutlich, warum sich jeder Einzelne so verhält, wie er es tut. Die Menschen des Romans kommen dem Leser, wenn er es zulässt, stellenweise so nahe, dass er sich mit so mancher Verhaltensweise selbst in ihnen erkennen kann.

„Das Verschwiegene“ ist ein psychologisch raffiniert geschriebener Roman, den Ina Kronenburger wieder auf gewohnt zuverlässige und kompetente Weise ins Deutsche übersetzt hat.
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4.0 von 5 Sternen Das Verschwiegene, 28. Mai 2013
Von 
Girdin - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwiegene: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch „Die Lügnerin“ von Linn Ullmann hat mich vor einigen Jahren in einzigartiger Weise berührt und es zu einem meiner Lieblingsbücher werden lassen ohne dass ich dessen Reiz genauer erklären könnte. Von dem zuletzt erschienen Buch der Autorin habe ich mir also sehr viel versprochen, doch leider konnte es mich nicht auf die gleiche Art und Weise faszinieren. Dennoch ist der Roman „Das Verschwiegene“ etwas Besonderes. Von einer einzigen Begebenheit ausgehend, dem Verschwinden der 21-jährigen Mille während der Geburtstagsfeier der Großmutter der Kinder auf die sie aufzupassen hatte, breitet Linn Ullmann ein Netz voll kleiner Geschichten aller Familienangehöriger aus. Sie benutzt dazu die Sicht jeder Person auf die Vorkommnisse in der Gegenwart und rückblickend auf die Entwicklung bis zur Feier. Außerdem begleitet der Leser die Personen bis zum Auffinden der toten Mille zwei Jahre später. Schnell ist ein Mörder gefunden, doch unterschwellig bleibt bei dem Leser das Gefühl zurück, dass noch einige ungesagte Dinge über Mille im Verborgenen sind. Und eben genau diesen Eindruck bedient die Autorin mit ihrer Erzählung der kleinen Nebensächlichkeiten, um mit und mit die jeweiligen Geheimnisse der Familienmitglieder ans Licht zu bringen.

Symbolisch dafür sehe ich die Einbandgestaltung: Linn Ullmann bahnt dem Leser einen Weg durch das verbergende hohe Gras. Die Beziehung der Eheleute Jon und Siri steht im Mittelpunkt. Jon schreibt seit Jahren am dritten Band einer Trilogie, darum verdient Siri als Inhaberin und Köchin mit ihren beiden Restaurants den Hauptteil des Familieneinkommens. Sie vermutet, dass Jon ein Faible für jüngere Frauen hat. Beide haben ein schlechtes Gewissen ihren Kindern gegenüber, denen sie wenig Zeit widmen. Vor allem die Persönlichkeit der älteren, Alma, überfordert die Eltern. Ich finde, dass die ganze Zeit eine recht kühle, angespannte Atmosphäre vorherrscht. Jeder bleibt für sich, eine Aussprache auf einer gemeinsamen Ebene scheint nicht möglich. Leider konnte mir dadurch keiner der ausgezeichnet charakterisierten Personen sympathisch werden. Der Roman vermittelte mir einen interessanten, glaubhaften Blick auf die alltägliche Gefühlswelt der Darsteller weswegen ich gerne eine Leseempfehlung gebe.
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5.0 von 5 Sternen Tödliches Schweigen, 25. April 2013
Von 
Felix Richter - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwiegene: Roman (Gebundene Ausgabe)
Linn Ullmanns Roman kreist um die Geburtstagsparty, die Siri für ihre 75-jährige Mutter Jenny ausrichtet. Das hat sie sich in den Kopf gesetzt, obwohl ihre Mutter strikt dagegen ist: Es ist Teil ihres Bemühens, der Beziehung zwischen ihnen beiden einen gewissen Anstrich von Normalität zu geben. Denn die ist belastet durch eine erbarmungslose Sprachlosigkeit, seit Siri als kleines Mädchen den Tod ihres Bruders nicht verhindern konnte.

Auch Siris Ehe ist von Distanz und Schweigen geprägt. Ihr Mann Jon, ehemals erfolgreicher Schriftsteller mit anhaltender Schreibblockade, ist ein notorischer Schürzenjäger. Das weiß sie seit Jahren und hat sich innerlich von ihm zurückgezogen, ohne das Thema aber je angesprochen zu haben.

Für die beiden Töchter Liv, ein kleines blondes Engelchen, und Alma, ein seltsames, von inneren Stimmen gesteuertes Kind, haben sie als Au-pair-Mädchen die 19-jährige Mille engagiert, die sich mit den Kindern recht gut versteht, aber auf Jon attraktiver wirkt als Siri lieb ist. Mille verschwindet am Abend der Party, spurlos, bis Nachbarsjungen zwei Jahre später ihre Leiche beim Spielen im Wald finden.

Diese zwei Jahre setzt Linn Ullmann in ihrem Roman zu einem sehr feinteiligen Mosaik zusammen. Stück für Stück, zeitlich vor und zurück springend, erfahren wir mehr über die Umstände von Milles Verschwinden, und Stück für Stück nähern wir uns den Ursachen für die sprachlose Kälte zwischen allen Beteiligten. Alte Verletzungen werden aufgebrochen, um einen Heilungsprozess überhaupt erst mal in Gang setzen zu können, und natürlich spielt das Überwinden der Sprachlosigkeit hierbei eine besondere Rolle.

"Das Verschwiegene" ist trotz Leiche und skandinavischem Schauplatz kein Thriller, auch wenn es uns in ziemlich düstere Winkel der menschlichen Seele führt. Es handelt von einer Familie, die - in Anlehnung an Tolstoi - auf ihre sehr eigene Weise unglücklich ist. Aber nicht hinter jeder bösen Tat steckt eine böse Absicht, sondern manchmal nur die schlichte Unfähigkeit, seine Blockaden zu überwinden. Und damit meine ich jetzt nicht Jons Schreibblockade.

P.S. ***Spoiler***
Eine Frage zum Plot: Wie kann das Foto von Mille, das Jon mit ihrem Handy gemacht hat, den Zeitungsartikel über ihr Verschwinden illustrieren? An keiner Stelle wird erwähnt, dass das von KB gestohlene Handy (mitsamt seiner interessanten SMS-Korrespondenz) wieder auftaucht. Habe ich da irgendwas nicht mitbekommen?
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3.0 von 5 Sternen Schweigen ist nicht immer Gold..., 8. Oktober 2013
Von 
Eskalina (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwiegene: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es beginnt mit einer Leiche – Kinder finden sie beim Graben nach einem Schatz. Sehr schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um Mille handelt, das lange vermisste Kindermädchen von Alma und ihrer Schwester. Sie verschwand am Abend der Party zu Jenny Brodals 75. Geburtstag, den ihre Tochter Siri gegen ihren Willen für sie ausrichtet.

Um Siri und ihre Familie geht es allerdings hauptsächlich in diesem Roman, den man trotz der Leiche und des im Raume stehenden Verbrechens nicht als Kriminalroman bezeichnen kann. Neben den Beziehungsgeflechten der Familie untereinander rückt das, was mit dem Kindermädchen geschehen ist, sehr in den Hintergrund. Hauptsächlich dreht und wendet sich alles in dieser Familiengeschichte um das Unausgesprochene – es wird im Laufe der Handlung auf jedes einzelne Familienmitglied eingegangen und immer stellt sich heraus, dass niemand aus dieser Familie wirklich mit dem anderen redet.
Man lebt sein Leben, man liebt den anderen – irgendwie – aber es scheint, als habe sich niemand wirklich jemals dem anderen geöffnet. So könnte man es auf den Punkt bringen.

Siri hat in ihrer Kindheit den kleinen Bruder verloren, ihre Mutter Jenny schweigt darüber, Siris Mann arbeitet an dem schon längst überfälligen Roman seines Lebens und lenkt sich von seinem Scheitern durch Seitensprünge ab. Siri ist erfolgreiche Unternehmerin, doch alles was sie macht, scheint seltsam zwanghaft und nie wird über die Vergangenheit gesprochen, auch nicht, als langsam klar wird, dass Mille etwas passiert sein muss.

Immer tiefer wird man als Leser in diesen bedrückenden Sumpf des Schweigens gezogen und erlebt mit, wie sich das Unausgesprochene zwischen den einzelnen Figuren immer mehr auftürmt. Es kommt keine Erlösung, man erlebt ihre Verzweiflung und erkennt den Grund, den sie alle scheinbar selbst nicht sehen und das führte bei mir dazu, dass ich bedrückt, aber auch verärgert über solch grandioses Scheitern war.

Linn Ullmann selbst geht in diesem Buch mit ihren Lesern genauso vor, denn auch sie spricht nicht alles aus – sie verschleiert, wirft kurze Szenen in den Raum, die sie nicht weiter ausmalt, obwohl es sich dabei um die Ursachen aller Probleme handelt, baut Cliffhanger ein und springt immer wieder zwischen den einzelnen Personen und Zeiten hin und her. Mal befindet man sich in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart, dann wieder in der noch länger zurück liegenden Vergangenheit, oder in der Zukunft.

Mich hat die Sprachlosigkeit der ganzen Familie irgendwann ziemlich genervt und die verwaschene Schilderung ausgerechnet der Schlüsselszenen fand ich ärgerlich. Der Schreibstil war wie immer bei Linn Ullmann gefällig und gut zu lesen und dass es ihr gelungen ist, mit ihrem Roman überhaupt solche Emotionen bei mir zu wecken, zeigt ja, dass es sich eigentlich um ein sehr gut geschriebenes Buch handelt – man muss es ja trotzdem nicht lieben…
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verschwiegenheit, Einsamkeit und Not, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwiegene: Roman (Gebundene Ausgabe)
In Jahr 2008 trifft sich Siri und ihr Mann Jon wie jedes Jahr im Sommer mit den beiden Töchtern Liv und Alma im Haus ihrer Mutter Jenny. Diese wohnt in Mailund/ Norwegen. Jon ist Schriftsteller in einer schweren Schaffenskrise, und Siri führt zwei Gaststätten. Sie kommen gerade so über die Runden. Für die Töchter haben sie Mille, ein au Pair Mädchen aus Oslo, engagiert. Mit Mille ist etwas nicht so, wie es sein sollte. Sie ist geheimnisvoll, widersprüchlich in sich und Siri bedauert schon, sie für den Sommer als Hilfe angenommen zu haben.
Man erfährt noch über die Mutter von Mille, dass sie eine anerkannte Schriftstellerin in Oslo ist.

Schnitt: drei Jungen finden im Jahr 2011 bei der Suche nach einem vergrabenen Schatz im Wald verweste Leichenteile. Das können nur die Reste von Mille sein, kombinieren sie sogleich! Sie war vor zwei Jahren am Geburtstag von Jenny verschwunden und nie gefunden worden.

Langsam die Personen in ihrem Umfeld umkreisend nähert sich Linn Ullmann der eigentlichen Geschichte: Familien, die ihre Schwierigkeiten mit einander haben aber nicht darüber sprechen.
Verwirrend die Vielzahl von Personen, die nach und nach wie auf einer Bühne erscheinen. Als umkreiste sie eine Kamera treten sie aus dem Schatten der Erzählung und fügen sich in das Gesamtgeschehen ein. Man tut sich zunächst schwer, den Faden der Geschichte nicht zu verlieren. Spiegelt sich darin die Unfähigkeit auch der handelnden Personen, in Kontakt mit einander zu treten und zu bleiben? Ein Familiendrama mit Toten und Geheimnissen spielt sich ab, das in seiner Ausweglosigkeit schwer erträglich bleibt.

Geheimnisvoll bis zuletzt reflektiert Linn Ullmann die Einsamkeit der Betroffenen und ihre Unfähigkeit, sich einander zu offenbaren. Getragen von düsteren und unterschwellig verborgenen Gedanken und Gefühlen durchlebt man mit der Familie die Abgründe, die sich zwischen Menschen auftun können. Ein schwermütiges und anrührendes Geschehen spielt sich ab, das die Spannung bis zuletzt nicht verliert.
Linn Ullmann ist die Tochter des bekannten verstorbenen schwedischen Regisseurs Ingmar Bergmann und der Schauspielerin Liv Ullmann.
Von ihrem Vater mag sie den tiefenscharfen Blick hinter die Kulissen menschlichen Seins mitbekommen zu haben.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Menschen verschwinden ständig. Und eines Tages werden wir darüber sprechen.", 23. Mai 2013
Von 
Regina Berger "Gina" (Rottach-Egern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwiegene: Roman (Gebundene Ausgabe)
>Das Verschwiegene< ist der Titel des neuen Romans von Linn Ullmann und eben das, worum die Handlung sich rankt.

Gleich zu Beginn werden die sterblichen Überreste eines Mädchens aus der Erde geborgen. Damit fängt der Roman an, der bis zum Ende erdenschwer bleibt.

Ein dichtes Geflecht aus unterdrückten Gefühlen webt Linn Ullmann, während der Aspekt des Verschwindens oder sich Entziehens sich nicht nur im tatsächlichen Verschwinden des Kindermädchens Mille, sondern auch in der Geheimniskrämerei der Personen untereinander äußert. Letztlich führt ein Unvermögen an Kommunikation dazu, dass Vieles unter der Oberfläche brodelt.

Jon, ein Schriftsteller in einer Schaffenskrise, ist mit der erfolgverwöhnten, kühlen Restaurantbesitzerin Siri verheiratet, und erhält Anerkennung lediglich aus seinen wechselnden Liebesaffären. Sie haben zwei Töchter zusammen: Alma, ein für die Eltern unbegreifliches Kind, und Liv. Die beiden Kinder werden von der 19-jährigen Mille betreut. Mille verschwindet in der Nacht, als Siri für ihre Mutter ein Geburtstagsfest veranstaltet. Die Beziehung jeder dieser Personen zu dem Kindermädchen Mille wird im Fortgang der Erzählung näher betrachtet.

Alle Familienmitglieder leben nebeneinander statt miteinander, sehnen sich auf ihre Art nach Aufmerksamkeit und Liebe. Verletzungen aus der Vergangenheit, Hemmnisse bis hin zu Ängsten, sowie sehnsuchtvolle Begehrlichkeiten nach dem "richtigen Leben" wirken wie eine Blockade im Zwischenmenschlichen und sind für das Scheitern der Annäherungen verantwortlich.

Die generationsübergreifende Familiengeschichte ist psychologisch ausgelotet und beinhaltet durchaus einen Spannungsbogen. Doch für mich ist >Das Verschwiegene< keinesfalls mein Lieblingsbuch aus der Feder der norwegischen Autorin. Vielleicht liegt es in erster Linie daran, dass die emotionale Einsamkeit zwischen den Zeilen spürbar ist, und mich das Buch bedrückt zurücklässt.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich das Buch des Jahres!, 18. April 2013
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwiegene: Roman (Gebundene Ausgabe)
Auf den ersten Seiten dieses Buches kam ich mir vor wie in einem Krimi. Drei Jungs suchen ihren vor Jahren vergrabenen Schatz und können ihn nicht finden. Dafür buddeln sie Milles Leiche aus.

Mille war in der Familie des Schriftstellern Jon als Kindermädchen engagiert worden. Linn Ullmann beschreibt sehr eingehend, wie jedes einzelne Familienmitglied zueinander steht und wie ihre sehr unterschiedlichen Beziehungen zu Mille sind.

Plötzlich verschwindet Mille und diese traurige Geschichte vom nicht miteinander Reden können gewinnt an literarischer Tiefe, wie ich sie selten miteinander erlebt habe. Mille kehrt nicht wieder zurück. Der Leser erfährt den wahren Ablauf der letzten Stunden von Milles Leben immer nur häppchenweise.

Als die Großmutter der Familie beerdigt wird, sagt die Pfarrerin Bente den Schlüsselsatz des Romans:

"Was nützt es, wenn wir mit der ganzen Welt kommunizieren und dabei vergessen, miteinander und mit Gott zu kommunizieren."

Das Paradoxe unserer Gegenwart führt uns die Autorin mit ihrer Geschichte sehr deutlich vor Augen. Selbst innerhalb einer Familie verlieren wir Menschen in rasantem Tempo die Gabe des miteinander Reden könnens. Wir sollten uns viel mehr um diese Gabe bemühen - manchmal hängt ein Menschenleben daran.

Für mich das Buch des Jahres!
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen nichtssagend, 22. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwiegene: Roman (Gebundene Ausgabe)
"...in einer nebligen julinacht verschwindet eine junge frau und nach und nach drängt alles versteckte und verschwiegene an die oberfläche."

soweit der klappentext. leider habe ich den fehler gemacht, das buch als krimi misszuverstehen. am cover steht aber eindeutig "roman". soweit, so gut. ich lasse mich ohnehin gerne auf bücher (seien es romane oder krimis) ein, in denen der lesen die psychologie der handelnden personen mitverfolgen kann.

meiner ansicht erfüllt dieser roman das aber in keiner weise: im grunde geht es darum, dass siri, erfolgreiche restaurantbesitzerin anfang vierzig, über die sommermonate die 19-jährige milla für ihre beiden töchter alma und liv engagiert. um es gleich vorweg zu nehmen: über alma erfahren wir viel, über liv nahezu nichts. dafür aber nahezu alles über den rest der familie:

siris mann ist schriftsteller; er schreibt am dritten teil einer trilogie - und das seit jahren.

siri selbst ist eine patente frau, die ihre familie mehr oder weniger erfolgreich managt, sie verdrängt die affairen ihres (nutz- und einkommenslosen) ehemannes und leidet unter der gefühlskälte ihrer mutter. darum geht es im wesentlich auch:

siri richtet zum 75. geburtstag ihrer mutter jenny ein sommerfest aus. ihre mutter hasst das fest und bringt das auch mehr als deutlich zum audruck. siri ignoriert das. jenny, die seit 20 jahren abstiment ist, greift just an diesem abend wieder zur flasche. nicht nur das: die 19-jährige milla verschwindet spurlos.

das ist der einstieg in das buch. die autorin packt den leser zu beginn mit spannung: drei kinder finden die im wald vergrabene leiche. im weiteren verlauf des buches erfahren wir dann alles über das handeln und denken der romanfiguren: alles über siri und ihre überforderung. alles über alma und ihre pubertät. alles über siris ehemann und sein sexualleben. alles über siris mutter jenny und ihren emotionalen panzer. auch alles wesentliche über siris (toten) vater, seine neue frau und über siris verunglückten bruder. nichts über die kleine liv. das ist aber auch nicht nötig: einerseits ist sie kaum im schulalter, andererseits erfahren wir ja so viel anderes:

ungefähr fünf mal erfahren wir, dass siris kleid am abend des geburtstagsfestes hellblau ist. wir erfahren auch, dass frau mit stöckelschuhen nicht gut über gras laufen kann. mehrfach. die autorin meint hier offenbar, sinn für humor zu haben, ich fand die einschübe in klammer aber einfach nur öde.

sorry an alle, die linn ullmann gerne lesen oder dieses buch mögen: ich fand es einfach nur nichtssagend. die ganze geschichte wäre auf 150 seiten ebenso gut erzählt worden. wahrscheinlich sogar besser.

das einzig erstaunliche: gegen ende konnte ich gute 60 seiten überspringen, fand aber beim weiterlesen problemlos wieder den anschluss. schließlich wird auch 60 seiten später weiterhin nur die wiederholung der wiederholten wiederholung geschildert.

das buch erinnert mich an nachbarn, die man ewig kennt: auch wenn man nicht weiß, ob sie sich jeden tag die zähne putzen und ob sie auch heuer wieder auf urlaub fahren: man nimmt es einfach an und es ist nicht der rede wert.
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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nun ja, 2. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwiegene: Roman (Gebundene Ausgabe)
Habe mich von den vielen positiven Bewertungen leiten lassen, dieses Buch zu kaufen. Ich kann mich meinen Vorsprechern nicht anschließen - das Buch plätschert vor sich hin und es gibt kein richtiges Ende, wie man es sich erwartet, das Buch hört einfach auf. Ich war froh, als ich es beiseite legen konnte.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen zum wegtauchen, 2. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwiegene: Roman (Kindle Edition)
Ich habe das Buch Anfangs in kleinen Stückchengelesen und kam so nicht richtig rein. Wenn man aber mal Zeit hat und etwas länger liest, nimmt einen die Geschichte gefangen. Die verschieden Erzählperspektiven gefallen mir gut, die Charaktere sind etwas verschroben, die Stimmung ist leicht melancholisch.
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Das Verschwiegene: Roman
Das Verschwiegene: Roman von Linn Ullmann (Gebundene Ausgabe - 22. April 2013)
EUR 19,99
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